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Freitag, 13. Oktober 2017

Gesumm oder Gebrummel – was wäre erotischer? (Pantun)

Anders Zorn (1860-1920): Zwei badende Frauen (Detail; Badande kullor i bastun, 1906)
Standort: Stockholm, Nationalmuseum, Nr.1638; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei

Gesumm oder Gebrummel –
was wäre erotischer?
(Pantun / malaiischer Sprechgesang)

Gefragt wird nur, wes Reize seien unerreicht
Die Biene legt sich an mit einer Hummel
Die Schlanke findet eigenes Gesumm nicht seicht
Die Dralle setzt auf lüsternes Gebrummel

Die Biene legt sich an mit einer Hummel
Sie hat mit Raffinesse viele schon erhascht
Die Dralle setzt auf lustvolles Gebrummel
Der Unvorsichtige wird ordentlich vernascht

Sie hat mit Raffinesse viele schon erhascht
Es lässt sich eben mancher gerne fangen
Der Unvorsichtige wird ordentlich vernascht
Gestillt wird beiderseitiges Verlangen

Es lässt sich eben mancher gerne fangen
Ob Hummel oder Biene ist ja oft egal
Gestillt wird beiderseitiges Verlangen
Als lustvoll gilt Gebrummel allemal

Ob Hummel oder Biene ist ja oft egal
Die Schlanke findet eigenes Gesumm nicht seicht
Als lustvoll gilt Gebrummel allemal
Gefragt wird nur, wes Reize seien unerreicht

© elbwolf, 07.10.2017
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Anm.:
Das Pantun-Format ist hier mit 11/12-Silbern nahezu ausgeschöpft. Als Reimschema wird bei 5 Strophen vorgeschrieben: abcd | bedf | egfh | gihj | icja
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Aufklärender Hinweis:
Natürlich sind Biene und Hummel als Synonyme zweier unterschiedlicher Weiblichkeiten zu verstehen, wie sie im Bild vorgeführt werden: Die eine will gerade der anderen die Bratpfanne überziehen, die wiederum versucht, dem Schlag durch Untertauchen im Zuber zu entgehen. Und trotz dieser (vielleicht nur scheinbaren) Kontroverse, die ich hoffentlich richtig aus Zorn's Bild herauslese (?), sind es letztlich doch die Reize, die einen reizen … aber das steht ja schon im Pantun selbst.

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