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Christian
Friedrich Boetius (1706-82):
"Joseph Fröhlich (1694-1757), Hofnarr Augusts des Starken", (1729).
Bildindex der Kunst und Architektur, Objekt 00241857; via Wikimedia Commons.
Was
sich deutsch kaum sagen lässt,
gehd off Säggsch allemol!
Was – südlich von Berlin gesehn – man
heute spricht,
ist ein Idiom, kein Schule-Deutsch – äh! niemals nicht:
off Säggsch, nu gloobd mersch, dischgeriern-se dorde.
Als mich das Schicksal einst in dieses Land verschlug,
wo ich in einem fort in Andre Löcher frug,
"da haddch beschdimmd bloß Drägg in Läffln", oi-a!
Den Sozialismus hielt hier spät in seinem Lauf
dann doch noch jenes Paar aus Ochs und Esel auf;
ne Menge Borzellahn hamm-se zordepperd!
Doch erst in dieser jetzt präsenten Pandemie
da ahnt man plötzlich eins, man ahnte es SO nie:
mer Saggsn schdehn nich fessde im Gewiehle!
Der Wettlauf zwischen dritter Welle und Geimpf
gerät mit jedem Tage immer mehr zum Schimpf.
Werd Baiern nu bei Buddien Schbuddnik koofn?
Einst sagte unser König, wie man noch gut weiß,
ihn machte damals Durcheinander auch nicht heiß:
"Nu, machd doch eiern eechnen Drägg alleene!"
…
Un nassauern duhn Schbuddnik mer ä Baiern!
elbwolf (W.H., 10.04.2021)
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Bemerkungen:
○ Zu "Säggsch –
Hochdeutsch" siehe:
→ https://www.dw.com/de/s%C3%A4ggsch-hochdeutsch/a-4246187 ←
○ "Sächsisch an sich" ist eine Fiktion: die vier Regionen Vogtland,
Erzgebirge, Meißen und die Lausitz haben unterschiedliche Mundarten.
Einige Regeln der Aussprache lassen sich verallgemeinern, was z. B. für Endreime
von Bedeutung ist:
auf~ ~off/~uff (aufmachen)
ei → ee (einfach usw.; viele Abweichungen!)
einfaches e → ä (Leben)
i → ä (z. B. in Stirn)
kurzes ü → i (hübsch)
langes ü → ä (würzen; Abweichungen!)
ö → ee (Möhre)
ver~ → for~ (vergessen)
Verben auf ~en → ~øn (auflesen → ufflasn)
z/tz → ds (Blitz)
zer~ → zor~ (zerstreuen)
u.v.a.m.
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