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Im Dezember 2018 endet die Serie der Kalenderblätter mit der Buchgrafik unserer Berliner Illustratorin. Wir bringen eine (inhaltlich sehr weibliche) Bild/Vers-Folge über die "Drei Grazien" und - zum Jahresende - etwas Ernsthaftes und ein wenig Klamauk.
Und dann schauen wir mal - auf 2019!

Sonntag, 1. April 2018

Kalenderblatt 04/2018 (Renate Totzke–Israel a. G.)



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©  Renate Totzke-Israel
(Illustration zu Branstners
Die Ochsenwette, 1982³)
 ©  Wolfgang H. (Verse)

Ein Geizhals begleicht eine Rechnung /japanische Anekdote, Nr.41/
Zwei Händler bieten ihre Waren
als Nachbarn auf dem Markte feil.
Der Kaufmann gibt sich welterfahren,
der Fischkoch bruzzelt alldieweil –
doch zeigen beide im Gebaren,
dass Geiz bestimmt ihr Seelenheil.

Zu Mittag geht der Kaufmann essen,
setzt sich zur Pfanne dicht beim Koch,
isst Brot und schnuppert selbstvergessen
den Duft, der aus dem Fischpott kroch.
Der Koch schreibt Rechnung zu ermessen,
wieviel des Dunstes jener roch.
Und reicht sie dann – auf gut Gelingen –
dem Kaufmann für genoss'nen Duft.
Der lässt ins Kästchen Münzen springen;
schwenkt dieses kraftvoll in der Luft:
"Hörst du die Münzen lieblich klingen",
fragt er den Fischkoch. "Ach du Schuft!

Bloß Duft genoss ich von den Fischen
zu meinem mitgebrachten Brot;
Hör du den Münzenklang, den frischen,
der ist von gleichem Korn und Schrot.
Da liegt kein Unterschied dazwischen:
wie stets ist das Geschäft im Lot!"

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