Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

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Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Dienstag, 27. Dezember 2022

Was zu vermeiden wäre …

Foto: Aihartza, Tunesien; 27.08.2008; Liz. "Freie Kunst".
(mangels Trampeltieren mussten Dromedare einspringen)

 

Was zu vermeiden wäre
- geht sogar als Akrostichon noch durch -


Wenn über eine dumme Sache,
         ein jeder seinen Schnabel wetzt,
         geht schnell nicht mehr zu unterscheiden,
         wer Recht denn hätte bis zuletzt.

        
Genügte es zu hoffen, ob denn
am Ende Gras gewachsen ist …
         so könnte man den Streit begraben,
         ganz ohne jede Hinterlist.

         Doch Gräser sind so voller Säfte,
         dass rasch auf allen seinen Vier
kommt sicher ein Kamel gelaufen –
         der Sorte nach ein Trampeltier.

         Es hat nur dieses Grün im Kopfe!
         Dass du mir also nicht vergisst:
         vom Gras halt ein Kamel recht ferne,
das alles wieder runterfrisst.

© elbwolf, am 27.12.2022

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Die Handvoll Gedichte-Schreiber auf Versbildner
wünscht ihrer Anhängerschaft und auch sich selber
zum Jahreswechsel 2022 auf 2023 alles Gute!
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Sonntag, 6. November 2022

November

Luzie Rudde                         eigenes Foto, unbearbeitet

November

- Akrostichon –

N  un ist es wie in jedem Jahr

  o        ktober ist so schnell vergangen

   v         orbei ist es mit Sonnenschein

   e         in kalter Wind peitscht meine Wangen

  m      ich fröstelt es durch Mark und Bein

   b        eim Wandern spüre ich seit langem

   e         s geht dem Jahresende zu

   r          astlos ist Zeit – sie gibt nie Ruh

 

 © Luzie Rudde


Der Google-Interpreter setzt die gestochene Word-Vorlage leider nicht besser um ...

Freitag, 21. Mai 2021

Wenn der Sommer ...

Eigenes Foto der Verfasserin     
(zum meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni 2021)


Wenn der Sommer sich verkündet,
Rosenknospe sich entzündet,
wer mag solches Glück entbehren?

Johann Wolfgang von Goethe     
aus: Faust II, Verse 5152-4
     

  

Wenn der Sommer
/Akrostichon, teils gereimt/

W enn der Sommer von sich kündet,
E inzug hält in der Natur,
n eu die Sonne morgens zündet,
n ährt den Himmel mit Azur –

d ann kann auch mein Tag beginnen,
e r erscheint mir wonniglich;
r uhig, leicht die Stunden rinnen.

S ieh, die Sonne scheint für Dich;
o b ich mich mal treiben lasse –
m it dem Sonnenwinde gar;
m ich mit Leichtigkeit befasse ...
e ines ist mir ganz schnell klar:
r uhig leicht die Wolken fliegen,

s chweben fort in weite Höhn,
i n die Lüfte mich zu ziehen;
C ausa! die kaum je geschehn.
H erzlich gern hätt ich auch Flügel –

v ogelgleich, dahinzugleiten ...
e insam über Tal und Hügel;
r eichlich kühn, nicht zu bestreiten.
K ritisch mahnt es mich sogleich:
ü ber alles sich erheben –
n ie könnt mir das Glück je bringen;
d ank dem HErrn darf ich ja leben –
e r lässt mich in vielen Dingen
t äglich Möglichstes erstreben.

© Luzie Rudde

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Das Akrostichon ist keine eigene Gedichtform, sondern
eine Art stilistisches Kunststück und kann als Brücke
zwischen den Strophen- zu den Gedichtformen angesehen
werden (nach Stummer, S. 106-7)

Freitag, 24. April 2020

Leichtigkeit (Akrostichon)

Foto: Simon Eugster, 8. April 2005; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

   Die Leichtigkeit des Seins
-                                -  Akrostichon -

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as Leben ist ein Dasein mit Gewinn;
m großen Ganzen weder leicht noch schwer.
in Kind ohn Vorbehalt von Anbeginn –

ebt dieses Leben, fragt nicht, wo kommts her-
s schaut, nimmt an, was immer ihm gegeben,
n Kinderaugen ruht die ganze Welt.
herub manchmal, kann auch vor Wut erbeben -
öchst lieblich, ruhig gar ist weit gefehlt!
rotz allem ist aus Liebe es entstanden,
n seinem Umfeld findet es meist Schutz ...
enießt die Leichtigkeit, die noch vorhanden -
ann zeigen sie, in Liebe wie im Trutz.
in kleines Kind, noch ist es sorgenlos
n seiner kleinen Welt so ganz geborgen;
anzt seinen eignen Tanz ganz virtuos

enkt nicht an das, was ist am nächsten Morgen.
in Mensch, der viele Jahre schon gelebt,
ucht nach dem Sinn des Lebens oft vergeblich.

ein Wirken ist nach Wohlstand oft bestrebt,
rreicht er ihn, wird oft er überheblich;
hm kommt die Leichtigkeit dadurch abhanden -
ur noch der Mammon und das Image zählt.
pät sieht er ein, dass er hat falsch gewählt.

© Luzie-Rudde

Donnerstag, 5. März 2020

Im Frühlingswind (Akrostichon)

Walter H. K. Schulze, Worpswede: Gemälde für eine Postkarte.
Quelle: Archiv Schulze-Stanjek, 2014; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

Im Frühlingswind
–  Akrostichon  –

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m Frühlingswind beginnt ein neues Leben;
an spürt den frischen Atem der Natur;

rei lassen wir die Blicke weithin schweben.
eihum erwachen bald der Wald, die Flur.
nd sollte uns der Winter nochmals dräuen:
r ist in Bälde seiner Macht beraubt,
at wenig Kraft und könnte uns erfreuen,
ieß er es zu, dass Schöpfung sich belaubt;
n ein’gen Wochen soll schon alles blühen.
un wird, wie jedes Jahr, es weitergehn.
eheimnisvoll – ohne menschliches Bemühen.
o wird die Pflanzenwelt fortan bestehn.

ir Menschenkinder sind hinzugekommen,
m Wesen eingebunden in den Kreis –
icht Zufall hat uns mit hineingenommen –
och wie? Mir fehlt da leider der Beweis.

© lillii (Luzie-R)
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Das Akrostichon kann man als Brücke von den Strophen- zu den Gedichtformen ansehen. Die Anfangsbuchstaben der Zeilen haben, nacheinander gelesen, einen engen Bezug zum Inhalt des Gedichtes. Strophengliederung, Versart und -länge sowie gegebenenfalls die Reimung unterliegen keinen Vorschriften, dürfen aber auch nicht regellos daherkommen. [nach Stummer: Vers, Reim, Strophe, Gedicht; S. 106]

Montag, 14. Januar 2019

Wort-Akrostichon nach Goethen

1 Tagewerk vermutlich zweier Fresken-Maler, die über Kreuz arbeiteten 
(einer malte die Floralornamentik, der andere die Tiere), von ca. 1180 (Romanik).
Autor: Markoz, Foto: 11.12.2014; via wikimedia.commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

Doppeltes Wort/Strophen-Akrostichon
 (nach einem Vers von J. W. v. Goethe)

Ein  

Tag hat seine vierundzwanzig Stunden
wie soll man die bloß füllen? Was tu


ich
Guter
selbst? Frühes Aufstehn sichert Schwung,
der dann auch halten müsste bis an


den
Abend
hin, und das bedeutete, einen vollen lieben langen Tag! Wie stets im großen


Ganzen
kommt
es darauf an, sich niemals zu verlieren:
schnell vertrödelt ist er nämlich, der helle


Tag.
Heran
schleicht sich die Dunkelheit; unvollendet
liegenbleibt, was bis dahin noch nicht


getan.
Wenn
wir uns hielten an die großen Vorbilder – 
dazulernen könnten wir auch von unsrem


Goethe

elbwolf, 13.11.2018
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→ Lit.: STUMMER, S. 106/7