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Dienstag, 19. September 2017

Ach lieber guter Wahl-O-Mat! (Parodie)

Titel der Wahl-O-Mat-App *)


Ach lieber guter Wahl-O-Mat! (Parodie)

Da hab' in Reinkultur ich den Salat:
zum ersten Male weiß ich keinen Rat
und bin aus diesem Grund mir nicht zu schad',
zu flüchten mich in diesen Wahl-O-Mat!

Ich fleh dich an, den Wahl-O-Maten,
ach kannst du mich geschickt beraten:
wie finde ich die Kandidaten,
selbst die, die mich noch nie vertraten.

Der Wahl-O-Mat hält sich für unerreicht
und solch Begehren scheint ihm kinderleicht:

Es werden 38 Fragen (Thesen genannt) vorgelegt, die der Wähler einzeln zustimmend, neutral oder ablehnend beantworten und sogar besonders gewichten oder aber auch überspringen kann.
Es sind 32 Parteien angetreten, von denen jede auf der Basis ihres Programms ebenfalls zu allen Fragen Stellung nimmt und in Form von Zustimmung, Enthaltung oder Ablehnung zusammenfasst.
Aus den 32 kann der Wähler bis zu 8 heraussuchen. Der Wahl-O-Mat vergleicht dann die Antworten des Wählers mit denen der herausgesuchten Parteien, rechnet die Übereinstimmung in % aus und listet sie auf. Die Partei mit dem höchsten %-Satz könnte? sollte? müsste? der Wähler eigentlich dann auch wählen – oder?

Nicht länger viel mit Worten rumgeseicht …
doch was herauskam, hat mir schon gereicht!

Was kam denn nun beim Wahl-O-Mat heraus-e?
Er spielt ein wenig mit mir Katz und Maus-e:

Unter den Ergebnissen (die ich nach und nach sogar für alle 32 Parteien ermittelte!) waren diese drei die erstaunlichsten:
1. CDU und SPD würden meine Auffassungen jeweils zu 48,4 % vertreten, was ja keine Mehrheit ist, schon gar keine qualifizierte ! Wählervolk – wenn das nicht wieder nach GroKo riecht!
2. Die Linke würde mich genau so gut vertreten, wie die … na? wie die Veganer!
3. Ein Elchtest ist fehlgeschlagen (was nur am Wahl-O-Mat liegen kann!). Die Gesundheitspartei hat alle 38 Fragen neutral beantwortet, weil sie NUR die Gesundheit interessiert, die kommt aber in den 38 Fragen nicht vor, nur die Krankenversicherung.
Ich habe also einmal alle 38 Fragen auch neutral beantwortet, dann 2 Parteien herausgesucht, darunter die Gesundheitspartei, und erwartete 100 % "Wahlempfehlung" für die Gesundheitspartei!
Denkste – die Antwort lautete:
Leider kann der Wahl-O-Mat auf der Grundlage Ihres Antwortmusters kein individuelles und zuverlässiges Ergebnis berechnen.

Bei diesem Stand erfasste mich ein Graus-e:
wenn's wirklich hoch kommt, bleibe ich …-e.

elbwolf, am Abend der vorletzten ARD-Prognose vor dem 24.9.
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*) Herausgegeben von der "bpb" (Bundeszentrale für politische Bildung) – in Zusammenarbeit mit weit über 50 Medienpartnern (von SPIEGELONLINE bis zu P()INTER.de ). In der Einleitung heißt es: "Der Wahl-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein Informationsangebot über Wahlen und Politik."

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