Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

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Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Samstag, 4. März 2017

Politischer Aschermittwoch – ein Resümee …



Politischer Aschermittwoch – ein Resümee …
          oder eher schon Menetekel?

Ist alles Volk erschöpft vom tollen Treiben,
dann schlägt die Stunde für die Politik,
wenn Volksvertreter sich die Hände reiben
und Gegner unterbuttern mit Kritik:
kein Blatt mehr hält man sich dann vor den Mund
und tut selbst größte Plattitüden kund –
          denn das ist Politik am Aschermittwoch!

Ihr liegt dabei nicht dran, dass man sie messe
an Taten, die verdienten Volkes Lohn –
man überlegt, wie man den Gegner fresse,
kippt kübelweise über ihn den Hohn.
Nur … besser ist man selber keinen Deut:
der einstens selbst Verhöhnte höhnt nun heut –
          schon immer Politik am Aschermittwoch!

Wie lange geben wir denn noch den Narren,
der zum Blabla der Worte gläubig nickt;
der sich als Stimmvieh spannt vor jeden Karren;
der sich in alles Missliche brav schickt?
Den man schon allerorten nur begafft,
weil er noch denkt, wir hätten - was? - geschafft –
          dann hat die Politik den Aschermittwoch!

elbwolf, anderntags auf Aschermittwoch 2017

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Eine Leserin hatte an anderer Stelle scharfsinnig bemerkt, "aus Sicht der Politik wäre dann wohl jeder Tag im Jahr Aschermittwoch". Ich möchte dazu sagen, dass eine 4. Strophe mit genau dieser Aussage geplant war – aber dann dachte ich, wer die Welt mit wachen Augen sieht, der schätzt das von selbst genau so ein! Die Überschrift habe ich aber doch noch um eine zweite Zeile erweitert:
"Menetekel" - das ist ein ernster Warnruf!

Dienstag, 30. Juni 2015

Den Opfern des Germanwings-Absturzes – Chapeau!



Nach Monaten des Wartens
bei schon schmerzvoller Gewissheit
für ihre Lieben und Freunde,
sind nun die Jüngsten
und Hoffnungsvollsten
von einem Ausflug nach Spanien,
das Land der Sonne,

zurückgekehrt

in das kleine Städtchen am See,
am Südrand des Münsterlandes,
das sie auf die Reise geschickt
und gehofft hatte, sie wiederzusehen
im blühenden Leben;
gebracht aber hat man sie leblos,
jeden in einem kleinen hölzernen Haus,
gestellt auf vier Räder.

Wer hätte vermutet, dass jemand
so am eigenen Leben zweifelt,
um nicht nur sich zu entleiben,
sondern auch alle ihm Anvertrauten
mit in den Untergang zu reißen.
Fremde Gedanken werden wir
nie erraten und daher immer wieder
neues Vertrauen aufbringen müssen.
Entbieten wir den von uns Gegangenen
im stillen Gedenken – Chapeau!

Mittwoch, den 10. Juni 2015

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Der Verfasser zeigt sich besonders betroffen, weil er im Beruf sein
Anfängergehalt mit Berechnungen über die technische Gestaltung
von Flugzeugflügeln verdiente, die ein bestimmtes Gewicht tragen sollten.
elbwolf

Haiku




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elbwolf

Montag, 1. Juni 2015

Ungesiebte Luft



Ein fast unpolitisches Gedicht

Des Knackis Lebensqualität zu mindern,
nimmt man zur Strafe ihm der weiten Welten Duft.
An einem aber kann man ihn nicht hindern:
zu atmen nämlich – wenn auch nur gesiebte Luft!

Doch gibt es neuerdings nun eine Gruppe,
für die sind alle andern Bürger einfach Luft;
wo immer sich versammelt diese Truppe,
entströmt ihrem Lokal gleich penetranter Duft.

Sie haben Polizisten als Bewacher
und lassen Schraubenflügler kreisen in der Luft;
sie wähnen allerortens nur noch Kracher,
weshalb sie sich vergraben wie in einer Gruft.

Das sind die europäischen Berater,
sie wirken oft wie so ein Guck-Hans-in-die-Luft,
doch sind sie unsre Eurogeld-Verbrater -
bei Zivilisten gälte mancher schon als Schuft.

Sie kommen jetzt gleich zweimal nach Germanien:
verursachten zunächst in Dresden dicke Luft;
nun schmückt das Bayern-Schloss man mit Geranien,
doch kittet man auch dort bestimmt nicht jede Kluft.

Wir Einfachen erleben viel Bedrängnis,
und mögen nicht, wenn man uns nur andauernd blufft!
Man sperrt uns aus, als säßen wir wie im Gefängnis -
Wir aber wollen stets nur ungesiebt die Luft!

elbwolf, 31.05.2015