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Im Mai 2018 setzen wir unsere Serien (Kalenderblatt, Monatsbild und Ballade) fort und bringen ein weiteres Pantun. Als Gaudium bieten wir einen "Strophen-Haufen", aus dem man sich ein anspruchsvolles Geburtstags- oder Jubiläumsgedicht selber zusammenbauen kann ... und sonst? Mal sehn!

Montag, 21. August 2017

Verschwindende Wörter – Einführung

Buch geführt wird schon darüber: bedroht – vergessen – versunken – untergegangen!
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Der DUDEN nimmt gottlob! in seine neue 27. Auflage 5000 weitere Wörter auf, darunter:
Selfie, Tablet, Emoji, Willkommenskultur, Schmähgedicht, Fake News, postfaktisch, Low Carb, Roadtrip, rumeiern, Ramschniveau, Tüddelkram, Datenbrille, facebooken, entfreunden u.v.a.m.
Aber Achtung: statt "Majonäse" ist ab sofort wieder nur noch "Mayonnaise" zulässig!

Verschwindende Wörter  – Einführung

Bitte nicht nur wundern und den Kopf schütteln über den neuesten DUDEN – er hat schließlich nur indirekt sprachpflegerische Aufgaben: er soll vielmehr die Sprache (deine und meine Muttersprache!) in ihrer Bewegung erfassen und widerspiegeln. Und das Wortgut unserer Muttersprache war schon immer in Bewegung –  schließlich ist die Sprache ja erst allmählich zu dem geworden, was sie heute ist.

Aber – SO wird sie eben auch nicht bleiben. Beschleunigt sich dieser Vorgang vielleicht – unter dem Zeitgeist; unter äußeren Einflüssen; durch unsere eigene Unachtsamkeit? Gerät so manches in Vergessenheit oder geht gar unter, das auch künftig durchaus  weiter gebrauchsfähig wäre?

Strömt dafür anderes in die Sprache, das völlig entbehrlich erscheint, das Besseres verdrängt und Ausdrucksmöglichkeiten eher verringert als erweitert, eher unverständlicher macht, als dass es für Klarheit sorgte? Verdrängt nicht jedes dahingeplap­perte "okay" ein "gut", selbst das "bist du okay?" raubt uns ein "geht's dir gut?" Die Volksbildung ist längst alarmiert; dagegen ist die Politik, wie immer, unentschlossen.

Bücher zur Materie aber gibt es bereits genug – die genauen Angaben zu den oben aufgeführten Titeln kann der Interessierte sich leicht mittels einer Internet-(Bilder-)Suche erschließen oder einfach die Titel "googeln".

Gelegentlich aber schwappt eine Kelle an sprachlicher Auf- und Erklärung sogar in die Tageszeitungen und Illustrierten über. So geriet mir wieder ein Ausriss aus der "Sächsischen Zeitung" vom 13.09.2014 in die Hände:
"Wörter, die aus der deutschen Sprache verschwinden".
Elf Beispiele sind dort aufgezählt, die unten in alphabetischer Reihenfolge angegeben sind (dabei "Schaufensterbummel" ersetzt durch Schwerenöter und Nr. 8 hinzugekommen vom blauen Buchtitel):

 01 Backfisch
 02 Hagestolz
 03 Halbstarker
 04 Hechtsuppe
05 Kleinod
06 Ohrenschmaus
07 Patenbrigade
08 Poetenkasten
09 schurigeln
10 Schwerenöter
11 Sendeschluss
12 Sommerfrische

Wir wollen in dieser Serie versuchen, einzelnen Wörtern – nach und nach vielleicht sogar allen – ein Gedicht zu widmen, in dem das betreffende Wort nicht bloß in der Überschrift vorkäme.

Zwei vergiftete Pfeile enthält übrigens die Aufzählung:
• Patenbrigade – um die ist es wirklich schade, aber nur ältere Ossis könnten damit noch etwas anfangen;
• Poetenkasten – lange schon aus der Mode – den nehmen wir uns zum Auftakt in der Folge-1 vor.

Liebe Besucher unserer neuen Serie auf Versbildner – bitte bleiben Sie dran an den "Verschwindenden Wörtern" – vielleicht nehmen Sie sich sogar mal selber eins vor?
Wir bloggen:
Teil-1: "Poetenkasten" am 23. August
Teil-(2+3): "Schwerenöter" und "Ohrenschmaus" am 26. August
Teil-(4+5): "Backfisch" und "Hagestolz" am 29. August
  
© elbwolf (Mai 2017; durchgesehen August '17)

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