Diesen Blog haben wir 11/2016 neu gestaltet und führen ihn im Team weiter. Das verspricht mehr Vielfalt - wie man wohl schon an unseren Gesichtern ablesen könnte.
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Im NOVEMBER 2017 würdigen wir einen Mundart-Dichter aus dem Thüringischen früherer Zeit. Als eines der letzten (hier noch nie gezeigten) "Gedichte großen Formats" stellen wir die Sestine vor. Und sonst - mal sehn!

Sonntag, 4. Juni 2017

Juni – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild Juni (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
In der Dreifelderwirtschaft des Mittelalters wurde im Juni das Drittel Brache umgepflügt.
Später stellte man – vor allem in Frankreich und Italien – die Heumahd dar.
Als Gerät verwendete man die Sense, nicht die Sichel; das Heu wurde zu Haufen aufgeschichtet.

Juni – ein Monatsbild

Der Juni, uns als Rosenmond bekannt
und nach der Göttin Juno einst benannt –
zeigt sich im schönsten Kleide.
Die Rosen stehen nun in voller Pracht –
sind herrlich aufgeblüht fast über Nacht
und schöner nun als Seide.

Die Heumahd auf den Feldern schon beginnt,
die Sensen schneiden Gras, die Zeit verrinnt –
die Mahd, die muss man heuen.
Mit Handarbeit sich das Gesinde plagt –
zu frührer Zeit hat niemand sich beklagt,
die Herrschaft konnt' sich freuen.

Zu Pfingsten zieht die Pfingstbraut über Land,
Ein alter Brauch, der vielerorts bekannt.
Die Menschen gehn zur Feier.
Ein Bogen wird von Kindern bunt geschmückt,
das Pfingstpaar schreitet unter ihm entzückt –
die Braut trägt noch den Schleier.

Wer Juniwind und Menschensinn vertraut –
hat sprichwörtlich wohl doch auf Sand gebaut:
sie ändern sich geschwinde.
Schon bald beginnt die schöne Sommerzeit;
sie steht bereits im neuen Hochzeitskleid ...
im warmen Sonnenwinde.

© lillii (L-R, 04.06.2017 – Pfingstsonntag)

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○ Link auf eine populäre Darstellung des Juni in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung von Lyrik- und Prosa-Titeln über den Juni.

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