Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

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Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Samstag, 3. Februar 2018

Vorbei der Januar (Pantun)

Das überaus seltene Naturereignis "Blauer Mond" am 31. Januar 2018
Foto + ©: Shagil Kannur, via wikimedia.commons; Liz.: CC BY-SA 3.0
(Foto mobil hochgeladen vom Urheber via 2.6.6 Android)

 Vorbei der Januar (Pantun)

Das neue Jahr, mir ist's, als war es gestern,
als es um Mitternacht ins Leben trat.
Vergänglich zwar, doch werde ich nicht lästern.
Es war noch jung, jedoch kam schnell in Fahrt.

Als es um Mitternacht ins Leben trat,
am allerersten Tag des neuen Jahres,
es war noch jung, jedoch kam schnell in Fahrt,
nicht aufzuhalten geht das, nicht für Bares.

Am allerersten Tag des neuen Jahres
setzt mancher seine Hoffnung in die Zeit.
Nicht aufzuhalten geht das, nicht für Bares –
was immer hält sie auch für uns bereit.

Setzt mancher seine Hoffnung in die Zeit,
Die Zeit ist träge, manchmal viel zu schnell.
Was immer hält sie auch für uns bereit –
sie mahnt uns, ruft uns ständig zum Appell.

Die Zeit ist träge, manchmal viel zu schnell.
Vergänglich zwar, doch werde ich nicht lästern,
sie mahnt uns, ruft uns ständig zum Appell.
Das neue Jahr, mir ist's, als war es gestern.

© Luzie R. (lillii; 31.01.2018)
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• In der Wikipedia ist die Reimstruktur des Pantun angegeben.
Für dieses hier mit 5 Strophen gilt:
a1b1a2b2 | b1c1b2c2 | c1d1c2d2 | d1e1d2e2 | e1a2e2a1

• In unserem Archiv finden sich bereits 3 Pantune:
-        Bedenke Mensch
-        Die Kunst zu leben
-        Gesumm oder Gebrummel …

Donnerstag, 1. Februar 2018

Kalenderblatt 02/2018 (Renate Totzke–Israel a. G.)



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©  Renate Totzke-Israel
(Illustration zu Branstners
Die Ochsenwette, 1982³)
 ©  Wolfgang H. (Verse)

Ein Gelehrter will einen Esel kaufen /chinesische Anekdote/
Selbst dem Gelehrten wird es eng
in seiner Stube – ab und an,
da rüstet er zu einer Reise.
Wagt vorher sich ins Marktgedräng,
denn weil er nicht gut laufen kann,
ist Reiten angemessne Weise.

Er sucht ein vierbeinig 'Gefährt'
und findet einen Esel hier.
Damit ihn später keiner schelte,
brauchts Schriftliches, das nicht verjährt;
Vertragswerk bringt er zu Papier,
das bis in Ewigkeiten gelte.
Doch dem Verkäufer fehlt Geduld,
weil eine Quittung ihm genügt:
der Käufer nähm das Tier und zahlte!
Der weise Mann fühlt keine Schuld:
als endlich er den Text gefügt,
geht auf der Mond, der hell erstrahlte.

Den Esel hatte längst gekauft
ein justament Entschlossener
vom Mann, der früher ihn gehalten.
Der Weise sich das Haar nun rauft –
steht da als arg Verdrossener:
'gelehrt sein' heißt nicht 'klug gestalten'!

Montag, 1. Januar 2018

Kalenderblatt 01/2018 (Renate Totzke–Israel a. G.)



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©  Renate Totzke-Israel
(Illustration zu Branstners
Die Ochsenwette, 1982³)
 ©  Wolfgang H. (Verse)

Die Ochsenwette /indische Anekdote/
Ein armer Mann kam zum Wesir:
"Dies Huhn, mein Herr, das bring ich dir,
denn ich gewann's in deinem Namen!"
Dem Herrn erschien das nur gerecht –
wozu das Huhn dem armen Specht?
Die Sitten dürfen nicht erlahmen.

Des andern Tags kam unser Mann
zum Herrn, weil er ein Schaf gewann –
"Auch dieses Mal in deinem Namen:
auf den ich voll Vertraun gebaut".
"Was sich der Kerl doch alles traut:
mach weiter so, nicht lange kramen!"
Am dritten Tag erschien der Mann,
auf den der Herr sich gleich besann:
"Um was hast Du denn heut gewettet?"
"Um einen Ochsen ging der Streit,
doch war die Sach' vermaledeit –
dein Name hat mich nicht gerettet!

Nun bitte ich dich um das Geld,
denn ich hab nichts auf dieser Welt,
um deine Schulden zu begleichen!"
Jetzt erst erkannte der Wesir:
Verlust als Folge eigner Gier –
und ließ betroffen sich erweichen.