Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Dienstag, 31. Dezember 2024

Sisyphusarbeit

Franz v. Stuck (1863-1928): Sisyphus (1920)
(via Wikimedia Commons; Liz.: Public Domain)

 

Sisyphusarbeit

Nehmt nur den Sisyphus euch her:
Er rollt den Stein am Berg hinauf;
Ist er dann oben angelangt,
Setzt sich der Stein in freien Lauf
Und rollt dabei geschwind und munter
Den ganzen Berghang wieder runter.

Der Sisyphus blickt hinterher:
Man sieht ihm an, er ist verdutzt!
Der Grund ist gar nicht kompliziert –
Die Rollerei hat nichts genutzt.
Der Stein liegt nun im Wüstensande
Und ist von selbst zu nichts imstande.

Nun … möglich wäre doch durchaus
Dass Stein und Sisyphus ein Paar?
Was dieser baut, reißt jener ein
Bis keiner sieht mehr richtig klar.
Und vollends wird es zum Gestrampel
Kommt zu den zwein ein dritter Trampel.

Die Dreie machen Politik
Und werden mit der Zeit zum Schwund,
Sie bellen eins den andern an
Und kommen alle auf den Hund.
Man hat sie in der Näh‘ nicht gerne
Und sieht sie lieber ganz von ferne.

Bald heißt es wieder: freie Wahl!
Und das schon gleich im Februar
Ich mach ein Kreuz auf einem Schein
Wie stets ein jedes viertes Jahr –
Und seh‘ als Sisyphus am Berge
Erneut die alten Gartenzwerge ...

© elbwolf

Montag, 8. Juli 2024

Das Sein

Holzschnitt des sog. Petrarca-Meisters; Aus Francesco Petrarca:
 „
Von der Artzney bayder Glück / des guoten vnd widerwertigen.
Vnnd weß sich ain yeder inn Gelück vnnd vnglück halten sol. 
Auß dem Lateinischen in das Teütsch gezogen. Mit künstlichen fyguren durchauß / gantz lustig
vnd schön gezyeret.“ Augsburg: Heynrich Steyner 1532

 

Das Sein

Das Sein bedeutet, dass ich bin,
und im Reellen mittendrin;
dass Denken, Fühlen und Erleben
mir von den Eltern mitgegeben
dass sie empfingen es vorzeiten
und ließen sich von Ahnen leiten ...
Doch wisst ihr, was mir manchmal scheint –
ob sie bewusstes Sein gemeint?

Wenn Menschen heute was erleben,
erleben sie es – denn sie leben
ganz einfach in den Tag hinein
und denken nicht ans Ende ... Nein !
An das, was mit uns wohl geschieht
wenn unser Leib die Erde flieht.
Gibt‘s nach gelebter Zeit ein Leben –
wer könnte darauf Antwort geben?

© Luzie Rudde

Samstag, 1. Juni 2024

Kalenderblatt 06v2024: Feiern – wie vor hundert Jahren?

Ludwig von Zumbusch (1861-1927; lebte hauptsächlich in München),
Porträt- und Genremaler; Titelbild der № 20 der ″Jugend″ von 1902 (S. 321).
(Bildbezeichnung und Künstlersignatur nicht erkennbar;
Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)

 

Feiern – wie vor hundert Jahren?

→ zur Melodie ″Eine Seefahrt die ist lustig … ″ ←


Eine Feier, die ist lustig,
eine Feier, die ist schön –
ja, da kann man was erleben:
man sieht selbst und wird gesehn!

Dass uns schon beim ersten Sange
auch der rechte Rhythmus packt,
stampfen wir mit beiden Füßen
gleich von Anfang an den Takt.

Doch bei all diesem Getöse
bleibt nur munter wie ein Fisch,
wer mit den geballten Fäusten
kraftvoll trommelt auf den Tisch.


Jetzt fliegt das Gestühl beiseite,
dalli-dalli, nicht so lahm!
Unterhaken jetzt zum Schunkeln –
wie Matrosen auf dem Kahn.

Rechtsum, linksum und im Wechsel
runter und dann wieder rauf
wer das übt schon vor der Feier
hat es später einfach drauf!

Manche finden solch Gefallen,
singen dann – Schockschwernot:
wie auf Sylt – verdächt‘ge Lieder
und riskieren Hausverbot!

 


Kalenderblatt 06/2024 – © elbwolf.

Donnerstag, 24. August 2023

Erntezeit – seinerzeit

George Stubbs (1724-1806): Bei der Kornernte (1785).
Tate Gal., London; via Wikimedia Commons & The Yorck Project; public domain.

 

Genreszene des 18. Jh. nach der gängigen August-Ikonographie. Herausgeputzte Männer und Frauen bei der Ernte unter Aufsicht eines Berittenen: ein „Bühnenstück“, das die soziale Wirklichkeit der Landbevölkerung konsequent verleugnet.

 

 

Erntezeit – seinerzeit

Sie warfen sich in ihre beste Schale,
wenn es hinaus aufs Feld zum Ernten ging;
sie hofften nur, dass sie ein Künstler male
und sorge, dass der Segen grade hing.

Die Puppen stellte man in langen Reihen
und manchmal spielte man darin Versteck –
der Aufpasser zu Pferd tat's gern verzeihen;
und rührte sich ansonsten nicht vom Fleck.

Doch das ist – erstens! – heute längst vergangen;
heut rattern die Traktoren übers Feld;
und – zweitens! – geht das Korn nur zu erlangen,
wenn man den Acker mühevoll bestellt.

Doch die, die glauben Früheres zu kennen
und wehmutsvoll erzählen es dem Kind,
die sollten wirklich nicht um Altes flennen –
die Zeiten fliegen wie der Wirbelwind!

© teamwork (elbwolf – Str.1+2, Luzie Rudde – Str.3+4)

Donnerstag, 23. März 2023

Ministerschwund

Ausriss aus dem amtlichen Wochend-Pressefoto der an den deutsch-japanischen Regierungskonsultationen vom Samstag (18.3.) in Tokio Beteiligten.

 

Ministerschwund


Voller Unruhe tue ich hiermit kund,
hochgeschätzte ihr Brüder und Schwestern,
einen Fall von obskurem Ministerschwund
in den Blättern der Presse von gestern. *)

Unser Bild zeigt den Kanzler und halb am Rand
eine Frau mit dem Amt unsrer BIM*in –
als die solche ist sie nicht ganz unbekannt,
obwohl immer noch, scheint's, Debütantin.

Aber hatten zuvor wir denn nicht gehört,
dass im Reisetrupp auch unsre BAM*in?
Selbst der einfache Bürger ist da empört:
er vermisst die markante Mandantin!

Doch ich mahn euch, was das betrifft, sehr zur Ruh,
denn die BAM*in hat gar nichts zu lachen:
so ein Deal mit dem Japan ganz ohne Schmuh
geht nun wirklich nicht einfach zu machen!

Die Büros der zwei BAMs, in Berlin ratzfatz,
und das andre in Tokio, die kriegen
Telefon mit Geheimkode für jeden Schwatz,
ob die Balken sich dabei auch biegen.

Denkt mir ja nicht, dass ich etwa flachse,
denn die Sache steht schon unter Strom
und erinnert an Urständ der "Achse":
als der Dritte fehlt lediglich Rom!

Da drehste dir doch glatt um 360 Grad ...

© elbwolf

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*) gemeint ist der 19./20. März;
BIM, BAM – Bundes-Innen/Außen-Minister

Montag, 6. Februar 2023

Pfade (Sonett)

Urheber: Mikmaq: Wegstück auf dem Karnischen Höhenweg (26.09.2011);
via Wikimedia Commons; Liz.:
CC BY-SA 3.0

Pfade (Sonett)

Der Lebensweg geht unbekannte Pfade;
als Folge ist auch nicht bekannt das Ziel.
Ein Kind betrachtet Leben noch als Spiel –
hüpft seine Wege querbeet oder grade.

Doch dann wird’s holpriger, und das ist schade;
es sind der Möglichkeiten viel zu viel.
Dass dich der Missmut da nur nicht befiel –
versteck dich nicht, und keine Maskerade!"

Die Zeit, sie ist uns rigoros begrenzt,
sie wandelt bald sich in Vergangenheit.
Wir nehmen das, was immer wird kredenzt;

Auch dazu braucht es manches Mal schon Schneid
Mach dir bewusst – du bist im Grunde froh;
bist eingestellt nicht contra, sondern pro!

© Luzie Rudde

Dienstag, 27. Dezember 2022

Was zu vermeiden wäre …

Foto: Aihartza, Tunesien; 27.08.2008; Liz. "Freie Kunst".
(mangels Trampeltieren mussten Dromedare einspringen)

 

Was zu vermeiden wäre …
- geht sogar als Akrostichon noch durch -


Wenn über eine dumme Sache,
         ein jeder seinen Schnabel wetzt,
         geht schnell nicht mehr zu unterscheiden,
         wer Recht denn hätte bis zuletzt.

        
Genügte es zu hoffen, ob denn
am Ende Gras gewachsen ist …
         so könnte man den Streit begraben,
         ganz ohne jede Hinterlist.

         Doch Gräser sind so voller Säfte,
         dass rasch auf allen seinen Vier
kommt sicher ein Kamel gelaufen –
         der Sorte nach ein Trampeltier.

         Es hat nur dieses Grün im Kopfe!
         Dass du mir also nicht vergisst:
         vom Gras halt ein Kamel recht ferne,
das alles wieder runterfrisst.

© elbwolf, am 27.12.2022

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Die Handvoll Gedichte-Schreiber auf Versbildner
wünscht ihrer Anhängerschaft und auch sich selber
zum Jahreswechsel 2022 auf 2023 alles Gute!
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Donnerstag, 17. November 2022

Ballade vom trefflichen Ratgeber

  

Baby / 07.07.2015 / Liz.: CC0
Though she be but little, she is fierce./ Noch klein, aber leidenschaftlich.
(Quelle: https://pixabay.com/photos/baby-sleeping-baby-baby-girl-784608/)


Ballade vom trefflichen Ratgeber

Viel Freude macht, wie hinlänglich bekannt
für Mann und Frau der heilge Ehestand...
Auch Wilhelm Busch beschrieb es schon beizeiten,
dass Babys machen Freude würd bereiten.

Im Ehestand, dies wusste er genau –
dass, wenn ein Mann sich nähert seiner Frau,
sie bald schon hält ein Kindlein auf dem Schoß;
trotzdem bleibt manche Ehe kinderlos.

Man nimmt nun an den Rat von hohen Herren;
die sich herfür tun und auch gern belehren:
doch hilft der Rat nicht einer jeden Frau –
es macht nur Sinn, befolgt sie ihn genau!

Begab sich einstens eine Frau zum Pater
und sah in ihm geeigneten Berater;
Der sprach zu ihr: „"Folg Pilgern in der Spur,
dann kommst Du zu der Wiege Mon Amour.

Dort ruh dich aus, denn mancher Pilgersmann
der rührt aus Unbedacht die Wiege an
und weiter einvernehmlich eine Weile,
denn Pilger haben Zeit, sind nicht in Eile."

So sprach der fromme Mann und ging von dannen;
die Freudentränen bei der Frauen rannen.
Und sie begab sich zu dem Ort der Wunder,
wo bald ein Pilgersmann gab den Erkunder …

Er ging ans Werk nach seinem bestem Wissen.
Und sie? Sie ruhte ganz in ihren Kissen
Es zeigte sich nach nur sehr wenig Wochen,
dass alles eintraf, wie zuvor versprochen.

Wird jemandem ein guter Rat gegeben,
dann ändert das gar manches Mal sein Leben:
Und damit sei auch Euch ein Trost beschieden:
setzt Kinder in die Welt und lebt in Frieden.

© Luzie Rudde

Sonntag, 13. November 2022

Der kleine Astro-Schreck

Asteroid, der sich der Erde nähert (PC-Grafik, 25.03.2022)
Urheber:  Sebastian Kaulitzki/Science Photo Library;
via Wikimedia Commons; Liz.: CC0 1.0 Verzicht auf ©.

 

Der kleine Astro-Schreck

Oh Astronominnen und Astronomen,
ihr aus dem Himmel-Absucher-Ressort:
an euch richt ich voll Sorge dies, mein Wort:
was kündet neuerlich ihr für ein Omen?

Ihr Astronom*innen drückt eure Augen
ganz fest ans Teleskopen-Okular
und wisst, die rechten Antworten sind rar:
man muss sie sich erst aus den Fingern saugen.

Ihr seht am Firmament nicht nur die Sterne,
die fix dort stehn und nie vom Orte fliehn –
ihr seht die Astroiden Bahnen ziehn
und rechnet aus, dass mancher gar nicht ferne!

Der mit der 9 9 9 4 2 als Nummer
der hatte sich vorzüglich gut versteckt
und wurde erst 2 0 0 4 entdeckt –
seitdem bereitet er uns etwas Kummer.

Bei seiner nächsten erdnahen Passage
2 0 2 9 da fliegt er knapp vorbei,
doch ab 2 2 0 0 gibts Hudelei –
davor bringt uns so 'n Knirps doch nicht in Rage!

Denn dieses angelaufene Jahrhundert
gibt es auch ohnehin sehr viel zu tun –
da sind wir gegen Astro noch immun.
Und kommt er dann, so zeigt man sich … verwundert!

© elbwolf

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Nachtrag am 08.02.2023:
Den neuen Berechnungen zufolge ist es immer wahrscheinlicher, dass "Bennu" mit der Erde kollidieren wird.
Die Ergebnisse einer Studie, die in der Fachzeitschrift Icraus veröffentlicht wurden, sagen aus, dass das Risiko eines Einschlags bei 1:1750 liegt. Bis dahin lag die Wahrscheinlichkeit bei 1:2700. Das Risiko, dass der Asteroid in die Erde einschlägt hat sich demnach erhöht.
Am wahrscheinlichsten ist der Zusammenstoß demnach am Dienstag, dem 24. September im Jahr 2182. An diesem Nachmittag liegt die Möglichkeit eines Einschlags bei 0,037 Prozent.

Samstag, 22. Oktober 2022

Ein selbständiges kleines Lyrik-Format

Kochen in einer deutschen Küche (Aufnahme: 03.04.2015):
Foto: André Bellingrodt; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0

Dem recht komplexen Lyrik-Format der Sestinen kann man sich in zwei Vorstufen nähern und Umgang wie Fertigkeiten antrainieren. Es scheint aber darüber hinaus, dass dieses beiden einfacheren Formate selbständig existieren können, wenn sie kleinere Vorhaben bedienen, die etwa als ein Mix von Nonsens, Scherz und Satire verstanden werden sollen.
Hier nehmen wir uns von den Vorstufen die erste und ganz einfache vor:

 

Es summt und brummt

Im Fluge hört man, wie die Biene summt;                         1: u-u-u-u-u-
die dralle Hummel aber ständig brummt.                          2: u-u-u-u-u-

Geräuschvoll ist die Hummel, wenn sie brummt;              2: u-u-u-u-u-
wie lieblich ist es, wenn die Biene summt.                        1: u-u-u-u-u-

Es summt die Biene – die Hummel aber brummt.        1|2: u-u-u|-u-u-

 

Ein paar Erläuterungen zum Format;
o das Format hat 2x2 + 2/2 = 4+1 = 5 Verse;
o die Verse 1-4 bilden 2 Strophen, der 5. Vers heißt Koda und ist Anhang;
o alle Verse sind 5-füßige Jamben (vollständig; übervollst. oder wechselnd);
o die Verse reimen selten; Vers-Enden heißen Zeilenschlusswörter "ZSW"
o die ZSW werden im Rhythmusschema durch die Ordnungsnummer ersetzt;
o in der Koda darf das erste ZSW bereits in ihrer ersten Hälfte stehen (s. o);
o
bei seinem 2. oder 3. Auftreten braucht ein ZSW nur letzter oder heraus-
   gelöster Teil einer Wortzusammensetzung zu sein.

 

Katz und Maus

"Miau" versetzt in Panik jede Maus,                                  1: u-u-u-u-u-
doch wie entrinnt die dann der Miezekatze?                     2: u-u-u-u-u-u

Das Mauseloch ist kleiner als die Katze –                         2: u-u-u-u-u-u
in dieses rettet sich mit Sprung die Maus!                         1: u-u-u-u-u-

Die Maus entkommt, hört sie s'Miau der Katze.               1|2: u-u-u-u-u-u

 

Gedeckeltes Gas

Der Topf dort auf dem Herd trägt einen Deckel              1: u-u-u-u-u-u
und unterm Topf brennt – ihn erhitzend – Gas.              2: u-u-u-u-u-

Wird aber immer teurer dieses Gas,                              2: u-u-u-u-u-
dann braucht es für sich selber schon den Deckel.       1: u-u-u-u-u-u

Wann kommt der Deckel denn – der auf das Gas?    1|2: u-u-u-u-u-

 

© elbwolf    (21.10.2022)

Samstag, 17. September 2022

Ei, ei – Genderei


Autor Netpilots: Beispiel für Pleonasmus. Gefertigt: 15-06-2021
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0.


 Liebe Freunde unseres Lyrik-Blogs!

In der 2. Septemberhälfte hält der Verein Deutsche Sprache seine jährlichen Hauptversammlungen und Feierstunden für den Erhalt einer sauberen "unverhunzten" Muttersprache ab. In Dresden versammelten sich an die zweihundert Mitglieder und Gäste – es ging hauptsächlich um die schon gar nicht mehr neue und noch weniger lustige "Bereicherung" des Deutschen um das Gendern.

Nun macht die Literatur die Hochsprachenschicht jeder Sprache aus ­– Prosa, Drama, Lyrik – und ich habe mich einmal gefragt, wie denn die Lyrik mit Gendern aussähe, vor allem sich anhörte. Hier mein Beitrag:

 

Ei, ei – die Genderei!

Um einzuziehn ins Amt für Bundeskanzler*innen
muss doch zunächst mal eine*r diese Wahl gewinnen!
Hat jemand von den Kandidat*innen gewonnen,
ist für die anderen der Traum vom Amt zerronnen.
Doch brave Bürger*innen – achtet auf die Hunnen:
zu gern ersäuften die gleich Sprache mit im Brunnen!

 

Machen nicht diese wenigen Zeilen klar und deutlich, welche Tode unsere Lyrik stürbe, wenn man die "Genderierenden" gewähren ließe …

Mein methodischer Ratschlag für diejenigen, die es auch mal (mit einem Epigramm vielleicht) versuchen würden: erst scheinbar eifrig ins Horn blasen und in den letzten anderthalb Versen herablassend abservieren!

 © elbwolf, 16.9.2022

Montag, 22. August 2022

Quo vadis, Rundfunkrat?

Abb.: Norwegischer Sendemast,
Trondheim.
GFDL-licensed.
Foto: Alex Brasetvik, 10/2004

Nachdem der italienische Radio- und Amateurfunk-Pionier Marconi (1874-1937) seine um die Jahrhundertwende erzielten Übertragungsweiten von Funksignalen soweit ausgebaut hatte, dass er 1909 gemeinsam mit Braun dafür den Nobelpreis für Physik erhielt, führten schon vor den Weltkriegsjahren die späteren Funker zunächst die Berufsbezeichnung "Marconist" – was für die Angestellten der am 15.4.1912 gesunkenen "Titanic" verbürgt ist.

Von da ist es ein langer Weg bis zu der heutigen Internet-Nachricht dieses Inhalts: "Der Druck auf die Führung des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB)
  wächst. Der Redaktionsausschuss der Landesfunkanstalt hat die Geschäftsleitung nach übereinstimmenden Berichten zum Rücktritt aufgefordert." Die "Funkerei" scheint es bis heute noch an sich zu haben – dass man nämlich sehr leicht "ein kleines l" zwischen ihre Buchstaben schieben kann!
Nennen wir in den folgenden Versen die betreffende "anfällige Truppe" der Einfachheit halber mal "Rundfunkrat", da diese Wortbildung so unrealistisch ist, dass sie i. Allg. niemand auf den Senkel gehen dürfte.

./.
  

Quo vadis, Rundfunkrat?

Ihr staunt mit mir – wen man gebeten
als Mitglied in den Rundfunkrat?
Ihr seid – wie ich – jetzt auch betreten,
was man im Hohen Rat so tat?
Man spielte Ball dort mit viel Drall
und kam dann prompt auch vor den Fall!

Jetzt geht es wieder demokratisch!
Geschrei – nicht mehr als mittelgroß,
der Rat höchstselbst ­– nicht mehr apathisch,
sonst wären sie die Posten los.
So kommt's, dass Rücktritt wie Entlassung
kaum jemand bringt aus seiner Fassung.

Der Hörer kommt auf keine Kosten,
so einfältig ist das Programm,
bei dem die Stücke längst schon rosten:
man fühlt, dass "die" nichts andres hamm!
Lebt nur der Rundfunkrat wie Maden ...
wir schalten aus – wird uns kaum schaden!

© elbwolf (21.08.2022)

Donnerstag, 28. Juli 2022

Der Mann, Mittelpunkt der Party – "Ein Mann Ein Buch"/6

Wer ist der "Macher" – People posing at an outdoor party in Canada.
Autor: MikeScott4; via Wikimedia Commons; Liz.: CC0

 

Der Mann – Mittelpunkt der Party

Der Mann als Mittelpunkt bei jedem Fest –
Die Rolle hat der Gute einstudiert!
Und deshalb läuft es immer wie geschmiert,
Da braucht es auch nicht vorher einen Test.

Die Themen des Gesprächs lenkt er modest –
Es sähe sonst ja aus wie inszeniert;
In keiner Weise fühlt er sich geniert,
Macht er aus einem Schlacht- ein Schützenfest.

Wenn gar nichts hilft, geht's übers Wetter her ...
Ganz wichtig nur: die Politik vermeiden!
Man lässt sich doch nicht in die Karten sehn.

So fällt's dem werten Publikum nicht schwer:
Es kann den "Mann im Mittelpunkt" gut leiden –
Wie immer und woher die Winde wehn!

© teamwork (gitte, elbwolf)

Dienstag, 21. Juni 2022

An der Realität bleiben

Foto: Mathias Krumholz, 19.06.2014, Mitternacht: Brandenburg/Havel;
Teil des Sternhimmels (~280°) mit Lichtdom am Horizont;
Panoramabild aus 14 Einzelbildern; "Bild des Tages" am 29.06.2018

 

An der Realität bleiben

(1+2)
Ein jeder lebt in seiner eignen Welt
und glaubt daher, nur seine sei auch richtig –
sie scheint real und ihm besonders wichtig.
Bedenkt er, ob auch andern sie gefällt?

Gesteh' dem Einen zu, dass er so denkt,
warum sollt' das nicht auch dem Nächsten gelten?
Es führt zu nichts, gerade den zu schelten,
denn Unmut ist es doch, der sich schlecht lenkt.

(3+4)
Zum Beispiel liebt der Eine es zu radeln;
der Andere spaziert durch die Natur;
ein jeder bleibt für sich in seiner Spur –
so sind die zwei getrennt; nichts ist zu tadeln.

Der eine isst zu gerne saure Gurken,
der andre mag den süßen Hirsebrei;
Warum denn einen zeih'n der Kinderei,
dafür den andern nennen einen Schurken?

(5+6)
Ein Menschenwesen ist stets singulär
und ganz spezifisch ist sein Lebensziel,
denn "Leben leben" ist niemals ein Spiel.
Es zeigt sich, vieles läuft nun mal konträr.

Das Ende nennt Verlierer oder Helden –
und führt sie jeweils vor auf ihre Weise,
in ihrer schicksalhaft bestimmten Reise.
Das galt es hier auf schlichte Art zu melden.

© Luzie Rudde

Montag, 6. Juni 2022

Pamphlet auf "52 Plagiate" – /in 'Sprachnachrichten' № 94, VDS/

 
Zeitungsausriss; Quelle: 'Sprachnachrichten' № 94, VDS

Pamphlet auf '52 Plagiate'
/auf ein Pseudogedicht
in 'Sprachnachrichten' № 94, S. 12 des VDS/

Gesucht und freilich auch gefunden
Hat unser Maxe vom Verein –
Und zwar in angespannten Stunden,
Was nie und nimmer darf so sein.
Er meint das pralle Angebot
An allen möglichen Gedichten,
Die leider kaum noch gehn zu richten:
Für Notzucht gilt ja ein Verbot:
Selbst Max bekäme da Manschetten,
So zwecklos sei es, was zu retten ...

Gefährlich ist's, wenn Zeitgenossen
Ersticken förmlich den Verlag
Mit ihrem lyrischen Gequak –
Doch nun ist Schluss mit solchen Possen:
Die Redaktion muss drauf verweisen:
Nichts wird gedruckt aus solchen Kreisen!
So weit, so ungut – einen Haken
Den hat natürlich das Geschäft:
Saht ihr, dass Stümperer erschraken?
Ich hörte, wie die Meute kläfft!

Und nun zu Maxens "Plagiaten" –
Da war der Gute schlecht beraten!
Gleich Strophe Eins will ich zitieren:
     "Das Mägdlein an der Zinne stand"
      nebst "frisch Gesellen, seid zu Hand."
Muss da noch jemand meditieren?
Das sind schon ziemlich üble Sachen
Und keineswegs bloß Dernier cri –
Das ist schon echt Pornografie:
Auf meinen Lippen starb das Lachen!

© W. Herrmann
al. "elbwolf" bei https://versbildner.blogspot.com/

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Die Strophen sind aus Versen wie im Poem "Ahasver" (1827) von Nikolaus Lenau. Der Sprachpfleger Josef Viktor Stummer (1910-81) nennt sie in seinem einzigartigen "Lehr- und Lesebuch über das Handwerkliche in der deutschen Dichtkunst" (1968, S. 67) "die einmal frei wiederkehrenden Reime". Für mein obiges Gedicht (!) ist hier in jeder Strophe ein Paarreimer charakteristisch, der nacheinander von unten nach oben "durchläuft".
Im übrigen erlaube ich mir den Hinweis auf ein eingereichtes Manuskript, zu dem hier im 'versbildner' der Entwurf des Buchumschlags abgebildet war:
https://versbildner.blogspot.com/2021/11/kehraus-ii-bei-eigenen-versen.html

Samstag, 21. November 2020

Bekämest du ein zweites Leben … /Sonett/

Holzschnitt aus Camille Flammarion: L'Atmosphere - Météorologie Populaire (1888).
col.: Heikenwaelder Hugo, Wien 1998; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 2.5.

 

Betrachtung der Zeit
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen;
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht,
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius (publiziert p. m. 1698)

 

  Bekämest du ein zweites Leben … 

– englisches Sonett –

Unmerklich geht die Zeit, jedoch prophetisch
erinnernd stets, sie sei nicht umkehrbar;
wenn du sie rückwärts drehtest, hypothetisch,
wär nicht ein zweites Leben schön fürwahr?

Du grübelst lange über diesen Fragen
befindest schließlich mit Entschiedenheit –
manch Umstand würdest du erneut ertragen,
verhieltest dich genau wie seinerzeit.

So lehrt das Leben dich nicht auszuweichen;
nach Umkehr stünde dir der Sinn nicht sehr;
du ließest manches Mal etwas verstreichen,
in andrem ändertest du dein Begehr.

Doch jeden seltenen Moment an Glück,
den hieltest du als Kostbarkeit zurück.

© elbwolf (27.11.2009; geändert 22.10.2020)

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Anmerkungen zu Bild und Motto:

● Es ist nicht einfach, eine Illustration zum Thema zu wählen, für dessen philosophisch-mystische Seite natürlich Reinkarnation und Auferstehung in Betracht kämen. Da aber hier doch das Spekulative überwiegt, scheint mir, der Neugier auf alles noch Unentdeckte nachzugeben, ein durchaus passendes Motiv zu sein. Deshalb also die Wahl von Flammarions Holzstich gen. 'Der Wanderer am Weltenrand' (1888); ich sehe ihn im Kontext der rationalen Überprüfung von Weltanschauungen, also im Kontext der Aufklärung.
/ → Wikimedia Commons /

● Gryphius' Vierzeiler 'Betrachtung der Zeit' als Motto zu wählen, fand ich unwider­stehlich, als mir die Ausgabe 'Deutsche Dichtung des Barock' (Hg. Hederer) für den Europäischen Buchklub (liz./© Hanser Verlag, 1965) in die Hände kam (dort S. 87).
Andreas Gryphius (eigentlich Greif; 1616-64, Glogau) stand als Syndikus in den Diensten der Stände des schlesischen Fürstentums Glogau. Er gilt als Lyriker und Dramatiker, bezeichnete sich selbst als Philosoph und Poet. Quelle für das Kurz­gedicht ist wahrscheinlich die erst post mortem erschienene Ausgabe seiner "um ein merkliches vermehrte Teutsche Gedichte" des Verlags Fellgiebelische Erben,1698.

Samstag, 29. August 2020

Tierkreiszeichen/08: Jungfrau – Teamwork

Als wir zur Verabschiedung des alten Jahres schon einmal ein solches Bilder-Tableau entwarfen – und zwar zum doppelgesichtigen Janus – entstand der Gedanke, es monatlich über ein Jahr hinweg mit den Tierkreiszeichen genauso zu versuchen und mit einem "Ulk"-Horoskop zu verbinden. Zudem fiel uns auf, dass von den zwölf Tierkreiszeichen die Mehrzahl (nämlich acht) ohne weibliches Pendant sind, die Jungfrau unbemannt ist, die letzten drei dagegen (modern aufgefasst) geradezu divers wirken. Hier haben wir es mit "Jungfrau/Jungmann" zu tun. Augenzwinkernd!

Jungfrau / Virgo
vom 23.08.2020 ← gültig → bis 22.09.2020
(Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs)



Jungfrau & Jungmann … beide sooo jung!

Ambivalenz prägt das Leben des Sternbildes Jungfrau.  
Raubte sie einstens der Unterwelt Gott sich zur Ehe,
darf sie auf Bitten der Mutter erneut in die Welt-Au.         
Frühling auf Erden – er macht, dass Natur frisch entstehe.

Herbstens jedoch, wenn hier oben die Frucht ist geborgen,
Kehrt sie zurück in ihr Unterwelt-Heim zu dem Gatten;    
kennt also viele uns drückende irdische Sorgen              
unsriges Sonnenlicht wie auch der Unterwelt Schatten.  

Nicht bloß die Fruchtbarkeit war für ihr Tun eine Frage,  
auch als Justizia das Trennen in Böses und Gutes:         
sinnbildlich trägt sie dafür in der Linken die Waage,        
während die Rechte das Schwert hält – erhobenen Mutes.

Jungfrau-Geborene gelten als fleißig, verhalten.              
Intoleranz: sie beeinträchtigt manchmal ihr Leben.          
Wenn sie ihr Motto - mein Ich und mein Alltag – gestalten,
tun sie am besten, die Seiten recht fest zu verweben.

© Manfred Albert a. G.                


© Manfred Albert a. G.: originale PC-Grafik, 08/2020
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Quellen zu den Bildern im Jungfrau-Tableau ganz oben
(sämtlich lizenziert und via Wikimedia Commons):
links: Sternbild der Jungfrau, Foto: Till Credner, 16.05.2004; © CC BY-SA 3.0.
oben: am linken Portal der Kathedrale von Amiens; Foto: Vassil, 18.04.2007.
unten: Book of Hours, the Fastolf Master, Bodleian Library, Oxford, ~ 1440-1450.
rechts: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Faltkalender ~1400

Die PC-Grafik wurde vom Autor mit einem eigenen Grafikprogramm erstellt.

Montag, 20. Juli 2020

Erkenntnisse über ganz einfach nichts

"NiICHTS" auf dem Marktplatz in Kyritz (Brandenburg) mit der Inschrift: 
Dieser Stein erinnert an den 14.02.1842. Hier geschah um 10.57 Uhr NICHTS.
Foto: Doris Antony, 15.04.2009; via Wikimedia Commons; Liz.: CC-BY-SA-3.0)

Erkenntnisse über ganz einfach nichts.

Ich wollte, dass (aus meiner Sicht)
der Dichter säh's als seine Pflicht
und nähm zum Endreim nie das "nicht" –
was sich zunächst so leichthin spricht.

Gesetzt den Fall, dass mein Gewicht
sich hielte in den Grenzen nicht,
die ich ersann (voll Zuversicht),
so zu umgehn Konsumverzicht.

Ja wäre nicht dies "geht doch nicht",
dann wüchsen Bohnen dicht an dicht
direkt (beim Munde) im Gesicht …
muss lachen, weil der Hafer sticht.

Am Ende (denk ich kleiner Wicht)
find' ich den Ausweg im Gedicht:
es schönt mir stets das Lebenslicht –
noch schöner wird's hernach auch nicht!

Gezeigt ward, wie der Vers per nicht
sich jede Strophe anders bricht,
und schließlich mir den Kranz doch flicht:
erwarten konnte ich das (nicht).

© elbwolf (10.7.2020; bearbeitet)
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● Zum Bildtitel:
Laut Wikimedia wird in vielen Kulturen "Schwarz" mit dem Nichts assoziiert (und "Weiß" mit Trauer) – bei den Deutschen scheint es eher umgekehrt zu sein.

● Anlass zum obigen Gedicht
war eine als Zitat vorliegende Strophe mit recht merkwürdiger Unterzeichnung:
Am schwersten zu bergen ist ein Gedicht;
man stellt es untern Scheffel nicht.
Hat es der Dichter frisch gesungen,
so ist er ganz davon durchdrungen;
hat er es zierlich nett geschrieben,
will er, die ganze Welt soll's lieben.
Er liest es jedem froh und laut,    
ob es uns quält, ob es erbaut.     
(Divan; Geständnis; JWG)

Vielleicht schon was Älteres, denn heute würde man nicht "Divan" sagen, sondern eher "Sitzlandschaft"! Aber gut, ich werde es schon noch herausbekommen …

Samstag, 20. Juni 2020

Funkenschlag

Funken über einem Holzkohlefeuer (Detail);
Foto: Henry Mühlpfordt, 10.04.2009; via Wikimedia Commons, Liz.: CC BY-SA 3.0
  
Funkenschlag

Dass aus dem Funken schlägt alsbald die Flamme,
scheint streng betrachtet gar kein leichtes Ziel;           
ein Apfel, der stets nahe fällt am Stamme,
hat im Vergleich damit ein Kinderspiel.

Erstaunen lässt, dass schon Neandertaler
beim Funkenschlag beherrschten diese Kunst,
nichts auf der Welt war schließlich noch fataler           ,
als wenn im Zunder glomm kein blauer Dunst.

Wir Heutigen vertraun zu oft, dass Feuer
nichts weiter brauche als geübten Schlag
und finden es zumeist nicht ganz geheuer,
wenn diesem Charme der andre nicht erlag.

Dann glimmt sie eine Weile noch, die Glut –
wer hat, sie anzufachen, noch den Mut?

© elbwolf (13.05.2020, durchgesehen)

Dienstag, 9. Juni 2020

Optimistische Prognose

Alexander M. Freiherr v. Randerath, Wachtberg/NRW (22.3.2020):
aus der Serie "Symbol der Weiblichkeit" – zur Pandemie-Krise 2020;
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0

Optimistische Prognose

Und? Gibt es Neues denn allhier?
Ach – es wird teurer jetzt, das Bier?
Und wie viel wird die Mass denn teurer?
Nun sicher etwa einen Eurer!

Und auch das Parken vor der Tür!
Das hast du selber im Gespür –
nur wird das nicht so langsam teurer:
pro Jahr sind's gleich zweihundert Eurer!

Und billiges Hotel zu buchen,
da musst du künftig länger suchen:
das Frühstück – nicht mehr inklusiv,
das kost 'nen Zehner dann massiv!

Und nicht mehr "nur hereinspaziert" –
der Gast wird immer neu platziert.
Dem Wirt macht Messen richtig Spaß –
für "Abstand" gilt kein Augenmaß.

Und ich bin wirklich kein Verschwörer,
bin nur der Medien guter Hörer.
Die meinen: DAS gilt in der Krise –
DANACH geht’s uns NIE WIEDER miese!

© elbwolf (Mai 2020)