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Heinrich Vogeler
(1872-1942): Sehnsucht (Träumerei), ~1900; Privatbesitz.
Foto: Künstlerkolonie Worpswede 2011; via Wikimedia Commons; gemeinfrei.
Erinnerung –
Sehnsucht
Seit jenem frühen Morgen auf dem Turm
bist Du ein Teil von mir in einem Traum –
als ein Geschenk, das mir im Wirbelsturm
des Lebens steten Halt gibt – wie auch Raum;
das manches Ungemach hilft zu vermeiden,
denn schon Gelassenheit hält fern das Leiden.
Der Sonnenaufstieg, den wir staunend schauten,
wird so bestimmt kein zweites Mal geschehn!
Wir hatten Mut, weshalb wir uns wohl trauten –
für kurze Zeit auch beieinand' zu stehn.
Dies Eingebundensein im Lebenskreise
ist wie ein Zauber: zärtlich, friedvoll, leise.
Ich schöpfte Kraft aus dieser kurzen Zeit
fürs Weiterleben, denn ich spürte Liebe,
die über allem steht; die Sicherheit
verleiht und stärkt im lauten Weltgetriebe.
Wie jedes Leben wird auch meines enden –
will mich bemühn, davon nichts zu verschwenden.
© Luzie Rudde
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