Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

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Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

Posts mit dem Label Vogeler Heinrich (1872-1942) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Dienstag, 6. April 2021

Erinnerung – Sehnsucht

Heinrich Vogeler (1872-1942): Sehnsucht (Träumerei), ~1900; Privatbesitz.
Foto: Künstlerkolonie Worpswede 2011; via Wikimedia Commons; gemeinfrei.

 

Erinnerung – Sehnsucht

Seit jenem frühen Morgen auf dem Turm
bist Du ein Teil von mir in einem Traum –
als ein Geschenk, das mir im Wirbelsturm
des Lebens steten Halt gibt ­– wie auch Raum;
das manches Ungemach hilft zu vermeiden,
denn schon Gelassenheit hält fern das Leiden.

Der Sonnenaufstieg, den wir staunend schauten,
wird so bestimmt kein zweites Mal geschehn!
Wir hatten Mut, weshalb wir uns wohl trauten –
für kurze Zeit auch beieinand' zu stehn.
Dies Eingebundensein im Lebenskreise
ist wie ein Zauber: zärtlich, friedvoll, leise.

Ich schöpfte Kraft aus dieser kurzen Zeit
fürs Weiterleben, denn ich spürte Liebe,
die über allem steht; die Sicherheit
verleiht und stärkt im lauten Weltgetriebe.
Wie jedes Leben wird auch meines enden –
will mich bemühn, davon nichts zu verschwenden.

© Luzie Rudde

Samstag, 11. März 2017

Die Märzenfee

Johann Heinrich Vogeler (1872-1942): Frühling (1913)
Standort:
Oldenburger/Niedersächsisches Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte
Quelle. wikimedia.commons; Liz.: gemeinfrei



Die Märzenfee
(Sonett, mit Augenzwinkern)

Die Märzenfee, sie weckt mit ihrem Singen
den Frühling aus der winterlichen Stille:
durch feine Schleier hüllender Mantille
hört man gedämpft die zarten Töne klingen.

Ihr Lied wird rasch den Winterschlaf bezwingen,
denn zu der Fee gesellt sich bald die Grille,
und beide sehn durch eine Wunderbrille
die angeschwoll'nen Blütenknospen springen.   

Die Sonne unterstützt an diesem Morgen
mit einem Farbenspiel die frohen Weisen.
Verschwunden sind auf einmal alle Sorgen.

Schon sieht man in der Luft die Lerchen kreisen.
Erwacht ist die Natur zu neuem Leben –
das war bei Fee wie Grille auch Bestreben!

© lillii (L-R)

Mittwoch, 30. November 2016

Traumsplitter

Heinrich Vogeler (1872-1942): Die Erwartung (Träume II, 1912)
(Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum; Quelle. wikimedia/commons; gemeinfrei)
./.
Traumsplitter

Wenn es Nacht wird
Nehme ich mein Traumgewand vom Haken
Und hülle mich
In seine  Stille.
Schlafe unter dem Vollmond
Schlafe unter dem Neumond,
Lege die Träume aus Angst
Ab in einer fernen Galaxie
Und nehme Staubspuren
Des letzten Traumes
Mit in den Morgen.
Dann umschließe ich mein Traumkleid
Mit einer Hülle aus Morgennebel,
Damit sich die Splitter
Vergessener Träume
Zusammenfinden
Zu neuem Traum
In einer anderen Nacht.

immergrün (A.W.)