Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Dienstag, 26. August 2025

Mein Sommerschloss ist ein kleines Wäldchen


Foto: privat; Liz.: freigestellt

Mein Sommerschloss – ein kleines Wäldchen

(noch eine Variante zu Annes letztem Gedicht)

Ich hab als Sommerschloss –
ein kleines Wäldchen,
das früh am Morgen mir
schon Grüße schickt;
mit grünem Laub und Zweigen
recht fein geschmückt;
ich freu mich täglich dran,
wenn dies mein Aug′ erblickt.

Ich gehe dort so gern
mit Marla*) durch den Park;
genieß den Sonnenschein,
der Wärme schenkt.
Und frohen Sinn,
der die Gedanken lenkt
auf unschätzbare Werte,
an die man oft nicht denkt.

Es ist der Sonne Schein
er färbt die Welt so bunt;
lässt Schatten wachsen,
lässt Schatten wandern
und wiederum vergehn.
Auch ich, ich bin ein Kind der Zeit.
So Gott es will, so wird es sein:
ich jedenfallls bin dann bereit!

© Luzie Rudde
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*) Marla ist meine treue vierbeinige Begleiterin.

Freitag, 15. August 2025

Mein Sommerschloss ist der Balkon - Variante zu Annes vorherigem Gedicht

Foto: privat; Liz.: freigestellt

Mein Sommerschloss ist der Balkon
(Variante zu Annes vorherigem Gedicht)

Ich wohne nicht zu ebner Erde,
ich hab‘ ne Wohnung mit Balkon;
streikt mal der Lift, führ‘ ich Beschwerde,
denn Treppensteigen ist ein Hohn.

Die Sommerzeit hebt meine Stimmung,
denn ich genieße den Balkon.
Markise dient manchmal zur Dimmung –
Dank ihr komm ich durch die Saison.

Ich nutz′ die gleichen Blumenkästen:
der Aufwand bleibt dann minimal;
nur etwas Torf, doch gut durchnässten!
Ich streue Samen – höchst banal.

Bald kommen auch die ersten Triebe
die Freude ist darob ganz groß;
wenn‘s Wetter außerdem so bliebe
dann wär die Freude grenzenlos!

Alsbald begrünt sich meine Laube
und viele Blüten leuchten auf
sie sehen aus, wie eine Traube.
So nimmt der Sommer seinen Lauf.

Auf dem Balkon hab ich den Sommer
ganz fest im Griff und voll entzückt.
Ich bin ansonsten ja kein Frommer,
doch ihn genieße ich. Verrückt!

© elbwolf

Dienstag, 22. Juli 2025

Mein Sommerschloß

Mohnfeld (Ausschnitt). Lzenzfrei nach CC-BY 4.0


Sommerschloß

Ich nehm dich mit auf eine Wiese.
Hier blühn im Sommer dieser rote Mohn
Und Margariten, kornblumblaue Sterne,
Auch Löwenzahn im dottergelben Ton.

Ich nehm dich mit auf eine Wiese.
Das Gras ist hoch gewachsen und noch grün.
Dort liegen wir, umsummt von fleiß`gen Bienen
Und sehen zu, wie weiße Wolken ziehn.

Ich nehm dich mit auf eine Wiese.
Hier kann man Kindersommer träumen lang,
Die Sonne spüren an den nackten Füßen
Und barfuß laufen ohne jeden Zwang.

Ich nehm dich mit auf eine Wiese.
So eine Wiese, wo das Gras stets spross;
Man kann die Schönheit unbegrenzt genießen:
Dort liegt im Sommer auch mein kleines Schloß.

© A. Weinhart

Montag, 27. Januar 2025

Januarhimmel

Sonnenuntergang
(Bildersuche mit entsprechenden Browsern bringt Dutzende von Ergebnissen
ähnlicher Bilder – zweifelsohne ein Spitzenmotto,
das aber eben nicht näher einem bestimmten Fotografen zuzuordnen geht)

 

Januarhimmel

Der Winter hat die Farben mitgenommen.
Das Rot verblasst,
Das Grün vergraut,
Die Bäume kahl, wie ohne Haut.

Am Himmel Wechselfarbenspiele
In Lila, Rostig,
Blau am Rand
Der Himmel schon im Nachtgewand.

Der Morgen Gold gemischt mit Rot,
Im tiefen Blau
Ein Wolkenboot.
Die Nacht erst war der Farben Tod.

© A. Weinhart

Mittwoch, 1. Januar 2025

Prosit Neujahr!


 

Liebe Freunde des ″Versbildner″!

Die Mitarbeiter des ″Versbildner″ wünschen Ihnen/euch ein gesundes und glückliches Jahr 2025!

Seit der Einrichtung dieses Blogs (eines echten gesamtdeutschen Blogs!) haben wir hier regelmäßig eigene Arbeiten zur Lyrik vorgelegt – nach der Coronazeit allerdings nicht mehr so häufig. Wir freuen uns, über diese Jahre in Ihnen/euch viele beständige Leser und Begleiter gefunden zu haben.

Jetzt scheint uns aber die Zeit gekommen zu sein, uns etwas zurückzunehmen – man ahnt es: unser Alter, die Gesundheit usw. Aufgeben wollen wir durchaus noch nicht, aber die Gestaltung der Beiträge soll etwas einfacher werden, etwas lockerer bezüglich großer Reime und Versmaße, sporadischer in den Terminen der Veröffentlichung.

Trotzdem, so hoffen wir, wird es immer wieder Neues, Interessantes und Unerwartetes geben. In diesem Sinne grüßen

Wolfgang Herrmann (elbwolf) / Luzie Rudde / Anne Weinhart.

Montag, 30. Dezember 2024

Jahreswende

Autor/Foto: ermell/Reinhold Möller (21.04.2015): Leuchtspuren von Sternen.
(via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0)

 

Jahreswende

Das Jahr ist nun dahin / ein neues will beginnen.
Wie wird es werden / nichts ist mehr wie es mal war.
Die Menschen fürchten sich / es ist nicht absehbar,
wie stark die Hoffnung ist / dies Rennen zu gewinnen.

Die Einsicht fehlt bei vielen / wären sie bei Sinnen –
dann würden sie erkennen / uns – die mittelbar
ums Überleben kämpfen / wär‘s ein Honorar
fürs Innehalten / denn die Zeit wird schnell verrinnen.

Lass doch, o HErr, / uns nicht aus Deinen Händen gleiten;
schenk uns die Zuversicht / in diesen schweren Zeiten,
und lass uns daran glauben / dass Du uns nicht vergisst.

Wenn wir mal an Dir zweifeln / lass Deine Näh' uns spüren;
gib uns den Mut / trotz menschlicher Allüren
Dir zu vertrauen / da Du mit andren Maßen misst.

© Luzie Rudde

Dienstag, 24. Dezember 2024

4-Adventskerzen

Adventskranz mit vier Kerzenleuchtern mit einer Steckschale aus Porzellan, die mit Blüten und Zweigen geschmückt werden kann. In der Mitte zwei Putten.
Foto/eigenes Werk: ′3268zauber′: 19.01.2009; Liz.: GNU-Liz. v. 1.2
via Wikimedia Commons

 

Die vier Kerzen des Advents

Vier Kerzen brennen im Advent,
Doch keiner sie beim Namen nennt.
Das erste Licht steht für Vertrauen.
Was uns das bringt? Wir werden schauen.
Vertrauen ist schon lang dahin?
Dann hat das Licht auch keinen Sinn.
Drum lösch ich es, ich brauch′s nicht mehr
Und nehme mir das zweite her.

Das steht für Freude, welch ein Hohn!
Worüber freuen wir uns schon?
Darüber, dass die Menschheit streitet,
sich nur am Negativen leitet,
die Zukunft schwarz und hoffnungsleer?
Ich brauche dieses Licht nicht mehr.
Schon ist es dunkler in den Seelen.
Wem wird die Freude schließlich fehlen?

Für Frieden soll das dritte stehn.
Kein Frieden weit und breit zu sehn.
Nur Leid, Zerstörung, Terror, Tod.
Verschließen wir uns vor der Not?
Verlernen wir es, hinzuschauen?
Lösch aus das Licht! Verdräng das Grauen!
Jetzt bleibt nur noch ein winz′ger Schein.
Der vierten Kerze Licht ist klein.

Und doch ist sie von großer Kraft.
Sie hat die Hoffnung mitgebracht.
Die Hoffnung, dass Vertrauen lebt,
Dass freudvoll jedes Herz erbebt,
Dass Frieden irgendwann bestimmt
Dem Bösen jede Chance nimmt.
Die Hoffnung bleibt uns, das ist wahr.
Sie strahlt uns auch in diesem Jahr.

Jetzt brennen wieder alle Kerzen.
Die Hoffnung wärmt die kalten Herzen.
Sie trägt das Licht von Haus zu Haus.
Schon sieht das Licht viel heller aus.
Das heißt nicht, dass die Waffen schweigen.
Das Hoffnungslicht, es soll uns zeigen,
Wohin das Schicksal uns auch treibt,
Die Hoffnung ist es, die uns bleibt.

© A. Weinhart

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Wir andern beiden vom Versbildner-Team,

Luzie Rudde und elbwolf,

schließen uns diesem Hoffnungslicht an und
wünschen mit Anne zusammen allen unseren Lesern ein
beschauliches Fest und einen guten Rutsch nach 2025!
 

Freitag, 9. August 2024

Kleine Eselei

Esel im Wildpark Rheingönheim/Rheinland-Pfalz; Liz. CC BY-SA 3.0.
Fotograf: ″4028mdk09″; Foto vom 23.05.2011, via Wikimedia Commons.

 

Kleine Eselei

Als ″Langohr″ einmal dazustehn
nun dávon geht die Welt nicht unter:
denn Menschensicht ist meistens bunter,
was Esel sonst viel ″grauer″ sehn.

Es kann natürlich dies geschehn,
dass einem Mitmenschen mitunter
die Welt erscheint, sie stünd‘ kopfunter,
und ihm blieb‘ nur, sie umzudrehn.

Was wäre denn so Schlimmes dran,
wenn Esel uns zu bieder nennen –
denn schlau sein kann nicht jedermann.

Du brauchst nur nicht gleich wegzurennen …
Denn was im Leben wirklich wichtig,
das unterscheidest du schon richtig!

© Luzie Rudde

Donnerstag, 20. Juni 2024

Die Liebe zeigt sich ... später

 

Foto Glenn Loos-Austin (Madison, WI) : ″Body Language″
Aufnahme: 29.09.2005. via Wikimedia commons; Liz.: CC BY-CA 2.0

 

 

Nanu! Im ″Weg in den Sommer″ war die Reimerei in den Strophen
so angelegt, dass sich auf einen Vers in der ersten Hälfte erst
der vierte Vers danach reimt. Das ist zwar gegen die Auffassung
unseres ″Reinpapstes″ Stummer (S. 122), aber ich will es auch
mal versuchen ….

 

Die Liebe zeigt sich … später!

Du bist empfänglich, guter Mann,
und das nicht nur im Wonnemond,
dass dich die Sehnsucht überkommt
im öden täglich‘ Einerlei;
so dass dich Eine schlägt in Bann
und dich dann nirgendwo verschont –
dem Manne dieses sicher frommt:
es steht doch allemal ihm frei.

Gefühl entsteht meist irgendwann;
ist hoffnungsvoll, oft ungewohnt;
braucht Zeit, bis es dann unterkommt
und führt zu einer Liebelei;
ob‘s Liebe wird, das zeigt sich dann 
bei beiden, das sei hier betont;
ob‘s Liebe bleibt, die nie verkommt,
ergibt sich später… denk ich frei.

© Luzie R..

Freitag, 17. Mai 2024

Pfingstochse

Alm-Abtrieb im Zillertal″, hier als Synonym gebraucht für ″Pfingstochse″;
(Kostenlose Nutzung dank Einhaltung der ″Inhaltslizenz″ von Pixabay)


Der Pfingstochse

Herausgeputzt geht mancher Ochs
zu Pfingsten auf die Weide:
das findet keiner paradox
und äußert seine Freude.

Doch hat der Ochs am Blumenschmuck
und all diesem Getue
und unter solchem Leistungsdruck
denn auch ein bisschen Ruhe?

In Reihe, wie‘s die Sitte ist,
ziehn mit ihm viele Leute
Wer ist denn hier schon ein Statist –
der Ochs oder die Meute?

Manch Mensch tut es dem Ochsen gleich
lässt führen sich am Bande –
fühlt sich in solchem Umfeld reich
und meint, er sei ein Grande.

Der Mensch ist seines Glückes Schmied,
doch das ist karg bisweilen.
Es ist nur selten mal splendid
und lohnt kein Sich-beeilen.

© Luzie R.

Montag, 8. April 2024

Pferd vs. Traktor – Scherzgedicht

“Jagsttal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten …“
(Landschaftsschutzgebiet; Nähe Wallfahrts-Kapelle St. Wendel zum Stein;
Im dichten Laubwald wächst und blüht im Monat Mai überreich Bärlauch)
© Roman Eisele; via Wikimedia Commons ; CC BY-SA 4.0; Foto: 15.5.2022.

Pferd vs. Traktor

Das weiß ein jedes Bäuerlein:
sehr bald schon – ehe es zu spät –
muss Korn in Feldes Krume sein;
noch sind die Körner nicht gesät.
Man spannt kein Rösslein da mehr an,
denn längst ersetzt des Pferdes Kraft
der Traktor, mit dem unser Mann
die Arbeit per Mechanik schafft.

Der Bauer sagt nicht hotte-hüh;
er spornt das Pferd zu einem Ritt;
das galoppiert ganz ohne Müh‘
und braucht nicht einen Tropfen Sprit.
Zur Kutschfahrt wird noch angespannt,
Kutschieren geht nicht ohne Pferd –
welch Riesenfreude: Ritt durchs Land;
das ist doch einen Traktor wert!

Im Bilde oben macht man Pause
für eine Bio-Bärlauch-Jause.

© Luzie Rudde

Freitag, 8. März 2024

Frühling – mit Blaumeise

 

Foto: Arnstein Rønning: Blaumeise im Nest (22.05.2010; Larvik, Norwegen)
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

Frühling in heutiger Zeit

Der Frühling beginnt stets im Märzen,
das Lüftchen weht linder und lauer,
zwar aufgelegt ist man zum Scherzen –
doch arbeiten muss nun der Bauer.

Die Blumen, ob Tulpen, Narzissen –
sie wagen sich mutig hervor,
die Frühlingsnatur lässt sie wissen:
der Frühling steht wieder vorm Tor.

Die Meisen, sie bauen sich Nester –
bereiten sich vor auf die Brut,
dazwischen im Vogelorchester
da piepsen sie lautstark um Mut.

Wie wär's, wenn wir mit ihnen stimmen
und sängen dem Frühling ein Lied?
Wer kann, soll auch Berge erklimmen;
wer nicht ... trällert eben hinied′.

© Luzie Rudde

Donnerstag, 22. Februar 2024

Bernsteinaugen

 

′Lex′ in Erwartung seines Herrchens.
Foto: Peter Trimming (British Wildlife Centre, Newchapel, England):
Aufnahme vom 16.04.2011; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0.


 

Bernsteinaugen

Du schaust mich an mit deinen Bernsteinaugen.
Ganz unverwandt streift mich dein träger Blick.
Du wirst mich meiner Sinne noch berauben.
Nimmst mir die Ruhe und schaust nie zurück.

Du bist Verführung. Unter meinen Händen
Wölbt sich dein Kopf, ich spür das zarte Fell.
Du willst bedingt nur deine Liebe spenden,
Du bist autark und bist es prinzipiell.

Wie soll ich leben zwischen den Gefühlen?
Du schenkst dich niemals; nein, du bleibst nur du.
Du willst mit mir wie mit dem Mäuschen spielen.
Voll Trauer lächle ich und schau Dir zu.

Ich kann dich nicht in meinen Armen halten,
Du fauchst und kratzt, willst wutentbrannt nur gehn.        
Doch meine Leidenschaft wird nie erkalten.
Du kommst zurück, gewiss, heut Nacht um zehn.

© A. Weinhart

Freitag, 9. Februar 2024

Elfenkrokusse

Elfenkrokus (Crocus tommasinianus); Standort: 53°33‘ N, 9°58‘ E;
Foto: L.B.Tettenboom, 9.2.2008); via Wikimedia; Liz.: CC BY-SA 3.0;
(durch Versamung ist dieser Krokus im der Lage, große Kolonien zu bilden)


Elfenkrokusse

Es gibt die Krokusse in vielen Arten,
in weiß, in violett, in gelb und blau;
sie wachsen wild, doch auch in deinem Garten –
in der Natur halt einmal Rundumschau!
Den Krokus lieben Bienen wie auch Hummeln:
du musst nur leise sein – und hörst sie brummeln.

© Luzie Rudde

Dienstag, 23. Januar 2024

Winterkunst

Urheber: 4028mdk09: Gelb blühender Winterjasmin (Jasminum nudiflorum);
Foto: Heidelberg, 07.03.2010; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0


Winterkunst

Äste und Zäune Raureif umhüllt
Glitzernde Pracht im Spiegel
Grell strahlenden Lichts.
Sonnenbrillentag. –

Spinnennetz hat die Tarnkappe verloren,
Kraftvolles Werk aus Kristall.
Vergänglich kalte
Winterkunst.

Hagelzuckerrand an den Blättern.
Einzelnes, leuchtendes Gelb
Im Dickicht der Hecke.
Winterjasmin,

Den der Winter schon lange narrte,
Schaut mit erstarrtem Blick
Auf das Ende
Vereister Schönheit.

Heckenrosenroter Streifen Licht
Östlich hinter dem Turm
Eröffnet den Tag
In winterlicher Pracht.

© A. Weinhart

Donnerstag, 16. November 2023

Vom Büchersammeln-2: Platz brauchen sie schon!

 

Der Lesesaal des British Museum in London.
Foto von Diliff (~2006); via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY 2.5


Liebe Anhänger unseres Lyrik-Blogs,

nicht gleich erschrecken, denn SO VIEL an Platz für Bücher ist gut und erforderlich für das British Museum – aber für uns einfachere Leute mache ich hier drunter gleich eine vernünftigere (wenn auch durchaus anspruchsvolle) Rechnung auf!

Wieder habe ich mich nach einem Kronzeugen umgese­hen, um mir nicht alle Einzelheiten selbst ausdenken zu müssen, und wieder habe ich einen gefun­den, d. h. eine Kronzeugin, nämlich die Autorin des nebenstehend abgebildeten Buches:

Gabriele Goettle: Deutsche Sitten. 1991 im Eichborn-Verlag in einer veränderten Zweitauflage erschienen.

In ihrem Buch zählt Frau Goettle – gänzlich unkommen­tiert! – den gesamten Nachlass eines Anfang 1987 verunglückten Münchener Gymnasiallehrers auf. Und aus dieser Quelle kennen wir (neben etwa der Anzahl der Krawatten dieses Herrn) auch die Anzahl der Bücher und der Bücherschränke seiner Privatbibliothek. Beides ist so interessant, dass ich nicht zögere, dies in Form eines längeren Zitats wiederzugeben [ a.a.O., S.46/47]:

·        ~300 Bände Lexika und Nachschlagewerke;

·          ~300 Fachbücher Medizin, Chemie, Physik, Mathematik;

·         ~200 Sachbücher Pflanzen, Tiere, …, Kochbücher, …, Heimwerker;

·          ~  70 Bildbände;

·          ~100 Bände Erotica, Romane u. ä. m.;

·         ~750 Bände Philosophie, Psychologie, Soziologie, darunter

o   die ges. Werke von S. Freud, W. Benjamin;

o   die vollst. Werke von E. Bloch, Th. W. Adorno;

o   die Cotta’sche Ausgabe von J. W. v. Goethe;

o   die MEW (Marx-Engels-Werke), bis auf 2 Fehlbände.

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~1920 Bände insgesamt

Für diese Bücher war an Stellfläche in lfd. Metern verfügbar:

·        2 Bücherschränke à 1,50 m breit; je 5 Fächer *) = ~ 15 m

·        6 Bücherregale à 1 m breit, je 4 Fächer *)           = ~ 24 m

·        9 Hängeregale à 1 m breit *)                               = ~   9 m

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48 lfd. Meter insgesamt für 2,5 cm/Band *)

Damit vorhandene Stellfläche für                        = ~1920 Bände

 

Die angenommenen Kapazitäten *) sind durchschnittlich, aber völlig realistisch, und das Resultat ist geradezu verblüffend! Selbst wenn wir einmal schmeichelhaft annehmen wollen, dass Romane und Philosophen heutigentags die Plätze getauscht haben könnten.
Überprüfen Sie doch einmal Ihren eigenen Bestand an Büchern und an Stellplatz und Sie werden sehen, dass hier nicht getrickst worden ist!
Das nächste Mal kommen wir dann endlich auch zu Rezepten für das Sammeln.

         Wie jede Sache in der Welt
         Braucht auch ein Buch so richtig Platz;
         Wird‘s einfach ins Regal gestellt,
         Fühlt sich geschmäht der kleine Schatz –
         Drum gebt ihm Raum in den vier Wänden
         Und nehmt erneut ihn euch zu Händen!

elbwolf (W.H.)

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Der nächste Lyrikbeitrag erscheint hier am 23./24.11.2023.

Sonntag, 22. Oktober 2023

Vom Büchersammeln-1

 

Sammlung aus verschiedenen Ausgaben von Mary Shelley’s ″Frankenstein″
Foto: Andy Mabbett (5/2013); via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0


Liebe Anhänger unseres Lyrik-Blogs,

heute – und in einer sporadisch nachfolgend erscheinenden kleinen Serie – einmal etwas ganz anderes: kaum gereimt, aber textlich durchaus von einigem Interesse ...
Etwas ″sammeln″ ist eine nicht wegzudenkende Beschäftigungsmöglichkeit des Menschen, will sagen: der Menschen. Eine Antwort auf die Frage ″was sammeln″ ist gar nicht gefragt, denn sammeln lässt sich alles und jedes. Eine andere Frage ist schon die nach dem ″wie viel sammeln″ und als Konsequenz: wie viel Sammlungselemente machen eine Sammlung aus?

Ein Beispiel dazu.
Angenommen, Sie sammeln Briefmarken und besitzen schon einmal die Blaue Mauritius, die 9-Kreuzer-Baden und die rote Sachsen-Dreier. Drei Marken – aber eine kaum zu übertreffende Sammlung! Alt-Komiker Georg Schramm aus der früheren TV-″Anstalt″ würde das so kommentieren: ″Kleiner Scherz!“ Es sollten schon ein paar Sammlungselemente mehr unter den Leuten kursieren – und bei Büchern ist das der Fall. Mindestens drei könnten aber eine Sammlung bilden!

Das Büchersammeln kann sich dagegen auf sehr verschiedene Art und Weise vollziehen. Um mir nicht alles Diesbezügliche selber ausdenken zu müssen, habe ich mich nach einem Kronzeugen umgesehen – und bin fündig geworden:
Umberto Eco: Bücher sprechen über Bücher. 2015 bei Carl Hanser Verlag erschienen – eine nur mal 40-seitige, echt Eco’sche ″Giftspritze″, die auch so beginnt:
″Das Sammeln alter Druckwerke kommt wieder in Mode. Das ist merkwürdig in einer Zeit, die vom Aufbruch ins elektronische Publizieren gekennzeichnet ist. Oder vielleicht ist genau das der Grund: Wenn ein Gegenstand im Verschwinden begriffen ist, werden die übriggebliebenen Exemplare zusammengetragen.
Die Sammelwut betrifft die unterschiedlichsten Gegenstände: {...} geht man auf den Flohmarkt, so trifft man leidenschaftliche Sammler, die nach Telefonkarten suchen, nach Freimaurergegenständen, Postkarten, Aufklebern, ... Rasierklingen, Diplomen ...
Natürlich grenzt so etwas an Wahnsinn, während es sich beim Sammeln alter Bücher um etwas ganz anderes handelt″.                                                                                            [a. a. O., S. 5]
Um was es sich aber bei unserer Art Büchersammeln NICHT handelt, das ist ein ″Aufsammeln″ (allen Bedruckten, das zwischen zwei Deckeln eingebunden ist und uns den Weg versperrt) und auch nicht ein ″Ansammeln″ (durch Einstellen ausgelesener Bücher in ein Regal, um nie wieder auf sie zurückzukommen).
Was also ist es? Ein effektives Mittel, um die Flut an Büchern zu unserem eigenen Nutzen zu begrenzen. In einer kleinen Schrift, die aber wiederum ein Buch wäre, will ich dazu eine Anleitung geben.

Kein Debütant verbricht solch Buch;
nennt ihn auch keinen Dilettanten –
zu viel an Büchern ist ein Fluch:
es fehlen einfach Intendanten!
Drum nehmt dies hin als
den Versuch
mit Ecken noch und vielen Kanten –
und nicht bloß als ein rotes Tuch,
geschwenkt von einem Querulanten!

elbwolf (W.H.)

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Für das verspätete Posten dieses Textbeitrages bittet der Verfasser um Entschuldigung.
Der nächste Beitrag erscheint hier zum Monatswechsel.

Dienstag, 8. August 2023

Kleinigkeiten

Trödel in Istanbul.
Foto: Mark Ahsmann, 07.12.2013; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

 

Kleinigkeiten

Das Leben ist voll Kleinigkeiten,
die allesamt nicht triftig sind,
wir aber lieben es zu streiten,
sind trotzig wie ein kleines Kind –
zum Trotz lässt man sich schnell verleiten.

Der Streit bringt neue Schwierigkeiten,
die nicht so leicht zu lösen sind,
doch schnell uns aus den Händen gleiten:
man wird fürs wahre Leben blind –
kann gar die Grenzen überschreiten.

Der Ausgangspunkt war'n Nichtigkeiten,
sie formen sich zum Labyrinth;
und nur ein Knäuel kann uns leiten,
das einer Göttin Hand entrinnt –
da zählen auch mal Kleinigkeiten!

© Luzie Rudde

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Hinweis:
Nächster Beitrag wird am 15.8. online gestellt!

Sonntag, 23. Juli 2023

So sind sie – Sommerkinder

Barwenkovsky: Badefreuden mit Neptun (2011);
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0.


So sind sie – Sommerkinder

Das sind die sinnenfrohen Kinder,
So frisch wie ein Gewitterwind.
Wie Kleider aus gewirktem Linnen,
Die leicht und gut zu tragen sind.


Sie sind der Farben Vielfaltskala,
Die Lust, im hellen Licht zu stehn.
Sie tanzen auch mit Seelennarben
Im Sommerregen auf den Zehn.

Sie gehen gern mit leichten Schuhen,
Sind langer Nächte Sternenlicht.
Sie sind des Sommers Gastgeschenke
Und ihre Fröhlichkeit besticht.

Sie taumeln wie die Schmetterlinge
Durch Blüten voller Üppigkeit,
Sie nehmen Nektar mit und Wärme
Im Sommer der Unendlichkeit.

Sie nehmen von dem Überreichen
Auch in die kalten Zeiten mit,
Willst du ein Sommerkind begleiten,
Gewöhn dich an den schnellen Schritt.

© A. Weinhart

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Anm.:
Ein stimmungsmäßig recht gegensätzliches Prosawerk ist der Roman "Winterkinder" der Dänin Dea Trier Mørch (1941-2001); Edition mit 15 Linolschnitten der Autorin von 1988
.

Freitag, 7. Juli 2023

Sonnenstrahl

Sonnenaufgang nahe Hausdülmen bei Dülmen, NRW;
Urheber: Dieter Rabich (*1962); Foto vom 25.01.2015, 4925.jpg;
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0.


Sonnenstrahl
Cancone toscana

Ein Sonnenstrahl allein macht keinen Sommer,
allein erhellt er nicht die ganze Welt;
ein Blick von dir – was könnt' ich sonst ersehnen?
Deshalb mein Wusch – und der ist kein so frommer –
er ist, wie man so sagt, ein weites Feld:
dich bräuchte ich, nicht diesen oder jenen!
Sich aneinander lehnen
in einer Art, die schon für immer hält.
Es wird nicht jeden Tag die Sonne scheinen;
gemeinsam werden lachen wir und weinen.

© Luzie Rudde

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Liebe Besucher, den nächsten Beitrag posten wir am 15. Juli!