Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

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Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Dienstag, 12. Dezember 2017

Dezember – Ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild Dezember (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
Auch im Dezember wurde gearbeitet: Baustellen wurden winterfest gemacht, frisch gefällte Bäume zu Balken gehauen;
Vieh wurde geschlachtet, um es nicht durchfüttern zu müssen.
Schlachten und Saujagd sind die beliebtesten Motive mittelalterlicher Dezember-Kalenderblätter

Dezember – Ein Monatsbild

Was fällt euch auf, wenn ihr das Bild betrachtet?
Die Bäume – kahl, doch keine Spur von Schnee!
Die Jagd war hier Besitztum, nicht gepachtet,
und weiße Weihnacht – eine Schnapsidee!

Doch gab es keinen ganzen Mond nur Feste,
die Arbeit drängte sich noch bis zum Rand,
man schlug das Holz und sammelte Geäste
und merzte Fresser aus im Viehbestand.

Mit Bergen Schlachtefleisch ging es ans Braten
und weiter an die Würstemacherei;
war alles in den Töpfen gut geraten,
war schon das Fest heran – drauf ein juchhei!

Dann sehr viel später gab es auch das Backen
und gar nicht lange erst den Tannenbaum.
Seit welcher Zeit zum Fest wir Nüsse knacken –
ich fand die Antwort nicht einmal im Traum.

Ja, bald beginnen nun die Weihnachtstage,
ab Heiligabend ist es Freudenzeit:
sie endet eines ganzen Jahres Plage
und macht uns für ein neues Jahr bereit.

© elbwolf (WH, 12/2017)

Mit wursten und mit praten
will ich mein haws peraten.
Also hat das iar ain endt.
Got uns sein genad sendt!

/Wiener Kalenderblatt, 1475; im Bestand
der Österreichischen Nationalbibliothek/
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○ Link auf eine populäre Darstellung des Dezember in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den Dezember.

Freitag, 17. November 2017

November – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild November (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
Der November diente in weiten Teilen Deutschlands noch der Schweinemast: die Schweine
 wurden in den Wald getrieben, um sich an Eicheln, Bucheckern und Kastanien vollzufressen.
Noch heute erkennt man solche alte "Hutewälder" an ihrem Eichen- und Buchenbestand.

November – ein Monatsbild

November, auch der Nebelmond genannt,
hat längst schon angezogen grau Gewand.
                                                 ./.
Die Schweine hat man in den Wald getrieben
weil sie Kastanien wie auch Eicheln lieben.
Gemästet war das Vieh ein Leckerbissen,
um den sich selbst die Adelsleute rissen.

Der arme Mann verkam zum Fallensteller,
mit leerer Vorratskammer, leerem Keller:
durch Not gezwungen wurde er zum Diebe.
Und hatte Glück, bezog er nur die Hiebe.

Am Martinstag war Zahltag für die Pachten –
die Armen zahlten – und blieben die Verlachten.
Gedanken gehen noch zu unsren Ahnen,
die an das eigne Ende uns gemahnen.
                                                 ./.
So geht das Jahr, schon naht sich der Advent;
am Kranze bald die erste Kerze brennt.

© lillii (L-R., 07.11.2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des November in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den November.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Oktober – Ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild Oktober (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
Drei Beschäftigungen in der Landwirtschaft zeigt das Monatsbild:
das Eggen der Felder, das Ausbringen des Wintergetreides und das Schützen der Saat
durch Vertreibung der Saatkrähen.

Oktober – Ein Monatsbild

Das Arbeitsvolk ist immer auf dem Sprunge,
es hat stets alle Hände voll zu tun;
Die hohe Herrschaft beißt sich auf die Zunge
und lässt die meisten Tätigkeiten ruhn.

Nicht ganz – denn auf ein angestammt' Vergnügen,
die Jagd aufs Wild, da gibt es kein Verzicht;
ja selbst der kleine Mann will sich nicht fügen,
und kommt – wird er erwischt – vor ein Gericht.

Der Monat gilt im Mittelalter heilig …
Wer auf den holden Ehestand bedacht,
der hat's von einem Tag zum andern eilig:
voll Umsicht wird die Hochzeit abgemacht.

Am Baum beginnt das Laub sich einzufärben
Oktober schmückt sich selbst in dieser Art:
als "Goldner Mond" will er sich Gunst erwerben –
und ist vorbei, eh' man es nur gewahrt.

© elbwolf (WH, 10/2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des Oktober in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den Oktober.

Samstag, 16. September 2017

September – Ein Monatsbild


Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild September (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
Um den 22. September herum fällt die Tag-und-Nacht-Gleiche: dann waren die Felder abgeerntet,
das Getreide gedroschen. Nicht selten wurden im September auch die ersten Erntedankfeiern
abgehalten – das bedeutete jedoch keineswegs das Ende der Feldarbeit.

September – Ein Monatsbild

Im Gregorianischen Kalender
ist neun die sieben, wie man weiß.
Doch der September ist der Neunte
und angefüllt mit Bauernfleiß.

Geerntet wird an jedem Tage.
Das Winterholz steht jetzt bereit,
drum heißt er Holzing, der September,
schafft Vorrat für die kalte Zeit.

Als Engelmond ehrt er Maria.
Ein Kind ward ihr einst prophezeit.
Marienehrung ist auch heute
noch tief im Süden weit verbreit'.

Er nennt sich allerdings auch Scheiding,
der Tag, die Nacht sind wieder gleich.
Man spürt die Dunkelheit schon kommen.
Die Weiden trauern überm Teich.

Die Schwalben sammeln sich zum Ziehen.
Der Süden ist ihr sich'rer Ort.
Auch wenn wir schmerzlich sie vermissen,
sie bleiben nicht für immer fort.

© immergruen (A.W., 09/2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des September in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den September.

Freitag, 18. August 2017

August – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild August (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
./.
Getreideernte oder Dreschen wurden gern auf mittelalterlichen Monatsbildern dargestellt.
Im August begann aber nach dem Ende der Brutzeit und Aufzucht auch die Saison der Beizjagd,
und so war der warme und meist trockene Monat beliebt für Gesellschaftsjagden.

August – ein Monatsbild

August, das Korn reift auf den Halmen.
Jetzt ist des Sommers goldne Zeit.
Die leise Ahnung eines Abschieds
schwingt mit, der Herbst ist nicht mehr weit.

Die Bauern, die das Land bestellen,
sie sehn August aus andrer Sicht:
sie sagen Ernting, weil sie bergen,
was reicher Feldertrag verspricht.

Das Alltagstun hängt ab vom Wetter,
doch der August ist recht stabil.
Nur wenig Regen, heiße Tage.
Die Ernte ist das hohe Ziel.

Die Garben stehen auf den Feldern
und Staub liegt in der heißen Luft.
Die schweren Körner dichter Ähren
verströmen deutlich Sommerduft.

Jetzt klingt das Schlagen von den Tennen –
Die Flegel geben Rhythmus vor.
Und Spelzen stacheln in den Kleidern;
Gekicher hinterm Scheunentor.

© immergruen (A.W., 01.08.2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des August in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den August.

Samstag, 15. Juli 2017

Juli – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild Juli (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
In der Landwirtschaft war der Juli der arbeitsreichste Monat: Heumahd, Höhepunkt der Schafschur,
Ernte des Wintergetreides unter Mithilfe der gesamten Dorfgemeinschaft – und die Kehrseite dazu:
die Abgabe des Getreidezehnten an den Grundherrn am Tag der hl. Margarete, dem 13. Juli.

Juli – ein Monatsbild

Ab Juli gibt uns die Natur zurück,
was wir zuvor an Mühen aufgewendet –
doch sieht es auch nicht nach Geschenken aus,
was sie uns da voll Großmut scheinbar spendet.

Die Schafe haben Wolle angesetzt:
die werden in der Schur sie nun verlieren.
Dann dreht die Spindel wieder sich ein Jahr;
aus Garn wird Stoff – und niemand wird erfrieren.

Getreide mäht gemeinschaftlich das Dorf
und überlässt nur Weniges den Nagern;
der Hunger plagt zu oft das Arbeitsvolk –
da muss man sorgfältig das Saatgut lagern.

Zudem gehörte vom Ertrag der Zehnt
dem Grundbesitzer mit den saubren Händen.
Das ist dem Staat auch heute ja nicht fremd:
nur lässt er's bei dem Zehnten nicht bewenden.
./.
Den Namen trägt der Monat schon seit Rom,
erinnert an den Staatsmann und Cäsaren
und scheint im Lauf der Zeit nicht abgenutzt –
was lässt sich sonst Jahrhunderte bewahren?

© elbwolf (WH, 10.07.2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des Juli in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den Juli.

Sonntag, 4. Juni 2017

Juni – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild Juni (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
In der Dreifelderwirtschaft des Mittelalters wurde im Juni das Drittel Brache umgepflügt.
Später stellte man – vor allem in Frankreich und Italien – die Heumahd dar.
Als Gerät verwendete man die Sense, nicht die Sichel; das Heu wurde zu Haufen aufgeschichtet.

Juni – ein Monatsbild

Der Juni, uns als Rosenmond bekannt
und nach der Göttin Juno einst benannt –
zeigt sich im schönsten Kleide.
Die Rosen stehen nun in voller Pracht –
sind herrlich aufgeblüht fast über Nacht
und schöner nun als Seide.

Die Heumahd auf den Feldern schon beginnt,
die Sensen schneiden Gras, die Zeit verrinnt –
die Mahd, die muss man heuen.
Mit Handarbeit sich das Gesinde plagt –
zu frührer Zeit hat niemand sich beklagt,
die Herrschaft konnt' sich freuen.

Zu Pfingsten zieht die Pfingstbraut über Land,
Ein alter Brauch, der vielerorts bekannt.
Die Menschen gehn zur Feier.
Ein Bogen wird von Kindern bunt geschmückt,
das Pfingstpaar schreitet unter ihm entzückt –
die Braut trägt noch den Schleier.

Wer Juniwind und Menschensinn vertraut –
hat sprichwörtlich wohl doch auf Sand gebaut:
sie ändern sich geschwinde.
Schon bald beginnt die schöne Sommerzeit;
sie steht bereits im neuen Hochzeitskleid ...
im warmen Sonnenwinde.

© lillii (L-R, 04.06.2017 – Pfingstsonntag)

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○ Link auf eine populäre Darstellung des Juni in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung von Lyrik- und Prosa-Titeln über den Juni.

Freitag, 5. Mai 2017

Mai – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild Mai (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
Die Wortwurzel von Mai, *mag, weist auf Wachstum und Vermehrung und reiht damit den Monat
in das ursprüngliche römische Bauernjahr ein; das Vieh wurde nun wieder auf die Weide getrieben.
Etwa seit dem 13. Jh. wird der Mai in Europa mit Maifeiern, -umgängen und -ritten gefeiert.
Mai – ein Monatsbild

Gefeiert wird der Monat Mai,
löst endlich er doch alle Bande,
stellt jedem die Bewegung frei –
belebten Orts wie auf dem Lande.

Man rüstet sich zu frohem Fest;
nur ist die Lustbarkeit verschieden,
der eine zehrt schon jetzt vom Rest,
der andre gibt sich selbstzufrieden.

Die Knappen blasen turbulent
mit vollen Backen die Posaune;
ein Grünrock, nächst dem Dirigent,
zeigt lächelnd seine gute Laune.

Im Sattel sitzt die holde Frau,
wie's schicklich ist für eine Dame.
Sie stellt in Wahrheit sich zur Schau,
hofft auf dezente Fühlungsnahme.

Die Ränke schmiedet man gewandt,
formt sie zur handfesten Intrige
und wartet schließlich wie gebannt,
wer dieses Jahr denn wen noch kriege.

© WH (elbwolf, 05.05.2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des Mai in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung von Lyrik- und Prosa-Titel über den Mai.

Dienstag, 4. April 2017

April – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild April (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons; gemeinfrei.
Traditionell wird auf April-Monatsbildern gezeigt, dass man sich wieder in der Natur ergeht –
ein Luxus, den sich damals auch nur die Reichen und die begüterten Paare erlauben konnten.


April – ein Monatsbild

April, er legt die Frühlingskleider an,
schmückt Baum und Strauch mit neuem frischen Grün.
Die Tulpen und die ersten Rosen blühn –
ziehn magisch Mensch und Tier in ihren Bann.

Schon vor dem hellen Sonnenstrahl am Morgen
das Frühkonzert der Vogelwelt erklingt –
es flötet, zwitschert, jubiliert und singt.
Die kleinen Sänger sind noch ohne Sorgen.

Voll Aufbruchsstimmung gibt sich die Natur.
Zitronenfalter flattern über Wiesen,
von überall wehn frische Frühlingsbrisen;
sie ziehn Insekten auf des Nektars Spur.

April schlägt gerne wilde Kapriolen,
auch Sonnenschein hat er im Angebot,
die Kirsch- und Apfelblüten, rosarot,
beflügeln Sinn und Herz zum Atemholen.

Wer nun den Kuckuck schreien hört von fern,
der sollte Geld im eignen Säckchen haben,
braucht auf gut Glück dann nirgendwo zu graben
und hört den Vogel weitre Jahre gern.

Wie einst, flaniert die Dame mit dem Herren
so Arm in Arm, vielleicht auch Hand in Hand:
es geht sich gut zu zweien übers Land –
wozu sich gegen das Gefühl auch sperren!

© L-R (lillii, 03.04.2017)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des April in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung von Lyrik- und Prosa-Titel über den April.

Montag, 6. März 2017

März – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild März (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: Wikimedia.commons; gemeinfrei.
Das landwirtschaftliche Jahr jener Zeit fand seinen ersten Höhepunkt
im Pflügen des Ackers und Einsäen von Hand.

März – ein Monatsbild

Er ist der junge Ungestüme,
dem Mars den Monatsnamen gab –
der Kämpfer, der aus Winters Händen
nun übernimmt den Staffelstab.

Der Winter kämpft. Doch er ist müde,
und überlegen siegt der März.
Er trotzt dem Alten ohne Mühe.
Nur Leichtigkeit bewegt das Herz.

Der Bauer legt die neuen Samen
der Erde in den kühlen Schoß.
Die Wintersaat sprießt aus dem Boden –
im frühen Sommer ist sie groß.

Noch sind die Zweige ohne Blätter,
doch Knospen tragen sie schon lang.
Die Sonne weckt die starre Erde
zu opulentem Neuanfang.

Der März, den jährlich wir erleben,
er ist des Frühlings Neubeginn.
Der Tag, die Nacht sind in der Schwebe:
ein lebensfroher Zugewinn.

Der Bach beginnt sein lustig Springen;
die Wiesen steigen aus dem Braun;
die Veilchen und der Krokus sprießen;
das Efeu grünt am Gartenzaun.

Ein jeder März ist Auferstehung,

ist Dankbarkeit und auch Gebet.
Die lange winterliche Strenge –
sein Atem hat sie weggeweht.

© A.W. (immergruen, 04.03.2017)

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○ Link auf eine populäre Darstellung des März in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den März (1798-1965).

Freitag, 10. Februar 2017

Februar – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u.a.: Breviarium Grimani, Monatsbild Februar (Buchmalerei/Pergament, 1490-1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: Wikimedia.commons; Gemeinfrei
Obwohl das landwirtschaftliche Jahr in früheren Zeiten bereits im Februar begann,
blieb in der warmen Stube, wer nicht unbedingt hinaus in die verschneite Welt musste.
*)


Februar – ein Monatsbild

In allen Formen des Kalenders
Trug er den Namen Februar.
Die Römer sind zwar Namensgeber –  
Er ist geblieben, was er war.

Mit seinen achtundzwanzig Tagen
Der kürzeste im Jahreslauf.
Doch legt im regelmäß'gen Zyklus
Er einen weit'ren Tag darauf.

Man nennt ihn Taumond, was verfrüht ist,
und Narrmond, weil der Winter lang.
Die Menschen sehnen sich nach Freuden,
Der kalte Winter macht sie bang.

Auch Hornung ist noch weit verbreitet:
Der Rothirsch trennt sich vom Geweih.
Geheimnis wird ihm angedichtet …
Und dann ist er ganz schnell vorbei.

Dann steht der Frühling vor den Toren.
Die weißen Glöckchen klingeln schon.
Liegt auch der Schnee noch auf den Fluren –
Sie sind des Frühlings erster Ton.

© A.W. (immergruen, 10.02.2017)

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*) Link auf eine populäre Darstellung des Februar in mittelalterlicher Zeit.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Januar – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u.a.: Breviarium Grimani, Monatsbild Januar (Buchmalerei/Pergament, 1490-1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; via wikimedia.commons; gemeinfrei
./.
Der Januar war für die meisten eine Zeit erzwungener Ruhe: auf den Feldern und Baustellen stand die Arbeit still. Man hoffte, dass Nahrung und Feuerholz ausreichen würden.
Für den Wohlhabenderen ließ sich natürlich auch der Januar recht erträglich einrichten.

 Januar – ein Monatsbild

Gefolgschaft drängt zu Hauf ins Haus herein:
Gemütlichkeit verspricht die gute Stube.
Dort sitzt der Grandseigneur an seinem Tisch,
als gäb es nie ein Ende und die Grube.

Ihn drücken Kappe und der schwere Pelz,
das Feuer wärmt ihm trotzdem noch den Rücken.
Der Bratenteller vor ihm ist gefüllt;
Getränke stehn bereit, ihn zu entzücken.

Gut angefangen hat das neue Jahr,
der düstre Januar geht zu ertragen!
Kommt auch die Dienerschaft noch mit hinzu –
das kann in dem Moment wohl keiner sagen.

Und all die andren, die hier niemand nennt,
wo sind die eigentlich bloß abgeblieben?
Den Wohlstand schufen sie für ihren Herrn,
sind gleichsam Blätter nur, noch unbeschrieben.

© elbwolf (W.H.)
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○ Link auf eine populäre Darstellung des Januar in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den Januar.