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Samstag, 5. November 2016

Im Moor

Gerhard Wedepohl (1893-1930): Im Moor. Quelle: Wikimedia, gemeinfrei


Im Moor


Mit ihr ging ich durchs wabernde Moor
in meinen Kindertagen.
Sah die gebannte Spinnenlenor
und fühlte ein Unbehagen.
Wo häkelnde Ranken am Strauche sich bogen,
ein Rascheln man hörte im Hage
wars schaurig mir und nicht gelogen,
unheimlich war mir die Sage.

In der Schulbank sitzend sah ich vor mir
den zitternden Knaben rennen,
fürchtete, ihn erfasst ein Vampir -
würd ihn nicht retten können.
übersprang mit ihm Röhricht und Quell,
sah ihn im Moore versinken.
sein Engel am Moorrand sand Hilfe schnell;
ich sah in der Ferne ihn winken.

Erleichtert atmete ich dann auf,
als sich der Knabe gerettet,
Die Angst überstanden und wohlauf,
dass er im Moor nicht gebettet.
Ob die Adelsdame dies selber erlebt,
wer weiß es zu berichten,
Schauermärchen so sagenumwebt,
doch wusste sie trefflich zu dichten.


© lillii (L.R.), September 2016

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