Diesen Blog haben wir 11/2016 neu gestaltet und führen ihn im Team weiter. Das verspricht mehr Vielfalt - wie man wohl schon an unseren Gesichtern ablesen könnte.
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Im NOVEMBER 2017 würdigen wir einen Mundart-Dichter aus dem Thüringischen früherer Zeit. Als eines der letzten (hier noch nie gezeigten) "Gedichte großen Formats" stellen wir die Sestine vor. Und sonst - mal sehn!

Dienstag, 17. Januar 2017

Winterquartett (II) – Kurze Tage

Walter Moras (1856-1925): Rodeln an einem sonnigen Wintertag
(Entstehungszeit und Verbleib des Bildes sind nicht bekannt)
Quelle: wikimedia.commons; das Werk ist gemeinfrei.



Winterquartett (II) – Kurze Tage

Weißes Tuch auf braune Schollen
Legt der Winter über Nacht.
Silberfäden eingewoben,
Zeigt er sich in ganzer Pracht.

Sonne spielt mit den Kristallen.
Seiner Flocken Vielgestalt
Spiegelt sich in den Facetten,
Doch die Schönheit wird nicht alt.

Stille auf die Welt gebreitet,
Selbst die Stimmen sind gedämpft.
An den kleinen Futterplätzen
Wird um jedes Korn gekämpft.

Winter hat mit seinem Zepter
Mensch und Baum und Strauch gestreift,
Auch der Spinne zarte Netze
Hat er kunstvoll weiß bereift.

Lass uns deine edle Schönheit
Mit erstaunten Augen sehen
Jedes Jahr! Und immer wieder
Seh ich ihn auch gerne gehen …

© A.W.
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Wir "Versbildner" sind bereits gefragt worden, ob es sich bei der Abbildung wirklich um ein Gemälde
handelt oder nicht doch "bloß" um ein Foto.
Leider ist eben die Entstehungszeit nicht angegeben, aber wenn wir sie in der Umbruchzeit um die
Jahrhundertwende 1900 annehmen, so käme schon das neue Naturempfinden durchaus in Frage,
während ein so brillantes Farbfoto noch nicht vorstellbar wäre. Andererseits verrät sich an mehr als
einer Stelle, dass hier ein Malerpinsel zum Einsatz kam – bitte einmal genau hinsehen!

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