Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Dienstag, 1. April 2025

II. Quartal 2025 – mit Einblick in das Schaffen als Buchillustrator von Prof. Klaus Ensikat (*1937) .

Klaus Ensikat: Zwei Beispiele der uniform gestalteten Kartoneinbände (Titel)
von 35 Bänden historischer Kriminalromane (1971-1989),
zu denen 1990 noch 4 gleichgestaltete Bände von Klaus Müller kamen.
Mit Dank an das Lektorat von ‚Eulenspiegel Verlag‘,
der zu dieser nicht-kommerziellen Veröffentlichung sein Einverständnis gab
.

Die Bucheinbände Prof. Ensikats
zu historischen Kriminalromanen

Es gab schon immer manch Gelichter;
Doch fanden all die Bösewichter
Am Ende meistens ihren Richter!
Prof. Ensikat ist uns Berichter.

Er zeichnete mit scharfem Stichel
Den Franzmann wie den deutschen Michel,
Der nüchtern oder nach Gepichel
Im Dunklen schwang die Mördersichel.

Doch wie ein Spitzbub sich auch windet
Und Mitleid bei den Richtern schindet –
Die Jury Paragraphen findet,
Dass Bosheits letzte Hoffnung schwindet.

Der Künstler malt, hat nichts geschrieben –
Nur Buchumschläge sind geblieben.
Es ist bestimmt nicht übertrieben:
Ihr würdet Text und Bilder lieben!

© elbwolf

 

Kalendarium II. Quartal 2025

Montag, 25. März 2024

Vom Büchersammeln-3: Bücherlisten aus Text- und Bild-Infos

Liebe Lyrik-Liebhaber, die Sie auch Büchersammler sind!
In den ersten beiden Beiträgen dieser kleinen Reihe habe ich vom „Büchersammeln an sich“ und dem Platzbedarf bzw. dem Umfang einer eigenen Büchersammlung gesprochen.

Heute nun werden die Grundelemente informatorischer Arbeit an/mit Büchern behandelt: digital(isiert)e Bücherlisten aus Text und Bild.

Die platz- und zeitmäßigen Verhältnisse hier im Blog machen allerdings die Beschränkung auf ein illustratives Einzelbeispiel notwendig: ich habe mich für die Serie historische Kriminalromane aus der DDR-Zeit des Verlags Das Neue Berlin entschieden, dessen Schicksal übrigens in dem nebenstehenden Buch von Christoph Links (dort S. 205/6) dargestellt ist.

 Und selbstverständlich dürfen Sie sich Gedanken machen, warum die Serie mit dem Jahr 1989 „offenbar beendet“ war!

Historische Kriminalromane (Vlg. Das Neue Berlin, 1971-89)

Historische Kriminalromane im Format 10,5x17 cm;
Karton-Einbände von Klaus Ensikat.
Die (mit ø) gekennzeichneten 8 Titel fehlen in meinem privaten Buchbestand, die übrigen (mit v) gekennzeichneten sind vorhanden.
Die Fehltitel sind nachfolgend auch mit ihren Umschlag-Illustrationen gelistet:

Nr      Autor / Titel / Jahr der (Erst/Zweit-)Auflage
01 ø  Anzengruber, Ludwig: Unter schwerer Anklage. 1984
02 v
  Auerbach, Berthold: Die Geschichte des Diethelm v. Buchenberg. 1971
03 ø  Boßhart, Jakob: Der Grenzgänger. 1983
04 v
  Bourget, Charles-Joseph-Paul: André Cornélis. 1989
05 v
  Chester, George Randolph: Das Geld auf der Straße. 1983
06 v
  Chesterton, Gilbert Keith: Das unlösbare Problem. 1977
07 ø  Collins, William Wilkie: Der Mondstein. 1985
08 v
  Collins, William Wilkie: John Jagos Geist. 1984
09 v
  Deledda, Grazia: Der Efeu. 1988
10 v
  Dumas, Alexandre: Gabriel Lambert. 19872
11 v
  Ebenstein, Erich: Das Geheimnis vom Brintnerhof. 1987
12 v
  Elvestad, Sven: Das Geheimnis des Alten. 1989
13 ø Fontane, Theodor: Unterm Birnbaum. Ellernklipp. 1985
14 v
  Gaboriau, Émile: Akte 113. 1989
15 v
  Gaboriau, Èmile: Der Fall Lerouge.19802
16 v
  Gaboriau, Émile: Monsieur Lecoq. 1982
17 v
  Glauser, Friedrich: Wachtmeister Studer. 1988
18 ø  Goetz, Kurt: Die Tote von Beverly Hills. 1975
19 v
  Gorki, Maxim: Pawel, der arme Teufel. 1977
20 ø  Heyse, Paul: Andrea Delfin. Fräulein Johanne. 1988
21 v
  Hornung, E. W.: Raffles als Richter.1979
22 ø  Huch, Ricarda: Der Fall Deruga. /z. Z. kein Online-Angebot!/
23 v
  Hume, Fergus W.: Das Geheimnis des Fiakers. 1984
24 v
  Leroux, Gaston: Das Geheimnis des Gelben Zimmers. 1978
25 v
  Lindau, Paul: Der Prozeß Graef. 1985
26 v
  Mark Twain: Wilson, der Spinner. 1986
27 v
  Meinhold, Wilh.: Maria Schweidler, die Bernsteinhexe. 1984
28 v
  Mérimée, Prosper: COLOMBA. 19872
29 v
  Serner, Walter: Die Tigerin. 1985
30 v
  Sudermann, Hermann: Die Reise nach Tilsit. 1988
31 ø  Theden, Dietrich: Menschenhasser. 1985
32 v
  Tschechow, Anton: Ein Drama auf der Jagd. 1987
33 v
  Zangwill, Israel: Das große Geheimnis der Bow Street. 1985
34 v
  Zola, Émile: Thérèse Raquin. 1983


Bucheinbände meiner derzeitigen Fehlbände № 01, 03, 07, 13, 18, 20, 22, 31.

Die Krimis sind als Genre noch nicht alt –
Doch sind inzwischen sie geadelt!
Wer sie mit links abtut, der merkt sehr bald,
Dass man die guten lobt, nicht tadelt.
Und hebt sie einer gar bis in den Himmel,
So hat er eben einen Krimi-Fimmel!

elbwolf (W.H.)
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Der nächste Beitrag bringt Vorschläge zur Thematisierung von Titellisten.

Dienstag, 1. August 2023

Kalenderblatt 08/2023 – Schiller liest im Park zu Tiefurt vor

 

           Fichte     Herder   Knebel             Schiller          Wieland                  Herzog Karl August   Goethe
                                                                                       Herzogin Amalie   Herzogin Luise

 Schiller liest dem Kreise der Weimarer Auserlesenen im Park zu Tiefurt vor.
Lithographie nach einem Gemälde von Theobald v. Oer (1807/85)
(Zu Schillers 100. Todestag. Aus dem Sonderdruck im Verlag J. J. Weber von 1905)


Wundersames
Nicht oft geschieht es, dass ein Genius in dieser Weise
nimmt einen Kreis von Auserlesenen mit auf die Reise,
denn leider gibt es Auserwählte nicht in großer Zahl –
drum wiederholt sich solches Wunder kaum ein zweites Mal.

 



Kalenderblatt 08/2023 –"Schiller liest … im Park von Tiefurt vor"
Versquartett © Wolfgang Herrmann.
(Ein Exemplar des Jubiläum-Sonderdrucks befindet sich im Besitz des Verfassers)

Donnerstag, 1. Juni 2023

Kalenderblatt 06/2023 – Erster Kuss

Hans Christiansen (1866-1945),
führender Wegbereiter und Protagonist des Jugendstils in Deutschland;
Titelblatt der "Jugend", Ausgabe Nr. 14 vom 3. April 1897;
Standort: Bibliothèque des Musées, Strasburg; Foto: Mathieu Bertola;
via Wikimedia Commons; gemeinfrei 

Der erste Kuss

So sagt man es ... obwohl der Zweifel viele;
wir sind durchaus geneigt, uns einzureihn:
hier deuten an sich intensivre Spiele,
als ganz am Anfang vom Einander-Frein.

Da ist dies Lechzen nach Geschmack der Lippen
beinah schon Ahnung von Willfährigkeit;
nicht mehr nur jenes bloße, flüchtig Nippen –
nein, Vorgefühl von neuer Seligkeit.

Und erst die Haut – berührt von Fingerspitzen,
nicht abzusehen wo, an welchem Ort;
das mag schon recht die Phantasie erhitzen
und setzt sich in der Wirklichkeit dann fort.

Was strebt nach dem vollendeten Genuss
das fing einst an ... mit einem ersten Kuss!

 


Kalenderblatt 06/2023 –"Der erste Kuss"; zu:  "Jugend" Nr. 14 von 1897;
Englisches Sonett: © Wolfgang Herrmann

Montag, 1. Mai 2023

Kalenderblatt 05/2023 – Radsport von 1900 und 2000

Radsportentwicklung von 1900 bis 2000
links: Plakatdruck für deutsches Publikum 'Lustige Szenen auf Bicycles und Rollschuhen', ~1900; Standort: US-Kongress-Bibliothek; gemeinfrei;
rechts: Poster for WNBR Bellingham Ride 2016-06-03, WA (USA);
Foto: 2016-05-04, Robert Ashworth, Liz.: CC BY 2.0:
(beide Abbildungen: via Wikimedia Commons)

./.

 


Kalenderblatt 05/2023 –"Radsportmoden von 1900 bis 2000"

© Wolfgang Herrmann

Dienstag, 11. April 2023

Ein Kautschukgedicht

E. M. Lilien (1874-1925): Werbeplakat 1905;
via Wikimedia Commons; gemeinfrei.


Das ergötzliche Bändchen "KURIOSES von A-Z", das L. B. Selbmann im Praesentverlag Heinz Peter, Gütersloh, 1900(?) herausgab, war als "Eine Sammlung verblüffender, komischer, lächerlicher und tiefsinniger Tatsachen und Begebenheiten aus Vergangenheit und Gegenwart" angelegt.
Unter dem Buchstaben K findet sich eine Anekdote zur Kautschukdichtung mit einem ausgefeilten Beispiel "An die Männer – an die Frauen", als dessen Dichter und Erfinder ein gewisser Gisbert von Vincke vermutet wird (s. Wikipedia!), seinerzeit einem Adelsgeschlecht von Juristen und Militärs zugehörig. In seiner Art wird hier eine Nachahmung veranstaltet, die unsere Leser ihrerseits ja "nachahmen" könnten.

Man verfasst zunächst zwei kleine Gedichtelein aus je zwei "aabb-Strophen", die man zunächst untereinander anschreibt und so (d. h. unabhängig voneinander) auch liest bzw. deklamiert.
Dann schreibt man sie zeilenweise nebeneinander an und hofft, dass auch diese "in die Länge gezogenen Zeilen" einen Sinn ergäben, wenn man sie hintereinander und eben QUER liest.
Tun sie's hier? Und natürlich ginge es auch erheblich komplizierter ...

© elbwolf


Tun und Lassen

Das ganze Jahr bereit.
Nicht nur zur schönsten Zeit
sieht man es als Gewinn,
wenn jedes Tun macht Sinn.

Wer regelmäßig döst,
wird kaum jemals erlöst;
ist dann ein schwarzes Schaf,
das alles übertraf.


Planen und Improvisieren

Obwohl nie viel getan –
doch nie ganz ohne Plan –
und sei's improvisiert
Hauptsach': es funktioniert.

Wer nie etwas erprobt,
der wird auch nie gelobt,
blökt noch so viel mäh-mäh
und erntet immer Schmäh.



Tun und lassen ­– planen und improvisieren

Das ganze Jahr bereit.
Nicht nur zur schönsten Zeit
sieht man es als Gewinn,
wenn jedes Tun macht Sinn.

Wer regelmäßig döst,
wird kaum jemals erlöst;
ist dann ein schwarzes Schaf,
das alles übertraf.

Obwohl nie viel getan –
doch nie ganz ohne Plan –  
und sei's improvisiert           
Hauptsach': es funktioniert. 

Wer nie etwas erprobt,
der wird auch nie gelobt,
blökt noch so viel mäh-mäh
und erntet immer Schmäh.

Montag, 27. März 2023

Essenzen; Der Tanz

Buchumschlag zu "Essenzen"

 

Der Tanz

In deinen Armen sicher schweben
mit daunenfederleichtem Schwung
Ich war so glücklich und so jung
und mittendrin in meinem Leben.

Es war ein Walzer, den wir hatten
Im Sommer der Vergangenheit
So lang, so süß, voll Seligkeit.
Verschwunden waren alle Schatten,

Minuten der Unendlichkeit
Als unsre Körper sich berührten
Mich deine Arme sicher führten
War für die Liebe ich bereit.

Der Tanz war aus, du löstest deine Hand
Der Zauber brach, die Illusion verschwand.


© immergruen (A.W.)

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Mein Büchlein trägt den Titel "Essenzen", weil es Gedichte aus 40 Jahren beinhaltet
Ich habe dafür meine liebsten Titel ausgesucht. Sie sind stilistisch nicht perfekt, aber sie drücken meine Gedanken und Gefühle so aus, wie ich sie zum Zeitpunkt der Entstehung empfunden habe.
Es ist das Geschenk, das ich mir zu meinem 80. Geburtstag mit einer sehr großen Freude gemacht habe.
Die Leser von Versbildner möchte ich darauf hinweisen, dass es das Buch nicht im Buchhandel geben wird, da es nicht über einen Verlag entstanden ist und somit auch keine ISBN Nummer hat. Es gibt es nur bei mir – wenden Sie sich bitte mit einer E-Mail direkt an mich:
sanddornzeit2311@yahoo.com
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Eine kleine Zahlenspielerei mit der Jahreszahl 80 hier noch als Zugabe:

Zu einem "Runden"

Ein Jahr vergeht im Handumdrehn.
Schon ists am Horizont zu sehn,
Es kommt, dir eine Null zu schenken,
Doch darum musst du dich nicht kränken.

So manche Null war schon gewesen.
Man kann es an den Falten lesen,
Die sie in deine Haut geschnitten,
Doch daran hast du nicht gelitten.

Du wurdest, siehst du`s mit Kritik,
Nicht älter auf den ersten Blick.
Was gilt die Zeit, was gilt die Zahl?
Ist Rechenkunst nur allemal.

Die Acht steht für Unendlichkeit
Und endlos ist die Ewigkeit.
Die Null? Die Zahl ist ohne Wert
Und das ist wirklich nicht verkehrt.

Donnerstag, 16. Februar 2023

Limericks nach Eugen Roth

Edward Lear: More Nonsense (№ 3, ~1875, James Miller Edition); gemeinfrei

Limericks nach Eugen Roth


Der Münchener Dichter Eugen Roth (1895–1976) veröffentlichte 1966 mit © beim Carl Hanser Verlag und dann in Lizenzausgaben bei der Büchergilde Gutenberg eine Auswahl aus seinem Schaffen unter dem Titel

"Neues vom Menschen".

Dort findet sich auch ein Kapitel (S. 95-101) mit 31 Limericks, die Roth damit zu einem Zeitpunkt vorlegte, als es noch über 10 Jahre dauern sollte, bis "HME" im Auftrag des Insel-Verlags Edward Lears Kompletten Nonsens ins Deutsche "schmuggelte". Danach brauchte es noch einmal über drei Jahrzehnte, ehe sich eine (Semantik-) Formel für den Aufbau der Limerickstruktur durchsetzte, die seitdem alleiniger Maßstab für einen korrekten Limerick ist:

a: ((u)u)–uu–uu–(u(u))
a: ((u)u)–uu–uu–(u(u))
b: ((u)u)–uu–(u(u))
b: ((u)u)–uu–(u(u))
a: ((u)u)–uu–uu–(u(u))

mit: – = betonte Silbe; u = unbetonte Silbe; (u) = leer oder u

Gemessen an dieser Formel genügen lange nicht alle Roth'schen Fünfzeiler heutigen Ansprüchen, wobei am häufigsten dagegen verstoßen wird, dass der zentrale Teil der Formel immer das Aussehen "–uu–uu–" (bzw. in den b-Versen "–uu–") haben muss, weil er den charakteristischen Limerick-Rhythmus hervorbringt.
Da im Umgang mit Limericks strenges ©-Right kaum einforderbar ist und schon eine Veränderung der Interpunktion einen "fremden" zu einem "eigenen" Vers machen könnte, werden hier einige der uns von Roth als defekt hinterlassenen Limericks respektlos "regularisiert":

(1)     Ihr jüngeren Brüder und Schwestern,
         Lasst ab, stets uns Ältre zu lästern!
         Wer weiß denn, was bleibt?
         Was heute ihr schreibt,
         Ist morgen schon wieder von gestern.

(3)     Die melodische Sprache der Griechen
         …

(6)     Erst gings nur ums Zeigen der Waden,
         Und dann in Familie zu baden,
         Und weiter und weiter. –
         Wir fragen, fast heiter:
         Was kann der Moral heut noch schaden?

(7)     Ringsum auf dem irdischen Balle:
         Krawalle, Krawalle, Krawalle!
         Die Welt voller Wahn
         Und schuld sind daran
         Wir alle, wir alle, wir alle!

(…)

(29)   Da war eine Jungfrau in Witten
         Die hat keinen Mann je gelitten.
         Und keiner erriet sie:
         Erst tat sie, als wollt' sie –
         Doch keinem half Flehen und Bitten.

(30)   Recht brav war ein Mädchen aus Düren,
         Das ließ erst in Köln sich verführen.
         Seine Bahn wurde schiefer,
         Und es sank immer tiefer –
         Nahm schließlich dann höhre Gebühren.

(31)   Ein schüchterner Jüngling in Ansbach
         Lief brav einer dümmlichen Gans nach.
         Längst wär er ihr Gatte!
         Doch Heil ihm, er hatte
         Den Mut nie, dass je er sie ansprach!

-----------------------------------------------------------
Schwamm drüber!

         "Ein Mensch" in Gedichten von Roth                 u-uu-uu-
         Ist Bleibendes, das er uns bot.                           u-uu-uu-
         Da hat er begeistert                                            u-uu-u
         Mit Ruhm sich bekleistert –                                u-uu-u
         Echt bayrisch – von Korn und von Schrot!         u-uu-uu-

elbwolf (WH) / 16.02.2023
/© nur für den einzigen eigenen Limerick!/

Mittwoch, 1. Februar 2023

Kalenderblatt 02/2023 – "Der Monat mit dem Valentinstag"

Paul Scheurich (1883-1945): Idyll;
Aus:" Licht und Schatten", (1910/11-1916);
(Wochen/Monatsschrift für Schwarzweisskunst und Dichtung, Berlin & München)
 
 
Warnung vor versteckter Gefahr.
/unbekannter schwäbischer Mundartdichter/

"Tochter, Tochter, lass dich warnen
vor der Liebe – hör auf mich!
Lass dich nicht von ihr umgarnen:
viel Gefahr birgt sie für dich."

"Mutter, ach, ich kann's kaum glauben,
das ist falsch doch, alles Schein!
Küsse schenken, Küsse rauben –
was soll dran gefährlich sein?"

"Tochter, ich hab's selbst erfahren:
die Gefahr ist riesengroß;
dich möcht' ich vor Leid bewahren,
wünschen dir ein bessres Los."

"Mutter, leider muss ich sagen:
diese Sach' seh' ich nicht ein.
Du hast die Gefahr ertragen –
mir wird sie erträglich sein!"

                            /Nachdichtung: © elbwolf/
 
 

 Kalenderblatt 02/2023 –"Der Monat mit dem Valentinstag"
© Nachdichtung in dialektfreiem Deutsch: Wolfgang Herrmann

Freitag, 27. Januar 2023

Poesie des Poesiealbums (3/?)

Aus einem Poesiealbum mit eigenhändigem Gedicht von Gottfried Keller; 1899

Du möchtest jemandem per Poesiealbum einfach einen Gruß entbieten?
Nein, Du hast die Absicht, eine dauerhafte Bekanntschaft zu schließen?
Noch mehr – du möchtest offenbaren, dass Du ein Mensch bist, mit dem man Pferde stehlen könnte?
Ach – Du hast ernsthaft vor, einen Antrag zu machen?
Ist alles recht!

 

Sag's mit Saint-Exupéry:
Man sieht nur mit dem Herzen gut

Zum Atmen braucht man Atmosphäre,
die auch ansonsten nützlich wäre.
Zum Denken braucht es Denkanstöße,
denn ohne gäb es nichts von Größe.
So hängt ein jedes Menschenkind
von Dingen ab, die nützlich sind.

Man braucht zum Leben Lebensmittel
und Geld fürs letzte Lebensdrittel;
Beim Lesen dient das Lesezeichen,
das Wichtigste sich anzustreichen.
Ein Paddelboot, ein kleines Zelt,
und schon denkt man: Was kost die Welt?!

Als Geschenk für dich ein Wort,
nimm es her und führ es fort.
Mach daraus 'nen ganzen Satz,
stell es auf den rechten Platz.
Soll's dir doch den Anstoß geben
ganz verändert aufzuleben,
soll erheitern, soll erbauen -
kannst es jetzt schon selber schauen.

Kann erinnern, kann vergleichen,
setzt vielleicht ganz neue Zeichen.
Weckt die Neugier, dies mein Wort?
Halt es, oder gib es fort!

Ein Tipp hier für den Ruhestand:
Ein Narr, der keine Ruhe fand.
Er hat die beste Zeit verschenkt,
Wenn er zurück statt vorwärts denkt.

Mit dem Herzen kann man sehen,
wer einem gewogen ist.
Bist du's, bleibe bei mir stehen –
unsre Zeit wird niemals trist!

© immergruen (A.W.)

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Änderungen bei der Abbildung und an zwei Textstellen!
=================================
Anm.: Wir haben am 18.01.23 auf Empfehlung von Microsoft den Browser IE suspendiert und sind auf Edge übergegangen, wo wir uns (unter Windows-10) z. Z. stets eine Fehlermeldung unseres Sicherheitssystems Avast einfangen, die wir erst noch dauerhaft neutralisieren müssen - die Ursache liegt mit Sicherheit am durchgeführten Microsoft-Update. Unsere eigenen Blog-Dateien sind fehlerfrei.

Montag, 23. Januar 2023

Poesie des Poesiealbums (2/?)

Eintrag von Ernst Zuppinger in einem Poesiealbum (7.2.1892);
Privatsammlung; via Wikimedia Commons; Liz.: gemeinfrei.

Nachdem der vorige Beitrag im Rahmen einer üblichen Albumseinteilung gezeigt hatte, wo dem Eintragenden der Platz für seine Lebensweisheiten, Ratschläge und Meinungen zur Verfügung steht, die er dem Albumbesitzer antragen möchte, kommen wir nun zu Vorschlägen, was man eintragen könnte.
Wer je ein älteres Album in den Händen hielt, hat sich davon überzeugt, dass es vielen Verseschreibern auf religiöses Gedankengut ankam, zumindest scheint es damit seinen Anfang genommen zu haben. Heutigentags leben wir zwar in einer nicht mehr vom Glauben (allein) geprägten Welt, aber Respekt wollen wir durchaus den Ursprüngen zollen, andererseits auch den heutigen "Status quo" zur Kenntnis nehmen.


Respekt vor dem Glauben – eine Gepflogenheit im Poesiealbum

Der HErr ist stets dein Sachverwalter
von Jugend an bis hin zum Alter
doch hat er dir für dieses Leben
auch die Gebote aufgegeben!

Ein Lebewohl für ferne Tage,
wenn unsre Wege anders gehn;
der HErr mit dir in jeder Lage ­–
doch dich lass mich einst wiedersehn!

Die Sonne schenkt am Tage Licht.
die Sterne tun's in dunkler Nacht,
dies alles ist von Gott gemacht,
damit es uns an nichts gebricht.
Er nimmt dich fest in seine Hand –
hat nie verlangt etwas als Pfand.

Spruch nach Friedrich v. Logau (1605-55):
Langsam mahlen Gottes Mühlen,
mahlen dafür wirklich fein;
oft gleicht Langmut fast schon Qualen –
Worte brennen sich da ein.

Spruch nach Abraham a Santa Clara (1644-1709):
Die Himmelspforte ist als Durchlass klein –
drum richte dich beizeiten darauf ein:
ein Tagedieb und Prahlhans käm' nicht rein,
doch es genügt, durchaus normal zu sein.

© Luzie Rudde

Dienstag, 6. Dezember 2022

Lesung: "Gedichte I" am 10.12.2022 im Putjatinhaus/Dresden

Titelblatt des im Druck befindlichen Gedichtbandes

Auf Einladung durch das Putjatinhaus in Dresden-Kleinzschachwitz liest der Autor aus dem soeben für den Druck aufbereiteten Band "Gedichte I" eine Auswahl eigener Gedichte zum angegebenen Themenkreis

am Sonnabend, den 10.12.2022, 15.45 – 16.15 Uhr
(im Rahmen der jährlichen Veranstaltungen zur "Dorfmeile")


Nonsens, Scherz & Satire /nicht alles wird vorgetragen – aus Zeitgründen!/

01.     Klapphornverse (mit Daniel-Anekdote S.11)
         - 1: Zwei Knaben gingen durch das Korn
         - 2: Zwei Knaben sangen Gassenhauer
         - 3: Zweiunddreißig Crews sind im Turnier   {…}
         - 43: Auf Bergen bringen sie das Rodeln
02.     Leierkastenverse (mit Billinger-Anekdote S.19/20)
        
- 1: Ich sag jetzt nur, ich brüte
         - 3: Hoffnungsloser Fall    {…}
         - 13: Hang-Huhn
03.     Epigramme (mit Roth-Bsp. S.29)
         - 1: Maskenpflicht
         - 10: Geht auch ohne Abi
         - 18: Genascht – vernascht!   {…}  
         -
22: Die gleichmacherische Mode
04.     Limericks (mit 1+2 und Tübinger Anekdote)
        
- Lears "27" + Enzensberger "S.43" + WH (6)
         - Tierisches: 61, 65, 68
         - Globetrotter-1/2: 112-118 + 119-125   {…}
05.     Spiegel-Limericks ("eigene Erfindung": aabba → aabbabbaa)
         - 1: Es war mal ein Alter mit Bart
         - 4: Zipperlein
         - 5: Sachsen - Nabel der Welt
06.     Rätsel
         - 21: Geliehene Gedichtstrophen: bei Schiller (S.95)
07.     Scherzgedichte
         - 1: Kaninchen im Zylinder)
         - 3: Bütten-Ballade auf die Kölner und die Düsseldorfer   {…}
         - 4-7: Sachsen-Genüsse
 08.    Satire
         - 6: Der Kuckuck und der Esel   {…}
--       Besinnliches
         Gedichte-II: S.151 – Unser tägliches Brot

© elbwolf/W.H.

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Anm.: Die meisten der genannten Gedichte können mit der Suchfunktion im Blog gefunden werden.

Samstag, 29. Oktober 2022

Ein Mann - ein Buch/8: Männer unter sich

Farbgrafik von Jules Huyot (1841-1921) nach Maurice Leloir (1853-1940)
zu einer Buchausgabe von Alexandre Dumas (1894)
Die drei Musketiere – Athos, Porthos, Aramis und d'Artagnan.
via Wikimedia Commons; Liz.: gemeinfrei

 

Männer unter sich

Wer ist denn nun ein wirklich starker Mann?
Gibt’s Konkurrenz? Ist die vielleicht gar groß?
Ein starker Mann ist einer, der was kann –
Die Frage ist: wie findet man den bloß!

Ja früge man die Männer "unter sich" ­– 
da schwölle jedem gleich die Hemdenbrust:
er fühlte diesen ganz besondren Stich,
der stets sich einstellt vor Beginn der Lust!

In längst vergangnen Zeiten ging es schnell:
da griff zum Degen man, dann später Colt,
und stürzte sich mit Feuer ins Duell,
denn um die Ehre schießen war gewollt!

Was gilt sie heute noch, die weiße West'?
Heut' macht der Manager doch auf "Cum Ex"
und nimmt vom Staat sich noch den letzten Rest
und das ist viel, da bist du ganz perplex!

Doch punkten kann auch so ein strammer Max:
Ist etwa mal ein Öffner nicht zur Hand,
liest er im "Männer-Buch", wie – ohne Flachs ­-
ans Bier man kommt in diesem deutschen Land!

© gitte (kurz vor der Umstellung auf WZ)

 

Montag, 11. Juli 2022

Indische Spruchweisheit – "verlimerickt"


"Wohl kaum ein anderes Gebiet der
Literatur vermag ein so farbenreiches
Bild vom Leben, Denken und Fühlen
der Inder zu vermitteln wie die
Spruchdichtung.
Die hier zitierte Sammlung vereint etwa
tausend Sprüche aus einem Zeitraum
von mehr als 12 Jahrhunderten.
Viele der Strophen sind zudem in ihrer
poetischen Bildhaftigkeit oder ihrer
lakonischen Kürze, in ihrer bisweilen
lyrischen Zartheit oder ihrer starken
Gefühlskraft kleine Meisterwerke
der Dichtkunst."
In Deutschland ist die indische
Spruchdichtung schon früh bekannt
geworden – dank des Wirkens von
Herder, Heine und vor allem von
Friedrich Rückert.
Im Beitrag werden einige Sprüche als
Quelle für eine Wiedergabe im Limerick-Format gewählt.

[nach dem Klappentext der Buchausgabe]


 Indische Spruchweisheit – "verlimerickt"

Frauenschönheit
Weil man vor allem, was verborgen                                               gehalten wird
besondere Achtung hat,          
pflegen die Frauen ihren Busen
mit einem seidenen Tuch zu verhüllen.


                                                           № 338
  Auf Verborgenes hat man sehr acht
  und versteckt die bezaubernde Pracht.
          Die Frau hüllt den Busen –
          außer eben fürs Schmusen –
  in ein seidenes Tuch mit Bedacht.

Begehren
Wer einer sich nach Liebe verzehrenden                                                     Frau,
die selbst zu ihm, dem Mann, gekommen,
nicht ihr Verlangen stillt,
fährt von ihren Seufzern getötet zur Hölle.


                                                           № 354
  Wenn die Frau sich vor Liebe verzehrt
  und den Mann durch ihr Kommen beehrt,
          sei er ihr auch zu Willen,
          das Verlangen zu stillen –
  eh ihr endlos Geseufz' ihn entehrt.

Liebe
Die Eule sieht nichts am Tag,
die Krähe nichts in der Nacht,
ein von Liebe Geblendeter aber
sieht weder Tags noch in der Nacht.


                                                           № 459
  Die Eule am Tage nichts sieht,
  die Krähe das Nachtschwarze flieht.
          Wer sein Herze verpfändet,
          weiß – von Liebe geblendet –
  weder nachts noch am Tag was geschieht.

Weiberart
Nimmer lässt sich bewahren
Wasser in einem ungebrannten Krug,
feines Mehl in einem Sieb
und eine Neuigkeit im Herzen einer                                             Frau.


                                                           № 470
  Kein ungebrannt Krug hält das Wasser,
  feines Mehl rinnt durch Siebe noch krasser
          doch erzähl einer Frau
          etwas Neues genau
  und ihr Herz plaudert aus ... den Verfasser.

Für die vorgenommene Auswahl:
elbwolf, 11-7-2022

Mittwoch, 6. April 2022

Bachstubenverwuchsleng (Nonsens)

Scan einer Faksimile-Ausgabe Darmstadt 1966 am 7.3.2007 des Originals:
Georg Christian Lehms: Franckfurt am Mayn / Zu finden bey Samuel Tobias Hocker.
Gedruckt bey Anton Heinscheidt / Anno 1715.

 

Bachstubenverwuchsleng
/Nonsens, in 4-füßigen Amphibrachen & Reimung à la Lenau/

Ein Mensch schreibt gefühlvoll ein Liebesgedicht;
in dem mit Gefühl von der Liebe er spricht –
und nur um die Liebe soll's gehen im Text!
Er könnte, das weiß er, gar manches behandeln,
bemerkt drum auch nicht, wie, vom Kobold verhext,
zum Leibesgedicht sich die Verse verwandeln.

Zum Schluss stellt der Dichter sich selbst dem Gericht
und macht zu dem Hergang verdutzt ein Gesicht:
Wie kann es denn sein, dass du ständig mich neckst;
voll Mutwillen musst mir die Verse verschandeln;
du Kobold absurder, was du nur bezweckst?
Gleich werde ich einmal dich selber misshandeln!

Er nimmt auf der Stelle den Kobold in Pflicht
erzählt uns dann seine ganz andere Sicht –
die Einsicht, die faktisch schon längst in ihm wächst!
Denn sieht man was deutlich, so muss man auch handeln:
statt dass du beständig was Neues dir bäckst,
sind ienfach dei Buchstaben recht zu verbandeln!

© elbwolf (WH; 05.04.'22)

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Das Gedicht hat folgendes Reim-Rhythmus-Schema:
a: u-u|u-u|u-u|u-        ← unvollständiger Vers         }  Paar-
a: u-u|u-u|u-u|u-        ← unvollständiger Vers         }  reim
b: u-u|u-u|u-u|u-        ← unvollständiger Vers         \  zweimal
c: u-u|u-u|u-u|u-u      ← vollständiger Vers              } wech-
b: u-u|u-u|u-u|u-        ← unvollständiger Vers          } selnder
c: u-u|u-u|u-u|u-u      ← vollständiger Vers             /  Reim

Der 300 Jahre alte Werbetext für den in der Abbildung zit. Titel lautet:

"Teutschlands Galante Poetinnen Mit Ihren sinnreichen und netten Proben; Nebst einem Anhang Ausländischer Dames / So sich gleichfalls durch Schöne Poesien Bey der curieusen Welt bekannt gemacht, und einer Vorrede. Daß das Weibliche Geschlecht so geschickt zum Studieren / als das Männliche / ausgefertiget Von Georg Christian Lehms."

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/12

 Kalenderblatt Dezember 2021

© Erika Müller-Pöhl – Buchumschlag zu Gottfried Keller: "Sieben Legenden".
(Ausgabe Kleine Erbe-Serie im ehem. Greifenverlag zu Rudolstadt, 1975)


Anmerkung:

Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat' im I. Quartal 2021 hier gezeigt. Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt - hier im II. Quartal gezeigt. Im III. Quartal schmückten unsere Kalenderblätter drei Illustrationen zu J. I. Kraszewskis historischem Roman "Gräfin Cosel".
In diesem Quartal zeigen wir drei Illustrationen zu Gottfried Kellers "Sieben Legenden" in der 'Kleine-Erbe-Serie' des nach 1989 gleich zweimal in die Insolvenz getriebenen Greifenverlags zu Rudolstadt. Der farbige Buchumschlag beschließt diese grafische Serie, die von den Anhängern unseres Blogs offenbar mit Interesse aufgenommen worden ist.

Auf die Beigabe von Versen wurde hier verzichtet, um den Besuchern des Blogs die Umstände der Entstehung des Keller'schen Werks näherbringen zu können und sie vielleicht anzuregen, sich die kleine Ausgabe anzuschaffen oder wenigstens den Text online zu lesen:
http://www.zeno.org/Literatur/M/Keller,+Gottfried/Legenden/Sieben+Legenden

Auch die Wikipedia hält eine Bewertung und Aufarbeitung bereit:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Legenden
                                                                                                                                    /elbwolf al. W.H./

Sonntag, 21. November 2021

Kehraus-II bei eigenen Versen

Buchumschlag für das geplante Bändchen "Gedichte II"
Titelvignette:
Vilhelm Pedersen (1820-59):
Das Schäferstündchen des Schornsteinfegers (1849); Liz.: gemeinfrei.

  

Kehraus-II bei den eigenen Versen …

ja, liebe Fans und Zufalls-Besucher dieses Blogs!
Nach der Information über den ersten Teil eines Kehraus meiner Verse,
https://versbildner.blogspot.com/2020/12/kehraus-bei-den-eigenen-versen.html
habe ich einfach weitergeschrieben und bin jetzt ans Ende des zweiten Teils gekommen.
Vor dem abschließenden dritten Teil wird es nun Zeit, erst einmal die Möglichkeiten des "Gedruckt-Werdens" zu untersuchen. Eine Glosse drüber hatte ich schon geschrieben, nämlich unter
https://versbildner.blogspot.com/2021/10/wer-ist-noch-nicht-gedruckt-glosse.html
Wenn ich also zwar (noch) nicht gedruckt bin, so bin ich doch unter Druck, denn wenn man ÜBER Gedichte schreibt, ist es schwer, auch noch selber welche zu schreiben.
Bitte drückt mir die Daumen für eine erfolgreiche Suche und seid mit mir guter Hoffnung!

elbwolf (© für den Umschlagsentwurf)
(Pandemie-Spätherbst 2021)

Montag, 1. November 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/11

 Kalenderblatt November 2021
© Erika Müller-Pöhl – Ill. zu Gottfried Keller: Die Jungfrau und die Nonne (S. 62)
(aus "Sieben Legenden", Ausgabe Kleine Erbe-Serie im ehem. Greifenverlag zu Rudolstadt, 1975)
Abb.: Die welterfahrene Ex-Nonne Bea weist des Barons Ansinnen auf freie Liebe zurück


Anmerkung:

Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat' im I. Quartal 2021 hier gezeigt. Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt - hier im II. Quartal gezeigt. Im III. Quartal schmückten unsere Kalenderblätter drei Illustrationen zu J. I. Kraszewskis historischem Roman "Gräfin Cosel".

In diesem Quartal zeigen wir drei Illustrationen zu Gottfried Kellers "Sieben Legenden" in der 'Kleine-Erbe-Serie' des nach 1989 gleich zweimal in die Insolvenz getriebenen Greifenverlags zu Rudolstadt.

Insbesondere bei Kellers "7 Legenden" kann sich der Bearbeiter des Eindrucks nicht erwehren, dass Keller wohl ein gläubiger Mensch war, uns "Heutige" aber (in weiser Voraussicht!) schon damals ein wenig auf die Schippe genommen und vielleicht dabei sogar milde gegrinst hat … ungeachtet der Interpratationen, die die Nachwelt für Bildungszwecke herausgearbeitet haben mag – und mit der Bitte um Entschuldigung für meine Offenheit – W.H.

Die verwendeten Verse sind 4-füßige Anapäste, teils übervollständig. Wegen der Verslängen als 12/13-Silber war es vom Platzangebot erforderlich, jeden Vers auf zwei Zeilen zu verteilen, was an den Einrückungen kenntlich ist. Diese halbzeiligen Verspaare müssen also zusammenhängend gelesen und verstanden werden.

/elbwolf al. W.H./