Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

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Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Freitag, 25. Dezember 2020

Ein Fingerzeig

Gottes Hand und die Hand Adams.
Michelangelo: Die Erschaffung Adams (Detail), Sixtinische Kapelle, Vatikan.
(via Wikimedia Commons; gemeinfrei)


Ein Fingerzeig

Der Mensch, er denkt mit einfachem Verstand,
dass Gott die Welt erschuf mit eigner Hand.
So wie im großen Buche aufgeschrieben;
samt Auftrag, dafür unsern Herrn zu lieben.
Es heißt: "Macht euch die Erde untertan" –
wirft das nicht manch Gemüt schon aus der Bahn?

Nie ein Verzicht, nie anderes Entgelt –
was haben wir verschuldet an der Welt!
Lasst uns zuerst die Ansprüche vermindern:
das schon allein wird Ungerechtes lindern.
Gott weist uns, wo am größten ist die Not;
in seinem Namen helfen – sein Gebot!

lillii (Luzie-R.; Münsterland, 25.12.2020)

Mittwoch, 5. Februar 2020

Wunderwerk Mensch

Michelangelo (1475-1564): Die Erschaffung Adams (1508-12)
Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle, Rom, Vatikan; via Wikimedia Commons;
/ Foto: Jörg Bittner Unna, 16.08.2011; Liz.: CC BY-3.0 /

Wunderwerk Mensch

Wie meisterhaft sind Menschen doch beschaffen;
mit Augen können sie die Welt betrachten;
ihr Atem fließt erfrischend durch die Lungen.
Gewisslich: fühlen können auch die Affen.
Ein leichtes Lachen kann den Frohsinn pachten;
das Riechen, Schmecken ist erst recht gelungen.
In Träumen oft besungen,
wie finstre Mächte ständig uns umnachten.
Des morgens die Dämonen fortgelacht –
das Leben lieben und nicht nur bei Nacht.

Dies alles ist dem Menschen überlassen;
er kann es nutzen, doch er muss es wählen.
Ob es zum Wohl gereicht, vielleicht zum Schaden;
ob er es lieben lernt, vielleicht nur hassen:
das ist am Ende das, das geht zu zählen.
Er hat die Auswahl wie in einem Laden.
Nutzt er nun diese Gnaden?
Gelingt's, den Kern der Frucht herauszuschälen?
Nach sieben Wundern noch das Wunder acht –
Es liegt beim Menschen, was er daraus macht.

© lillii (Luzie - R)
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Anmerkungen:
● Das Gedicht ist als Doppelkanzone angelegt mit gleich reimenden Paarreimern an den Strophenenden.
● "das Wunder acht" meint das ganz individuelle Wunder, das ein Mensch den sieben Weltwundern von sich aus und für sich als achtes hinzufügen darf.