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Sonntag, 29. Oktober 2017

"Bräuche/Sagen meiner Münsterländischen Heimat" (3) – De Düwelkes van Ranstropp

Düwelkes auf den Konsolen der Pfarrkirche St. Walburga in Ramsdorf
Foto + ©: die Verfasserin; Aufnahme vom 08.10.2017

 "Bräuche/Sagen meiner Münsterländischen Heimat"
(3) – De Düwelkes van Ranstropp

Es trug sich zu in längst vergangnen Zeiten,
als Geisterwesen unter Menschen weilten,
dass  Düwelkes in unserm kleinen Städtchen
erschreckten oftmals nicht nur kleine  Mädchen.
Sie trieben Unfug auf den Grabeshügeln
am Lünsberg; tobten, waren nicht zu zügeln.

Sie trieben Schabernack, und mit Entrüstung
sah lauern man sie auf der Fensterbrüstung.
Die Dorfbewohner waren's leid; ihr Ziel:
zu unterbrechen dieses finstre Spiel.
Beschlossen wurde, diese üblen Wesen
jetzt einzufangen – ohne Federlesen!

Gerichtet wurde über deren Taten –
man nahm die Zeit, sich gründlich zu beraten.
Die Strafe war – hierbei gab's kein Verdrücken:
"Das Kirchgewölbe tragen auf dem Rücken."
Dort hocken sie nun ewig auf Konsolen
und selbst kein Teufel traut sich sie zu holen.

Sie teilen nun mit Heiligenfiguren
den Kirchenraum, den Schlag der Kirchenuhren.
Dem Bösen jedoch nicht ganz abgeschworen,
ziehn Fratzen sie, und das bis zu den Ohren.
Sie ächzen unter ihrer schweren Bürde
und achten nicht des Gotteshauses Würde.

Erlösung nur erfolgt am jüngsten Tage.
Falls sie bereun! So steht es in der Sage …

© lillii (L-R)

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