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Donnerstag, 19. Januar 2017

Winterquartett (IV) – Stille Nächte

Alexei Kondratjewitsch Sawrassow (1830-97): Winternacht  (1869)
Standort: Moskau, Privat-Sammlung; Quelle: wikimedia.commons; Liz. gemeinfrei



Winterquartett (IV) – Stille Nächte

Der Mond in seiner Wintertrauer
Steht fern und bleich im blauen Raum.
Umkränzt von dichter Nebelmauer
Verhüllt er sich mit seinem Traum.

Ein heller Stern zu seiner Linken
Steht westlich in der Winternacht.
Er sah ihn deutlich freundlich blinken
Das hat die Trauer wett gemacht.

Jetzt strahlt er wieder kalt und ferne
Ein treuer Freund zu später Stund.
Ich seh sein Bild des Nachts so gerne
Wenn es erhellt das Himmelsrund.

So manchen tiefen Kummer konnt ich
dem stillen Bilde anvertraun.
Sein kühles weiches Licht liebkost mich
Und ich kann in den Morgen schaun.

© A.W.
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Der Maler A. K. Sawrassow  war einer der bekanntesten russischen Landschaftsmaler. Er gehörte
von 1870 an zur Bewegung der Peredwischnikis. Auf der großartigen Ausstellung dieser Maler des
russischen Realismus in Chemnitz 2012 waren unter den etwa hundert Bildern drei seiner Werke.
Sawrassows Biografie siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexei_Kondratjewitsch_Sawrassow

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