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Im Dezember 2018 endet die Serie der Kalenderblätter mit der Buchgrafik unserer Berliner Illustratorin. Wir bringen eine (inhaltlich sehr weibliche) Bild/Vers-Folge über die "Drei Grazien" und - zum Jahresende - etwas Ernsthaftes und ein wenig Klamauk.
Und dann schauen wir mal - auf 2019!

Dienstag, 25. April 2017

Eseleien

Rudolf Neumann (1889, Christiansau/Friedland i. B. – 1960, Finsterwalde) ipse fecit:
Müller mit störrischem Esel (Schnitzwerk, Lindenholz),
aufgenommen vor Gauguins Gemälde "Goldene Ernte" (Detail);
Geschenk des Schnitzers von 1946 für ein heutiges Team-Mitglied von Versbildner.


Eseleien
Groteske

Verkennt mir nur den Esel nicht;
er ist charakterstark.
Wer meint, er sei ein armer Wicht,
der irrt, er ist autark.
Man schimpft ihn störrisch, träg, stupid –
nur weil "Iiaah" sein einzig Lied.

Im Esel schlummert jedoch mehr,
in ihm steckt ein Rebell;
er stellt sich häufig einfach quer;
ist eigen, der Gesell.
Ihn störts nicht, wenn er gilt als Tropf –
er hat nun mal 'nen eignen Kopf.

Als Vorbild gilt er manchem Mann –
auch der will oft groß raus;
und weil er's eben doch nicht kann,
geht ihm die Luft mal aus.
Rührt schließlich nichts mehr sich vom Fleck,
dann steckt die Karre tief im Dreck.

Die zieht nur noch ein Pferd heraus!

© lillii (L-R)

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