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Freitag, 18. August 2017

August – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild August (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
./.
Getreideernte oder Dreschen wurden gern auf mittelalterlichen Monatsbildern dargestellt.
Im August begann aber nach dem Ende der Brutzeit und Aufzucht auch die Saison der Beizjagd,
und so war der warme und meist trockene Monat beliebt für Gesellschaftsjagden.

August – ein Monatsbild

August, das Korn reift auf den Halmen.
Jetzt ist des Sommers goldne Zeit.
Die leise Ahnung eines Abschieds
schwingt mit, der Herbst ist nicht mehr weit.

Die Bauern, die das Land bestellen,
sie sehn August aus andrer Sicht:
sie sagen Ernting, weil sie bergen,
was reicher Feldertrag verspricht.

Das Alltagstun hängt ab vom Wetter,
doch der August ist recht stabil.
Nur wenig Regen, heiße Tage.
Die Ernte ist das hohe Ziel.

Die Garben stehen auf den Feldern
und Staub liegt in der heißen Luft.
Die schweren Körner dichter Ähren
verströmen deutlich Sommerduft.

Jetzt klingt das Schlagen von den Tennen –
Die Flegel geben Rhythmus vor.
Und Spelzen stacheln in den Kleidern;
Gekicher hinterm Scheunentor.

© immergruen (A.W., 01.08.2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des August in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den August.

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