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Freitag, 16. Dezember 2016

Die vier Elemente (IV) – Erde

Marten de Vos (1532-1603): "Die Erde" (Kupferstich, um 1600)
(Standort:
Universitätsbibliothek Salzburg; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei)


 Die vier Elemente (IV) – Die Erde
Kanzonen

1: Alles in einem
Trotz aller Vielgestaltigkeit der Formen
galt Irdenes für sich als Element –
doch irrten sich da keinesfalls die Alten!
Inzwischen kennen wir genaue Normen;
wir wissen um das ganze Fundament:
Die frühen Geister haben recht behalten.
Lasst sie uns gut verwalten,
vorausschauend und nicht so turbulent.
Was fehlt, muss künftig noch gerichtet werden –
dann wandeln Menschen lange noch auf Erden.

elbwolf (WH), 2016

2: Unser aller Halt
Sie nährt uns schon, solange wir hier leben,
gibt Sicherheit und Schutz und Bodenhalt –
von allem ist sie Anfang und auch Ende.
Sie ist nie kleinlich, sparsam mit dem Geben;
ist immer schön und scheint uns niemals alt.
Sie öffnet gerne ihre braunen Hände.
Sie ist die Lebensspende.
Die Zeiten wandeln sie und die Gestalt.
Das Meer ist tief, den Grund erkennt man nicht.
Und Wüste, Wald und Feld sind ihr Gesicht.

immergruen (A.W.), 2016

3: Freudenquell ohne Ende
Seit einer Ewigkeit gibt es den Wechsel
von Tag und Nacht, und wenn die Nacht verstreicht,
dann zeigt sich jedes Ding in neuem Lichte.
Wer braucht dann noch ein wortreiches Gedrechsel?
Das wär' für all die Wunder rings zu seicht,
denn alle haben eigene Gesichte.
Ich schaue zu und dichte,
und glaubt nur, das geht manchmal wirklich leicht:
Die Vögel zwitschern mir ins Ohr Gesang –
ein solcher Tag erweist sich nie als lang!

lillii (L-R), 2016

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