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Donnerstag, 15. Dezember 2016

Die vier Elemente (II) – Feuer

Giuseppe Arcimboldo (1527-1593): "Das Feuer"
Gemälde, 1566; Standort: Wien, Kunsthistorisches Museum.
(Foto: Griensteidl, 01.06.2008; Quelle: Wikimedia Commons Lizenz: Public domain)



Die vier Elemente (II) – Das Feuer
Kanzonen

Am Anfang war da nichts als nur ein Funken,
aus dem mit Urknall jene Flamme schlug,
die allen Zeitablauf zum Gehen brachte.
Ein Weltenbrand entfaltete wie trunken
grandiosen Aufbau; einen Siegeszug,
der uns erstaunt; den keiner noch durchdachte.
Wir nähern uns zwar sachte
und scheiden von Erkenntnis allen Trug.
Die Einsicht führt uns wohl zu einer Wende –
wir ahnen heut des Feuersturmes Ende.

Ist nicht dem Feuer dreierlei zu eigen?
Erschaffen und Bewahren – gut so weit;
doch dann Besteh'ndes wieder zu vernichten.
Nehmt Lavaströme, die aus Tiefen steigen:
Was wäre gegen ihre Glut gefeit?
Zerstörung ist, was sie im Nu verrichten.
Erwüchsen uns nicht Pflichten,
besorgt zu sein um das, was rings gedeiht?
Nicht klug genug bezähmt der Mensch das Feuer,
das ihn zwar wärmt, doch bleibt ein Ungeheuer!

elbwolf (WH), 2016

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