Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Mittwoch, 1. Mai 2024

Kalenderblatt 05v2024: Dotterblumenpflücken vor hundert Jahren

 

Walther Georgi (1871, Leipzig – 1924, Holzhausen am Ammersee)
– ab 1896 einer der Hauptmitarbeiter der Münchener ″Jugend″ –
Graphisches Blatt für die Nr. 14 der ″Jugend″ von 1902
[Zeitschrift im Besitz des Verfassers]


Geburtstagsstrauß

Aber bitte zeitgemäß - oder?

(Verse zur Grafik; Autor unbekannt;
evtl. Wilhelm Busch zum 70. gewidmet)

(Es gibt bei genauerem Hinschauen immer etwas zu bekritteln!)

Dies holde Mägdlein, das entzückt
Am Bach die Dotterblumen pflückt,
Sieht wie die Jugend selber aus,
Die einen schönen, goldnen Strauß
Dem Dichter band, dem lieben,
      greisen,
Sich treu und dankbar zu erweisen,
Dass er so oft die trübe Welt
Wie Lenzeslachen uns erhellt!

Im weißen Kleide pflückt die Maid
am Bach die gelbe Dotterblume –
es tut ihr scheinbar gar nicht leid,
wenn sie auf Knien durch
      Wiesenkrume
dahinrutscht züchtig längs am Bach,
wo knorrig stehn die Erlenbäume –
ich ahne, dass ich mir eins lach,
weil ich hier kaum etwas versäume!




Kalenderblatt 05/2024 – Geburtstagsstrauß (links), Verfasser unbekannt;
Persiflage (rechts): Verfasser Wolfgang Herrmann al. elbwolf

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Wegen des verspäteten Einstellens des Kalenderblattes wird um Entschuldigung
gebeten – der PC-Crash ist immer noch nicht ganz behoben …(WH)

Samstag, 29. Oktober 2022

Ein Mann - ein Buch/8: Männer unter sich

Farbgrafik von Jules Huyot (1841-1921) nach Maurice Leloir (1853-1940)
zu einer Buchausgabe von Alexandre Dumas (1894)
Die drei Musketiere – Athos, Porthos, Aramis und d'Artagnan.
via Wikimedia Commons; Liz.: gemeinfrei

 

Männer unter sich

Wer ist denn nun ein wirklich starker Mann?
Gibt’s Konkurrenz? Ist die vielleicht gar groß?
Ein starker Mann ist einer, der was kann –
Die Frage ist: wie findet man den bloß!

Ja früge man die Männer "unter sich" ­– 
da schwölle jedem gleich die Hemdenbrust:
er fühlte diesen ganz besondren Stich,
der stets sich einstellt vor Beginn der Lust!

In längst vergangnen Zeiten ging es schnell:
da griff zum Degen man, dann später Colt,
und stürzte sich mit Feuer ins Duell,
denn um die Ehre schießen war gewollt!

Was gilt sie heute noch, die weiße West'?
Heut' macht der Manager doch auf "Cum Ex"
und nimmt vom Staat sich noch den letzten Rest
und das ist viel, da bist du ganz perplex!

Doch punkten kann auch so ein strammer Max:
Ist etwa mal ein Öffner nicht zur Hand,
liest er im "Männer-Buch", wie – ohne Flachs ­-
ans Bier man kommt in diesem deutschen Land!

© gitte (kurz vor der Umstellung auf WZ)

 

Sonntag, 11. September 2022

Ein Mann – ein Buch/7: Der sich bewegende Mann

Alexandru Ceobanu – Campion Arnold Classic Europe;
Foto: Alexceo17, 2.4.2020; via wikimedia commons
; Liz.: CC BY-SA 4.0.

 

Der sich bewegende Mann

1.      Prolog
Macht es Sinn, dass der Mann sich bewegt,
wo der Mann sich doch grad nur mal regt?
Setz ein Ziel, das er immer gewollt –
und du siehst, wie es ihn überrollt!

2.      Szenario
Unser Buch, das hat Rat auch für ihn:
Was er braucht, das ist viel Disziplin.
Darf ein Bier nicht bloß so trinken gehen,
wo die Fahnen der Fitness jetzt wehn.

Doch auch hier hat die Sach' zwei Gesicht:
ist nun alles darauf ausgericht:
sind das Training und Essen stets Plan,
scheitern Leben und Liebe daran.

Er hat Sixpack und viel Kondition.
Alles das wäre nur Illusion,
gäb es dafür nicht andren Gebrauch,
als eben den, den Frau jetzt meint auch!

3.      Epilog
Wünscht die Frau, dass der Mann sie betört,
hat er nun, was die Frau gern beschwört:
keinen Bauch, der sich dort länger rundet,
wo die Frau doch gern andres erkundet.

© gitte, im Mond des September

Sonntag, 6. Juni 2021

Der Vagant

Lore Friedrich Gronau (1908-2002): "Otto von Botenlauben“ als Minnesänger (1965).
- Botenlauben-Brunnen auf dem Marktplatz von Bad Kissingen -
Foto: S. v. Dobschütz, 1.7.2007; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

Der Vagant

Vagant bin ich und auf der Walz
von einem Ort zum andern,
ob Rheinland, Bayern oder Pfalz;
ich werde es erwandern.

Ich schau mich um im ganzen Land;
und schmiede meine Lieder.
Ich singe froh: "Bin ein Vagant,
komm alle Jahre wieder."

Noch kürzlich sang ich Vater Rhein
mein Liedchen laut und munter.
Spendiert ward mir ein Gläschen Wein,
ich schluckte es hinunter.

Das erste Glas war ein Genuss,
es folgte noch das zweite;
ein drittes, dieses ward zum Muss,
dann brauchte ich Geleite.

Nun sang ich laut: "Ich hab den Rhein
in seinem Bett gesehen."
Zum Schlafen lud die Bank mich ein,
sah sie am Ufer stehen.

Am Morgen machte ich mich auf
zur nächsten Promenade.
Nach einem kurzen Dauerlauf
nahm ich im Rhein ein Bade.

Erfrischt zog weiter ich durchs Land,
ich armer kleiner Zecher –
war's gern und bliebe wohl Vagant,
wenn schon kein Herzensbrecher.

© Luzie Rudde – Vagantin in spe

Sonntag, 9. August 2020

Ein Witz, wie schnell ein Witz kein Witz mehr ist!

Lieber Simplizissimus – Hundert Anekdoten;
Kleine Bibliothek Langen, Bd. 43. Verlag Albert Langen, München 1908.
(Zur Zeit in keinem Online-Antiquariat im Angebot!)

Lieber Simplizissimus – Hundert Anekdoten (1908)

An einer der Stellen, wo ich nun schon viele Jahre ostdeutsche Bücher vor dem Untergang rette und in neue Leserhände weitergebe, kam mir ein handliches Büchlein in die Hände, dessen massiver dunkler Leineneinband sofort verriet:
etwas Älteres, so um 1900!
Es war der erste Titel einer Serie von damals bereits 5 Titeln gleichen Namens: "Lieber Simplizissimus" – Verlag von Albert Langen München 1908. Langen hatte 1896 die wichtigste satirische Wochenschrift Deutschlands gegründet, im gleichen Jahr, wie Hirth & v. Ostini "Die Jugend".
In diesem ersten Simplizissimus-Sammelbändchen waren 100 Anekdoten vereint, unter denen ich mit vollen Händen zu schöpfen gedachte, um sie dem Versbildner-Publikum vorzulegen, garniert jeweils mit einem Epigramm, das dem scharfen Text eine noch schärfere Spitze aufsetzen sollte.
Oh weh!
Sie waren in etwas über hundert Jahre stumpf geworden, die alten Witze. Mehr noch, sie waren geradezu gefährlich geworden! Sie haben sich in Beispiele für Dünkel, Rassismus, Sexismus und ähnliche Abscheulichkeiten verwandelt, die ihre Verbreiter zum Objekt amtlicher Beobachtung machen könnten oder der #me-too-Bewegung in die Hände spielen würden.
Mit einem Wort, ich hatte ziemliche Mühe, 3 – 4 Simplizissimus-Witze in die Neuzeit herüberzuretten, ohne gleich selbst Kopf und Kragen zu riskieren.
Und das für etwas, das einst als "Witz" auf die Welt gekommen war!

Epigramme auf Simplizissimus-Witze von 1908
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Motto: Ein Witz, wie schnell ein Witz kein Witz mehr ist – und gefährlich!

(1) Die Beichte /S.14, etwas gekürzt/
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| Ein Mann hatte seine beträchtlichen Sünden gebeichtet,
| schien dem Pfarrer aber immer noch bedrückt. Der fragte:
| "Mein Sohn, hast du noch etwas hinzuzufügen?"
| "Ja, eins schon, Herr Pfarrer: ich bin a Biehm."
| "Nun," sagte der Pfarrer, "eine Sünd' ist das net, aber eine
| Schweinerei schon!"
+ ------------------------------------------
Nur gut, dass unser Biedermann bloß "Biehme",
denn wenn er gar als Ungarmann erschiene
(befasst von Kindesbeinen nur mit Schweinen),
wär heut ein weitrer los von allen Leinen.

(1)  Polizeiliches Führungszeugnis /S.143, umgetitelt!/
+ ------------------------------------------
| In einer kleinen Garnisonsstadt mit Sitte und Gottesfurcht
| beschuldigte man eine junge Dame mit Namen X., gegen
| die guten Bürgertugenden verstoßen zu haben. Bei ihrem
| Prozess wurde folgendes Führungszeugnis verlesen:
| "Das Zimmer der X. war wie bei einer Dirne ausgestattet –
| so befanden sich an den Wänden die Bilder von Offizieren
| sämtlicher Waffengattungen der hiesigen Garnison."
+ ------------------------------------------
Nur fühlt der Leser sich auch durchs Gericht betrogen:
das hatte leider überhaupt gar nicht erwogen,
dass all die Herren vorher auch schon blankgezogen!
Und das ist sicher nicht "erstunken und erlogen"!

(3) Fachmännischer Rat /S.123/
+ ------------------------------------------
| Jochen will heiraten, traut sich aber nicht recht. Er fragt
| seinen verheirateten Freund Hinrich:
| "Du kennst dat nu, sall ick heirohde"!
| "Du? Heirohde? Dohn et – un du laachst dich kapot!"
+ ------------------------------------------
Solche Auskunft ist ein wirklich guter Rat,
jetzt ist Jochen klar –  er soll es ruhig machen!
Wer nun aber keinen seiner Freunde bat,
denkt, es gäbe in der Ehe nichts zu lachen!

(4) Columbus /S.133, erweitert/
+ ------------------------------------------
| Fragt Durchlaucht seinen Sekretär: "Lese da eben, äh, von
| diesem, äh, Christoph Columbus. Kommt mir bekannt vor,
| äh, wirklich bekannt! Was war der Mann doch eigentlich?"
| "Columbus war ein großer Entdecker, Durchlaucht!"
| "Ah, sehr richtig! War das nicht der, welcher, äh, die Eier
| nach Europa gebracht und gezeigt hat, äh, wie man sie
| auch auf die Spitze stellen kann?"
+ ------------------------------------------
Heute stellt Columbus keine Eier auf die Spitze!
Heutzutage kröche der in jede kleine Ritze!
Heute stürzt den Dämlack lieber man von seinem Sockel,
als Vernichter indigener Völker – dieser Gockel!

© versemacher (für die Epigramme)
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Und so sah eine Nummer der Satirezeitschrift im Original aus:

Dienstag, 5. Mai 2020

Abzählreime für jedes Alter (Teamwork)

Einband eines Kinderliederbuches mit Liedern, Abzählreimen u.v.a. mehr
Leipzig, Friedrich Hofmeister Musikverlag, 1966.
(Um Gestattung dieser nicht-kommerziellen Wiedergabe wurde nachträglich angesucht)

Abzählreim für Hüpferlinge jeden Alters
- nach Aufhebung der Spielplätzeschließung -

(1)
Abgezählt mit meinem Reim:
Eine dieser kleinen Mäuse
Ist zu viel hier im Gehäuse -
Gleich geht die mir auf den Leim!

Das ist wirklich sehr geheim.

Ruhe bitte, nicht gezischt!

Alles scheint noch gut gemischt,

Doch ich muss nur günstig zählen,
Um das Mäuslein auszuwählen:
Wupp – schon hat es dich erwischt!


Giulio Romano: Tanz Apollons mit den Musen, ~1495; Palazzo Pitti, Florenz.
via: The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM)

Reime für Erwachsene – auch jeden Alters

(2)
Ja, du zögerst, wahrst den Schein,        
schaust dich heimlich um im Kreise,      
wählst dir die genehme Schneise
hin zu dem, der noch nicht dein. 

Dass dir keiner stellt ein Bein      
oder dämpft gar deinen Mut!                   

Zähme nicht das heiße Blut,        
ist bislang noch alles offen,                     
nichts Entscheidendes getroffen –         
gut steht dir der Wangen Glut!    


(3)
Stell dem Nächsten bloß kein Bein!
Musst ihn anders unterkriegen,
willst du dieses Mal obsiegen –
Beine stellen ist nicht fein.

Der Erfolg stellt sich bald ein
und du machst mit ihm dein Glück!,

Hüte gut das beste Stück!
Redest du zu viel darüber,
gibt es einen Nasenstüber –
und dann geht kein Weg zurück.

© elbwolf (für 1+2); lillii (für 3)
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Anm.:
Der Kinderabzählvers (1) steht schon einmal ganz am Anfang dieses Blogs – wir haben ihn aus Anlass der augenblicklichen Krisenzeiten nur "wiederbelebt" – und gleichzeitig erst jetzt die Herkunft des Titelbildes ermitteln können, wofür wir um Entschuldigung bitten und um nachträgliche Gestattung angesucht haben.

Sonntag, 29. März 2020

Tierkreiszeichen/03: Widder & Widderin (Teamwork)

Als wir zur Verabschiedung des alten Jahres schon einmal ein solches Bilder-Tableau entwarfen – und zwar zum doppelgesichtigen Janus – entstand der Gedanke, es monatlich über ein Jahr hinweg mit den Tierkreiszeichen genauso zu versuchen und mit einem "Ulk"-Horoskop zu verbinden. Zudem fiel uns auf, dass von den zwölf Tierkreiszeichen die Mehrzahl (nämlich acht) ohne weibliches Pendant sind, die Jungfrau unbemannt ist, die letzten drei dagegen (modern aufgefasst) geradezu divers wirken. Hier haben wir es mit "Widder|in" zu tun. Augenzwinkernd!

Widder / Aries
vom 21.03.2020 ← gültig → bis 20.04.2020

Digitale Übertragung schöner Gedanken

Das Zentrum für Künstliche Intelligenz
forscht nicht nur Robotik und Datenentwirrung.
Es schafft auch biotische Algorithmen,
besonders die Spezies Widder im Blick.

Magnetische Wellen aus Hörnerspitzen,
gespeist von des Cortexes Batterien,
sie tragen die digitale Botschaft,
die Hörnerspulen aus Hirnschmalz formen.

Lasst uns den Versuch doch begleiten!
(ich mag nämlich Widder ein bisschen leiden)

© Manfred Albert a. G.         
           
© Manfred Albert a. G.: originale PC-Grafik, 03/2020
"Widderin und Widder bei dauerhafter Verkontaktierng"
-----------------------------------------------------------------------
Quellen zu den Bildern im Widder-Tableau ganz oben
(sämtlich lizenziert und via wikimedia.commons):
links: Sternbild des Widders, Foto: till Credner, 23.03.2003; © CC BY-SA 3.0.
oben: am linken Portal der Kathedrale von Amiens; Foto: Vassil, 18.04.2007.
unten: Book of Hours, the Fastolf Master, Bodleian Library, Oxford, ~ 1440-1450.
rechts: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Faltkalender ~1400
Die PC-Grafik wurde vom Autor mit einem eigenen Grafikprogramm erstellt.

Donnerstag, 5. März 2020

Im Frühlingswind (Akrostichon)

Walter H. K. Schulze, Worpswede: Gemälde für eine Postkarte.
Quelle: Archiv Schulze-Stanjek, 2014; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

Im Frühlingswind
–  Akrostichon  –

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m

f
r
u
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l
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g
s

w
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n
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m Frühlingswind beginnt ein neues Leben;
an spürt den frischen Atem der Natur;

rei lassen wir die Blicke weithin schweben.
eihum erwachen bald der Wald, die Flur.
nd sollte uns der Winter nochmals dräuen:
r ist in Bälde seiner Macht beraubt,
at wenig Kraft und könnte uns erfreuen,
ieß er es zu, dass Schöpfung sich belaubt;
n ein’gen Wochen soll schon alles blühen.
un wird, wie jedes Jahr, es weitergehn.
eheimnisvoll – ohne menschliches Bemühen.
o wird die Pflanzenwelt fortan bestehn.

ir Menschenkinder sind hinzugekommen,
m Wesen eingebunden in den Kreis –
icht Zufall hat uns mit hineingenommen –
och wie? Mir fehlt da leider der Beweis.

© lillii (Luzie-R)
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Das Akrostichon kann man als Brücke von den Strophen- zu den Gedichtformen ansehen. Die Anfangsbuchstaben der Zeilen haben, nacheinander gelesen, einen engen Bezug zum Inhalt des Gedichtes. Strophengliederung, Versart und -länge sowie gegebenenfalls die Reimung unterliegen keinen Vorschriften, dürfen aber auch nicht regellos daherkommen. [nach Stummer: Vers, Reim, Strophe, Gedicht; S. 106]

Freitag, 28. Februar 2020

Tierkreiszeichen/02: Fisch & Fischin (Teamwork)

Als wir zur Verabschiedung des alten Jahres schon einmal ein solches Bilder-Tableau entwarfen – und zwar zum doppelgesichtigen Janus – entstand der Gedanke, es monatlich über ein Jahr hinweg mit den Tierkreiszeichen genauso zu versuchen und mit einem "Ulk"-Horoskop zu verbinden. Zudem fiel uns auf, dass von den zwölf Tierkreiszeichen die Mehrzahl (nämlich acht) ohne weibliches Pendant sind, die Jungfrau unbemannt ist, die letzten drei dagegen (modern aufgefasst) geradezu divers wirken. 
Folglich haben wir es hier mit "Fisch|in" zu tun.

Fische / Pisces
vom 19.02.2020 ← gültig → bis 20.03.2020


  
Die Aufklärung hat was für sich …

Ein junger Mensch steht erst auf eignen Füßen,
nachdem man ihm, was Sache ist, erklärt,
denn wenn er das von anderen erfährt,
dann haben alle rundherum zu büßen.

Den eignen Hausstand dermaleinst zu gründen,
da braucht es Vorbild, und das nicht zu klein!
Wer eignet sich dafür, wer soll das sein?
Von Eva erbt sonst Adam alle Sünden!

Zu loben sind als Vorbild manche Fische –
Die Stichlings sind in vielem unerreicht,
Denn wer dem Stichling nicht vom Stachel weicht,
erfährt das Wichtigste in aller Frische.

Das Nest, das baut das Männchen ganz alleine
und lädt das Weibchen dann zum Schäkern ein
und denkt, es kann auf keinen Fall doch sein,
dass "Sie" was andres meint, als "Er" wohl meine.

Braucht es an Aufklärung noch etwas mehr –
erklären Fischens gern den übrigen Verkehr!!

             © Manfred Albert a. G.                 
und überzeugter Vertreter der Gleichberechtigung                   

© Manfred Albert a. G.: originale PC-Grafik, 02/2020
"Fisch und Fischin als Beispiel ersprießlicher Arbeitsteilung"
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Quellen zu den Bildern im Fische-Tableau ganz oben
(sämtlich lizenziert und via wikimedia.commons):
links:    Sternbild der Fische, Foto: till Credner, 17.07.2004; © CC BY-SA 3.0.
oben:   am linken Portal der Kathedrale von Amiens; Foto: Vassil, 18.04.2007.
unten: Book of Hours, the Fastolf Master, Bodleian Library, Oxford, ~ 1440-1450.
rechts: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Faltkalender ~1400
Die PC-Grafik wurde vom Autor mit einem eigenen Grafikprogramm erstellt.

Mittwoch, 29. Januar 2020

Tierkreiszeichen/01: Wassermann findet Wasserfrau (Teamwork)

Als wir zur Verabschiedung des alten Jahres schon einmal ein solches Bilder-Tableau entwarfen – und zwar zum doppelgesichtigen Janus – entstand der Gedanke, es monatlich über ein Jahr hinweg mit den Tierkreiszeichen genauso zu versuchen und mit einem "Ulk"-Horoskop zu verbinden. Zudem fiel uns auf, dass von den zwölf Tierkreiszeichen die Mehrzahl (nämlich acht) ohne weibliches Pendant sind, die Jungfrau unbemannt ist, die letzten drei dagegen (modern aufgefasst) geradezu divers wirken. Anfangs bringen also wir eine "Wasser"-Frau ins Spiel.

Wassermann / Aquarius
vom 21.01.2020 ← gültig → bis 19.02.2020


"Ich, Ganymed, Mundschenk und Liebling der griechischen Götter, wurde von Zeus selbst als Sternbild in den Tierkreis am Himmel versetzt und bin seitdem schlicht 'der Wassermann'. Das passt mir als einem Vielgeliebten schon geraume Zeit nicht, denn ich mag sehr viel mehr die Frauen.
Die wissen natürlich von meinen vergangenen Beziehungen, so dass ich mir immer nur welche rauben kann. Auch die Wassermänner sollen nicht aussterben - nämlich! Die Römer handhabten es mit den Sabinerinnen ja ebenso, und auch der hiesige Volksglaube weiß in seinen Liedern um meine Bedürfnisse: "Als wir jüngst in Regensburg waren“, "Es freit ein wilder Wassermann um Lilofee“ usw. usf.
Einer Frau muss man als Mann natürlich etwas bieten, logo! Ich habe im Bild festgehalten, wie ich die (jetzige) Meine gerade mit einer modernen Erfindung in Versuchung bringe – Berieselung per Dusche …
Schluss mit dem Wasserschleppen und wieder mehr Zeit für eine ganz normale Beziehung haben – ich gehe voran mit einer reinen, klaren Liebe."


Fast überall brennt es ja heut in der Welt,
Und man weiß nicht mehr, was dagegenhält.
Es fehlt ganz entschieden ein mythischer Mann,
der das Wasser riechen und herbringen kann.
Man hat dieses Wesen bereits auch entdeckt,
und wissenschaftlich ist durchgecheckt,
dass seine Vermehrung die Krisen mindert -
falls man ihn nur bei der allerschönsten Sache der Welt nicht andauernd behindert.
/letzter Vers ist mir etwas lang geraten - ich weiß/

© Manfred Albert a. G.

© Manfred Albert a. G.: originale PC-Grafik, 01/2020
"Wassermann hat für Wasserfrau die Dusche erfunden"
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Quellen zu den Bildern im Wassermann-Tableau ganz oben
(sämtlich lizenziert und via wikimedia.commons):
links:  Sternbild des Wasserträgers, Foto: till Credner, 17.07.2004; © CC BY-SA 3.0.
oben:  am linken Portal der Kathedrale von Amiens; Foto: Vassil, 18.04.2007.
unten: Book of Hours, the Fastolf Master, Bodleian Library, Oxford, ~ 1440-1450.
rechts: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Faltkalender ~1400
Die PC-Grafik wurde vom Autor mit einem eigenen Grafikprogramm erstellt.

Samstag, 21. Dezember 2019

Sachsen-Genüsse (1-4)+1 Zugabe "zur Nacht"

Vor Jahren schon (und hier auf Versbildner auch veröffentlicht) entstand eine Reihe von vier Scherzgedichten zu Frühstück, Mittagstisch, Kaffeetrinken und Abendbrot des – patriotischen – Sachsen. Die freundliche Aufnahme auch an anderer Stelle der teils zungenbrecherischen, teils übermütigen Verse brachte mich in Versuchung, noch einen fünften Teil "bei Kerzenschein" zu schreiben. Man wird doch hoffentlich nicht auf der Stelle den Schalk in meinen Augen aufleuchten sehen?
Um dem Leser das Nachschlagen in den Tiefen des hiesigen Archivs abzunehmen, werden die ersten Verse der jeweiligen früheren Gedichtanfänge wiederholt und dann ein Link zum Weiterlesen angeboten – ehe wir (um mit Diederich Heßling aus H. Manns Untertan zu sprechen) "zur Sache selbst kommen".

(1)       Frühstück mit Quittenmarmelade
Ödes Frühstück nachgerade –
Auf dem Tisch fehlt Marmelade!
"Sag mal", frage ich bei Gitten,
"Waren da nicht diese Quitten?"
bitte hierweiterlesen

(2)       Mittagessen auf Böhmisch Art
Zu Mittag kochen? Nicht gleich stöhnen –
Man kann den Tag ganz anders krönen:
Ein Sachse, der alteingesessen,
Wird’s Mückentürmchen nicht vergessen.
bitte hierweiterlesen

(3)       Zum Kaffee Dresdner Stollen
"Liebste, bitte nicht gleich grollen –
Was ich gern hätt’ sagen wollen,
Ist natürlich ein Klischee,
Doch verfolgt mich die Idee
bitte hierweiterlesen

(4)       Den Abend bei Meißner Wein
Sitz mit ihr beim Abendschein,
als mein Weib fragt engelrein:
"Soll ich dir von deinen Bieren
nicht ein kühles Pils servieren?"
bitte hierweiterlesen

– ./. –
  
Sachsen-Genüsse (1-4)+1 Zugabe:
 
František Antonín Jelínek (cz; 1890-1977): akademisches Aktfoto (1927; Detail)
"Frau mit Fächer – und Kandelaber"; privates Familienarchiv;
via wikimedia.commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

(5)       Zur Nacht – und bei Kerzenschein …
– an Liebe übervolles Scherzgedicht –

Heute lass uns nachts noch scherzen –
Zünde, Liebste, an die Kerzen,
Denn der Tag gilt als gemacht
Erst zur Tiefe in der Nacht!
Meistens hab ich den Verdacht,
Dass du dich – bereits entfacht –
Überlässt beim Schein der Kerzen
Nur zu gern bekannten Scherzen.

Anfangs flackern gar die Kerzen,
Bis du aufhörst dann mit Scherzen,
Denn das Schönste wird vollbracht,
Wenn herabsinkt voll die Nacht.
Schließlich hätt' ich nie gedacht,
Dass vorm Aufstehn du ganz sacht
Summst ein Lied, fängst an zu scherzen:
"Sag, wo haben wir die Kerzen …?"

© elbwolf, 20.12.2019