Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Donnerstag, 16. Februar 2023

Limericks nach Eugen Roth

Edward Lear: More Nonsense (№ 3, ~1875, James Miller Edition); gemeinfrei

Limericks nach Eugen Roth


Der Münchener Dichter Eugen Roth (1895–1976) veröffentlichte 1966 mit © beim Carl Hanser Verlag und dann in Lizenzausgaben bei der Büchergilde Gutenberg eine Auswahl aus seinem Schaffen unter dem Titel

"Neues vom Menschen".

Dort findet sich auch ein Kapitel (S. 95-101) mit 31 Limericks, die Roth damit zu einem Zeitpunkt vorlegte, als es noch über 10 Jahre dauern sollte, bis "HME" im Auftrag des Insel-Verlags Edward Lears Kompletten Nonsens ins Deutsche "schmuggelte". Danach brauchte es noch einmal über drei Jahrzehnte, ehe sich eine (Semantik-) Formel für den Aufbau der Limerickstruktur durchsetzte, die seitdem alleiniger Maßstab für einen korrekten Limerick ist:

a: ((u)u)–uu–uu–(u(u))
a: ((u)u)–uu–uu–(u(u))
b: ((u)u)–uu–(u(u))
b: ((u)u)–uu–(u(u))
a: ((u)u)–uu–uu–(u(u))

mit: – = betonte Silbe; u = unbetonte Silbe; (u) = leer oder u

Gemessen an dieser Formel genügen lange nicht alle Roth'schen Fünfzeiler heutigen Ansprüchen, wobei am häufigsten dagegen verstoßen wird, dass der zentrale Teil der Formel immer das Aussehen "–uu–uu–" (bzw. in den b-Versen "–uu–") haben muss, weil er den charakteristischen Limerick-Rhythmus hervorbringt.
Da im Umgang mit Limericks strenges ©-Right kaum einforderbar ist und schon eine Veränderung der Interpunktion einen "fremden" zu einem "eigenen" Vers machen könnte, werden hier einige der uns von Roth als defekt hinterlassenen Limericks respektlos "regularisiert":

(1)     Ihr jüngeren Brüder und Schwestern,
         Lasst ab, stets uns Ältre zu lästern!
         Wer weiß denn, was bleibt?
         Was heute ihr schreibt,
         Ist morgen schon wieder von gestern.

(3)     Die melodische Sprache der Griechen
         …

(6)     Erst gings nur ums Zeigen der Waden,
         Und dann in Familie zu baden,
         Und weiter und weiter. –
         Wir fragen, fast heiter:
         Was kann der Moral heut noch schaden?

(7)     Ringsum auf dem irdischen Balle:
         Krawalle, Krawalle, Krawalle!
         Die Welt voller Wahn
         Und schuld sind daran
         Wir alle, wir alle, wir alle!

(…)

(29)   Da war eine Jungfrau in Witten
         Die hat keinen Mann je gelitten.
         Und keiner erriet sie:
         Erst tat sie, als wollt' sie –
         Doch keinem half Flehen und Bitten.

(30)   Recht brav war ein Mädchen aus Düren,
         Das ließ erst in Köln sich verführen.
         Seine Bahn wurde schiefer,
         Und es sank immer tiefer –
         Nahm schließlich dann höhre Gebühren.

(31)   Ein schüchterner Jüngling in Ansbach
         Lief brav einer dümmlichen Gans nach.
         Längst wär er ihr Gatte!
         Doch Heil ihm, er hatte
         Den Mut nie, dass je er sie ansprach!

-----------------------------------------------------------
Schwamm drüber!

         "Ein Mensch" in Gedichten von Roth                 u-uu-uu-
         Ist Bleibendes, das er uns bot.                           u-uu-uu-
         Da hat er begeistert                                            u-uu-u
         Mit Ruhm sich bekleistert –                                u-uu-u
         Echt bayrisch – von Korn und von Schrot!         u-uu-uu-

elbwolf (WH) / 16.02.2023
/© nur für den einzigen eigenen Limerick!/

Montag, 11. Juli 2022

Indische Spruchweisheit – "verlimerickt"


"Wohl kaum ein anderes Gebiet der
Literatur vermag ein so farbenreiches
Bild vom Leben, Denken und Fühlen
der Inder zu vermitteln wie die
Spruchdichtung.
Die hier zitierte Sammlung vereint etwa
tausend Sprüche aus einem Zeitraum
von mehr als 12 Jahrhunderten.
Viele der Strophen sind zudem in ihrer
poetischen Bildhaftigkeit oder ihrer
lakonischen Kürze, in ihrer bisweilen
lyrischen Zartheit oder ihrer starken
Gefühlskraft kleine Meisterwerke
der Dichtkunst."
In Deutschland ist die indische
Spruchdichtung schon früh bekannt
geworden – dank des Wirkens von
Herder, Heine und vor allem von
Friedrich Rückert.
Im Beitrag werden einige Sprüche als
Quelle für eine Wiedergabe im Limerick-Format gewählt.

[nach dem Klappentext der Buchausgabe]


 Indische Spruchweisheit – "verlimerickt"

Frauenschönheit
Weil man vor allem, was verborgen                                               gehalten wird
besondere Achtung hat,          
pflegen die Frauen ihren Busen
mit einem seidenen Tuch zu verhüllen.


                                                           № 338
  Auf Verborgenes hat man sehr acht
  und versteckt die bezaubernde Pracht.
          Die Frau hüllt den Busen –
          außer eben fürs Schmusen –
  in ein seidenes Tuch mit Bedacht.

Begehren
Wer einer sich nach Liebe verzehrenden                                                     Frau,
die selbst zu ihm, dem Mann, gekommen,
nicht ihr Verlangen stillt,
fährt von ihren Seufzern getötet zur Hölle.


                                                           № 354
  Wenn die Frau sich vor Liebe verzehrt
  und den Mann durch ihr Kommen beehrt,
          sei er ihr auch zu Willen,
          das Verlangen zu stillen –
  eh ihr endlos Geseufz' ihn entehrt.

Liebe
Die Eule sieht nichts am Tag,
die Krähe nichts in der Nacht,
ein von Liebe Geblendeter aber
sieht weder Tags noch in der Nacht.


                                                           № 459
  Die Eule am Tage nichts sieht,
  die Krähe das Nachtschwarze flieht.
          Wer sein Herze verpfändet,
          weiß – von Liebe geblendet –
  weder nachts noch am Tag was geschieht.

Weiberart
Nimmer lässt sich bewahren
Wasser in einem ungebrannten Krug,
feines Mehl in einem Sieb
und eine Neuigkeit im Herzen einer                                             Frau.


                                                           № 470
  Kein ungebrannt Krug hält das Wasser,
  feines Mehl rinnt durch Siebe noch krasser
          doch erzähl einer Frau
          etwas Neues genau
  und ihr Herz plaudert aus ... den Verfasser.

Für die vorgenommene Auswahl:
elbwolf, 11-7-2022

Montag, 6. September 2021

Eiszeit mit Wespen (Limericks)

(lizenzfrei von Pixabay)
 
Eiszeit mit Wespen (Limericks)
  

Als nach sonnigen Stunden am Abend
ich genüsslich beim Eis saß, mich labend,
         da fanden sich ein
         fünf Wespen gar klein –
voller Freuden am Eis bei mir grabend.

Also macht' ich ein Experiment,

und ich löffelte ganz vehement
         um die Wespen herum.
         doch ich hört' kein summ, summ!
denn sie naschten am Kirsch' im Moment.

Doch die Kirsche enthielt Alkohol,
und der tat diesen Tierchen nicht wohl:
         sie wurden besoffen

         und sagten betroffen
dieser Eiswelt im Nu Lebewohl ...

© Luzie-R.

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Nachgefragt:

Und? Zogen "die Süßen" Schlussfolgerungen?

Zunächst wurden Wespen mal sauer,
dann machten sie sich aber schlauer:
         sie wetzten den Stachel
         recht scharf an 'ner Kachel
zum Brauchen auf längere Dauer.
         Sie pfiffen auf Eis
         und ähnlichen Schei... –
sie legten fortan sich auf Lauer –
und piksten dann deutlich genauer!

Das fand ein Kommentator heraus.
Mahlzeit!

Sonntag, 11. Juli 2021

Ein bisserl lyrischer Nonsens

The solution to the Sam Loyd donkey puzzle;
Urheber: Sakurambo, 03.07.2016; via Wikimedia Commons; gemeinfrei.

Vom Epigramm zum Limerick:
Wir greifen auf gut Glück zu den Humanisten-Epigrammen "Galle und Honig" [RUB 942, S. 89] und finden bei Georg Schüler (1508-60) das Epigramm

Ein Dieb durchsuchte nachts das Haus
          des Bankrotteurs Philen:
Vergeblich", rief der, "stöberst du:
          Ich kann auch tags nichts sehn."                       /G. Schüler/

Das nehmen wir als Anregung zu einem Limerick:

Sie hätten mich nachts fast bestohlen –
drauf hab ich den Dieben empfohlen:
        "Was soll diese Plage –
        kommt lieber am Tage                                    /nach Schüler/
und seht, es gibt kaum was zu holen!"                        /© elbwolf/


Noch einen Spiegel-Limerick (9-zeilig):

Begrenze für anstehnde Feste
die Zahl der geladenen Gäste,
          denn höchstens neun Musen
          sind noch zu verknusen –
du hast nur ein Haus, nicht Paläste;
          zumindest drei Grazien
          lass knabbern Pistazien –
und Dach überm Haus ist das Beste,
weil Regen dann keinen durchnässte!

 

Und nun Kreuzworträtselwörter – "um die Ecke gedacht"

Lasst uns nun so um die Ecke denken, wie uns das die Autoren gewisser Kreuzworträtsel zumuten: sie verpacken die gesuchten Rätselwörter so, dass man oftmals den Eindruck hat, sie machten sich über die armen Aufrater lustig.
Ein Beispiel:

         Schreiber bei Goethe, wegen Kopflosigkeit als Reiseführer ungeeignet.

Goethes "Schreiber" hieß ... Eckermann! Unter den Reiseführern gibt es auch die von Neckermann; fehlt einem solchen der Kopf, also der erste Buchstabe (ich meine: den Neckermann, nicht den Goethe!), ist das Eintragungswort gefunden.
Hier in dieser Abteilung ist das gesuchte Wort nicht nur textlich spitzfindig beschrieben, es ist bereits in ein Sprüchlein verreimt worden! Sie sollen nun herausfinden, wie das Lösungswort heißt, das dann schon ins Kreuzworträtsel einzutragen wäre:

Gezogen wie geschoben
(1)     Das Weib folgt wie die Lücke seinem Schritt,
         und nichts zu sehen, was sie sonst noch eint;
         dem Bau wie Jahr folgt er sofort im Tritt,
         doch ist beileibe Baujahr nicht gemeint.

Ein Schnaps vom Wachholder
(2)     Tschaikowski sucht vergeblich einen Namen
         für seine Oper, sie damit zu rahmen;
         trinkt dann 'nen einzelnen Wachholderschnaps,
         als er ganz unerwartet ruft: "Ich hab's!"

Verschränkte Hände
(3)     Ein Mann, der uns die Reize einer Frau
         beschreibt und das zudem auch sehr genau
         und ohne zu gebrauchen seine Hände –
         der ist ein Mann! Doch oft genug Legende.

Schlechte Lehren
(4)     Die Ariadne hat solch einen Faden,
         für rein und wieder raus am Labyrinth;
         wer ungeachtet dessen leidet Schaden,
         der merkt, dass manchmal jede Lehre spinnt.

Dicke Luft
(5)     Nicht jede 'dicke Luft' ist hausgemacht,
         und diese hier vermindert gar den Schaden;
         falls es beim Autofahren einmal kracht:
         da will gestaute Luft sich auch entladen.


© elbwolf, Juli 2021
Ja, die Lösungen ... die finden Sie hier unter dem Strich!
-----------------------------------------------------------------------------
Markt / Onegin ("Ein Gin") / Gentleman / Irrlehre / Airbag

Montag, 21. Juni 2021

Juni - Ein Monatsbild: Zwei Limericks auf die Blumenpracht

Frühsommer-Blüher am Haus – Salbei und Rote Schafgarbe, neben anderen;
Foto-©: die Verfasserin


 
Zwei Limericks auf die Blumenpracht
 

Hier blüht sie noch leuchtend am Hause,
die Blaue Salbei – kein Banause
         erhält je Pardon,
         der Hustenbonbon
verschmäht und vertauscht gegen Brause.

Die Schafgarbe gleich welcher Färbung,
die bleibt sich nicht treu bei Vererbung.
         Nur eins ist ihr wichtig
         und bleibt immer richtig:
sie sieht sich so gern in der Werbung.

© lillii (Luzie-R)

Montag, 21. Dezember 2020

Kehraus bei den eigenen Versen

 Kehraus bei den eigenen Versen

 Liebe Leser dieser (und ich meine damit eingeschränkt – meiner eigenen) Verse!

Es war das Corona-Jahr "2020", das mit der Impfmöglichkeit nun doch noch auf das Licht am Ende des Tunnels zuzugehen scheint. Da wird man schon einmal zurückschauen dürfen, was trotz allem geworden ist.

 Diese Rückschau ist für mich umso mehr angezeigt, als ich nach 14 Jahren Mitgliedschaften in vier verschiedenen Communitys mich wieder zum "Single" gemacht habe. All die Gängelei, alles Unverständnis von Seiten der "Administratoren und Administratorinnen" liegt hinter mir. Ich versuche nun, meine immer umsichtig bewahrten Texte auf die Reihe zu bringen.

Und dabei den Leitspruch dieser Gemeinschaften,

"Spaß – nicht Versmaß!"

wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, wie ich es stets gehalten habe:

→ Versmaß – macht erst richtig Spaß! ←

Das Vorhaben ist, meine eigenen Beiträge nach drei Themenkreisen zu ordnen – und damit den unterschiedlichen Kenntnissen von Lesern entgegenzukommen. Sie möchten vielleicht selber produktiv sein oder werden, aber ihren bislang mehr intuitiven Umgang mit der Lyrik beibehalten und durch Möglichkeiten des Vergleichens lieber sicherer werden.
Entsprechend sollen diese drei Gebiete umfassen:

● Nonsens, Scherz und Spaß
● Wege zu großen Strophen
● Erato's Reich – Erotik, Lust und Liebe.

Ganz oben zeigt das heutige Titelbild meine Vision zum Teil-1 mit dem Kopfschmuck für das Kapitel der Vierzeiler-Epigramme. Und hier drunter folgen einige Verse, die bislang unter den Tisch gefallen sind oder gerade erst entstanden.

Klapphornverse

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
der hintre träumt, er ginge vorn,
doch vorn ging schon der erste
und nicht durch Korn – durch Gerste!

Zwei Mädchen reichte das Geklingel –
sie machten schon zu lang auf 'Single'!
Sich mal per Agentur verlieben ...
so sind sie 'Singles' auch geblieben.

Es lebt – fest angestellt – hienieden
ein Kroko bei den Pyramiden.
Dort frisst es alle die Besucher,
die Eintrittspreise fanden Wucher.

 Leierkastenverse

  Hoffnungsloser Fall 

Ziel gut auf mich und triff,
denn das lohnt nämlich immer!
Ich krieg nichts in den Griff –
bin eben Trockenschwimmer.
Gesellschaftlichen Schliff
verpasste mir kein Trimmer;
selbst nach dem letzten Pfiff
hab ich noch keinen Schimmer …


Epigramm


Limerick




 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
Allen Lesern ein friedliches Weihnachten 2020 – elbwolf

Mittwoch, 9. September 2020

Latin-Lover-Limericks

Die sog. Kapitolinische Venus in Rückansicht ("a tergo“).
Antike Kopie nach Praxiteles’ Aphrodite von Knidos (4. Jh. v.u.Z.).
Im Jahr 1752 von Papst Benedikt XIV. den Kapitolinischen Museen gestiftet.
Standort: Rom; Quelle: Wikipedia Commons; © Sailko, Liz.: CC BY-SA 3.0

Latin-Lover-Limericks
-----------------------------------
Parodistische Limericks erotischen Einschlags

Pietrificato (Versteinert)
----------------------------------              
Kapitol heißt ein Hügel - bloß wo?
Eine Venus, ganz nackt, zeigt Popo.
Sie ist völlig aus Stein.
Wär mit der man allein …
Gäb es doch ein Problem – und wieso? *)

I Cesari (Die Cäsaren)
-------------------------------
Es hatten in Rom die Cäsaren
Wohl alle das gleiche Gebaren:
Statt sich Mädchen zu leisten
wollten Knaben die meisten:
Das galt einst als Nießbrauch-Verfahren.

Il Poeta (Der Dichter)
-----------------------------
Boccaccio blieb stets in Italien,
Berichtet von Dame Eulalien:
Deren Acker war klein,
Eine Furche – doch fein.
Das pflügt man sehr gern in Italien!

L'avventuriero (Der Abenteurer)
---------------------------------------------
Casanova gefiel's in Venedig,
Denn die Frauen sind dort ziemlich gnädig.
Im Kasino, beim Dreier,
Spielte gern er den Freier,
Danach türmt er schnell aus Venedig.

Gli attori del cinema (Filmschauspieler)
--------------------------------------------------------
Vor Marcello, im Brunnen von Trevi,
Schwamm Anita, als wär sie die Navy.
Sein Traum von der Lust
Wich bitterem Frust:
Kein Sex mit Anita in Trevi!

Il cavaliere (Der Kavalier)
-----------------------------------
Cavaliere hat Models in Menge –
'Ne Junge trieb ihn in die Enge:
Besonderes Happi:
Sie rief ihn nur Pappi.
Drauf kriegt er von Vroni noch Senge!

Ragazzo docile (Gelehriger Bub)
----------------------------------------------
Und zum Schluss noch ein Bursch aus Abruzzen:
Ja, den holen die Frau'n gern zum Putzen.
Gar hitzig ihr Dank –
Er wienert so blank!
Das befriedigt die Frau'n in Abruzzen.  

© elbwolf (2012-20; bearbeitet)
----------------------------------------------------
Erstveröffentlichung:
im Almanach "Liebe, prickelnd wie Sekt";
Edition Wendepunkt, Weiden, ISBN 978-3-938728-21-5

*) Nun … man müsste dann selber Pygmalion sein, damit die Galatea-Figur sich einem öffnete.

Ein Wort zu den Limericks:
Es gäbe, sagt man, folgende Klassifikation für diese Gedichtform: 2% wären für jedes Publikum geeignet; für weitere 3% gäbe es bei einer Beichte wegen Lesen und/oder Anhören noch die Absolution; der Rest sei nur für Herrenabende gedacht. Wir bewegen uns hier anfangs der "mittleren Stufe" und gedenken, auch bei anderen Erotika nicht darüber hinaus zu gehen.
Danke!

Freitag, 21. Februar 2020

Globetrotter-2/2: Von den Niltempeln endlich wieder heimwärts (Limerick-Ballade)

via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0

Legende, die legendär ist:
Gereist wird noch und noch, bis das Geld alle ist und/oder die Gesundheit streikt.
Spätestens dann aber … da wird erzählt:
"Waren wir doch vor drei Jahren - oder sind es schon vier? - mit dem Reisebüro ..., hach, ich komm jetzt nicht auf den Namen, in äh … Dingsda ..., na, nu  sag schon!"
Ja, so trottet man über den Globus und produziert Kohlendioxyd!


Globetrotter (2/2):
Nach den Niltempeln endlich heimwärts
– Ballade aus einer Folge von Limericks –

Von der wird man ziemlich labil.             
Dran schuld sind die Tempel,       
Die machen plemplempel:            
Es sind ihrer einfach zu viel!                   

Ein Tipp noch betreffs des Oman: *)      
Der gleicht nämlich einem Vulkan –       
          Schon manch einer büßte            
Die Hitze der Wüste                      
Mit seinem Verstand ganz spontan.      

Im Park von Oom Krüger **) die Viecher,
Die sind überhaupt keine Kriecher         
Und nehmen als Beute                 
Nur manche der Leute –               
Sie haben für die einen Riecher!           

Foto: Ernmuhl (lb.wikipedia), Leopard im Kruger National Park (2006);
via Wikimedia Commons; GNU-Liz. f. freie Dok. ab V.1.2

In "Jurop" sind nur Balearen                  
Ein Ziel für teutonische Scharen:           
Die kommen in Haufen,                
Um voll sich zu saufen                  
Und denken beim Bier nicht an's Sparen.

Schluss-endlich bleibt übrig: Paris!        
Doch findet selbst das mancher mies:  
          Beim Turm von Herrn Eiffel ***)    
          Kommt mancher in Zweifel,         
Wie hoch denn der sei – ganz präzis.    

Wer nirgendwo ernsthaft gestrandet     
Und heil ist zu Hause gelandet,             
Erzählt dann haarklein                  
Das größte Latein,                        
Wie rundum der Globus so brandet.      

Es wird sowieso niemand wagen          
Zu stellen noch dümmliche Fragen.      
          Erinnerungslücken                        
Sind übliche Tücken –                   
Die kosten nicht Kopf und nicht Kragen!

© elbwolf (2008 ff., bearbeitet 2020)
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
→ Im 1. Teil ging's westwärts zu den hl. Kühen! ←
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**) gemeint ist das größte Wildschutzgebiet Afrikas, seit 1926 benannt nach dem einstigen Präsidenten der SAR, "Oom" Paul Kruger (1825-1904) als Kruger-Nationalpark.
***) Die Höhe des Eiffelturms beträgt seit dem Jahr 2000 (einschließlich der Antennenaufbauten) genau 324,82 m.

Sonntag, 9. Februar 2020

Globetrotter-1/2: Westwärts zu den heiligen Kühen (Limerick-Ballade)

Foto: Alex Proimos, Cinematic New York City / Broadway (2011)
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY 2.0

Legende, die legendär ist:
Gereist wird noch und noch, bis das Geld alle ist und/oder die Gesundheit streikt.
Spätestens dann aber … da wird erzählt:
"Waren wir doch vor drei Jahren - oder sind es schon vier? - mit dem Reisebüro ..., hach, ich komm jetzt nicht auf den Namen, in äh … Dingsda ..., na, nu  sag schon!"
Ja, so trottet man über den Globus und produziert Kohlendioxyd!


Globetrotter-1/2:
Westwärts zu den heiligen Kühen
– Ballade aus einer Folge von Limericks –

Darüber gibt’s keine Debatte:
Die deftigen Reise-Rabatte
Die musst du nicht suchen,
Nur rechtzeitig buchen,
Und schon stehst du mit auf der Matte.

Das Ticket zu kaufen – ein Spiel;
Big Äppel ist strahlendes Ziel.
Am Broadway mal shoppen
Das geht nicht zu toppen –
'Ne Wrangler, die kostet nicht viel.

In Mexiko sind die Vulkane
Mit Eis ganz bedeckt wie mit Sahne:
Nach oben gehts munter,
Nicht aber herunter,
Doch hilft einem da der Schamane.

Für'n Abstecher bis nach Australien
Besorgst du dir Zusatz-Fressalien:
Wenn die Kängurus hüpfen
Ist's vorbei mit Entschlüpfen
Zwecks Suche nach mehr Naturalien.

Überflieg' dann getrost Philippinen;
Das erspart dir entsprechend Zechinen:
Nur Inseln vorhanden –
Das lohnt nicht zu landen!
Du lässt dich woanders bedienen.

Mount Everest – monumental !
Du wirst dann im Frühjahrs-Quartal
Mit Kräften nach oben
Von Sherpas geschoben –
Nur DANN ist das Trekking nicht Qual.

Foto: Marc Shandro, Eine Kuh, heiliges Tier in Indien, im Straßenbild (2004);
via Wikimedia Commons; Liz.: CC 2.0 Gen

Der indische Subkontinent
Ist so, wie ihn jeder schon kennt:
Nicht die Spur eines "Muh!"
Sagt die heilige Kuh,
Die über den Haufen dich rennt.

© elbwolf (2008 ff., bearbeitet 2020)
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→ Im 2. Teil geht’s endlich wieder heimwärts! ←
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Anmerkungen:
1) Der Broadway ist eine breite Avenue in New York City, die Manhattan in ganzer Länge durchzieht und dann noch die Bronx. Er ist die älteste Nord-Süd-Hauptverkehrsader der Stadt.
2) Wrangler Jeans bekam man einst in Deutschland schon für € 49.99; jetzt hat man meist von 59,95 an aufwärts zu berappen – vielleicht also doch besser in "Big Äppel" shoppen?!

Mittwoch, 17. April 2019

Tierischer Nonsens – kleine Limerick-Sammlung-2

Rotes Moorhuhn in den Mooren von Yorkshire (England); Foto vom 20.5.2008
    Urheber: lostajv; Quelle: flickr, via wikimedia.commons; Liz.: CC BY 2.0

Tierischer Nonsens – kleine Limerick-Sammlung-2
-       Teamwork mit Gästen    - 

Moorhuhn-Flug
Das Moorhuhn im Sumpf schreit gickgack; 
es pfeift auf das Hick und das Hack.
Nur ist es nicht dumm:
hört's Jäger-Bumbum,
so fliegt es gleich zicke und zack.                  /© elbwolf/

Spatzen-Suchanzeige
Die Sperlingsfrau tschilpt: "Bin ein Spatz,
ich suche mir grad einen Schatz.
Muss pfeifen wie ich
und keifen nie nich –
dann wär er ein lieblicher Fratz.                     /© lillii/

Katzenwäsche
Die Katze jagt immer die Maus
und schleppt die Erwischte ins Haus,
dann leckt sie die Pfoten,
weil Reinheit geboten
sonst wirft man samt Maus sie hinaus.        /© lillii/

Brillenschlange
Es kriecht eine Schlange mit Brille
sehr sorgsam durch jegliche Rille.
Sie jagt gern als Beute
erwachsene Leute,
mit denen sie spielt "kille-kille"!                      /© elbwolf/

Eisbärjob
Der Eisbär, der schleicht ohne Schmollen
auf Sohlen ganz leis über Schollen
und jagt eine Robb'.
Getan diesen Job,
tut meistens er wieder sich trollen.                /© elbwolf/

Kroko-Trip
Man sieht noch im Nil Krokodile –
im Ganges sind's nicht mehr so viele.
Vom Nil bis zum Ganges
schwamm einst ein ganz langes –
es war ihm zu weit bis nach Chile.                /© elbwolf/

Beweislage bei Spechtens
Frau Buntspecht hat endlich Beweise,
klopft wütend und dreht sich im Kreise:
ihr Specht bricht die Treue,
beklopft eine Neue –
ganz sicher hat er eine Meise!                       /© HeCaro a.G./

Kuckucksrufe
Wann gibt sich der Kuckuck 'nen Ruck –
ruft künftig ein einfaches Kuck?
Sein Doppel-Signal,
das klingt so fatal,
als nähm er zu oft einen Schluck.                 /© elbwolf/

Zusammenstellung: 16.04.2019
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Anmerkung:
Teil-1 unsres "tierischen Nonsens" hatten wir hier auf "Versbildner" bereits unter dem Datum des 17.2.2019 gepostet.