Diesen Blog haben wir 11/2016 neu gestaltet und führen ihn im Team weiter. Das verspricht mehr Vielfalt - wie man wohl schon an unseren Gesichtern ablesen könnte.
Allen Besuchern - herzliches Willkommen und viel Vergnügen bei/mit unseren Gedichten!
Im SEPTEMBER 2017 setzen wir mit "Kölsch" von einer Kölner Poetessa die Mundart-Dichtung mit eingeladenen Gästen fort. Außerdem ergänzen wir bereits begonnene Serien, u. a. über "Verschwindende Wörter". Und sonst - mal sehn!

Freitag, 18. November 2016

Scherzhafte Philosophie

Ljubow Sergejewna Popowa (1889-1924): Der Philosoph, 1915
Russisches Museum, St.Petersburg; Quelle: wikimedia/commons; ©: lizenzfrei

SCHERZHAFTE  PHILOSOPHIE

Man braucht zum Leben Lebensmittel
und Geld fürs letzte Lebensdrittel.

Zum Atmen braucht man Atmosphäre,
die auch ansonsten nützlich wäre.

Beim Lesen dient das Lesezeichen
das Wichtigste herauszustreichen.

Zum Denken braucht man Denkanstöße,
denn ohne diese wär es böse.

Zum Feiern sind die Feiertage
an exklusivsten, keine Frage.

Zum Wandern gute Wanderschuhe
sind  nutzlos, ruhn sie in der  Truhe.

Auf Reisen rät der Reiseleiter.
Aus eigner Kraft kommt man oft weiter.

Ein Paddelboot, ein kleines Zelt,
und schon denkt man: Was kost die Welt?!

So hängt ein jedes Menschenkind
an Dingen, die ihm nützlich sind.

Und stundenlang könnt ich dozieren,
was man noch braucht zum vegetieren.

Ein Tipp noch für den Ruhestand:
Ein Narr, der keine Ruhe fand.

Wenn er zurück, nicht vorwärts denkt,
hat er die beste Zeit verschenkt.

(A.W. 1997)

1 Kommentar:

  1. So sprunghaft wie Deine Gedanken in den Versen, so "sprunghaft" scheint mir auch der Philosophen-Kopf zu sein. Gut, dass diese Malergilde mit den "kubischen Bizarrien" (Braque!) manchmal auch in ihre Bilder hineingeschrieben hat, was es denn nun eigentlich sein soll. Daher kann man mit Bestimmtheit sagen, dass Vers und Bild hier zueinander passen.
    elbwolf

    AntwortenLöschen