Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Montag, 25. Dezember 2023

Wünsche beim Wechsel vom Dezember zum Januar

Weihnachtsbaum vor dem Rathaus in Meißen/Sachsen (2004);
Aus: Adventskalender des Kunstverlags Brück & Sohn, Meißen; PK № 32900;
Foto: Eigen. Werk Brück & Sohn; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0


Wünsche beim Wechsel
vom Dezember zum Januar

Sollte Nikolaus zum Lohn
dafür, dass wir überheblich
oftmals über ihn nur lächeln,
ernsthaft mit der Rute drohn,
könnten wir genauso ernsthaft
auf die Schnelle innehalten -
wechseln in den Plauderton.

Sollte uns der Weihnachtsmann
unter allen den Geschenken
wieder nur Krawatten liefern,
hoffen wir, dass irgendwann
auch was andres käm infrage,
selbst ein Schnaps wäre noch besser -
hörst du, alter Scharlatan?

Sollte uns das Neue Jahr,
das wir mit erhobnen Gläsern
schließlich aus der Taufe heben,
weil es wieder so weit war,
noch zu vage und verschwommen
scheinen – nun wie könnt‘ es anders!
Oder birgt es wo Gefahr?

Doch es braucht nur kurze Zeit,
bis es läuft normalerweise
ohne Holpern und geschmeidig.
Gleich fühlt man sich da bereit,
noch ein Wegstück mitzuwandern.
Schließlich hofft man heimlich bei sich:
wär‘s doch bloß nicht schon so weit ...

© elbwolf (W.H.)

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Die Beitragsserie ″Vom Büchersammeln″ wird
im Januar 2024 fortgesetzt.

Sonntag, 26. Dezember 2021

Hanebüchene Physik-12: Musizierende Gläser (mit Manfred Albert a. G.)


Diese drei Dinge braucht es für das Musizieren mit Gläsern:
1. Gläser (mindestens 7, für eine ganze Ton-Oktave);
2. Flüssigkeit, um die Gläser verschieden hoch zu füllen;
3. kundige Hände, die die Glasränder streichen – besser: streicheln!
Bei fester Anordnung der Gläser stellt das Ensemble ein Musikinstrument aus der Klasse der Idiophone (Selbsttöner bzw. Selbstklinger) dar – s. Foto!

 

Wenn nasse Hände zarte Gläser streichen …

Ist das "Singen" durch die Hände eingeleitet,
werden Schwingungen im zarten Glas verbreitet,
braucht es nur noch weitres zartes Händeschwingen,
um so ganze Melodien zu Stand' zu bringen.

Magisch scheint uns sicher auch das Theremin,
schwebt die E-Musik mit ihm wie Zeppelin:
ganz berührungsfrei, nur Hände und die Finger,
die allein sind hier für uns die Freudenbringer.

Rechts der Töne: Höhe, links der Laute: Stärke;
der Magneten Feld entlockt so ganze Werke,
was dem Synthesizer schon sehr nahe steht,
wenn es auch viel schwerer zu erlernen geht.

© M. Albrecht & elbwolf

 

© Raimond Spekking: Glasharfenspielerin in Köln (2008);
CC BY-SA 3.0; via Wikimedia Commons
 

Samstag, 27. November 2021

Hanebüchene Physik-11: Japanische Flechtbrücken (mit Manfred Albert a. G.)

Japanische Flecht- oder Koibrücke
Prinzip-Skizze: M.Albrecht

 

Japanische Flecht- oder Koibrücken

Wer sind die Weltmeister im Flechten?
Nun sucht nicht lange nach den Rechten!
Man muss auch nicht viel Ahnung haben:
es flechten mit den höchsten Gaben
nur die Japaner … Bingo!

Sie flechten untern Po die Sitze
auf denen sitzt sich's einfach Spitze;
sie knarren, wenn man sich draufsetzt,
doch sind sie nicht gleich durchgewetzt,
setzt euch nur drauf … und Bingo!

Die Japan-Bäume in den Wipfeln
berühren sich mit ihren Gipfeln,
sie tragen Leitern in den Zweigen –
das spart ein Rauf- und Runtersteigen:
und man ist schneller … Bingo!

Auch über ziemlich breite Schluchten
gelingt das Sich-Hinüberwuchten:
mit Hilfe solch geflochtner Leitern
kann man am Ufer nicht mehr scheitern –
man kommt nach drüben … Bingo!

Geflochtne Leitern können's wagen
gemeinsam Lasten zu ertragen –
und sind nur deshalb so geflochten
weil sie sonst Tragen nicht vermochten.
Das gilt nicht nur in Japan!

© M.Albrecht & elbwolf

Dienstag, 26. Oktober 2021

Hanebüchene Physik-10: Uhr als Kompass (mit Manfred Albert a. G.)

Prinzip-Skizze: M. Albrecht

 

Die Tippeltappeltour in den Süden

Bist du Besitzer einer Uhr, die geht,
dann starr nicht so stupide in die Runde –
zumal die Sonne hoch am Himmel steht.

Mehr Info gebe ich dir nicht zur Kunde:
Zeig du mir jetzt, wo Richtung Süden ist,
sofort – und nicht getrödelt eine Stunde!

Die Uhr ist jetzt der wichtigste Statist:
richt sie mit kleinem Zeiger auf die Sonne –
den Winkel schau, den mit der 12 er misst.

Und diesen Winkel teilst du nun mit Wonne
in gleiche Hälften – gradezu trivial;
bekommst Applaus getrommelt auf die Tonne!

Nach Süden zeigt der Strich – was ein Signal!
Das du wohl sicherlich nicht hast erwartet,
doch ist die Sache absolut legal,
nur war mein Spiel mit dir leicht abgekartet ...

© M. Albrecht & elbwolf

Sonntag, 26. September 2021

Hanebüchene Physik-9: Kaleidoskop (mit Manfred Albert a. G.)

links:Bauplan eines Kaleidoskops; rechts: Antiquarisches Kaleidoskop.
Autor+©: Rnbc (1.7.2021); via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0:


Das Kaleidoskop ist ein optisches Gerät und dient oft als Kinderspielzeug. Schon im antiken Griechenland war es bekannt – sein Name bedeutet "schöne Formen sehen". Nachdem es 2000 Jahre vergessen war, entdeckte es der schottische Physiker Brewster 1816 wieder und ließ es sich ein Jahr später patentieren. Dank seines inneren Aufbaus spiegeln sich eingelagerte bunte Gegenstände mehrfach und machen scheinbar ein symmetrisches farbiges Muster sichtbar, das sich beim Drehen des Geräts um seine Längsachse ändert. [nach Wikipedia]

Sonett auf das Kaleidoskop

Ja, schau hinein in diese kurze Röhre –
du brennst vor Neugier doch, du kleiner Wicht!
Was denkst du, was das ist im Schummerlicht?
Du kennst es nicht? Du weißt es nicht – ich schwöre!

Ist insgesamt so groß wie eine Möhre;
von vorne, hinten und rundum ganz dicht,
wie sehr du wärst aufs Innere erpicht –
du kommst nicht ran, bist eben bloß 'ne Göre!

Und das ist gut, denn vorne drinnen – Scherben,
die sind so bunt als wie ein bunter Hund;
ob warm, ob kalt – sie können nicht verderben.

Doch drehe nun die Röhre manche Stund:
die Bilder, die du siehst, die drehn sich weiter
und du wirst unwillkürlich froh und heiter ...

© Manfred & elbwolf

Die scheinbaren Bewegungen im Kaleidoskop.
Foto+©: Joho345: 13.7.2015; via Wikimedia Commons, Liz.: CC-BY 4.0

Montag, 26. Juli 2021

Hanebüchene Physik-7: Schalmei (mit Manfred Albert a. G.)

Selbstgebastelte Rindenschalmei

Es tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder.
Es flötet der Hirte auf seiner Schalmei ...

Dies Volksinstrument kommt noch heute
wie Jahrhunderte schon unter Leute.
Die Hirten konnten sich einst sie nicht leisten,
weil doch gedrechselt waren die allermeisten.

Zu unserer Zeit hat man selbst sie gebaut,
und ich habe den "Bauplan" mir abgeschaut.
Ich köpft' einen graden Salweidenstamm,
im Frühling, wenn er im Safte schwamm.

Geklopft, um zu erweichen die Rinde;
durchschnitten sodann wie ein Gewinde;
geschält zuletzt im Stücke vom Stamm
als ein Streifen Rinde, noch etwas klamm.

Den wickelte ich überlappend zur Rolle,
bis der konische Trichter war unter Kontrolle.
Mit Dornen fixiert ich das wacklige Ding,
bis die elastische Art ihm völlig verging.

Ein Mundstück aus hohler, runder Rinde,
am Ende gepresst, kam vor das Gewinde.
Was dann beim Üben mich stets verdross:
die Löcher – die ich mit Harz erst noch schloss.
 

© Manfred Albert a. G          


Soest, St. Petri, Aldegrever Brunnen vom 9.8.1989 von Kord Winter
Foto+©: Mbdortmund, Oktober 2009; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 3.0

Mittwoch, 26. Mai 2021

Hanebüchene Physik-5: Eierkochen – mit der Sanduhr (mit Manfred Albert a. G.)


  Eierkochen – mit der Sanduhr

Vor langer Zeit man schon erfand
die Uhr, die Zeiten misst mit Sand!
Der Pharao hat ihrer zwei:
die VIER für vier, die DREI für drei
genauest messbare Minuten.
Doch wie natürlich zu vermuten
hat Pharao darauf gepocht,
dass man das Ei ihm fünf-min kocht.

Jetzt rief man eiligst den Wesir,
der sagte: "Fünf-min? Mach ich Dir:
Schafft beide Uhren her zuhauf;
ein rohes Ei; setzt Wasser auf!
Das Ei wird erst nur angestochen
das Wasser bringt derweil zum Kochen,
und ich verseh mein Ehrenamt –
Minuten neun brauchts insgesamt!"

Man stürzte VIER und DREI auf Kopf,
und als bei DREI lief ab der Zopf,
da war in VIER noch ein-min drin.
Erneut setzt DREI man auf Beginn
und lässt die VIER noch völlig laufen.
Als deren Zopf dann tat verschnaufen
hielt DREI noch grad zwei-min bereit:
fürs Ei – als Kochbeginn jetzt Zeit!

Das ist der Anfang für das Maß –
die DREI alleine macht jetzt Spaß:
man packt nach Ablauf sie am Schopf
und stülpt sie letztmals auf den Kopf:
sie wird nun nochmals drei-min messen –
dann kann der Pharao s'Ei essen!
Und so ward alles eingerenkt:
klug hat Wesir den Staat gelenkt!

© Manfred Albert a. G.& elbwolf          

Montag, 26. April 2021

Hanebüchene Physik-4: Elastischer Stoß (mit Manfred Albert a. G.)

Verhalten des Kugelstoßpendels beim elastischen Stoß.
Urheber: DemonDeLuxe (DominiqueToussaint), 08.08.2006; Liz.: CC BY SA 3.0;
"Picture of the day on May 29, 2007"; via Wikimedia Commons.
Link auf die deutsche Fassung des Wikimedia-Beitrags

 

Die wundersame Vielfalt
        des elastischen Stoßes

Das obre Spiel zeigt man an jeder Schule;
mit Münzen imitiert man es zu Haus;
der Profi kickt sein Billardspiel im Poole
und macht ganz ausgefallne Sachen draus.

Lässt oben man die rechte Kugel schwingen,
bewegt sich nur die linke schnell hinweg;
die andern bleiben stur so, wie sie hingen –
und umgekehrt gehts auf den Rückwärtsweg.

Die rechte Münze schnipst man an die Reihe,
wo sie nur links die setzt sogleich in Marsch,
die sagt noch "während ich mich nun befreie,
da bleibt ihr andern liegen A… an A…!"

Der Billardprofi ist ein Kapitän:
die Kugel stößt er oben an, juhu,
dann rollt sie gradeaus, ganz souverän;
stößt er von unten, rollt sie auf ihn zu.

© Manfred Albert a. G.

Elastischer Stoß mit Münzen (Foto: W.H., 26.04.2021).
Beginn rechts: separat liegende Münze-1 wird geschnipst;
Ende links: Münze-1 "angedockt"; hat Impuls vermittelt und Münze-5 abgestoßen;
Münzen 2, 3 und 4 haben sich nicht von der Stelle gerührt!

 

Der deutsche Poolbillardspieler Oliver Ortmann auf der Poolbillard Europameisterschaft
im deutschen Willingen, August 2008; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY 3.0

Sonntag, 28. März 2021

Hanebüchene Physik-3: Der Flaschenzug (mit Manfred Albert a. G.)

 

  Der Flaschenzug

 

   Dreitausend Jahre, dass man einst erfunden
   den Flaschenzug, die einfache Maschine.
   Seitdem hat man das Schwere überwunden:
   nicht tragen mehr – man zog nun mit Routine!

   Ein Seil führt über mehr als eine Rolle;
   die Anordnung befestigt man hoch oben,
   so hoch, wie sie die Lasten heben solle. –
   Mehr Rollen, wenig Kraft: muss man erproben.

   An Seilen braucht man wirklich nicht zu sparen:
   die Kraft zum Ziehen muss dagegen reichen –
   dann trotzte man beim Bauen den Gefahren,
   der Flaschenzug beim Bau ward Markenzeichen!

   Den Flaschenzug tat jeder Bauer loben:
   der zog ihn in der Scheune bis nach oben.

© Manfred Albert a. G.

 

Abb.: Prinzipskizze eines Flaschenzugs mit 4 Umlenkrollen:
Die Zugkraft beträgt hier nur ein Viertel der Kraft, mit der die Last selbst einwirkt.

oben: Niccola Zabaglia (1664-1750): Aufrichtung des vatikanischen Obelisken (1586);
unten: Giovanni Guerra (Drucker): Arbeitsphasen der Obelisk-Aufrichtung.

Allgemeiner Überblick über alle Maschinen und deren Anordnung, die verwendet wurden, um 1586 den Obelisk auf dem Petersplatz aufzurichten.
Domenico Fontana (1543-1607) benötigte die Zusammenarbeit von 900 Männern und 75 Pferden und setzte 50 Flaschenzüge ein, um diese Arbeit auszuführen.
/ via Wikimedia Commons; Liz. CC0 1.0 Public Domain Destination /

Donnerstag, 25. Februar 2021

Hanebüchene Physik-2: Spiegelreflexe (mit Manfred Albert a. G.)

© Manfred Albert a. G.              

Legende zum unteren Schema:
re: Spiegel mit erweiterter Reflektierung; an den Ecken: virtuelle Betrachter;
li:   realer Betrachter in Draufsicht; L, R – sein linkes bzw. rechtes Ohr

 

Hanebüchene Physik-2: Spiegelreflexe

Licht und Spieglung ringsum schon immer bestehen –    
sind schon in der Tiefe aller Homo-Höhlen zu sehen;
sie füllen Begräbniskammern in Alt-Ägypten zuhauf.
Solch Mythen, wie die von Narziss, die werten sie auf.

Die Kamera brauchte sie nur als Hilfsmittel zu wählen.
Spieglungen sind es, die seit der Mensch-Formung zählen.
Internet wie Bücher berichten von Experimenten –
doch tun wir, als ob wir den Spiegelreflex nicht kennten.

Unsre Augen geben meist dem Waagrechten Präferenz;
doch lassen wir ihnen beim Rechts-Links-Tausch Agens,
stellen es aber vor dem Spiegel selbst wieder richtig
und nehmen den Spiegel als Betrüger nicht für wichtig.

Sich das Haar zur Probe vorm Spiegel zu schneiden,
sollte man der Gesund- wie Schönheit zuliebe meiden.
Wenn Leonardo in Spiegelschrift schrieb, dann halt,
weil das Heutige auch schon für Früheres galt.

Klar, dass wir uns permanent nur selber betrügen.
Erst der andre, der Rundspiegel befreit uns von Lügen.
"Schiefes" wird immer der Menschen Leben erfüllen –
mögen Friseur und Philosoph sich lachend verhüllen!

© Manfred Albert a. G.                          

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Liebe Leser unseres Blogs,

wir bringen heute den zweiten Beitrag in einer neuen Reihe "Hanebüchene Physik", zu der Text und Bild von unserem Gast Manfred Albert beigesteuert werden. Er folgt damit Anregungen, aus dem seit den Gründerjahren (genauer: 1887 ff.) in vielen Auflagen erschienenen Buch "Kolumbus-Eier" einige seltsame Experimente aus der Physik auf gänzlich neue Weise  zu interpretieren oder überhaupt eigene Ansichten dazu zu äußern.

Und bitte nicht irre machen lassen, weil es in der Schule möglicherweise SO nicht gelehrt wurde! Wir nehmen es ja auch "entspannt"!

Das  Versbildner-Team

Freitag, 29. Januar 2021

Hanebüchene Physik-1: Camera obscura (von Manfred Albert a. G.)

© PC-Grafik: Manfred Albert a. G.              

 

Hanebüchene Physik-1: Camera obscura

Die Wahrheit – stellen wir sie auf den Kopf,
im Fall, dass wir zu nahe sie betrachten?
Es ginge uns, wie jenem armen Tropf,
der hängend muss im Dunkel dort verschmachten.

Schon Aristoteles, der einst beschrieb,
dass man die Wahrheit müsse umgestalten,
damit die Welt auch eine heile blieb –
wer will die jetzige denn noch behalten?

Das Licht, das durch das kleine Loch verläuft,
dort auf dem Bild, willst du dem etwa trauen?
Das machst du auf dem Handy doch gehäuft:
dir "höchst reale Bilder" nachzubauen!

Wir können dreidimensional im Raum
wie so ein Vogel in den Lüften schweben
und fragen uns bestimmt nicht (oder kaum)
ob es die Wahrheit ist, die wir erleben.

Liegts in der Optik oder doch im Kopf,
dass selber wir nicht auf den Händen gehen?
Das muss ich ziemlich unbedarfter Tropf
mir nächstes Mal genauer noch besehen!

© Manfred Albert a. G.                          

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Liebe Leser unseres Blogs,

wir bringen heute den ersten Beitrag in einer neuen Reihe "Hanebüchene Physik", zu der Text und Bild von unserem Gast Manfred Albert beigesteuert werden. Er folgt damit der Anregung, aus dem seit den Gründerjahren (genauer: 1887 ff.) in vielen Auflagen erschienenen Buch "Kolumbus-Eier" einige seltsame Experimente aus der Physik auf gänzlich neue Weise  zu interpretieren.

Und bitte nicht irre machen lassen, weil es in der Schule möglicherweise SO nicht gelehrt wurde!

Das  Versbildner-Team