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Im September 2018 setzen wir unsere Serien (Kalenderblatt, Monatsbild, und auch wieder eine Ballade) fort. Wir bringen einen Nachschlag zu den
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Samstag, 16. September 2017

September – Ein Monatsbild


Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild September (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
Um den 22. September herum fällt die Tag-und-Nacht-Gleiche: dann waren die Felder abgeerntet,
das Getreide gedroschen. Nicht selten wurden im September auch die ersten Erntedankfeiern
abgehalten – das bedeutete jedoch keineswegs das Ende der Feldarbeit.

September – Ein Monatsbild

Im Gregorianischen Kalender
ist neun die sieben, wie man weiß.
Doch der September ist der Neunte
und angefüllt mit Bauernfleiß.

Geerntet wird an jedem Tage.
Das Winterholz steht jetzt bereit,
drum heißt er Holzing, der September,
schafft Vorrat für die kalte Zeit.

Als Engelmond ehrt er Maria.
Ein Kind ward ihr einst prophezeit.
Marienehrung ist auch heute
noch tief im Süden weit verbreit'.

Er nennt sich allerdings auch Scheiding,
der Tag, die Nacht sind wieder gleich.
Man spürt die Dunkelheit schon kommen.
Die Weiden trauern überm Teich.

Die Schwalben sammeln sich zum Ziehen.
Der Süden ist ihr sich'rer Ort.
Auch wenn wir schmerzlich sie vermissen,
sie bleiben nicht für immer fort.

© immergruen (A.W., 09/2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des September in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den September.

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