Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

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Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Sonntag, 1. Dezember 2019

Kalenderblatt 12/2019 (Dietmar Kunze als Gast)




Dezember / Am Anfang der Bennostraße

Das Haus Bennostraße 7, auch Haus Leonhardt, 1843 erbaut mit spätklassizistischer Gestaltung (Denkmaltopografie Stadt Radebeul) bildet zusammen mit einem Nebengebäude an der Hoflößnitzstraße sowie mit einer geschwungenen Mauer und einem schmiedeeisernen Tor (um 1904) eine städtebaulich reizvolle Anlage.
Ein Park mit altem Baumbestand lässt auf eine Zeit schließen, in der große Grundstücke unparzelliert und unbebaut, den Reiz der Gartenstadt Radebeul ausmachten.
Zusammen mit den Häusern Friedland (Bennostraße 11) und Bennostraße 15 kann man, wie auch auf der Weinbergstraße, einen Eindruck von der ursprünglichen Bebauung der Oberlößnitz gewinnen.
Die alten Straßenzüge verliefen bekanntlich parallel des Hangfußes.
Reizvolles Motiv zum Zeichnen ist eben die Auflösung der Grundstückseinfriedung mit dieser Torsituation, dem barockisierenden Gitter, flankiert von den beiden kugelbekrönten Säulen.
Ob die Grundstückseinfahrt bei dem heute z.T. lebhaften Verkehr genehmigungstechnisch möglich wäre, sei dahingestellt.
Außerdem: das viele Laub im Herbst und die Streupflicht der Gehwege bei Eis und Schnee stellen ordnungsamtstechnisch für die Anlieger sicherlich eine besondere Herausforderung dar.

Architekt Dr. Dietmar Kunze, Radebeul

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Das Team von "versbildner.blogspot.com" bedankt sich beim Künstler und Autor für Original­zeichnung und begleitenden Text sowie bei der Redaktion der Radebeuler Monatshefte "Vorschau & Rückblick" für die Vermittlung dieser Zusammenarbeit. Das hinzugenommene Farbfoto zeigt nicht nur die bloße – manchmal sogar wenig romantische – Realität, sondern vermittelt eine Vorstellung von Auffassung und Abstraktionsvermögen des Künstlers, das Typische und Wesentliche seines Motivs wiederzugeben.
Foto (Detail): Jbergner at de.wikipedia, 2012; Radebeul, Haus Leonhardt mit Eingangspforte an der Ecke zur Hoflößnitzstraße (links); via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 3.0
Das beigefügte Gedicht ist ein trochäisch/jambisch gemischt angelegtes, vierfüßiges, ungereimt gebliebenes Akrostichon.

Unser Blog stellt Besuchern das aktuelle Kalenderblatt ab jedem Monatsersten zur Verfügung. Interessierte können es sich nach Umkopieren auf zwei A4-Seiten Word (die Seitenränder sind dabei an allen Seiten auf 2 cm einzustellen) im Duplexdruck auf ein A4-Blatt herausdrucken.
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Kalenderblatt 12/2019 auf "Versbildner" mit Dietmar Kunze als Gast

Freitag, 1. November 2019

Kalenderblatt 11/2019 (Dietmar Kunze als Gast)



November / Im Weinberg, mit Lusthaus

Ist die Lesezeit vorüber und das Laub abgefallen, zeigt sich die Tektonik der Treppen und Terrassen wieder auf das Schönste.
Jetzt ist wieder Zeit, diverse Sehenswürdigkeiten im Berg zeichnerisch zu erkunden.
Steigende und fallende Perspektiven sind oftmals verwirrend beieinander - das braucht es Ruhe und eine sichere Hand.
Karl Kröner schrieb es einst und besser kann man es wohl nicht schildern:
Der Frühling, als die Hoch-Zeit der Lößnitz allgemein bewundert, da er sie mit Blühendem verschwenderisch bekränzt, verhüllt noch nicht die Formspannung ihrer Struktur wie die dichte Vegetation des Sommers. Im Herbst öffnen sich wieder Durchblicke in lichter werdendes Laub, doch erst der Winter enthüllt die Harmonie ihres Baues und klärt mit grafischer Bestimmtheit über seine Proportionen, die natürlichen wie die künstlich gewordenen, auf. Der Zauber der Lößnitzlandschaft vermag in der Verschmelzung von Traum und Wirklichkeit über viele Erlebnisstufen von immer sich erneuernder Wirkung tragen.

Karl Köner: Die Lößnitz, Gestalt und Wirkung einer Landschaft
in: Jahrbuch zur Pflege der Künste, 2. Folge W. Jess Verlag Dresden 1954

Architekt Dr. Dietmar Kunze, Radebeul
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Foto (Detail): Jbergner at de.wikipedia, 2009; Radebeul, Weinberg-Pavillons an der südwestlichen Grundstücksecke der Meyerburg, Blick die Straße Altfriedstein hinunter;
via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 3.0 de. Ein lizenzfreies Foto mit Entsprechung zur Architektenzeichnung ist derzeit nicht verfügbar.
Das beigefügte Gedicht "Häuschen-klein im Weinberg" nennt die beiden unterschiedlich komfortablen Ruheplätze des Winzers und seines Gefolges. Die Verse beginnen fast in Art einer Terzine, nehmen deren Klammer-Reimung aber nicht auf, sondern reimen in zwei Strophengruppen jeweils auf den 3. Vers, also: abc abc def def.

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Kalenderblatt 11/2019 auf "Versbildner" mit Dietmar Kunze als Gast

Dienstag, 1. Oktober 2019

Kalenderblatt 10/2019 (Dietmar Kunze als Gast)




Oktober / Grundmühle in Radebeul

Immer wieder gern besucht wird von mir das bauliche Ensemble der Grundmühle. Die mehr oder minder zufällige Anordnung unterschiedlichster Baukörper, die wechselnden Strukturen der Dacheindeckungen, die verschiedenen Außenwandflächen und die dazwischen stehenden Bäume geben dem Anwesen ein grafisch-malerisches Bild.
Besonders erscheint der Giebel des Hauptgebäudes aus Richtung Lößnitzgrund mit dem gekurvten Mansarddach und der freistehenden Ecksäule. Der schattige Hofbereich lädt in den heißen Sommermonaten zum Bier ein.
Apropos Bier: unzählige Generationen von Schülern der damals Erweiterten Oberschule, heute Louisenstift, haben die große Pause genutzt, um eben dieses, quasi als Mittagessen, zu sich zu nehmen.
Wie der Unterricht danach ausfiel, entzieht sich meiner Kenntnis.

Architekt Dr. Dietmar Kunze, Radebeul
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Foto (Detail): Jbergner at de.wikipedia, 2013: Grundmühle Wahnsdorf, Lößnitzgrundstraße;   via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 4.0
Das beigefügte Gedicht "Grund-Versuchung" ist aus den meist stiefmütterlich behandelten (vollständigen und unvollständigen) Amphibrachen "u-u" gesetzt, dessen beide Strophen wegen Platzmangels nur an den Einrückungen erkennbar sind.

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Kalenderblatt 10/2019 auf "Versbildner" mit Dietmar Kunze als Gast

Sonntag, 1. September 2019

Kalenderblatt 09/2019 (Dietmar Kunze als Gast)




September / Weinbergstraße in Radebeul

Schade, möchte man sagen, der bröckelnde Charme dieser Häusergruppe ist der Sanierung zum Opfer gefallen.
Aber im Ernst, Gott sei Dank hat sich jemand dieses Ensembles angenommen, welches so markant auf halbem Hang positioniert ist und von vielen Stellen aus der Stadt zu sehen ist.
Der linke Teil dürfte, dem Ursprung nach, eines der ältesten Gebäude am Ort sein. Eine spätere "Modernisierung" verlieh dem Komplex für damals ein zeitgemäßes Aussehen, jedoch blieben Maß und Proportion unverletzt.
Die Septemberskizze zeigt die Häuser Nr. 48 und 48a noch im bekannten Äußeren: der hölzerne Anbau an der Westseite, errichtet um 1882, ist noch vorhanden.
Ich erinnere mich gern an diverse Silvesterfeiern bei M. Heuser - für Feuerwerkskörper mussten wir kein Geld ausgeben, das damalige Steigenberger-Parkhotel sparte nicht damit. Außerdem war der Blick frei über Dresden und das Gedränge am Spitzhaus entfiel damit für uns Feiernde.

Architekt Dr. Dietmar Kunze, Radebeul
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Foto (Detail): Jbergner at de.wikipedia, 2011: Radebeul, Wohnanlage Weinbergstraße 48, 48a, Winzerhaus (li.), Herrenhaus (re.); via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 3.0
Das beigefügte Gedicht "Straße des Weins" ist eine (10zeilige) toskanische Kanzone aus jambischen Fünffüßlern (bis auf Vers 7) mit dem Reimschema abcabccbdd.

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Kalenderblatt 09/2019 auf "Versbildner" mit Dietmar Kunze als Gast

Donnerstag, 1. August 2019

Kalenderblatt 08/2019 (Dietmar Kunze als Gast)



August / Wackerbarths Ruh'; Belvedere – Pavillon mit Uhr

Wie geschickt haben es unsere Vorfahren doch verstanden, ihren Bauwillen und Baugedanken behutsam und (ein bisschen) zurückhaltend in die umgebende Landschaft, die irgendwie natürlich auch von Menschenhand geschaffen wurde, einzubetten. Dieses Gewusel von Mauern, Wegen, Treppen, Weinspalieren in den unterschiedlichsten Richtungen und den kräftigen Dominanten Belvedere und Jakobstein ist Anreiz zum Zeichnen. Wieviele Skizzen habe ich den Jahren versucht und dann doch in den Papierkorb geworfen.

Architekt Dr. Dietmar Kunze, Radebeul
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Foto (Detail): X-Weinzar, 11.05.2008: Gartenanlage vor Belvedere, bestuhlt für eine Veranstaltung des Erlebnisweinguts; via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 2.5
Das beigefügte Gedicht "Beim Grafen Wackerbarth" hat zwei Strophen aus jambischen Fünffüßlern mit dem Reimschema ababcc (die b-Verse übervollständig).

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Kalenderblatt 08/2019 auf "Versbildner" mit Dietmar Kunze als Gast

Montag, 1. Juli 2019

Kalenderblatt 07/2019 (Dietmar Kunze als Gast)





Juli / An der Weinbergstraße, von oben

Die im Juniblatt erwähnte Straße /d. i. Hohlweg zum Strakengrund/ ermöglicht einen Blick auf das Anwesen Weinbergstraße 48 von oben - was für ein Glück für den Zeichner.
Rechts, auf halber Höhe das "Haus in der Sonne", mit stark wechselnder Geschichte, nach Süden ist der Blick frei über die Oberlößnitz mit Lutherkirche bis hinüber, überelb'sch, auf die Höhen des Elbtales. Die Hausgruppe Weinbergstraße 48 und 48a ist bzw. wird mittlerweile saniert und wohl einer etwas gehobenen Wohnnutzung zugeführt.
Der Reiz des Standortes ist die Tiefenstaffelung bis hinüber auf die andere Elbseite.
Der Turm der Lutherkirche bildet dabei eine für den Zeichner willkommene vertikale Zäsur für die Skizze.
Fazit: Die neu angelegte Straße ist doch ein Highlight für die Betrachtung unserer Stadt von oben.

Architekt Dr. Dietmar Kunze, Radebeul
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ähnliches Foto: https://mapio.net/s/57413887/  (Autor: Ehrenfried ?)
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Foto (Detail): Jbergner, 14.08.2015: Radebeul, Weingut Hofmannsberg; Winzerhaus, vom Hohlweg aus gesehen; via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 3.0 de
Das beigefügte Gedicht "Blick von oben übers Haus zu Tale … " hat zwei Strophen aus jambischen Fünffüßlern (meist übervollständig) und dem Reimschema ababcc.

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Kalenderblatt 07/2019 auf "Versbildner" mit Dietmar Kunze als Gast

Samstag, 1. Juni 2019

Kalenderblatt 06/2019 (Dietmar Kunze als Gast)



Juni / Hohlweg, oberhalb des Strakengrundes

Das Motiv gibt in Andeutungen, der Bildausschnitt des Titelblattes ist begrenzt, einen Teil des Spazierweges zwischen Strakengrund und dem "Haus in der Sonne" wider. Der Weg ist, von oben kommend, anmutig geschwungen, links fällt der Blick über einen terrassierten Hang hinunter zum ehemaligen Bilz'schen Sanatorium und über die Stadt Dresden. Rechts entdeckt man ehemalige Weinterrassen, welche seit der Reblauskatastrophe nicht wieder aufgerebt wurden - entsprechende Hinweistafeln belehren uns darüber, wie die Natur sich das Ihre zurückerobert. Geheimnisvoll knickt der Weg in Folge nach rechts unten ab und führt dann, wenn auch etwas steil, hinab zur Weinbergstraße (Hohlweg). Die dargestellte Baugruppe folgt in ihrer Geschossigkeit dem stark abfallenden Hang. Die Frage hat mich in der Vergangenheit immer bewegt: wie haben früher die Anwohner ihre Kohlen bekommen? und: Wo hat das Kohlenauto gewendet, denn unten ging's nicht weiter - bis zu dem Zeitpunkt, als ein Heilsbringer eine Straße hat bauen lassen. Also: heute ist das Problem geklärt, keine Frage mehr, zumindest für das Kohlenauto, falls noch jemand mit Kohlen heizt
Architekt Dr. Dietmar Kunze, Radebeul
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Foto (Detail): Jbergner, 17.09.2014: Radebeul-Wahnsdorf, Hohlweg, Teilstück in Wahnsdorf, Blick nach Osten zum Straken; via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 3.0 de
Das beigefügte Gedicht "Durch diese hohle Gasse …" hat zwei Strophen aus vollständigen jambischen Fünffüßlern mit Schweifreimung.

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Kalenderblatt 06/2019 auf "Versbildner" mit Dietmar Kunze als Gast

Mittwoch, 1. Mai 2019

Kalenderblatt 05/2019 (Dietmar Kunze als Gast)




Mai / Am Eingang zum Lößnitzgrund

Wie bereits im März ist die Umrundung des Geländes rings um den Grundhof ein regelmäßiges "Muss" für das Skizzieren. Jedes Mal bin ich beeindruckt, mit welchem Feingefühl und Sinn für Proportion und Maß die Architekten Rometsch und Suppes (1906 / 1924) die Baulichkeiten des Grundhofes abrundeten. Hier passierte kein Auftrumpfen, kein Protz, hier waltete Disziplin und ein Einfühlen in die überkommene Bausubstanz, heute würde man es "behutsames Weiterbauen" nennen. Städtebaulich gekonnt ist die Platzierung des Hauses Paradiesstraße 56 im Übergang zum Abfallen der Straße in den Lößnitzgrund. Im Hintergrund vermittelt das Gebäude Paradiesstraße 58 mit seinem wohlgeratenen Dachreiter den Übergang zum Park und dem Giebel des Hauptgebäudes "Grundhof" (siehe Titelblatt März). Leider sind im Laufe der letzten Jahre Garagenbauten, wenn auch mit steilem Dach, hinzugekommen, die diese Gebäudestellungen im unmittelbaren Sichtbereich gelegen, eigentlich deutlich stören. Aber, der Skizzierende kann diesen Makel wettmachen, indem er diese Baukörper zurückhaltend betrachtet, eine analoge Fotografie kann das nicht leisten.

Architekt Dr. Dietmar Kunze, Radebeul
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Foto (Detail): Ibergner, 2008; via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 3.0. (Die Datei wird im Wikipedia-Artikel Grundhof_(Radebeul)#Haus_im_Eck_(Paradiesstraße_56) verwendet).

Das beigefügte Gedicht "Ins Heute gebaut – dieses Haus" ist in Amphibrachen geschrieben, den einfachsten unter den dreisilbigen Versfüßen; in den Quartetten sind jeweils nur die beiden Verse mit den unvollständigen Versfüßen (Nr. 2 und 4) gereimt.

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Montag, 1. April 2019

Kalenderblatt 04/2019 (Dietmar Kunze als Gast)



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April / Meinhold'sches Turmhaus

Es muss ein heiterer Anblick gewesen sein auf der Hoflößnitzstraße, Ecke Weinbergstraße 10, auf das Meinhold'sche Turmhaus zuzulaufen. Im Hintergrund schwingt sich die Weinbergslage, rechts neben dem "Goldenen Wagen" zur ursprünglichen Höhendominante, empor zum Spitzhaus.
Doch dann, um 1907, geschah es, städtisch-nationales Selbstbewusstsein errichtet den Bismarckturm, zwischenzeitlich zum "Turm der Jugend" mutiert. Man muss diese neu geschaffene Dominante mögen.
Jetzt thront er über der elegant geschweiften Turmhaube und ist nicht mehr wegzudenken aus der Stadtsilhouette.
Aber die Entscheidungssituation, geht der Weg nach rechts, die Weinbergstraße hinauf oder führt der Weg nach links zur Hoflößnitz, ist dann, je nach Tageslaune immer spannend oder: man überlegt bei einem Glas Wein, gekeltert von der Aust-Dynastie, ob das Skizzenbuch heute einfach steckenbleibt.

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Foto (Detail): "self", 29.09.2007; via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 3.0
(die Foto-Datei wird im Wikipedia-Artikel Radebeul-Oberlössnitz verwendet).

Das beigefügte Gedicht "Wahl zwischen Weinberg und Kelterei" hat zwei Strophen zu sieben jambischen Fünffüßlern (4 vollständigen, 3 übervollständigen), die "Blankverse" darstellen, weil sie ungereimt sind.

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Freitag, 1. März 2019

Kalenderblatt 03/2019 (Dietmar Kunze als Gast)






März / Grundhof

Der dargestellte Blick zum Südgiebel des Hauptgebäudes "Grundhof" eröffnet sich aus einem kurzen Seitenweg parallel zum stark abfallenden Hang hinab zum Lößnitzgrund.
Das stattliche Hauptgebäude (ursprünglich um 1650 errichtet, in Folge diverse Umbauten) wird ergänzt durch eine Reihe von Solitären (Brunnenhäuschen), einem Nebengebäude und einem Gartensaal (leider ohne originalem Dach). Besonders reizvoll erscheint der am südlichen Giebel des Hauptgebäudes befindliche Anbau mit dorischen Säulen (um 1800). Der Gartensaal auf dem Grundstück diente Karl Kröner als Wohnstätte und Atelier. Heute ist dieser bewohnt von Christiane und Gunther Herrmann.
Der malerische Reiz liegt für mich in der dargestellten "Hinterhofsituation", an der Stellung des Hauses unmittelbar am Steilhang, quasi gehalten von der Grundstückseinfriedung damit es nicht abrutschen kann.
Das Grundstück befindet sich in Privatbesitz. Die Straße ist nicht durchführend.

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Foto (Detail): Jbergner, 2013; via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 3.0
Das beigefügte Gedicht "Vor und hinter der Fensterfront" hat zwei Strophen aus jambischen Vierfüßlern, die (im Gegensatz zur Schweifreimung) hier unübliche "Kopfreimung" besitzen.

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Freitag, 1. Februar 2019

Kalenderblatt 02/2019 (Dietmar Kunze als Gast)




Februar / Blick zum Bismarckturm

Der Blick schweift vom Eggersweg hinauf zum Bismarckturm. Bismarck scheint ja in Radebeul in Mode gekommen zu sein, dass man "ihn" sogar besteigen möchte - zumindest sammelt man Geld  für ihn resp. für das Bauwerk, welches nach ihm benannt wurde. Jedenfalls ist der Turm als Baumasse interessant.
Baugeschichtlich ist der Turm für mich nicht ganz so prickelnd - Wilhelm Kreis hat in späteren Jahren wesentlich Interessanteres gemacht, ich erinnere an das Hygienemuseum. Aber die damaligen Zeiten brauchten offensichtlich das Monumentale, das ja in den folgenden Jahrzehnten, ob polit-links oder polit-rechts auch sehr gepflegt wurde. Für mich ein Positives, Kreis hat zumindest das gleiche Material gewählt und verbauen lassen, wie das Baumaterial, welches den Turm in Form der Stützwände der Weinterrassen umgibt.
Literaturhinweis zum Thema: "Bismarcktürme" Moriselverlag München, 2014.

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Foto (Detail): X-Weinzar (Pseudonym), 2010; via wikimedia.commons, Liz.: CC BY-SA 3.0
Das beigefügte Gedicht "Durch den Weinberg zum Turm" ist nach Aufbau und in der Reimung ein alt-italienisches Sonett.

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Dienstag, 1. Januar 2019

Kalenderblatt 01/2019 (Dietmar Kunze als Gast)





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   Im Weinberg                                                                        © Dietmar Kunze, Radebeul



Von fern gesehen sind es kahle Hänge,            
durchzogen nur von sonderbaren Reihen,         
doch Rebengrün deckt bald dort das Gestänge.

Der Rebstock wird – wie immer – gut gedeihen 
bloß darf man eben nicht an Aufwand sparen,   
Natur nicht mangelnden Respektes zeihen.       

Die Steige scheinen steiler mit den Jahren …    
der Winzer aber hegt ererbte Plätze,                  
denn eines hat er lange schon erfahren:             

Er weiß um seines Weinbergs wahren Schätze!

   Weinberg-Befahrung, Radebeul        via Wikimedia
© W. Herrmann    

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Januar / Im Weinberg

Es ist für mich jedes Mal ein Erlebnis, besonders im Winter wenn Schnee liegt, unsere Wein­berge zu durchstreifen. Dabei ist faszinierend, wie diese künstlich geschaffene Terrassenland­schaft unter Bezug auf Höhenlinien den Hang horizontal gliedert. Das Interessante dabei sind die vertikal angelegten steilen Treppen, die funktionell die Nutzbarkeit der einzelnen Wein­felder ermöglichen. Damit ergeben sich Schneisen mit steil aufragenden Natursteinmauern zur Linken und zur Rechten. Besonders reizvoll sind die Entdeckungen von so genannten "sekun­där" versetzten, behauenen Sandsteinen, d. h. Steine, die ehemals eine andere Funktion hatten, aber zum Wegwerfen zu schade waren. Auch damals wurde gespart.

Die grafische Gliederung wird oft unterstützt durch Unterstände bzw. Aussparungen in den Stützwänden, die dem Winzer bei Schlechtwetter Schutz vor Regen und starken Winden boten. Ein Schluck vom Selbstgemachten mag ihm dabei durchaus die Zeit vertrieben haben. Trotzdem ist der Aufstieg schweißtreibend und manchmal auch "atemberaubend", wie auch der Ausblick auf unsere Stadt.

Architekt Dr. Dietmar Kunze, Radebeul
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Das beigefügte Gedicht "Der Weinberg" ist eine dreistrophige Terzine.

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