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Freitag, 17. November 2017

November – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild November (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
Der November diente in weiten Teilen Deutschlands noch der Schweinemast: die Schweine
 wurden in den Wald getrieben, um sich an Eicheln, Bucheckern und Kastanien vollzufressen.
Noch heute erkennt man solche alte "Hutewälder" an ihrem Eichen- und Buchenbestand.

November – ein Monatsbild

November, auch der Nebelmond genannt,
hat längst schon angezogen grau Gewand.
                                                 ./.
Die Schweine hat man in den Wald getrieben
weil sie Kastanien wie auch Eicheln lieben.
Gemästet war das Vieh ein Leckerbissen,
um den sich selbst die Adelsleute rissen.

Der arme Mann verkam zum Fallensteller,
mit leerer Vorratskammer, leerem Keller:
durch Not gezwungen wurde er zum Diebe.
Und hatte Glück, bezog er nur die Hiebe.

Am Martinstag war Zahltag für die Pachten –
die Armen zahlten – und blieben die Verlachten.
Gedanken gehen noch zu unsren Ahnen,
die an das eigne Ende uns gemahnen.
                                                 ./.
So geht das Jahr, schon naht sich der Advent;
am Kranze bald die erste Kerze brennt.

© lillii (L-R., 07.11.2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des November in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den November.

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