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Freitag, 10. November 2017

Gewissheit

Egon Schiele (1890-1918): Der Tod und das Mädchen (1915).
Standort: Österreichische Galerie Belvedere, Wien; Inv.-Nr. 3171;
Quelle: wikimedia.commons; Liz.: gemeinfrei.
Reproduktion ist Bestandteil von "The Yorck Project" und von "Google Art Project" *)

 Gewissheit (Sonett)

Der Mensch wird allzeit mit dem Tode ringen –
zum Überleben fehlt der rechte Biss.
Gevatter Tod weicht nicht, dies ist gewiss:
er wird sein Zepter ständig weiter schwingen.

Auch wenn Du denkst, Du kannst das Leben zwingen,
dann stellst Du fest: es hat schon einen Riss.
Der Tod ist nie bereit zum Kompromiss
und wird den Sieg am Ende doch erringen.

Denn treu ist er und ständiger Begleiter,
und niemand lebt für alle Ewigkeit –
genieße drum dein Leben jetzt, sei heiter!

Denn Grübeln schmälert Deine Lebenszeit.
Vom Tod vergessen wurde bisher keiner,
ob hochgestellt er sei oder Gemeiner.

© lillii (L-R, Okt. 2017)

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*) In diesem Gemälde greift Schiele das bereits seit der Renaissance bekannte Motiv vom Tod und Mädchen auf: die Frau umklammert die Gestalt wie einen Geliebten. Der Tod ist nicht als Gerippe dargestellt, sondern in einer Mönchskutte, und verliert dadurch seinen Schrecken. /nach Wikipedia/

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