Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Freitag, 7. Juli 2023

Sonnenstrahl

Sonnenaufgang nahe Hausdülmen bei Dülmen, NRW;
Urheber: Dieter Rabich (*1962); Foto vom 25.01.2015, 4925.jpg;
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0.


Sonnenstrahl
Cancone toscana

Ein Sonnenstrahl allein macht keinen Sommer,
allein erhellt er nicht die ganze Welt;
ein Blick von dir – was könnt' ich sonst ersehnen?
Deshalb mein Wusch – und der ist kein so frommer –
er ist, wie man so sagt, ein weites Feld:
dich bräuchte ich, nicht diesen oder jenen!
Sich aneinander lehnen
in einer Art, die schon für immer hält.
Es wird nicht jeden Tag die Sonne scheinen;
gemeinsam werden lachen wir und weinen.

© Luzie Rudde

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Liebe Besucher, den nächsten Beitrag posten wir am 15. Juli!

Dienstag, 21. Februar 2023

Die unzertrennlichen drei

 

Edmund Charles Tarbell (1862-1938): Three Sisters (Study in June Sunlight, 1890);
Milwaukee Art Museum, Wisconsin; via Wikimedia Commons; Public domain.



  A., H. und J. gewidmet!


Die unzertrennlichen drei
/Neuere Kanzone o. Canzone toscana/

Drei Mädchen waren es, von hier, vom Lande,
die eine Freundschaft band schon manches Jahr,
und die selbst Heimliches sich anvertrauten.
Zu schweigen wären sie auch nicht imstande:
Geheimnisvolles nimmt man stets für wahr –
prüft kaum, worauf die Annahmen denn bauten ...
Wozu auch, dass sie schauten –
im Leben kommt ja jede selber klar
und handelt ausgewogen.
Die drei sind eben richtig gut erzogen!

elbwolf (Schlag 0:00 Uhr am 19.02.2023)

Mittwoch, 17. Februar 2021

Maus-Gesänge (Kanzone)

 
Foto: gnuckx, 22.09.2012; Titel nicht spezifiziert.
via Wikimedia Commons; Liz.: CC0 1.0 Verzicht auf Copyright

 

Maus-Gesänge
(canzone toscana; Reimform abc|abc|cbdd)

Vor 50 Jahren zernichtete der ehem. Bundesaußenminister kraft seines Amtes
eines der schönsten deutschen Wörter, das Fräulein.

Ich singe euch vom Lob auf eine Maus!
Auch sind das keine Verse auf die Schnelle
mit Worten, die mir eben eingefallen.
Mein ich die Feldmaus oder die im Haus?
Ihr Maß zu nehmen, nähm ich welche Elle?
Was käm heraus, was würde widerhallen?
Nicht gleich die Fäuste ballen,
weil ich die gute Laune euch vergälle.
Statt dass wir aneinander noch geraten,        
sei hier des Rätsels Lösung gern verraten.

S'ist keine Maus im samtig-grauen Pelz,
die man mit Umsicht nähme in die Hände,
ihr übers seidig-weiche Fell zu streichen.
Doch jeder Mann weiß sicher um den Schmelz
und um den Duft der Haut, wie er sie fände
bei seiner Liebsten als Erkennungszeichen.
Bezweifelt wer dergleichen?
Selbst das Me Too hat seine Schicksalswende!
Nun sei nur eines noch zuletzt verraten:
Zur Rechten muss der Richtige geraten!

© elbwolf (WH, 16.02.2021)

Donnerstag, 26. März 2020

Lebenslust (Kanzone)

Hans Makart (1840-84): Allegorie auf die Lebenslust (1868/69 *)
Standort unbekannt (Auktion?); via Wikimedia Commons; Public Domain.

Lebenslust
– Kanzone –

Wer Lebenslust besitzt, hat viel gewonnen –
sie ist ja nichts als reinste Energie,
dem dauerhaften Optimisten eigen.
Der sieht in Lebensfreude seinen Bronnen,
und nutzt ihn gern als Form von Therapie –
das bringt auch Zank und Hader rings zum Schweigen.
Sein Leben ist ein Reigen,
nicht schon von vornherein mit Garantie,       
da geht es nämlich nicht allein ums Wollen:
man muss dem Dasein auch Tribute zollen.

© lillii (Luzie-R)
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*) Das Original scheint seit einem Jahzehnt unverkäuflich auf Auktionen aufzutauchen. Der Name des Gemäldes wird fast immer falsch geschrieben, bis hin zu Absurditäten wie "Frauen und Obst" – Makart, einst stilbildender Münchener Malerfürst vor Franz von Stuck (1863-1928), dürfte sich im Grabe umdrehen!

Mittwoch, 5. Februar 2020

Wunderwerk Mensch

Michelangelo (1475-1564): Die Erschaffung Adams (1508-12)
Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle, Rom, Vatikan; via Wikimedia Commons;
/ Foto: Jörg Bittner Unna, 16.08.2011; Liz.: CC BY-3.0 /

Wunderwerk Mensch

Wie meisterhaft sind Menschen doch beschaffen;
mit Augen können sie die Welt betrachten;
ihr Atem fließt erfrischend durch die Lungen.
Gewisslich: fühlen können auch die Affen.
Ein leichtes Lachen kann den Frohsinn pachten;
das Riechen, Schmecken ist erst recht gelungen.
In Träumen oft besungen,
wie finstre Mächte ständig uns umnachten.
Des morgens die Dämonen fortgelacht –
das Leben lieben und nicht nur bei Nacht.

Dies alles ist dem Menschen überlassen;
er kann es nutzen, doch er muss es wählen.
Ob es zum Wohl gereicht, vielleicht zum Schaden;
ob er es lieben lernt, vielleicht nur hassen:
das ist am Ende das, das geht zu zählen.
Er hat die Auswahl wie in einem Laden.
Nutzt er nun diese Gnaden?
Gelingt's, den Kern der Frucht herauszuschälen?
Nach sieben Wundern noch das Wunder acht –
Es liegt beim Menschen, was er daraus macht.

© lillii (Luzie - R)
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Anmerkungen:
● Das Gedicht ist als Doppelkanzone angelegt mit gleich reimenden Paarreimern an den Strophenenden.
● "das Wunder acht" meint das ganz individuelle Wunder, das ein Mensch den sieben Weltwundern von sich aus und für sich als achtes hinzufügen darf.

Dienstag, 27. Februar 2018

Die Schlüsselbewahrerin (Doppelkanzone)

Keramik-Medaillon über der Eingangstür einer Villa im Tschechischen
©: Der Verfasser, aufgenommen am 26.06.2017
Das Foto gehört zu meiner Galerie bei der Fotocommunity

Die Schlüsselbewahrerin

Mein Platz, von dem ich mir die Welt betrachte,
ist auf der Vorderseite hier am Haus –
rein gar nichts bringt dabei mich aus der Ruhe.
Erwartet wird, dass jeden ich beachte
und niemals ließe irgendeinen aus,
erst recht, wenn er mir käme mit Getue.
Ihn ärgert's, wenn ich buhe,
dann gibt er Fersengeld, der Sausebraus!
Für solche bleibt mein linkes Auge offen:
die können lange auf den Schlüssel hoffen!

Ergibt sich's andrerseits, dass da ein Mädel
in Jahren wächst heran zu einer Frau,
dann spannt ihr unversehns der junge Busen.
Die dreisten Burschen in dem kleinen Städtel
gehn alle insgeheim auf Brautbeschau:
ein jeder möchte mit der Schönen schmusen.
Wen kann sie nicht verknusen?
Mit welchem wär die Welt so himmelblau?
Nur einer hat das große Los gezogen:
ich blinzle rechts – weil ich dem auch gewogen!

Wolfgang H. (elbwolf, 20.1.2017)
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Wie man sieht, haben die 
Bewohner dieses Hauses 
die Blaue Dame tatsächlich
als ihre  "Schlüsselbewahrerin"
an der Front des Hauses
angebracht, wo sie auf alle 
Kommenden und Gehenden 
ein Auge wachsam offenhält 
und eines wohlmeinend 
geschlossenes hat. 

Samstag, 29. Juli 2017

Bäume schlagen aus & grünen (5) – Die Linde

Notabene: Jeder kennt den volksliedhaften Vers "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus" – und wie machen es die Nadelbäume? Und dann noch aus jenem Musical "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühn" – als ob sie dort die "Grünblüher" hätten! Aus beiden Liederzeilen haben wir ein eigenes Motto gemacht, das logischer erscheint. In einer Endlosfolge lassen wir hier Bäume jeglicher Art und zu jeder Jahreszeit durch den Mund unserer Gedichteschreiber sprechen – auf denn!
Die Schmorsdorfer Linde bei Maxen mit dem winzigen Clara-Schumann-Museum dahinter.
Foto: Rainer Lippert, 13.7.2009; Quelle: wikimedia.commons; Foto vom Autor gemeinfrei gestellt.
Das Deutsche Baumarchiv zählt die 400 – 800-jährige Linde zu den national bedeutsamen Bäumen.

 "Bäume schlagen aus & grünen … "
(5) – Die Linde
(Kanzone)

Von alters her ist sie der Baum der Frauen:

Sie fanden sich um ihres Stammes Rund,

Sie tanzten, spielten, lachten und sie sangen.

Im Sommer ging es bis zum frühen Morgengrauen,      

Sie schauten nicht auf Nacht und nicht auf Stund:

Von ihrem Zauber waren sie gefangen.

Und Liebeslieder klangen.

Es träumte mancher sehnsuchtsvolle Mund.

Das Blatt, ein Herz, wer sollte Zweifel haben

Am Baum und seiner Blüte reichen Gaben.

© immergruen (A.W., 08/2016, durchgesehen 07/2017)

Sonntag, 23. Juli 2017

Herz-Schmerz (2+3) – trotzdem verreimt

 Eine junge Frau besucht einen kranken Mann in der Hoffnung, ihn durch ihre Liebe zu heilen.
Farb-Lithografie (Steindruck) von Jean-Baptiste Adolphe Lafosse (Paris 1810/4?-1879)
nach Paul-Emile Destouches (1794-1874).
Iconographic Collection 563331i, United Kingdom; Liz.: CC BY-SA 4.0 (2014)

 "Herz-Schmerz" (2+3) – trotzdem verreimt …
       (… und einer Lyrik-Sünde entkommen!)

Herz-Schmerz (2) – als Canzone toscana

Wann sagte ich es Dir, du mir Vertraute,
dass ich dich fühle wie mein eigen Herz 
und mich ganz unbegreiflich nach dir sehne? 
Du bist die lange schon von mir Geschaute,
doch statt der Antwort hörte ich den Scherz,
ob aus dem Fenster ich zu weit mich lehne.
Ich lauschte dir, Sirene;
empfand nach deinen Worten feinen Schmerz,
den mit Vernunft und Wollen man nicht zähmt 
und der so nachhaltig den Willen lähmt.


Herz-Schmerz (3) – als Sonett, deutsch

Um dich geht lange schon mein heftig Werben,
jedoch vernehm ich stets nur deinen Scherz – 
mit dem du zufügst mir so manchen Schmerz,
doch nie gelingt, die Hoffnung zu verderben.

So rasch wie sich der Himmel kann verfärben,
kommt auch zur einen noch die andre Terz –
im Dreiklang schlägt es dann für dich, mein Herz,
wie könnte auch das Liebeshoffen sterben?

Wir gehen oftmals zaudernd unsern Weg,
erst recht, wenn wir die Liebe finden wollen –
und Vorurteil gleicht einer Hypothek!

Was wir im Zweifelsfalle machen sollen?
Ganz einfach auf die innre Stimme hören
und auf das Heil der wahren Liebe schwören.

© elbwolf (WH, Juli 2017)
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Nachgehakt:
Im Vorgänger-Beitrag "Herz-Schmerz (1) – zu oft verreimt" war mit Bezug auf das Standardwerk des Sprachpflegers J. V. Stummer ein Argument vorgebracht worden, dass eine Doch-Noch-Herz-Schmerz-Reimung passabel sein könnte. Dazu müssten die fraglichen Reime nur weit genug voneinander entfernt stehen, damit sie kaum als aufeinander (direkt bzw. unmittelbar) Bezug nehmend wahrgenommen würden.
Oben in der Kanzone mit der Reimstruktur "ab1cab2ccb3dd" steht das Reimwort b3=Schmerz erst in der 6. Zeile nach b1=Herz und reimt "wahrnehmbar" nur auf b2=Scherz.
Unten im Sonett mit der Reimstruktur "ab1b2a ab3b4a cdc dee" steht das Reimwort b4=Herz erst in der 4. Zeile nach b2=Schmerz und reimt "wahrnehmbar" nur auf b3=Terz (und erst recht nicht auf b1=Scherz).

Was am Beispiel zu verdeutlichen hier als Aufgabe gestanden hatte …
(Mir persönlich gefällt meine Kanzone aber besser als das Sonett.)

Donnerstag, 6. Juli 2017

Villon / im ehem. Greifenverlag (4) – In verschworener Runde

Diese Folge aus Einleitung und vier Gedichten ist einem ehem. Verlag gewidmet,
dem Greifenverlag zu Rudolstadt und seinen Buchkünstlern,
anhand des historischen Romans "Villon, den ganz Paris gekannt"
von Autorin Johanna Hoffmann; illustriert von der Grafikerin Erika Müller-Pöhl
Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 208
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)

Villon / im ehem. Greifenverlag
(4) – In verschworener Runde
          (Canzone toscana)

Wer käme nicht auf jenen dieser Sprüche,
von Wein und Weib und schmetternden Gesängen,
die in verschworner Runde lautstark dröhnen?
Die heizt sich langsam auf zur Hexenküche,
ein jeder will den andren vorwärts drängen;
und ihre Reize stell'n zur Schau die Schönen.
Des Barden Worte tönen,
begegnen, gut versteckt in seinen Klängen,
dem Aufruf des Scholaren,
zum Schabernack die Kräfte jetzt zu paaren.

Gar schnell verließ man des Gesetzes Boden,
von Willkür war erfüllt das frisch Gewagte,
sie lag dem Tun von nun an stets zu Grunde.
Verarmte Adlige, zwar noch in Loden,
die auch – wie den Scholar – der Hunger plagte:
mit ihnen fand Villon sich jetzt im Bunde.
Sehr bald schlug ihre Stunde:
aus freien Männern wurden sie Verklagte,
und keiner kam zu retten –
die Staatsgewalt warf sie in Eisenketten.

Wolfgang H. (elbwolf, Juni 2016; durchgesehen Juli '17)

*) Disclaimer
Der Blogger dieser insg. 5-teiligen Folge hat große Anstrengungen unternommen, den evtl. Rechteinhaber für die reproduzierten Illustrationen ausfindig zu machen, jedoch ohne Ergebnis. Er gibt hiermit seiner Überzeugung Ausdruck, dass es der Künstlerin lieber sein würde, dieser bescheidenen Ehrung auch ungefragt zuzustimmen, bliebe doch sonst nur die ungenannte Präsenz auf Wühltischen von Trödelmärkten.
Auf begründete Forderung hin würden die Abbildungen natürlich gelöscht.

Dienstag, 4. Juli 2017

Villon / im ehem. Greifenverlag (3) – Das Bürgerweibchen

Diese Folge aus Einleitung und vier Gedichten ist einem ehem. Verlag gewidmet,
dem Greifenverlag zu Rudolstadt und seinen Buchkünstlern,
anhand des historischen Romans "Villon, den ganz Paris gekannt"
von Autorin Johanna Hoffmann; illustriert von der Grafikerin Erika Müller-Pöhl

Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 189
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)

Villon / im ehem. Greifenverlag
(3) – Das Bürgerweibchen
          (Canzone toscana)

Ernüchtert ist Villon: Ein Haus zu bauen,
das jene Frau versieht, die er begehrt,
bleibt Wunschbild. Wie des Körpers Süchte stillen?

Das brächte manche von den Bürgersfrauen,
die sonst sich nach Erfüllung fast verzehrt.
Warum Begierden zähmen, wenn sie schrillen?
Wär eine ihm zu Willen,
er nähm' das Lager, das sie ihm beschert,
verließe es erst wieder,
wenn sie gesungen alle Liebeslieder.

Gisèle war eines jener Bürgerweibchen,
das François ein breites Bette bot,
dann zögerte, sich vor ihm zu entkleiden.
"So ziehe es doch endlich aus, Dein Leibchen!"
Er steht entblößt vor ihr – sie wird ganz rot:
"An meinem Anblick tat kein Mann sich weiden.
Ich will nicht länger neiden,
will's auch einmal erleben, sapperlot!"
Er pellt sie aus – in Ruhe;
sie legt noch alles schön in ihre Truhe …

Wolfgang H. (elbwolf, Juni 2016; durchgesehen Juni '17)

*) Disclaimer
Der Blogger dieser insg. 5-teiligen Folge hat große Anstrengungen unternommen, den evtl. Rechteinhaber für die reproduzierten Illustrationen ausfindig zu machen, jedoch ohne Ergebnis. Er gibt hiermit seiner Überzeugung Ausdruck, dass es der Künstlerin lieber sein würde, dieser bescheidenen Ehrung auch ungefragt zuzustimmen, bliebe doch sonst nur die ungenannte Präsenz auf Wühltischen von Trödelmärkten.
Auf begründete Forderung hin würden die Abbildungen natürlich gelöscht.

Donnerstag, 29. Juni 2017

Villon / im ehem. Greifenverlag (2) – Eroberung der Frau

Diese Folge aus Einleitung und vier Gedichten ist einem ehem. Verlag gewidmet,
dem Greifenverlag zu Rudolstadt und seinen Buchkünstlern,
anhand des historischen Romans "Villon, den ganz Paris gekannt"
von Autorin Johanna Hoffmann; illustriert von der Grafikerin Erika Müller-Pöhl
 
Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 143
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)
 
Villon / im ehem. Greifenverlag
(2) – Eroberung der Frau
          (Canzone toscana)

Villon ist einundzwanzig grad geworden,
besteht an der Sorbonne den Magister –
und wird gar nicht so sehr vom Stolz ergriffen.
Die Lust bedrängt ihn, will schier überborden:
die er gewählt, für sie zieht er's Register.
Im Heiratsantrag – jedes Wort geschliffen!
Doch was die Spatzen pfiffen,
ist eben doch nicht bloß so ein Geknister …
Jetzt soll die stolze Kathrin sich entscheiden:
den Burschen nehmen oder lieber meiden?

Missfällt ihr doch sein Leben ab der Wiege,
Gerüche von der Straße, biedre Kleider;
sie tändelt, wartet drauf, dass er erlahme.
Bald greift die eingefädelte Intrige –
ein Adelsspross hat eben bessre Schneider,
gewinnt bald Herz und Geld der jungen Dame.
Das ist ja das Infame:
es macht Villon zum lebenslangen Neider.
Sein Ziel, die Frau der Träume zu erringen,
das wird er fortan niemals mehr erzwingen.

Wolfgang H. (elbwolf, Juni 2016; durchgesehen Juni '17)

*) Disclaimer
Der Blogger dieser insg. 5-teiligen Folge hat große Anstrengungen unternommen, den evtl. Rechteinhaber für die reproduzierten Illustrationen ausfindig zu machen, jedoch ohne Ergebnis. Er gibt hiermit seiner Überzeugung Ausdruck, dass es der Künstlerin lieber sein würde, dieser bescheidenen Ehrung auch ungefragt zuzustimmen, bliebe doch sonst nur die ungenannte Präsenz auf Wühltischen von Trödelmärkten.
Auf begründete Forderung hin würden die Abbildungen natürlich gelöscht.

Dienstag, 27. Juni 2017

Villon / im ehem. Greifenverlag (1) – Von der Wiege bis zur Bahre

Diese Folge aus Einleitung und vier Gedichten ist einem ehem. Verlag gewidmet,
dem Greifenverlag zu Rudolstadt und seinen Buchkünstlern,
anhand des historischen Romans "Villon, den ganz Paris gekannt"
von Autorin Johanna Hoffmann; illustriert von der Grafikerin Erika Müller-Pöhl
 
Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 39
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)

Villon / im ehem. Greifenverlag
(1) – Von der Wiege bis zur Bahre
          (Canzone toscana)

Das Bübchen, das ihr planschen seht im Zuber,
gebändigt durch der Mutter ganze Kraft,
zeigt unbeugsam schon seinen starken Willen.
Die spätren Verse sind nicht für den Schuber,
sie hat er oft nur schnell zum Bund gerafft –
man liest ihn nicht im Kämmerlein, dem stillen.
Im Mund den Ruf, den schrillen,
geballte Faust, gestampft voll Leidenschaft.
So steht er, armer Eltern Sohn, zur Welt,
die ihm sein Leben lang in Ohren gellt.

Von da bis hin zum Schluss – gar viel Stationen,
die er durchmisst: er lernt mit Wissbegier,
spielt listig argen Schabernack den Reichen.
Wie es Begüterte den Armen lohnen,
klingt mal das Geld, mal droht der Fusilier;
den Häschern kann der Barde nicht entweichen.
Dann setzt er seine Zeichen
und reimt das Fassbare zur Verse Zier!
Was da zusammenkommt, wird nachmals Schatz
und bleibt – wie gnadenlos auch sei die Hatz.

Der Mann, hinabgesunken auf die Erde.
Er hockt dort stumm, gelehnt an eine Wand,
ist barfüßig und in zu kurzer Hose.
Er friert und denkt in seiner Sprache "Merde
was bin ich hungrig in solch reichem Land."
Hebt dann den Kopf, versteinert in der Pose:
Steht eine Herbstzeitlose,
holt ihn zum Mahl mit einem Wink der Hand. –
Paris verstößt ihn. Unbekannt der Flecken,
wo Gräser das Gebein des Barden decken.

Wolfgang H. (elbwolf, Juni 2016; durchgesehen Juni '17)

Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 321
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)
*) Disclaimer
Der Blogger dieser insg. 5-teiligen Folge hat große Anstrengungen unternommen, den evtl. Rechteinhaber für die reproduzierten Illustrationen ausfindig zu machen, jedoch ohne Ergebnis. Er gibt hiermit seiner Überzeugung Ausdruck, dass es der Künstlerin lieber sein würde, dieser bescheidenen Ehrung auch ungefragt zuzustimmen, bliebe doch sonst nur die ungenannte Präsenz auf Wühltischen von Trödelmärkten.
Auf begründete Forderung hin würden die Abbildungen natürlich gelöscht.