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Im Dezember 2018 endet die Serie der Kalenderblätter mit der Buchgrafik unserer Berliner Illustratorin. Wir bringen eine (inhaltlich sehr weibliche) Bild/Vers-Folge über die "Drei Grazien" und - zum Jahresende - etwas Ernsthaftes und ein wenig Klamauk.
Und dann schauen wir mal - auf 2019!

Sonntag, 28. Januar 2018

Der doppelköpfige Janus

Peter Paul Rubens (1577-1640): Tempel des Janus (Studie, 1635)
Standort: Eremitage, St. Petersburg; via wikimedia.commons; gemeinfrei

 Der doppelköpfige Janus

Gott Janus stand beim ersten Monat Pate;
er schickt ihn freundlich in das neue Jahr.
Die zwei Gesichter zieht er stets zu Rate –
ob sie ihm zeigen, was noch kommt, was war?

Lasst uns den Gott des Ursprungs nun befragen,
was dieses neue Jahr wohl Gutes bringt.
Die Antwort wird uns sicher nicht behagen,
weil wiederum der Mensch mit Menschen ringt.

So wird es bleiben wie in all den Jahren,
mit zwei Gesichtern sieht man auch nicht mehr.
Ein Jahr ist lang genug, um zu erfahren:
auch die Vorausschau ist im Leben schwer!

© Luzie R. (2. Fassung, 2018)
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Anmerkung:
In erster Fassung als Monatsgedicht waren diese Janus-Verse
am 5.1.2017 eingestellt; ihren neuen Platz erhielten sie, weil
wir nachträglich den Jahrgang 2017 mit allen 12 Illustrationen
des "Breviarium Grimani" komplettieren wollten.

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