Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

Posts mit dem Label Busch Wilhelm (1832-1908) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Mittwoch, 8. November 2023

Gedankenlos

Rudolf Wacker (Bregenz, 1893-1939): Mädchen in Gedanken (1923)
Bleistift auf Papier – Geschenk für einen Kriegskameraden;
via Dorotheum & Wikimedia Commons; gemeinfrei


 

„Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat.“
                                   Wilhelm Busch *)

 

Gedankenlos

Die Worte tat der Wilhelm kund –
sie kamen einst aus seinem Mund.
Sie tönen da bis heut‘ ins Ohr;
ich denke dann, mach dir nichts vor
und leg die Feder flugs beiseite;
es wird doch wieder eine Pleite …

Gedanken – nehmen sie Reißaus –
belassen mich allein zu Haus.
Ich flieh ins Freie … mich zu sammeln,
und nicht Gedanken nur zu stammeln,
such im Gehirn, sie dort zu finden –
Gedanken … schwer sind sie zu binden.

Ich seh‘ den Wolken nach – sie fliehen;
seh‘ gleichsam sie mit Wolken ziehen
und wirbeln rund um mich herum;
Ach Gott, denk ich, und bleibe stumm
ich bin heut mal gedankenlos
und eben nur ein Trauerkloß.

Ich wollte schreiben ein Gedicht
von Liebe, Leid – aus meiner Sicht.
Gedanken lassen sich nicht zwingen!
Merk, Mädchen, das! Denn zum Gelingen
langt‘s heute sicherlich nichts mehr,
bin einfach zu „gedankenleer“.

Den Busch als guten Dichtervater
erkür ich mir als den Berater :
schrieb er doch einstens ganz dezent,
wie man mal einen Tag verpennt:
Gedanken sind nie stets parat,
drum schreibt auch, wer mal keine hat.

©
Luzie Rudde

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Der nächste Beitrag wird am 16./17.11.2023 eingestellt.

*) ein gut formulierter Gedanke, aber als Reim? Unmöglich!

Mittwoch, 6. Juli 2022

Die Freude flieht – der Ärger kommt

Franz van Severdonck (1809-1889): Buntes Federvieh (1875);
via Wikipedia Commons; Liz.: public domain.

 

"Die Freude flieht auf allen Wegen,
Der Ärger kommt uns gern entgegen."
                   Wilhelm Busch (1832-1908);
                          aus: Balduin Bählamm,
                          der verhinderte Dichter.

  

Sie flieht, die Freude ...
oder
Umständliches Geständnis

Die Freude flieht auf allen Wegen;
Der Ärger kommt uns gern entgegen.

So ist es morgens in der Früh:
das allerliebste Federvieh
schon munter und krakeelt umher –
gibt Ruhe nicht und mir fällts schwer,
den wohlverdienten Schlaf zu finden
will ihn an meine Träume binden ...
doch steht der Hahn erst auf dem Mist,
so schafft man's nur mit guter List.

Die Hennen kakeln schon 'ne Weile,
denn Eierlegen, das hat Eile.
Sie sitzen zwar noch auf der Stange
jedoch ganz sicher nicht mehr lange.
So streue ich den Hennen gütlich
die Körner hin und ganz gemütlich
geh ich zu meiner Liegestatt;
die Hennen waren ja nun satt.

Doch Freude flieht auf allen Wegen;
der Ärger kommt uns gern entgegen.

Der Hahn, der Hennen angesichtig,
kommt sich nun vor besonders wichtig:
sein Kik'riki lässt er ertönen
will seine Hennen nun verwöhnen
Ich wünschte zwar, ich hätte Ruh,
bekomm' jedoch kein Auge zu ...

Den ganzen Morgen dies Gehakel,
der Hennen dauerndes Gekakel –
das treibt mich aus dem Bett heraus!
Da fragt mich meine süße Maus:
„Ach Liebster, sei nicht so heut früh
und lass das dumme Federvieh."
Man kann auch so sein Bestes geben,
sich freu'n fast jeden Tag im Leben,
und flieht die Freude manche Tage,
sie kehrt doch wieder – keine Frage!

© Luzie Rudde

Samstag, 20. April 2019

Anleihe bei Altreimer Busch (Teamwork)


Wilhelm Busch (1832-1908): Der Virtuos, Szene 12
Scan (2007) nach der Busch Gesamtausgabe in 4 Bänden, Band 1
Quelle: wikimedia.commons; Liz.: gemeinfrei
Wilhelm Busch: Gemartert (nach 1848)
Ein gutes Tier
ist das Klavier,
Still, friedlich und bescheiden,
Und muss dabei
Doch vielerlei
Erdulden und erleiden.

Der Virtuos
stürzt darauf los
Mit hochgesträubter Mähne
Er öffnet ihm
Voll Ungestüm
den Leib, gleich der Hyäne.
Und rasend wild
das Herz erfüllt
von mörderischer Freude
Durchwühlt er dann,
Soweit er kann,
Des Opfers Eingeweide.

Wie es da schrie,
das arme Vieh,
Und unter Angstgewimmer
Bald hoch, bald tief
Um Hilfe rief,
Vergeß ich nie und nimmer. *)


Anleihe bei Altreimer Busch
'n bättken Moral
PC-Muffel
Ich denk mir mal,
es ist egal,
was andre von dir glauben,
denn du bist DU,
nicht Müllers Kuh,
der man's Gehörn will klauben.

Es streiten sich
ganz fürchterlich
sehr viele um Moneten;
eh du dich biegst,
nimm, was du kriegst
und guck nicht so betreten!

Der Leute Schwatz
ist eine Hatz
und bringt hervor nur Neider.
Hör gar nicht drauf,
nimm es in Kauf;
dann bist du aus dem Schneider.

Drum bleib Dir treu,
hab keine Scheu.
lass Deine Meinung wissen!
Verlogne Ehr,
nützt dir nicht sehr,
sie kannst du durchaus missen!
Es tut recht weh,
wenn der PC,
an den einst alle glaubten,
mit Ironie
und Infamie
sich ständig will behaupten.

Dem Laien scheint,
wenn jener greint,
ein Update als vonnöten,
doch kann damit
in einem Schritt
sich die Maschine töten.

Das Internet
spielt gern Roulett,
wenn man mal Hilfe bräuchte;
Man googelt rum,
nimmt nie was krumm,
wenn's einen nur erleuchte.

Doch ich, Idiot,
komm nie ins Lot –
so kann's nicht weitergehen!
Drum lass voll Hohn
den Rechner schon
ich künftig einfach stehen!
                                    © lillii, 14.04.2019
                           © elbwolf, 15.04.2019, **)

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*) Das Originalgedicht von Busch steht in allen Gesamtausgaben abgedruckt und ist im Internet mehrfach verfügbar – samt einer Gedichtanalyse!
Wir entnahmen die Fassung der Anthologie "Die komischen Deutschen – 881 gewitzte Gedichte aus 400 Jahren" in Hoffmanns Verlag bei Zweitausendeins, 2004 ff, 940 S.; ISBN 978-3-86150-598-3.
**) Parodien auf Gedichte Busch's hatten wir auf Versbildner früher auch schon.

Montag, 8. Januar 2018

Lehrer-Notstand

Wilhelm Busch (1832-1908): Lehrer Lämpel (aus: Max und Moritz, 1865); gemeinfrei

Lehrer-Notstand

Es fragt sich Lehrer Lampel,
woher kommt das Getrampel,
das störe ihn doch sehr!
Das kommt aus einer Klasse,
die ist voll Schülermasse,
ein Stuhl jedoch steht leer.
Es fehlt nämlich der Lehrer,
fürs Wissen der Vermehrer –
und das wiegt wirklich schwer.

Wie kriegt man auf die Schnelle
an diese freie Stelle
jetzt einen Lehrer her?
Den Einsteiger von Seiten
muss man erst aufbereiten –
sonst liegt der völlig quer.
Kaum wär dazu imstande,
ein Mensch aus fremdem Lande,
der radebrecht einher …

Die Politik will glänzen:
trotz Null an Kompetenzen
vermasselt sie's noch mehr.
Minister in der "Loge" –
Jurist! statt Pädagoge, *)
der bremst nur den Verkehr.
Die Inklusion stornieren!
Nicht jeden integrieren!
Ob der je lernt die Lehr'?

Sei drauf gefasst, Klein-Lisa,
dass dir entschwindet "Pisa"
auf Nimmerwiederkehr!

Wolfgang H., 1.1.2018
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Der Verfasser ist sich mit vielen darin einig, dass dieses Thema jetzt
das allerwichtigste wäre, wichtiger als "Jamaika" oder irgendeine
andere "Farbkomposition" und auch die "Groko", denn das alles hält
kaum vier Jahre – Schulbildung aber ist auf das ganze Leben angelegt!

*) der neue MP Sachsens hat die Berufung eines gestandenen Pädagogen
als Kultusminister – nach nur 2-monatiger Amtszeit! – nicht erneuert,
sondern für das Amt einen Juristen ernannt, dessen pädagogische Erfahrungen
die eines Vaters von schulpflichtigen Kindern sein dürften: Hier mehr Infos!

Montag, 3. November 2014

Handarbeit – erotische Parodie (2/2)



Parodie auf die „Argumentationskunst“ im bekannten Gedicht von
Wilhelm Busch (1832-1908) “Die Selbstkritik hat viel für sich“ aus
der Sammlung „Kritik des Herzens“ .
Hier versehen mit einer Illustration des zu Busch zeitgenössischen,
damals weithin bekannten Malers – sogar Hofmaler des Zaren – und
Grafikers Mihály Zichy.
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|    Da selbst heute noch - nach über 100 Jahren -     |
|     dieser Meister erotischer Illustrationskunst     |
|    an das sittliche und/oder ästhetische Empfinden   |
|      von Betrachtern seiner Werke rühren könnte,     |
|       wird eine Grafik von ihm im Extrafenster       |
|   erst nach einem Klick auf folgenden Link gezeigt   |
|                    Zum Zichy-Bild                    |
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| Klicken oder nicht klicken – das ist hier die Frage! |
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Mihály Zichy (1827-1906): Aus dem Zyklus „Erato – Die Freuden der Liebe“.
Quelle: wikimedia/commons (dort als Blatt Liebe-5 geführt) – Liz.: gemeinfrei!
Buchausgabe „Erato“ von 1989 bei Kiepenheuer (Blatt 7), ISBN 3378003464.

Handarbeit
Erotische Parodie auf „Die Selbstkritik …“ von W. Busch

Die Handarbeit hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich handwerk mich …
So hab' ich erstens den Gewinn,
Dass ganz entspannt ich nachher bin;

Zum zweiten denkt man, dass ein Weib
Der Mann nicht braucht als Zeitvertreib.
Doch hab ich drittens solchen Bissen
Mir schon klammheimlich aufgerissen;

Und viertens hoff' ich außerdem,
Dass Handarbeit auch ihr genehm –
Wär sie zu solchem Tun bereit,
Betrieben Handwerk wir zu zweit!

© elbwolf (2009-2014)

Enthalten im Almanach "Liebe, prickelnd wie Sekt"
Edition Wendepunkt, Weiden, ISBN 978-3-938728-21-5

Sonntag, 2. November 2014

Stündchen – erotische Parodie (1/2)



Parodie auf das Gebaren eines vorgeblich in Liebesdingen erfahrenen
Lebemanns – nach dem gar nicht so bekannten Gedicht „Ständchen“
von Wilhelm Busch (1832-1908). Ausgerechnet unser „Altreimer“ gibt
den Schwerenöter, wobei er doch von sich selbst gesagt hatte: „Ich
werde nie heiraten ... Bei meiner Schwester habe ich es nun auch gut.“

Ein großartig passender „Bildschmuck“ findet sich bei dem zu Busch etwa
zeitgenössischen Maler Félix Vallotton (1865-1925), dessen Werk eine
solche Galerie verlockender Schönheiten umfasst, dass der Leser selbst
per Klick entscheiden soll, welche er sich zum „Stündchen“ laden würde!
(dieses Nichteinbinden in den Text umgeht evtl. Fragen der Lizenzierung)

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|     Maid-1             Maid-2             Maid-3     |
|                                                      |
|     Maid-4             Maid-5             Maid-6     |
|                                                      |
|           Super-Maid-1        Super-Maid-2           |
|                                                      |
|                       Favoritin                      |
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| Klicken - aber wo klicken – das ist hier die Frage ! |
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Stündchen
Erotische Parodie auf „Ständchen“ von W. Busch
 
Der Abend ist so heiß und schwül,
Das Bett gedeckt mit weichem Pfühl,
Es wartet, Liebes, nur auf dich -
Geliebte du,
Auch ich erwart dich inniglich!!
So komm herein zu Kerzenschein
In unser Liebes-Kämmerlein:
Befrei dich von der Kleider Fülle,
Leg ab und zeig dich ohne Hülle -
..........Gleich jetzt!

Dass du nicht kleidest mehr die Glieder!
Leg splitternackt dich zu mir nieder.
Lass deine Brüste meiner Hand -
Dein Körper raubt mir den Verstand.
Erfühlst du schon die Wolke neun?
Wirst nichts bereun -
Vertraue, Liebes, ganz auf mich,
Geliebte du.
Zu dieser Wolke bring ich dich -
..........Jetzt gleich!

© elbwolf (2009-2014)

Enthalten im Almanach "Liebe, prickelnd wie Sekt"
Edition Wendepunkt, Weiden, ISBN 978-3-938728-21-5