Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Donnerstag, 2. Oktober 2025

IV. Quartal 2025 – mit Einblick in das Schaffen als Buchillustrator von Manfred Bofinger (1941-2006) beim Eulenspiegel-Verlag.


Manfred Bofinger: Bucheinbände zu Büchern des Eulenspiegelverlags:
links: Erzählung von Holland-Moritz: ″Graffunda räumt auf″ (Auflagen 1970, 1972)
rechts: ″Witzlexikon. Ein Handbuch für Spaßvögel″ (Auflagen 1988, 1990)
Mit Dank an das Lektorat von ′Eulenspiegel Verlag′,
der zu dieser nicht-kommerziellen Veröffentlichung sein Einverständnis gab
.

Wen nimmt der ″Bofi″
nicht alles auf die Schippe!

- Scherzgedicht -

Schaut oben links den braven Vater,
der immerzu steht seinen Mann,
er ist den Kindern ein Berater
und macht im Haushalt, was er kann.

Schaut rechts auf diesen Witzesammler:
den hat der ′Bofi′ selbst gemacht.
Er wirkt zwar wie ein Lumpensammler,
doch sammelt er, wozu man lacht.

Ja sonst … da war ich auch mal Vater;
das ist zwar schon sehr lange her –
und jedem Kinde ein Berater –
war manchmal witzig, meistens schwer!-

Selbst unser ′Bofi′ lacht nicht immer,
doch wenn, dann dass es wirklich schallt –
wer da nicht mitlacht, ist ein Schlimmer
und eine traurige Gestalt.

© elbwolf

Kalendarium IV. Quartal 2025

 

Freitag, 15. August 2025

Mein Sommerschloss ist der Balkon - Variante zu Annes vorherigem Gedicht

Foto: privat; Liz.: freigestellt

Mein Sommerschloss ist der Balkon
(Variante zu Annes vorherigem Gedicht)

Ich wohne nicht zu ebner Erde,
ich hab‘ ne Wohnung mit Balkon;
streikt mal der Lift, führ‘ ich Beschwerde,
denn Treppensteigen ist ein Hohn.

Die Sommerzeit hebt meine Stimmung,
denn ich genieße den Balkon.
Markise dient manchmal zur Dimmung –
Dank ihr komm ich durch die Saison.

Ich nutz′ die gleichen Blumenkästen:
der Aufwand bleibt dann minimal;
nur etwas Torf, doch gut durchnässten!
Ich streue Samen – höchst banal.

Bald kommen auch die ersten Triebe
die Freude ist darob ganz groß;
wenn‘s Wetter außerdem so bliebe
dann wär die Freude grenzenlos!

Alsbald begrünt sich meine Laube
und viele Blüten leuchten auf
sie sehen aus, wie eine Traube.
So nimmt der Sommer seinen Lauf.

Auf dem Balkon hab ich den Sommer
ganz fest im Griff und voll entzückt.
Ich bin ansonsten ja kein Frommer,
doch ihn genieße ich. Verrückt!

© elbwolf

Dienstag, 1. Juli 2025

III. Quartal 2025 – mit Einblick in das Schaffen als Buchillustratorin von Elizabeth Shaw (1920-1992) beim Eulenspiegel-Verlag.

Elizabeth Shaw: Zwei Beispiele von Bucheinbänden zu Büchern von
Lothar Kusche (1929-2016), einem bekannten Autor des Eulenspiegel-Verlags.
Mit Dank an das Lektorat von ‚Eulenspiegel Verlag‘,
der zu dieser nicht-kommerziellen Veröffentlichung sein Einverständnis gab.


Die drolligen Figuren der gar nicht
kühlen Britin Elizabeth Shaw.

Ob die Shaw, geht die Debatte,
Wirklich schöne Beine hatte –
Weiß das heute denn noch einer?
Malen konnt‘ sie, wie sonst keiner!

Einst zerriss Elizabeth das Band
Das mit Insel England sie verband;
Zog von dort direkt nach Ost-Berlin –
Gut beraten war sie da, mir schien.

Hier im Osten zeichnete sie flott
Bilder jede Menge und voll Spott.
Eulenspiegel fand das recht und gut –
Jeder zollt dem anderen Tribut.

Sind nicht drollig die Figuren?
So was hinterlässt doch Spuren,
Symphatie und gute Laune.
Und was mich betrifft – ich staune!

© elbwolf

Kalendarium III. Quartal 2025

Donnerstag, 12. Juni 2025

Meine Frau - die Köchin

René Georges Hermann Paul, gen. Hermann-Paul (1864-1940).
Er war ein französischer Maler und Illustrator. Le Sourire (Das Lächeln) war eine
französische Humorzeitschrift, die von 1899 bis 1940 bestand.
Das Werk ist gemeinfrei, da seit dem Tod des Künstlers und auch seit der Einstellung
der Zeitschrift bereits 85 Jahre vergangen sind.

Meine Frau - die Köchin

Es geht rein gar nichts ohne Brühe!
Meint meine Frau und gibt sich Mühe
Tag ein, Tag aus in unsrer Küche.
Ich unterdrück′ derweilen Flüche:
Wozu denn macht sie sich die Mühe
Und kocht zu allem erst mal Brühe?

Ich bin bescheiden, nicht illuster,
Und halte mich an simple Muster:
Ich nehme stets die gleiche Kelle!
Denn wichtig ist mir: schnelle - schnelle.
Sie meint - Geschirr mit Zwiebelmuster!
Das ist doch wirklich zu illuster.

Ist fertig dann jedoch das Essen
Stürz ich mich drauf, bin ganz versessen,
Klopf mir genüsslich auf die Schenkel.
So endet unser Wortgeplänkel,
Denn leider bin ich zu versessen –
Sie kocht ja wirklich gutes Essen!

© elbwolf

Dienstag, 1. April 2025

II. Quartal 2025 – mit Einblick in das Schaffen als Buchillustrator von Prof. Klaus Ensikat (*1937) .

Klaus Ensikat: Zwei Beispiele der uniform gestalteten Kartoneinbände (Titel)
von 35 Bänden historischer Kriminalromane (1971-1989),
zu denen 1990 noch 4 gleichgestaltete Bände von Klaus Müller kamen.
Mit Dank an das Lektorat von ‚Eulenspiegel Verlag‘,
der zu dieser nicht-kommerziellen Veröffentlichung sein Einverständnis gab
.

Die Bucheinbände Prof. Ensikats
zu historischen Kriminalromanen

Es gab schon immer manch Gelichter;
Doch fanden all die Bösewichter
Am Ende meistens ihren Richter!
Prof. Ensikat ist uns Berichter.

Er zeichnete mit scharfem Stichel
Den Franzmann wie den deutschen Michel,
Der nüchtern oder nach Gepichel
Im Dunklen schwang die Mördersichel.

Doch wie ein Spitzbub sich auch windet
Und Mitleid bei den Richtern schindet –
Die Jury Paragraphen findet,
Dass Bosheits letzte Hoffnung schwindet.

Der Künstler malt, hat nichts geschrieben –
Nur Buchumschläge sind geblieben.
Es ist bestimmt nicht übertrieben:
Ihr würdet Text und Bilder lieben!

© elbwolf

 

Kalendarium II. Quartal 2025

Mittwoch, 1. Januar 2025

Prosit Neujahr!


 

Liebe Freunde des ″Versbildner″!

Die Mitarbeiter des ″Versbildner″ wünschen Ihnen/euch ein gesundes und glückliches Jahr 2025!

Seit der Einrichtung dieses Blogs (eines echten gesamtdeutschen Blogs!) haben wir hier regelmäßig eigene Arbeiten zur Lyrik vorgelegt – nach der Coronazeit allerdings nicht mehr so häufig. Wir freuen uns, über diese Jahre in Ihnen/euch viele beständige Leser und Begleiter gefunden zu haben.

Jetzt scheint uns aber die Zeit gekommen zu sein, uns etwas zurückzunehmen – man ahnt es: unser Alter, die Gesundheit usw. Aufgeben wollen wir durchaus noch nicht, aber die Gestaltung der Beiträge soll etwas einfacher werden, etwas lockerer bezüglich großer Reime und Versmaße, sporadischer in den Terminen der Veröffentlichung.

Trotzdem, so hoffen wir, wird es immer wieder Neues, Interessantes und Unerwartetes geben. In diesem Sinne grüßen

Wolfgang Herrmann (elbwolf) / Luzie Rudde / Anne Weinhart.

Dienstag, 31. Dezember 2024

Sisyphusarbeit

Franz v. Stuck (1863-1928): Sisyphus (1920)
(via Wikimedia Commons; Liz.: Public Domain)

 

Sisyphusarbeit

Nehmt nur den Sisyphus euch her:
Er rollt den Stein am Berg hinauf;
Ist er dann oben angelangt,
Setzt sich der Stein in freien Lauf
Und rollt dabei geschwind und munter
Den ganzen Berghang wieder runter.

Der Sisyphus blickt hinterher:
Man sieht ihm an, er ist verdutzt!
Der Grund ist gar nicht kompliziert –
Die Rollerei hat nichts genutzt.
Der Stein liegt nun im Wüstensande
Und ist von selbst zu nichts imstande.

Nun … möglich wäre doch durchaus
Dass Stein und Sisyphus ein Paar?
Was dieser baut, reißt jener ein
Bis keiner sieht mehr richtig klar.
Und vollends wird es zum Gestrampel
Kommt zu den zwein ein dritter Trampel.

Die Dreie machen Politik
Und werden mit der Zeit zum Schwund,
Sie bellen eins den andern an
Und kommen alle auf den Hund.
Man hat sie in der Näh‘ nicht gerne
Und sieht sie lieber ganz von ferne.

Bald heißt es wieder: freie Wahl!
Und das schon gleich im Februar
Ich mach ein Kreuz auf einem Schein
Wie stets ein jedes viertes Jahr –
Und seh‘ als Sisyphus am Berge
Erneut die alten Gartenzwerge ...

© elbwolf

Sonntag, 1. Dezember 2024

Kalenderblatt 12v2024: ″Es weihnachtet wieder″

Carl Larsson (1853-1919). Brita als Iduna (1901; Lithographie).
Iduna ist die germanische Göttin der Jugend und Unsterblichkeit
und die Hüterin der goldenen Äpfel.
Titelbild der № 6 der ″Jugend″ von 1905.
(Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)



Es weihnachtet wieder

Die kleine germanische Gottheit,
Die war auch als Christkindel gut;
Verkörperte doch sie die Sanftheit
Und machte den Anhängern Mut.

Die glaubten begeistert dem Kindel,
Dass Frieden erhalten uns bleibt –
Doch bald schon, da zeigt sich, welch Schwindel
Es war, der die Oberen treibt.

Gewaltig erklingen die Glocken
In all dieser weih‘vollen Zeit:
Der Friede, zwar flüchtig wie Flocken,
Erspart uns unendliches Leid!

© elbwolf


Kalenderblatt 12/2024 – © elbwolf

Freitag, 1. November 2024

Kalenderblatt 11v2024: „Die Bücherkiste“

Adolf Münzer (1870, Oberschlesien – 1953, Landsberg/Lech).
Maler und Grafiker; arbeitete ab 1898 auch für ″Jugend″ und ″Simplicissimus″;
bedauerlicherweise 1938 – 1945 engagiert im Kunstleben des III. Reiches.
Abb. aus № 11 der ″Jugend″ von 1898, S. 177.
(Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)

              Die Bücherkiste


Was hält sie denn bereit, die Bücherkiste –
Sie stand das ganze Jahr doch nur herum,
Als ob tatsächlich niemand sie vermisste:
Woher also auf einmal das Gesumm?
Sie hatte sich das Jahr über versteckt;
Grad aber wurde sie erneut entdeckt.

Kaum war der Deckel auf- und hochgeschlagen,
Als jeder griff mit ungeduld′ger Hand
Und zog mit deutlich sichtbarem Behagen
Der Bücher erstes bestes gleich an Land. –
Das hatte man schon früher mal gelesen,
Weil damals auch nichts andres dagewesen.

Drum wiederhole ich euch jetzt die Regel:
Ein gutes Buch, das stellt man ins Regal,
Dort wirkt‘s von weitem so, als blinkt ein Segel,
Aus Geistes Sicht ist es dein Kapital.
Die andern alle dienen nur zum Plausch,
Zu öffentlich vollzog’nem Büchertausch.

″Die Bücherkiste soll dann wohl verrotten?″
″O nein, die dient in Zukunft für Klamotten!″

© elbwolf




 
Kalenderblatt 11/2024 

Dienstag, 1. Oktober 2024

Kalenderblatt 10v2024: ″Spürst Du den Winter nahen?″

Reinhold Max Eichler (1872, Sachsen – 1947, München)
″Oh! Halt sie fest die letzte bunte Welt, –
Denn lautlos früh im Nebel sah ich schon den Winter stehn.″
Eichler war Maler, Zeichner und Illustrator; arbeitete ab 1903 nur für die ″Jugend″.
Abb. aus № 42 der ″Jugend″ von 1905, S. 808/9.
(Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)

Spürst du den Winter nahen?
/ungereimte Akzentverse/

Du fühlst ihn nicht im Land sich nahen?
Du wirst ihn sehr bald spüren, den Winter.
Doch sieht der Frühling nicht ebenso aus?
Unrecht hast du: man muss dich belehren:

Es ist bei der ″Jugend″ im Jahrgang bereits
Von den Nummern die zweiundvierzigste schon.
Und wie viel Wochen hat so ein Jahrgang?
Richtig: zwei- oder dreiundfünfzig im Wechsel.
Regiment hat also der Herbst übernommen,
Und nach dem ist der Winter dran – wie immer!

© elbwolf


Die zwei Verszeilen unter der Abbildung stammen vom Künstler selbst.
Kalenderblatt 10/2024 – © elbwolf
.

Sonntag, 1. September 2024

Kalenderblatt 09v2024: Der Monat meiner Wahl

 

Angelo Jank (1868 – 1940, München): ″Ablösung″;
Jank war Tiermaler, Grafiker; Mitglied der Münchner Secession;
Abb. aus № 15 der ″Jugend″ von 1898, S. 253.
(Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)

 

Der Monat meiner Wahl

Es ist der Monat meiner Wahl,
und ich mach diese beiden Kreuze,
zu enden eine lange Qual.
Ich blinzle nicht wie sonst nur Käuze,
und mir ist auch kein bisschen schal.

Im Gegenteil: ich fasse Mut,
und lasse mich nicht länger treiben;
sich zu entschließen, das tut gut.
Für neue Fragen offenbleiben –
das sei forthin mein Attribut!

Die Stimmung trübt auch etwas Pech:
das ″Softwareauszählungsverfahren″
– noch schartig wie verbognes Blech –
konnt′ das Ergebnis nicht verklaren
und eiert dafür ganz schön frech.

Was soll′s! Ein neuer Wählerbund
wird wohl gebraucht beim Koalieren,
und zwar aus diesem guten Grund,
dass die politischen Manieren
entsprächen der sehr ernsten Stund!

© elbwolf


Kalenderblatt 09/2024 – © elbwolf

Donnerstag, 1. August 2024

Kalenderblatt 08v2024: Entscheidung zwischen zwei Heuhaufen.

 

Paul Rieth (1871, Pößneck/Thüringen – 1925, München);
Kunstmaler und Zeichner, einer der Hauptmitarbeiter an der ″Jugend″;
Abb. aus Neue Gedichte ″Volante und Marie″ in № 50 der Jugend von 1899, S. 819.
(Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)

  

Ein Esel vor zwei gleich-guten Heuhaufen

Du siehst sie nicht, die Haufen voller Heu?
Doch die zwei Mädchen siehst du tollen –
Gib zu, du bist erfüllt noch voller Scheu
Und fast am Punkt, auch noch zu schmollen ...
Jedoch der Esel, den man Grautier nennt,
Der ist doch wenigstens, wie man ihn kennt?

Der Esel wirft jeweils ein einz’ges Aug′
Nach seitlich rechts und links gesondert
Und denkt, nun spare er sich den Klamauk –
Dass man am Ende sich noch ″wondert″!
Jetzt freut er sich an diesem Riesenspaß
Zu beißen in das Heu, will sagen: Gras!

Hier schließt sich unschwer an auch die Moral:
Triffst du – nicht oft! – auf gleich zwei Gutes,
Erspare doch den Heuhaufen die Qual:
Vernasche sie erhobnen Mutes.
Wenn dir das Schicksal einen erst verheißt,
Zeig auch beim and′ren Unternehmungsgeist!


 


Kalenderblatt 08/2024 – © elbwolf.

Montag, 1. Juli 2024

Kalenderblatt 07v2024: Baden – im Vor-Tattoo-Zeitalter

Zur gefälligen Beachtung durch unser Blog-Publikum!

Wir hatten hier ursprünglich die Abbildung folgender Bildbeilage aus der ″Jugend″ eingestellt:

Rudolf Riemerschmid (1873-1953, tätig bis in 1920er Jahre, besonders für die ″Jugend″;
Vetter des Architekten und Möbeldesigners Richard Riemerschmid).
Falteinlage ″Sommertag″ in № 28 der ″Jugend″ von 1907 (S. 600/1); Auszug.
(Bildbezeichnung und Künstlersignatur nicht erkennbar;
Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)

Dies geschah in der Annahme, dass die Bildquelle von 1907 bereits ein Alter von 117 Jahren hat und der Künstler bereits 71 Jahre tot ist, also seit einem Jahr kein ©-Schutz gilt.
Es stellte sich heraus, dass das Gemälde 2023 von einem Plauener Auktionshaus exakt nach Erlöschen des Künstler-Copyrights verauktioniert wurde, nachdem es unmittelbar zuvor im Artikel ″Ein Sommertag in Plauen″ von einer Kunstzeitschrift besprochen wurde.
Da unser Blog jeglichen Zwist vermeiden will, verzichten wir auf die Abbildung.
Wer dennoch Riemerschmids Bild sehen will, kopiere dies in die Browser-Adresszeile:
https://deref-web.de/mail/client/9LQ3SsO8vIE/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.weltkunst.de%2Fauktionen%2F2023%2F08%2Fbild-des-tages-rudolf-riemerschmid-sommertag-mehlis-plauen

 

Baden – im Vor-Tattoo-Zeitalter

Da steht sie nun, die Maid, und richtig pur,
Am klaren Waldsee, dem verschwiegnen kühlen,
Sie sieht so aus, wie‘s ziemt ihrer Natur –
Lässt nur vom Winde sachte sich umspülen.

Was spiegelt sich im Wasser da so weiß?
Es sind die Wolken, die am Himmel ziehen.
Und sicherlich ist‘s ringsherum recht heiß –
Ein Bad tut not, der Hitze zu entfliehen.

Was irritiert jedoch Betrachter hier,
Sich vollends mit Genuss zu konzentrieren?
Es fehlt der Anhaltspunkt für ein Pläsier:
Wer will an blanker Haut sich delektieren?



 

Kalenderblatt 07/2024 – © elbwolf.

Sonntag, 9. Juni 2024

Weg in den Sommer

 
Leo Putz (1869-1940): ″Sommers Lust und Freude″ (Detail);
Kunstblatt aus № 26 der Münchner ″Jugend″ von 1905 (S. 488)
(Original der Zeitschrift im Besitz des Verfassers)

Weg in den Sommer

Es kommt an einem milden Tag
nicht nur im Maienmonat vor,
dass mich das Antlitz einer Frau
ganz unversehens tief berührt.
Ja, das wär‘ eine, die ich mag,
obwohl ich manches Mal mir schwor,
säh‘ ich von nah sie und genau –
hätt‘ ich dasselbe kaum verspürt.

Doch kommt‘s dahin, dass ich mich frag,
wie steigt Gefühl in mir empor,
statt, dass ich nur den Augen trau,
obwohl dem Blick so viel gebührt.
Ach, blieb‘ sie jetzt noch etwas zag,
so stünd‘ ich vor ihr nicht als Tor:
der Himmel über uns ist blau –
da wird man ganz von selbst verführt.

© elbwolf

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In eigener Sache:
Die schon ein ganzes Jahr lang vom Sicherheitssystem bei Aufruf unseres Blogs
angezeigte Fehlermeldung ist nach dem letzten großen MS-Update immer noch
nicht verschwunden, wobei wir die ganze Zeit vermuten, dass es sich um einen
Fehler seitens des Softwareanbieters handeln müsse!

Samstag, 1. Juni 2024

Kalenderblatt 06v2024: Feiern – wie vor hundert Jahren?

Ludwig von Zumbusch (1861-1927; lebte hauptsächlich in München),
Porträt- und Genremaler; Titelbild der № 20 der ″Jugend″ von 1902 (S. 321).
(Bildbezeichnung und Künstlersignatur nicht erkennbar;
Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)

 

Feiern – wie vor hundert Jahren?

→ zur Melodie ″Eine Seefahrt die ist lustig … ″ ←


Eine Feier, die ist lustig,
eine Feier, die ist schön –
ja, da kann man was erleben:
man sieht selbst und wird gesehn!

Dass uns schon beim ersten Sange
auch der rechte Rhythmus packt,
stampfen wir mit beiden Füßen
gleich von Anfang an den Takt.

Doch bei all diesem Getöse
bleibt nur munter wie ein Fisch,
wer mit den geballten Fäusten
kraftvoll trommelt auf den Tisch.


Jetzt fliegt das Gestühl beiseite,
dalli-dalli, nicht so lahm!
Unterhaken jetzt zum Schunkeln –
wie Matrosen auf dem Kahn.

Rechtsum, linksum und im Wechsel
runter und dann wieder rauf
wer das übt schon vor der Feier
hat es später einfach drauf!

Manche finden solch Gefallen,
singen dann – Schockschwernot:
wie auf Sylt – verdächt‘ge Lieder
und riskieren Hausverbot!

 


Kalenderblatt 06/2024 – © elbwolf.

Freitag, 10. Mai 2024

Vom Büchersammeln-4(5)

Teil der Büchersammlung in Goethes Wohnhaus am Frauenplan in Weimar;
Foto/Autor: Hajotthu (30.09.2015); GNU-Lizenz für freie Dokumentation ab Vers. 1.2
(via Wikimedia Commons)

Liebe Lyrik-Freunde, die Sie offen oder insgeheim Büchersammler sind!
Nachdem im dritten Beitrag dieser kleinen Reihe davon die Rede war, wie man digital(isiert)e Bücherlisten aus Text und /oder Bild aufstellt und mit ihnen umgeht, folgen in diesem Beitrag zunächst zwei thematische Bücherlisten, die Einzelheiten genauer erkennen lassen.
Eine ist die Liste der Kulturgeschichtlichen Romane im Prisma-Verlag Zenner und Gürchott: dieser Verlag hat es bekanntlich auch nicht bis in die blühenden Landschaften Ostdeutschlands geschafft.
Die andere Liste umfasst die ″BILD Bestseller-Bibliothek″, die aus lediglich 25 Bänden besteht, aber seinerzeit (so um 2005) vorteilhaft zu abonnieren ging und unter dem Geleitwort ″Große Romane – Großes Gefühl″ von sich reden machte. Die Literaturwissenschaft rechnet allerdings die knappe Hälfte der Titel der Trivialliteratur zu – und die findet eben ihre Käufer!

Kulturgeschichtliche Romane / Prisma Verlag; Leipzig / ″abgewickelt″ Jan. 1992
Murányi-Kovács, Endre: Der Zauberer von Florenz (Jugend Leonardos). 1964, ill.
 
Finster, Ernst: Wolfsjahre (Dreißigjähriger Krieg). 1975, ill.
 
Fridegard, Jan: Land der hölzernen Götter.1980
 
Gárdonyi, Ich war den Hunnen untertan (Völkerwanderungszeit)
 
Hartenstein, Elisabeth: Ein goldenes Pferd für Yüan (Han-Zeit). 1972. Ill.
 
Hegedüs, Josef: Fremde Segel vor Salamis (Perserzeit)
 
Hering, Elisabeth: Der Bildhauer des Pharao. 1971
 
Hering, Elisabeth: Die Magd der Pharaonen Zeit der Hatschepsut)
v
Hering, Elisabeth: Irrgarten des Lebens (Anjou in Neapel). 1985
 
Hering, Elisabeth: Südseesaga (Polynesien)
 
Hering, Elisabeth: Zu seinen Füßen Cordoba. 1976
 
Illing, Walter: Drachenschiff vor Amerika. 1976, ill.
 
Klose-Greger, Hanna: Inka, Sohn der Sonne (Inkareich). 1979, ill.
 
Klose-Greger, Hanna: Insel der heiligen Stiere (Kreta)
 
Klose-Greger, Hanna: Lard, der Etrusker (Etrurien). 1961, ill.
 
Miethke, Helmuth: Weit sehen die Türme Babylons (Hammurapi). 1971
v
Murányi-Kovács, Endre: Der Zauberer von Florenz (Jugend Leonardos). 1964, ill.
 
Passuth, László: In den Lagunen Cecila (Giorgione). 1972
 
Pludek, Alexej: Ratgeber der Radschas I/II. 1986, ill.
 
Reimann, Marion: Das Urteil von Ingelheim. 1979, ill.(
v
Reimann, Marion: Schach dem Kaiser (Zeit von Otto I). 1975, ill.
 
Revay, Josef: Verrate den Panther nicht. 1967
 
Richter, Egbert: Drachen werfen lange Schatten (Babylon)
 
Riemschneider, Margarete: Im Garten Claudias. 1970, ill.
 
Riemschneider, Margarete: Keine Stadt ist vor den Räubern sicher. 1969, ill.
v
Schönebeck, Erich: Und auf Erden Dschingis Chan. 1966, ill.
v
Sebastian, Klaus: Schweig Kamanas (Hethiter). 19894, ill.
 
Smirnowa-Rakitina, Wera: Spiegel der Weisheit (Avicenna). 1963
 
Zottmann, Martin: Botschaft für den Kalifen. 1978, ill.

BILD Bestseller-Bibliothek / Titel № 1-25; als Halbjahres-Abo / ~2005
 
Capote, Truman: Kaltblütig (№ 18). © 1988
 
Christie, Agatha: Mord im Orientexpress (№ 15). © 1934
v
Clavell, James: Tai-Pan (№ 10). © 1966
 
Crichton, Michael: Jurassic Park (№ 17). © 1990
 
Follett, Ken: Die Nadel (№ 5). © 1978
 
Fredriksson, Marianne: Hannas Töchter (№ 2). © 1994
 
Groult, Benoîte: Salz auf unserer Haut (№ 25). © 1988
v
Hammesfahr, Petra: Das Geheimnis der Puppe (№ 6). dt-© 1991
 
Harris, Robert: Enigma (№ 20). © 1995
 
Harris, Thomas: Das Schweigen der Lämmer (№ 8). © 1988
 
Heller, Eva: Beim nächsten Mann wird alles anders (№ 13). © 1987
v
Higgins Clark, Mary: Mondlicht steht dir gut (№ 24). © 1996
v
Higgins Clark, Mary: Mondlicht steht dir gut (№ 24). © 1996
 
James, P. D.: Wer sein Haus auf Sünden baut (№ 22). dt-© 2003
v
Kaye, M(ary) M.: Palast der Winde (№ 7). © 1978
 
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff (№ 11). © 1971
 
King, Stephen: Shining (№ 3). © 1977
 
Kishon, Ephraim: Drehn Sie sich um, Frau Lot! (№ 9). dt-© 1961
v
Lenz, Siegfried: So zärtlich war Suleyken (№ 16). © 1955
v
Lessing, Doris; Das fünfte Kind (№ 21). © 1988
v
Puzo, Mario: Der Pate (№ 1). © 1969
v
Simmel, Johannes Mario: Niemand ist eine Insel (№ 12). © 1975
v
Solschenizyn, Alexander: Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (№ 23). © 1962
 
Wood, Barbara: Rote Sonne, schwarzes Land (№ 14). © 1988
 
Zimmer Bradley, Marion: Die Nebel von Avalon (№ 19). © 1982
 
Zweig, Stefanie: Nirgendwo in Afrika (№ 4). © 1995

Es handelt sich in beiden Beispielen um abgeschlossene Sammelgebiete, die den heutigen Sammler zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen.
Eine weitere Quelle, aus der sich thematische Listen von Büchern aufstellen lassen, sind große Verlagsserien, wie sie gestandene Verlage hervorbringen … oder hervorgebracht haben. So finden sich beispielsweise in der bekanntesten Taschenbuchreihe ″bb″ der ehem. DDR (und die steht mit einigen Schreibfehlern wirklich online in der Wikipedia) 21 Titel zur original-deutschsprachigen Lyrik:

Lyrik-Bände in der ″bb″-TB-Bibliothek / Titel № 1-652; AV / 1958-1990
v
Anthologie: Der Kuckuck auf dem Birnbaum saß (alte dt. Volkslieder; № 450). 1980
v
Anthologie: Ein Fischer saß im Kahne (dt. Balladen 19. Jh.; (№ 302). 1974
v
Anthologie: Es haben viele Dichter gesungen (№ 431). 1979
v
Anthologie: Es war ein König in Thule (Balladen; № 230). 1971
v
Anthologie: Es waren zwei Königskinder (dt. Volkslieder; № 625). 1989
v
Anthologie: Glück ohne Ruh (dt. Liebesgedichte; № 385). 1978
v
Anthologie: Saison für Lyrik (neue Ged. von 17 Autoren; № 195). 1968
v
Armin / Brentano: Des Knaben Wunderhorn (№ 464). 1981
v
Becher, Johannes R.: Anders ist der neue Tag (№ 87). 1960
v
Brecht, Bertolt: Grüner Mond von Alabama (№ 323). 1975
v
Brecht, Bertolt: Hundert Gedichte (№ 100). 1961
v
Heine, Heinrich: Deutschland (Ein Wintermärchen; № 29). 1959
v
Heine, Heinrich: Lebensfahrt (150 Ged.; № 250). 1972
v
Kästner, Erich: Montagsgedichte (№ 636). 1989
v
Kästner, Erich: Warnung vor Selbstschüssen (№ 161). 1966
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Morgenstern, Erich: Alle Galgenlieder (№ 509). 1983
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Mühsam, Erich: Der Bürgergarten (Zeitgedichte; № 492). 1982
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Ringelnatz, Joachim: Überall ist Wunderland (№ 229), 1971
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Tucholsky, Kurt: Zirkus des Lebens (№ 362). 1976
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Wedekind, Frank: Greife wacker nach der Sünde (100 Ged.; № 284). 1973
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Weinert, Erich: Das pasteurisierte Freudenhaus (satirische Zeitged.; № 400). 1978

Werden Sie bitte nicht neidisch, liebe Leser, dass bei allen Einträgen das ″v″ als mein Besitzvermerk steht, denn ich habe die bb-Serie wirklich komplett!
Und nun könnten Sie ja eigene thematische Listen erstellen, selbst wenn sie diese lediglich als einfache Checklisten auf dem Trödel verwenden würden.


Mit Bücherlisten die Bücher überlisten!
Die Bücherwelt thematisch listen,
damit kein Buch auch durch die Lappen geht,
und sammeln dann in langen Fristen,
bis mählich eine Bücherbank entsteht!
Da ist es aus mit Langeweile
und führt bestimmt in letzter Konsequenz
- wenn ich die Sache richtig peile -
nur zur Verbesserung der Kompetenz.

Dann also bis zum letzten Beitrag – der Sie wahrscheinlich überraschen wird.

© elbwolf al. W. Herrmann

Pardon: Am Anfang der ersten Liste wird vom System eine unnötige Zeile generiert - die Ursache konnte bisher nicht gefunden werden.