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Donnerstag, 5. Januar 2017

Januar – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u.a.: Breviarium Grimani, Monatsbild Januar (Buchmalerei/Pergament, 1490-1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; via wikimedia.commons; gemeinfrei
./.
Der Januar war für die meisten eine Zeit erzwungener Ruhe: auf den Feldern und Baustellen stand die Arbeit still. Man hoffte, dass Nahrung und Feuerholz ausreichen würden.
Für den Wohlhabenderen ließ sich natürlich auch der Januar recht erträglich einrichten.

 Januar – ein Monatsbild

Gefolgschaft drängt zu Hauf ins Haus herein:
Gemütlichkeit verspricht die gute Stube.
Dort sitzt der Grandseigneur an seinem Tisch,
als gäb es nie ein Ende und die Grube.

Ihn drücken Kappe und der schwere Pelz,
das Feuer wärmt ihm trotzdem noch den Rücken.
Der Bratenteller vor ihm ist gefüllt;
Getränke stehn bereit, ihn zu entzücken.

Gut angefangen hat das neue Jahr,
der düstre Januar geht zu ertragen!
Kommt auch die Dienerschaft noch mit hinzu –
das kann in dem Moment wohl keiner sagen.

Und all die andren, die hier niemand nennt,
wo sind die eigentlich bloß abgeblieben?
Den Wohlstand schufen sie für ihren Herrn,
sind gleichsam Blätter nur, noch unbeschrieben.

© elbwolf (W.H.)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des Januar in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den Januar.

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