Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Donnerstag, 2. Oktober 2025

IV. Quartal 2025 – mit Einblick in das Schaffen als Buchillustrator von Manfred Bofinger (1941-2006) beim Eulenspiegel-Verlag.


Manfred Bofinger: Bucheinbände zu Büchern des Eulenspiegelverlags:
links: Erzählung von Holland-Moritz: ″Graffunda räumt auf″ (Auflagen 1970, 1972)
rechts: ″Witzlexikon. Ein Handbuch für Spaßvögel″ (Auflagen 1988, 1990)
Mit Dank an das Lektorat von ′Eulenspiegel Verlag′,
der zu dieser nicht-kommerziellen Veröffentlichung sein Einverständnis gab
.

Wen nimmt der ″Bofi″
nicht alles auf die Schippe!

- Scherzgedicht -

Schaut oben links den braven Vater,
der immerzu steht seinen Mann,
er ist den Kindern ein Berater
und macht im Haushalt, was er kann.

Schaut rechts auf diesen Witzesammler:
den hat der ′Bofi′ selbst gemacht.
Er wirkt zwar wie ein Lumpensammler,
doch sammelt er, wozu man lacht.

Ja sonst … da war ich auch mal Vater;
das ist zwar schon sehr lange her –
und jedem Kinde ein Berater –
war manchmal witzig, meistens schwer!-

Selbst unser ′Bofi′ lacht nicht immer,
doch wenn, dann dass es wirklich schallt –
wer da nicht mitlacht, ist ein Schlimmer
und eine traurige Gestalt.

© elbwolf

Kalendarium IV. Quartal 2025

 

Samstag, 16. März 2024

Der Schwan

"Idylle sur le Lac d'Amour" Maurice Dubois
Quelle:
Maurice Dubois, Les Peintres du XXème siècle (1926)
Fotograf unbekannt; Foto vom 25.07.2020; via Wikimedia Commons:

Liz.: CC BY-SA 4.0

 

Der Schwan

Er wollte sich so gern vermählen.
Der Frühling kam und auch die Lust,
Doch fand er keine Herzensdame,
Er seufzte tief aus Schwanenbrust.

Doch endlich sah er eine Schöne.
Sie war sehr stattlich anzusehn.
Die war die Seine, keine Frage,
Er würde nicht im Schatten stehn.

Er folgte täglich ihren Spuren,
Ganz gleich, wohin sie sich begab,
Nur leider zog sie unbeeindruckt
Den See hinauf und auch hinab.

Der Schwan litt große Liebesqualen,
Er fraß nicht mehr und ließ sich gehn,
Ein Trauerschwan war er geworden.
Das Elend konnte jeder sehn.

Es kam der Herbst mit kühlen Tagen
Er folgt‘ noch immer ihrer Spur.
Doch eines Morgens war die Schöne
Verschwunden. Nein, wo war sie nur?

Ein alter Schwan nahm ihn beiseite,
Nahm ihn zur Brust und machte klar,
Dass seine heißgeliebte Schwänin
Ein rosarotes Tretboot war.

© A. Weinhart

Samstag, 17. Februar 2024

Regen und Traufe

“Familie im Starkregen“ – engl. Sammlung von Lithographien.
Foto: Welcome Library, London. Eingestellt: 5.11.2014. Liz.: CC BY 4.0



Aus dem Regen nicht noch in die Traufe

Ein dunkel-schwarzes Regenband
Zieht über unser deutsches Land,
Und das fast immer her von Westen
In den recht staubig-trocknen Osten,
Lässt hier das Volk von Wasserresten,
Die trotzdem durchkommen, noch kosten.
Dabei versprach die Erste Hand
Ein Blühen doch dem ganzen Land.

Nun ist die Welt auch sonst nicht heil
Und manche Sachen sind nicht feil:
Ihr Absatz müsste sich schon lohnen.
Ich lasse euch nicht länger raten:
Noch meint man aber nicht Kanonen,
Man meint vorerst einmal Granaten!
Kanonen wären auch recht geil –
Sie werden später uns zuteil!

Wünscht lieber euch ein hellres Licht –
So etwas hat ′ne Ampel nicht!
Man macht zwar Dampf auch mit Traktoren,
Eventuell mit Trillerpfeifen
Doch sind für andres wir geboren
Und nicht, um Bürger anzugreifen.
Der Bürger ist dies Jahr erpicht
Und setzt sein Kreuz auf lange Sicht!

© elbwolf

Sonntag, 1. Oktober 2023

Kalenderblatt 10v2023 – Moden sind nun mal vergänglich!

Zwei hochgeschlossene Abendkleider und eines mit Ausschnitt.
Modebeilage einer Zeitschrift Anfang der "Goldenen 20er Jahre" (oder früher)

 

Moden sind nun mal vergänglich

Grad noch der Mode letzter Schrei ...
da war's mit dieser schon vorbei!
Doch was war vor ihr denn im Schwange,
und was wird nach ihr sein zugange?

Nun, vorher trugen Adelsbienen
nur unbequeme Krinolinen –
die hielten ab und auf Distanz
Galane, aber niemals ganz.

Und nachher kam sofort Marlene,
die steckte ihre schlanken Beene
flugs rein in eine Männerhose;
ihr Mundwerk aber war recht lose.

Heut folgt auf breiter Front ... Tattoo;
das kennt kein einziges Tabu
und legt die Modefans aufs Kreuz.
Die merken's nicht mal, nein – die freut's!

 

 


 Kalenderblatt 10/2023 –"Moden sind nun mal vergänglich!"
Verse © Wolfgang Herrmann al. elbwolf

Mittwoch, 1. März 2023

Kalenderblatt 03/2023 – Aufklärung geht so auch!

Ernst Heilemann (1870-1936): "Aufklärung" (~1910, Illustration aus "Lustige Blätter");
Angaben nach Wikipedia; als Kunstwerk gemeinfrei.
./.
E. Heilemann war bekannt für humorvolle Texte mit kleinen Anzüglichkeiten; wie hier:
"Da staunt ihr Kleinen: Nikolaus, Osterhase und Klapperstorch –
das ist immer nur der Papa – lasst euch bloß nichts vormachen!"




Kalenderblatt 03/2023 –"Aufklärung geht so auch"
© Wolfgang Herrmann

Samstag, 17. September 2022

Ei, ei – Genderei


Autor Netpilots: Beispiel für Pleonasmus. Gefertigt: 15-06-2021
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0.


 Liebe Freunde unseres Lyrik-Blogs!

In der 2. Septemberhälfte hält der Verein Deutsche Sprache seine jährlichen Hauptversammlungen und Feierstunden für den Erhalt einer sauberen "unverhunzten" Muttersprache ab. In Dresden versammelten sich an die zweihundert Mitglieder und Gäste – es ging hauptsächlich um die schon gar nicht mehr neue und noch weniger lustige "Bereicherung" des Deutschen um das Gendern.

Nun macht die Literatur die Hochsprachenschicht jeder Sprache aus ­– Prosa, Drama, Lyrik – und ich habe mich einmal gefragt, wie denn die Lyrik mit Gendern aussähe, vor allem sich anhörte. Hier mein Beitrag:

 

Ei, ei – die Genderei!

Um einzuziehn ins Amt für Bundeskanzler*innen
muss doch zunächst mal eine*r diese Wahl gewinnen!
Hat jemand von den Kandidat*innen gewonnen,
ist für die anderen der Traum vom Amt zerronnen.
Doch brave Bürger*innen – achtet auf die Hunnen:
zu gern ersäuften die gleich Sprache mit im Brunnen!

 

Machen nicht diese wenigen Zeilen klar und deutlich, welche Tode unsere Lyrik stürbe, wenn man die "Genderierenden" gewähren ließe …

Mein methodischer Ratschlag für diejenigen, die es auch mal (mit einem Epigramm vielleicht) versuchen würden: erst scheinbar eifrig ins Horn blasen und in den letzten anderthalb Versen herablassend abservieren!

 © elbwolf, 16.9.2022

Freitag, 11. März 2022

Ende der Qualen – wirklich?

Ausschnitt aus der Titelseite von "Sächsische Zeitung" (Dresden) am 10.03.2022
(Gemeldete Neuinfektionen zu Donnerstag, dem 10.03.'22: 262.752)


Ende der Qualen – wirklich?

Mehrfach Hunderttausend Infektionen
zählte man in diesen letzten Tagen,
und sie werden wieder zu Millionen –
niemals enden könnten diese Plagen!
Aufgehört hat jetzt sogar das Schimpfen:
'Ungeimpfte Bürger – lasst euch impfen!'       

Werden wir nicht irgendwann gescheiter,
ziehen aus Vergangenem die Schlüsse;
manches bringt natürlich uns auch weiter,
andres sind nur Platzpatronenschüsse:
krachen tun die in erwünschter Weise –
Lautes hört man besser als das Leise.

Abgeschafft sind bald die letzten Regeln,
neue treten kaum an ihre Stelle –
und wir segeln weiter unter Segeln,
und wir wissen nicht auf welcher Welle.
Spätestens im Herbst, vielleicht auch früher,
sind verblüht die letzten Frühjahrsblüher!

© elbwolf (W.H.), 10.03.2022

Freitag, 25. Februar 2022

Männer lesen/02 – "Ein Mann Ein Buch"

Grafik: Gerd Altmann – Pixabay Licence – freie Nutzung zugesichert!

Vom modernen Mann wird heute viel erwartet. Er soll im Haushalt helfen, die Windeln wechseln, der Frau zuhören können und dergleichen mehr. Gibt es noch die Männerdomäne oder bleibt das ursprüngliche Bild vom starken Mann auf der Strecke?

 

Der Mann im Haus

Wozu brauchts einen Mann im Haus?
Der Buchautor setzt nichts voraus,
beschreibt jedoch gleich vorn im Buch
das Cocktail-Mixen bei Besuch.

Der Mann, der wirklich sich was traut,
der lernt auch, wie man Biere braut,
und meistert selbst die Wissenschaft
zu braten Steaks in ihrem Saft.

Erst wer die Wohnung tapeziert,
der weiß, wie man Geduld verliert;
und wer Beton zu lange bohrt,
dem in der Hand der Bohrer schmort.

Treibt dich Belastung fast zum Wahn –
spiel mal elektrisch Eisenbahn;
die ist zwar für den Sohnemann,
doch jetzt bist du erst selber dran.

So geht es weiter kunterbunt,
das Buch ist fester Untergrund;
bist du beim Buchkapitel zehn,
wird jeder dich als Mann verstehn!

© gitte (15.02.'22)

Mittwoch, 26. Januar 2022

Der Kreis und die Tangenten – ein Ghasel

V. M. Vogt: Die zwei Tangenten von einem Punkt aus an einen Kreis (2011);
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

 

Der Kreis und die Tangenten
/ Erotik schräger Geometrie – ein Ghasel /

Auf allen sieben Kontinenten
träumt jeder Kreis von den Tangenten:
sie sind in seiner Welt die Liebsten,
weil sie sich nie von ihm je trennten.

Wird eine kurz mal zur Sekante,
dann sind das nur Fisimatenten:
den Kreisumfang berührt sie vorher –
bei folgenreichen Komplimenten!

Noch besser eine zweite Grade –
das gäbe Raum Experimenten:
der Kreis, dann zwischen ihren Schenkeln,
der spielte gern den Abonnenten.

Zum Dreieck braucht' es noch die Dritte
und dann ist Schluss mit Konkurrenten.
Doch fängt der Kreis auf einmal Feuer –
gibt's keine weitren Prätendenten?

Laut mathematischer Erkenntnis,
das sagen alle Rezensenten,
gibt es sogar unendlich viele
rund um den Kreis als Int'ressenten.

Die zählt der Kreis vor lauter Wonne
auch schnell zu seinen eloquenten;
besetzt am Umfang alle Punkte
und widmet sich den Sakramenten.

© elbwolf 25.01.2022
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Anm.:
Ursprünglich war das Gedicht eine freundschaftliche Streitschrift zwischen dem damaligen Community-Mitglied Ilse und mir am 9.10.2009 zwischen 16:47 und 22:09 Uhr. Da die einzelnen Partien heute nicht mehr genau fassbar sind, habe ich den Inhalt in einem Ghasel-Gedicht wiedergegeben – diese lyrische Form kannten wir damals noch gar nicht.
Ich hoffe, dass die Geometrieskizze nicht ganz überflüssig ist … 

Montag, 6. Dezember 2021

Zukunft oder Fragen zur Zeit

Die fünf Pandava-Brüder aus dem Mahabharata-Epos des Wayang Kults auf Java.
Autor: Gunawan Kartapranata, (2008); Indonesien

 Zukunft oder Fragen zur Zeit

Wie wird es sein in tausend Jahren –
gibt es noch Menschen in der Welt;
noch Menschen, die wie wir erfahren,
dass Liebe und Erotik zählt?

Besitzen wir noch die Organe
wie Leber, Lunge und das Herz;
wie sieht es aus im Weltenplane –
empfinden wir noch Freude, Schmerz?

Ob Pärchen sich in Liebe finden,
mit Kindern diese Liebe krönen;
dass diese Ziele nie verschwinden,
weil Menschen sich leicht umgewöhnen.

Sind Väter, Mütter und die Kinder
noch im Familienbund vereint?
Ob zaubert man aus dem Zylinder
ein Wesen, das als Mensch erscheint?

Computer sind allgegenwärtig –
ersetzen oft den andern Part;
sind sie verbraucht und minderwertig
muss Neues her: ist Gegenwart!

Computer haben keine Seele,
wir pflanzen ihnen keine ein,
wir brauchen gar keine Befehle,
um einfach menschlicher zu sein.

© Luzie-R. (Dezember 2021)
 

Samstag, 21. November 2020

Bekämest du ein zweites Leben … /Sonett/

Holzschnitt aus Camille Flammarion: L'Atmosphere - Météorologie Populaire (1888).
col.: Heikenwaelder Hugo, Wien 1998; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 2.5.

 

Betrachtung der Zeit
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen;
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht,
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius (publiziert p. m. 1698)

 

  Bekämest du ein zweites Leben … 

– englisches Sonett –

Unmerklich geht die Zeit, jedoch prophetisch
erinnernd stets, sie sei nicht umkehrbar;
wenn du sie rückwärts drehtest, hypothetisch,
wär nicht ein zweites Leben schön fürwahr?

Du grübelst lange über diesen Fragen
befindest schließlich mit Entschiedenheit –
manch Umstand würdest du erneut ertragen,
verhieltest dich genau wie seinerzeit.

So lehrt das Leben dich nicht auszuweichen;
nach Umkehr stünde dir der Sinn nicht sehr;
du ließest manches Mal etwas verstreichen,
in andrem ändertest du dein Begehr.

Doch jeden seltenen Moment an Glück,
den hieltest du als Kostbarkeit zurück.

© elbwolf (27.11.2009; geändert 22.10.2020)

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Anmerkungen zu Bild und Motto:

● Es ist nicht einfach, eine Illustration zum Thema zu wählen, für dessen philosophisch-mystische Seite natürlich Reinkarnation und Auferstehung in Betracht kämen. Da aber hier doch das Spekulative überwiegt, scheint mir, der Neugier auf alles noch Unentdeckte nachzugeben, ein durchaus passendes Motiv zu sein. Deshalb also die Wahl von Flammarions Holzstich gen. 'Der Wanderer am Weltenrand' (1888); ich sehe ihn im Kontext der rationalen Überprüfung von Weltanschauungen, also im Kontext der Aufklärung.
/ → Wikimedia Commons /

● Gryphius' Vierzeiler 'Betrachtung der Zeit' als Motto zu wählen, fand ich unwider­stehlich, als mir die Ausgabe 'Deutsche Dichtung des Barock' (Hg. Hederer) für den Europäischen Buchklub (liz./© Hanser Verlag, 1965) in die Hände kam (dort S. 87).
Andreas Gryphius (eigentlich Greif; 1616-64, Glogau) stand als Syndikus in den Diensten der Stände des schlesischen Fürstentums Glogau. Er gilt als Lyriker und Dramatiker, bezeichnete sich selbst als Philosoph und Poet. Quelle für das Kurz­gedicht ist wahrscheinlich die erst post mortem erschienene Ausgabe seiner "um ein merkliches vermehrte Teutsche Gedichte" des Verlags Fellgiebelische Erben,1698.

Samstag, 29. August 2020

Tierkreiszeichen/08: Jungfrau – Teamwork

Als wir zur Verabschiedung des alten Jahres schon einmal ein solches Bilder-Tableau entwarfen – und zwar zum doppelgesichtigen Janus – entstand der Gedanke, es monatlich über ein Jahr hinweg mit den Tierkreiszeichen genauso zu versuchen und mit einem "Ulk"-Horoskop zu verbinden. Zudem fiel uns auf, dass von den zwölf Tierkreiszeichen die Mehrzahl (nämlich acht) ohne weibliches Pendant sind, die Jungfrau unbemannt ist, die letzten drei dagegen (modern aufgefasst) geradezu divers wirken. Hier haben wir es mit "Jungfrau/Jungmann" zu tun. Augenzwinkernd!

Jungfrau / Virgo
vom 23.08.2020 ← gültig → bis 22.09.2020
(Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs)



Jungfrau & Jungmann … beide sooo jung!

Ambivalenz prägt das Leben des Sternbildes Jungfrau.  
Raubte sie einstens der Unterwelt Gott sich zur Ehe,
darf sie auf Bitten der Mutter erneut in die Welt-Au.         
Frühling auf Erden – er macht, dass Natur frisch entstehe.

Herbstens jedoch, wenn hier oben die Frucht ist geborgen,
Kehrt sie zurück in ihr Unterwelt-Heim zu dem Gatten;    
kennt also viele uns drückende irdische Sorgen              
unsriges Sonnenlicht wie auch der Unterwelt Schatten.  

Nicht bloß die Fruchtbarkeit war für ihr Tun eine Frage,  
auch als Justizia das Trennen in Böses und Gutes:         
sinnbildlich trägt sie dafür in der Linken die Waage,        
während die Rechte das Schwert hält – erhobenen Mutes.

Jungfrau-Geborene gelten als fleißig, verhalten.              
Intoleranz: sie beeinträchtigt manchmal ihr Leben.          
Wenn sie ihr Motto - mein Ich und mein Alltag – gestalten,
tun sie am besten, die Seiten recht fest zu verweben.

© Manfred Albert a. G.                


© Manfred Albert a. G.: originale PC-Grafik, 08/2020
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Quellen zu den Bildern im Jungfrau-Tableau ganz oben
(sämtlich lizenziert und via Wikimedia Commons):
links: Sternbild der Jungfrau, Foto: Till Credner, 16.05.2004; © CC BY-SA 3.0.
oben: am linken Portal der Kathedrale von Amiens; Foto: Vassil, 18.04.2007.
unten: Book of Hours, the Fastolf Master, Bodleian Library, Oxford, ~ 1440-1450.
rechts: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Faltkalender ~1400

Die PC-Grafik wurde vom Autor mit einem eigenen Grafikprogramm erstellt.

Freitag, 21. August 2020

Siebzehn ↔ Siebzig

Interpretation dieses Verkehrszeichens: "Immer weiter und geradeaus"
Auf einer Webseite fiel mir ein Gedicht auf, das der dortige Autor wohl zuvor selber erst im Web gefunden und dann bei sich unter Angabe eines Links eingestellt hatte: "Siebzehn". Ich schrieb stante pede dagegen unter dem Titel "Siebzig" an und stellte meins drunter ein, fand aber nach einer Weile, dass es auch einen Einzelplatz verdient hätte – den bekommt es nun hier unter dem endgültigen Titel:


Siebzehn ↔ Siebzig

Man könnte ruhig siebzig werden –  
selbst das ist nicht besonders viel;   
zieht mancher seine Spur auf Erden 
erheblich länger doch zum Ziel.  

Der Mut, den er auf solchem Wege   
wohl nötig hat, fällt ihm nicht zu,   
Drum Siebzehner, wohl überlege –  
es geht von da bis jetzt … im Nu!  

Was dich dabei behindern sollte,  
das räumt Dir fremde Hand nicht fort;   
wer sich in jeden Busch gleich trollte, 
setzt keinen Fuß auf neuen Ort.  

© elbwolf (19.08.2020)
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Anmerkung:
Das Bezugsgedicht war durch den folgenden Link bezeichnet (ohne Gewähr und Verantwortung): http://worteweber.de/Feierabend/Siebzehn/Siebzehn.html

Dienstag, 28. Juli 2020

Tierkreiszeichen/07: Löwe – Teamwork

Als wir zur Verabschiedung des alten Jahres schon einmal ein solches Bilder-Tableau entwarfen – und zwar zum doppelgesichtigen Janus – entstand der Gedanke, es monatlich über ein Jahr hinweg mit den Tierkreiszeichen genauso zu versuchen und mit einem "Ulk"-Horoskop zu verbinden. Zudem fiel uns auf, dass von den zwölf Tierkreiszeichen die Mehrzahl (nämlich acht) ohne weibliches Pendant sind, die Jungfrau unbemannt ist, die letzten drei dagegen (modern aufgefasst) geradezu divers wirken. Hier haben wir es mit "Löwe & Löwin" zu tun. Augenzwinkernd!

Löwe / Leo
vom 23.07.2020 ← gültig → bis 22.08.2020
(Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs)



Es lebe der König … ? Der vom Zoo!

Der Löwe gilt immer als König der Tiere –
er braucht nicht noch dafür besondre Papiere!
Im Altertum durft' er zum Himmelszelt steigen
mit Persern, Ägyptern und Griechen im Reigen:
die Völker, die Löwen und Löwinnen ehren,
die hofften, den eigenen Ruhm zu vermehren.

Die Sphinx fraß, wer glücklos ihr Rätsel nicht löste.
Doch Herkules war ja schon immer der Größte:
er nahm sich das Fell, durch das Pfeile nicht dringen –
und Zeus ließ den Löwen zum Himmel verbringen.

Am besten versteht doch ein Löwe den andern
und braucht auch im Tierkreis nicht immer zu wandern.
Nicht selten den Busen vom Stolze geschwellt,
beäugt er voll Selbstsucht, wer zu ihm sich stellt.
Wenn findet der Löwe die Löwin als Star …
dann gibt es sehr bald eine Wuschelkopfschar.

© Manfred Albert a. G.                

© Manfred Albert a. G.: originale PC-Grafik, 07/2020

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Quellen zu den Bildern im Krebs-Tableau ganz oben
(sämtlich lizenziert und via Wikimedia Commons):
links: Sternbild des Löwen, Foto: Till Credner, 20.04.2004; © CC BY-SA 3.0.
oben: am linken Portal der Kathedrale von Amiens; Foto: Vassil, 18.04.2007.
unten: Book of Hours, the Fastolf Master, Bodleian Library, Oxford, ~ 1440-1450.
rechts: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Faltkalender ~1400

Die PC-Grafik wurde vom Autor mit einem eigenen Grafikprogramm erstellt.

Sonntag, 28. Juni 2020

Tierkreiszeichen/06: Krebs – Teamwork

 Als wir zur Verabschiedung des alten Jahres schon einmal ein solches Bilder-Tableau entwarfen – und zwar zum doppelgesichtigen Janus – entstand der Gedanke, es monatlich über ein Jahr hinweg mit den Tierkreiszeichen genauso zu versuchen und mit einem "Ulk"-Horoskop zu verbinden. Zudem fiel uns auf, dass von den zwölf Tierkreiszeichen die Mehrzahl (nämlich acht) ohne weibliches Pendant sind, die Jungfrau unbemannt ist, die letzten drei dagegen (modern aufgefasst) geradezu divers wirken. Hier haben wir es mit "Krebs*in" zu tun. Augenzwinkernd!

Krebs / Cancer
vom 22.06.2020 ← gültig → bis 22.07.2020
(Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs)


  
Zwickt der Krebs oder kitzelt er nur?

Im Juli folgt den Zwillingen nun Cancer.
Der Mythos gibt an Schauplatz wenig nur:
der Krebs half Juno mit der Zang' und Panzer
beim Kampfe gegen eine Kreatur.
Sein Mut sollt nicht umsonst gewesen sein –
und Juno stellte ihn als Sternkreis ein.

Schon damals wussten alle klugen Frauen,
dass Männer liebend gerne auf sie bauen.

Der Krebs, so unscheinbar auch seine Rolle,
die ihn zum Sternenbild des Juli kürt,
lässt ahnen, dass er vieles sagen wolle –
und kaum ein Merkmal, das man nicht verspürt.
Drum ist er auch im Tierkreis dargestellt:
Er zeigt uns auf, wie vielfältig die Welt.

© Manfred Albert a. G.                

© Manfred Albert a. G.: beides originale PC-Grafiken, 06/2020
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Quellen zu den Bildern im Krebs-Tableau ganz oben
(sämtlich lizenziert und via Wikimedia Commons):
links: Sternbild des Krebses, Foto: Till Credner, 20.04.2004; © CC BY-SA 3.0.
oben: am linken Portal der Kathedrale von Amiens; Foto: Vassil, 18.04.2007.
unten: Book of Hours, the Fastolf Master, Bodleian Library, Oxford, ~ 1440-1450.
rechts: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Faltkalender ~1400

Die PC-Grafik wurde vom Autor mit einem eigenen Grafikprogramm erstellt.

Dienstag, 21. April 2020

Die Fackel der Wahrheit – gut als Motto!

Bildhauer Detlef Kraft: Lichtenberg-Denkmal in Darmstadt (2017 *)

Der bekannte Aphorismus Lichtenbergs,

des sarkastischen Spötters und Erfinders der deutschsprachigen Abteilung dieses literarischen Genres, kann sehr wohl als ein persönliches Motto dienen.
Einerseits, weil es immer Gedränge infolge der vielen Ewig-Bärtigen gibt; andererseits weil immer zu wenig Fackelträger zwecks Erhellung unterwegs sind. Aber die bringen es eben fertig, manchen der Bärtigen Feuer unter den Arsss … Verzeihung! - den Bart zu versengen!
Die Verse – genauer: die Zeilen – hier drunter zeigen außerdem, wie man heutigentags nicht nur Reim- und Rhythmusstruktur eines Gedichtes auflöst. Nein, man kann auch die dritte heilige Kuh, seine Zeilenstruktur und -gebundenheit und mit ihr den Argumentationsstil auf die Schlachtebank treiben.
Und trotzdem auf dem Status "Gedicht" bestehen! Also gut: Pseudo-Gedicht!

Chromolithographie aus der rumänischen sozialistischen Zeitschrift
Lumea Nouă Ştiinţifică şi Literară von 1895 **).
Foto: Tantal; Quelle: Wikimedia Commons, Liz. gemeinfrei


 Die Fackel der Wahrheit
– Lichtenbergs Aphorismus –

Da reichlich oft – und nicht so ohne Grund - man dachte,
Dass ein gestandner Philosoph es doch vermag,
(wiewohl der selber sich vielleicht ins Fäustchen lachte)
der Dinge wahres Antlitz brächte an den Tag.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ../.

Es sei fast unmöglich, hatte belustigt unser Philosoph
konstatiert, die Fackel der Wahrheit durch ein dichtes
Menschengedränge zu tragen, ohne dabei jemandem
den Bart zu versengen. Ein unabwendbares Geschick!
Gedränge – das war immer etwas Physisches,
heute ist es dagegen öfters auch virtuell.

Dabei müsste die Fackel, um vorangehend leuchten
zu können, ja selbst bereits an einem brennenden
Feuer entzündet worden sein, wofür es durchaus und
schon von alters her die unterschiedlichsten Wege gab.
Der Feuerbohrer der Primitiven leistete das;
heute genügt simples Zuschalten an ein Netz.

In der Menschenmenge unterlagen die Beteiligten
alle auch unmittelbaren körperlichen Pressionen,
während sich die modernen Gruppierungen eher
ideellem Zwang und diktiertem Procedere beugen.
Oder sieht da jemand im Fraktionszwang von
Abgeordneten etwas anderes als Pressionen?
. . . . . .
Natürlich kam vor Zeiten schon und wellenweise
Immer wieder Bartschmuck gänzlich aus der Mode,
der eigentlich seinem Träger zur Zierde gereichte,
aber von der Lohe hätte versengt werden können,
Scheinen bartlose Gesichter nicht geradezu
die Menge einheitlich gesichtslos zu machen?

Über diesen wirklichen Begleiterscheinungen für
den Weg einer Fackel ist ihre eigentliche Aufgabe
leicht aus den Augen zu verlieren – so vielseitig,
wie die Welt ist, nämlich: Wahrheit voranzubringen
Soll eine Aussage Wahrheit für heute sein,
erkennt man das daran, dass sie - sengt!
.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . ../.
Nun hat die Wahrheit auch kein Lichtenberg gepachtet,
Obwohl der manch Gedanken scharf artikuliert.
Sooft man ihn deshalb auch zu zitieren trachtet,
passt auf, dass ihr euch selber nicht verspekuliert!

© versemacher (2009; Neufassung 2014; überarbeitet 2020)
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*) Das Lichtenberg-Denkmal
wurde anlässlich des 275. Geburtstages von G. Chr. Lichtenberg am 1. Juli 2017 vor dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus in Darmstadt enthüllt. Diese Skulptur schuf der Bildhauer Detlef Kraft. Quelle: via Wikimedia Commons. Liz.: CC BY-SA 4.0.

**) Bildbeschreibung bei Wikimedia auf Englisch:
A torch bearer, wearing a phrygian cap and a sword marked "Universal Suffrage", tramples upon four snakes (named "Exploitation", "Militarism", "Corruption" and "Ignorance"). She is leaning on a rock marked "8-hour Day", above which is a red flag with the paraphrased Marxist slogan "Proletarians from All Countries Unite". The three strips of cloth tied to the mast read, from left, "Brotherhood", "Liberty", "Justice". At the foot of the rock are agricultural utensils and a bundle of grain. The open book in the foreground is Karl Marx's Das Kapital, and the open one to its right reads "Union Makes Strength". In the background, over the anvil and cogwheel, a rising sun marked "The World of the Future". [nach Wikimedia]

Quelle für diesen Lichtenberg-Aphorismus:
Lichtenberg, Schriften und Briefe, Bd. 1, 1968, und Bd. 2, 1971 (Ausgabe von Wolfgang Promies). Die Lichtenberg-Gesellschaft listet den Aphorismus in ihren Auszügen aus den Sudelbüchern im Teil G als /G 13/ auf.
Abgedruckt ebenfalls in:
Gisbert Haefs (Hg): G. Chr. Lichtenberg – Sudelbrevier: Haffmanns Verlag 1988 S.95

Samstag, 25. Januar 2020

Fortune – Vermögen – Zufall – Glück

Hans Sebald Beham (1500-50): Fortuna (1541);
Privatsammlung; Foto: Yellow Lion, 2006;
via wikimedia.commons; Liz.: CC-BY 4.0.

Fortune – Vermögen – Zufall – Glück

Deine Welt ist nicht die meine!
Ich werd andre Wege gehen,
du kannst meine nicht verstehen –
jeder geht für sich alleine.

Gilt die Welt allein dem Scheine –
dieser Glimmer wird verwehen:
der wird vor dem Nichts dann stehen,
wer nicht kommt mit sich ins Reine.

Wer sich mag für groß auch halten –
seine Taten, sein Gehabe –
Meinungen sind da gespalten.

Freu sich jeder seiner Gabe!
Denn trotz allem Gut und Geld –
man ist nur ein kleiner Held.

© Luzie-R.
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 Bildbeschreibung:
A winged woman holding a palm branch in her right hand and a spinning wheel with a small man perched on top in her left, walks past a globe, while a ship with billowing sails is passing by in the background; allegorical figure representing Fortune; first state of six. A fine impression, the monogram and date under-inked and printing faintly, a small abrasion at top left corner. [zit. Wikimedia Commons]