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Dienstag, 29. November 2016

Mehr Verse zum Leierkasten (II)

Heinrich Zille (1858-1929): "Eine kleine Freundin hat doch jedermann" (Zeichnung)
(Grafische Slg. Stiftung Stadtmuseum Berlin; Quelle: wikimedia/commons; gemeinfrei)
./.

Verkehrsampeln
Die Farben einer Ampel,
die regeln den Verkehr.
Heut weiß der letzte Pampel:
bei Rot geht gar nichts mehr.
Mit Gelb beginnt Gekampel –
der Überweg ist leer;
und Grün bewirkt Getrampel,
nun hat man's eilig sehr.

Aufzug
Der Lift in unserm Hause
der ist recht segensreich –
doch macht er nächstens Pause,
kommt kein Monteur sogleich.
Der Mieter bleibt Zuhause,
mit Knien windelweich:
Zehn Treppen! Solche Sause
macht stärk're Männer bleich!

Warnung vor dem Putzen
(nach einem Bonmot von Erich Kästner *)
Das Meiste auf der Welt,
kauft man in einem Laden –
nicht nur, weil es gefällt:
es schmeichelt Unser Gnaden!
Gebrauch, der zwar entstellt,
bringt nie der Sache Schaden.
Wenn Putz sich zugesellt,
geht sie in Bälde baden!

Jahreszeiten
Der Frühling lässt durch Lüfte
keck flattern blaues Band;
Im Sommer weisen Düfte
auf gut bestelltes Land; -
Der Herbst schießt aus der Hüfte
mit Wind - nimmt Hut als Pfand,
und über alle Grüfte
deckt Winter Schneegewand.

Hoffnungsloser Fall
Ziel gut auf mich und triff,
denn das lohnt nämlich immer!
Ich krieg nichts in den Griff –
bin auch nur Trockenschwimmer.
Gesellschaftlichen Schliff
verpasste mir kein Trimmer.
Selbst nach dem letzten Pfiff
hab ich noch keinen Schimmer!

elbwolf (WH)
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*) Erich Kästner (1899-1974):
"Das Meiste auf der Welt / geht nicht durch GEBRAUCH kaputt, / sondern durch PUTZEN."

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