Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

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Mittwoch, 1. Dezember 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/12

 Kalenderblatt Dezember 2021

© Erika Müller-Pöhl – Buchumschlag zu Gottfried Keller: "Sieben Legenden".
(Ausgabe Kleine Erbe-Serie im ehem. Greifenverlag zu Rudolstadt, 1975)


Anmerkung:

Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat' im I. Quartal 2021 hier gezeigt. Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt - hier im II. Quartal gezeigt. Im III. Quartal schmückten unsere Kalenderblätter drei Illustrationen zu J. I. Kraszewskis historischem Roman "Gräfin Cosel".
In diesem Quartal zeigen wir drei Illustrationen zu Gottfried Kellers "Sieben Legenden" in der 'Kleine-Erbe-Serie' des nach 1989 gleich zweimal in die Insolvenz getriebenen Greifenverlags zu Rudolstadt. Der farbige Buchumschlag beschließt diese grafische Serie, die von den Anhängern unseres Blogs offenbar mit Interesse aufgenommen worden ist.

Auf die Beigabe von Versen wurde hier verzichtet, um den Besuchern des Blogs die Umstände der Entstehung des Keller'schen Werks näherbringen zu können und sie vielleicht anzuregen, sich die kleine Ausgabe anzuschaffen oder wenigstens den Text online zu lesen:
http://www.zeno.org/Literatur/M/Keller,+Gottfried/Legenden/Sieben+Legenden

Auch die Wikipedia hält eine Bewertung und Aufarbeitung bereit:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Legenden
                                                                                                                                    /elbwolf al. W.H./

Montag, 1. November 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/11

 Kalenderblatt November 2021
© Erika Müller-Pöhl – Ill. zu Gottfried Keller: Die Jungfrau und die Nonne (S. 62)
(aus "Sieben Legenden", Ausgabe Kleine Erbe-Serie im ehem. Greifenverlag zu Rudolstadt, 1975)
Abb.: Die welterfahrene Ex-Nonne Bea weist des Barons Ansinnen auf freie Liebe zurück


Anmerkung:

Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat' im I. Quartal 2021 hier gezeigt. Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt - hier im II. Quartal gezeigt. Im III. Quartal schmückten unsere Kalenderblätter drei Illustrationen zu J. I. Kraszewskis historischem Roman "Gräfin Cosel".

In diesem Quartal zeigen wir drei Illustrationen zu Gottfried Kellers "Sieben Legenden" in der 'Kleine-Erbe-Serie' des nach 1989 gleich zweimal in die Insolvenz getriebenen Greifenverlags zu Rudolstadt.

Insbesondere bei Kellers "7 Legenden" kann sich der Bearbeiter des Eindrucks nicht erwehren, dass Keller wohl ein gläubiger Mensch war, uns "Heutige" aber (in weiser Voraussicht!) schon damals ein wenig auf die Schippe genommen und vielleicht dabei sogar milde gegrinst hat … ungeachtet der Interpratationen, die die Nachwelt für Bildungszwecke herausgearbeitet haben mag – und mit der Bitte um Entschuldigung für meine Offenheit – W.H.

Die verwendeten Verse sind 4-füßige Anapäste, teils übervollständig. Wegen der Verslängen als 12/13-Silber war es vom Platzangebot erforderlich, jeden Vers auf zwei Zeilen zu verteilen, was an den Einrückungen kenntlich ist. Diese halbzeiligen Verspaare müssen also zusammenhängend gelesen und verstanden werden.

/elbwolf al. W.H./

Freitag, 1. Oktober 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/10

 Kalenderblatt Oktober 2021

© Erika Müller-Pöhl – Ill. zu Gottfried Keller: Der schlimm-heilige Vitalis (S. 86)
(aus "Sieben Legenden", Ausgabe Kleine Erbe-Serie im ehem. Greifenverlag zu Rudolstadt, 1975)
Abb.: Die tugendhafte, heiratswillige Jole hört zum ersten und letzten Mal, wie Vitalis Moral predigt  


Anmerkung:
Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat' im I. Quartal 2021 hier gezeigt. Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt - hier im II. Quartal gezeigt. Im III. Quartal schmückten unsere Kalenderblätter drei Illustrationen zu J. I. Kraszewskis historischem Roman "Gräfin Cosel".

In diesem Quartal zeigen wir drei Illustrationen zu Gottfried Kellers "Sieben Legenden" in der 'Kleine-Erbe-Serie' des nach 1989 gleich zweimal in die Insolvenz getriebenen Greifenverlags zu Rudolstadt.

Die verwendeten Verse sind solche mit so genannten "einmal frei wiederkehrenden Reimen" (s. Stummer, S. 67), wie sie z. B. Schiller in seinem letzten dramatischen Werk, dem lyrischen Spiel 'Die Huldigung der Künste' (1804) einsetzte oder Nikolaus Lenau im Großgedicht 'Ahasver, der ewige Jude' (1827-31).

/elbwolf al. W.H./

Mittwoch, 1. September 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/9

 Kalenderblatt September 2021

© Erika Müller-Pöhl – Ill. zu J. I. Kraszewski: "Gräfin Cosel", Bd. 1 der Sachsen-Trilogie;
(zu Teil 2, Kap. XII, S. 359 der 2. Ausgabe im ehem. Greifenverlag zu Rudolstadt, vor 1980)

Anmerkung:
Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat' im I. Quartal 2021 hier gezeigt.

Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt - hier im II. Quartal gezeigt.

Im diesem Quartal zeigen wir drei Illustrationen zu "Gräfin Cosel", dem Teil 1 der Sachsen-Trilogie von Kraszewski. Der Titel war zunächst in mehreren Auflagen (darunter der ersten vollständigen) vom damals sehr bekannten Buchgrafiker Stratil illustriert worden, wurde aber nach Jahren verlegerischen Pausierens und nach dem Ableben von Stratil erneut – und zwar an Erika Müller-Pöhl – vergeben. Da der Verlag nach 1989 gleich zweimal in die Insolvenz getrieben wurde und sein Inventar heute praktisch unzugänglich ist, können wir nicht einmal das Erscheinungsjahr dieser 2. vollst. Auflage rekonstruieren – es müsste vor 1980 liegen, und sämtliche anderen Angaben sind unzuverlässig.

Die verwendeten Verse sind Knittelverse (s. Stummer, S. 46). Sie haben immer vier Hebungen und sind stets paarweise gereimt; gegliedert sind sie in Absätze ungleicher Länge, statt in gleichförmig gebaute Strophen. (a.a.O.)

/elbwolf al. W.H./

Sonntag, 1. August 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/8

Kalenderblatt August 2021

© Erika Müller-Pöhl – Ill. zu J. I. Kraszewski: "Gräfin Cosel", Bd. 1 der Sachsen-Trilogie;
(zu Teil 1, Kap. XII, S. 164 der 2. Ausgabe im ehem. Greifenverlag zu Rudolstadt, vor 198
0)  


Anmerkung:
Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat' im I. Quartal 2021 hier gezeigt.

Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt - hier im II. Quartal gezeigt.

Im diesem Quartal zeigen wir drei Illustrationen zu "Gräfin Cosel", dem Teil 1 der Sachsen-Trilogie von Kraszewski. Der Titel war zunächst in mehreren Auflagen (darunter der ersten vollständigen) vom damals sehr bekannten Buchgrafiker Stratil illustriert worden, wurde aber nach Jahren verlegerischen Pausierens und nach dem Ableben von Stratil erneut – und zwar an Erika Müller-Pöhl – vergeben. Da der Verlag nach 1989 gleich zweimal in die Insolvenz getrieben wurde und sein Inventar heute praktisch unzugänglich ist, können wir nicht einmal das Erscheinungsjahr dieser 2. vollst. Auflage rekonstruieren – es müsste vor 1980 liegen, und sämtliche anderen Angaben sind unzuverlässig.

Die verwendeten Verse sind Akzentverse (s. Stummer, S: 45/46) mit je vier Hebungen, gereimt und strophisch gebunden– "ein leicht zu handhabender und darum sehr oft verwendeter Vers". Von der Möglichkeit, jede zweiten Zeile nicht mitzureimen und/oder um eine Hebung einzukürzen – wurde kein Gebrauch gemacht. (a.a.O.)

/elbwolf al. W.H./

Donnerstag, 1. Juli 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/7

 Kalenderblatt Juli 2021

© Erika Müller-Pöhl – Ill. zu J. I. Kraszewski: "Gräfin Cosel", Bd. 1 der Sachsen-Trilogie;
(zu Teil 1, Kap. V, S. 69 der 2. Ausgabe im ehem. Greifenverlag zu Rudolstadt, vor 1980)  

Anmerkung:
Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat', im I. Quartal 2021 hier gezeigt.

Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt.

Im diesem Quartal zeigen wir drei Illustrationen zu "Gräfin Cosel", dem Teil 1 der Sachsen-Trilogie von Kraszewski. Der Titel war zunächst in mehreren Auflagen (darunter der ersten vollständigen) vom damals sehr bekannten Buchgrafiker Stratil illustriert worden, wurde aber nach Jahren verlegerischen Pausierens und nach dem Ableben von Stratil erneut – und zwar an Erika Müller-Pöhl – vergeben. Da der Verlag nach 1989 gleich zweimal in die Insolvenz getrieben wurde und sein Inventar heute praktisch unzugänglich ist, können wir nicht einmal das Erscheinungsjahr dieser 2. vollst. Auflage rekonstruieren – es müsste vor 1980 liegen, und sämtliche anderen Angaben sind unzuverlässig.

Die verwendeten Verse sind Akzentverse (s. Stummer, S: 45/46) mit je vier Hebungen, ungereimt und strophisch nicht gebunden – "ein leicht zu handhabender und darum sehr oft verwendeter Vers". (a.a.O.)

/elbwolf al. W.H./

Dienstag, 1. Juni 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/6

© Erika Müller-Pöhl: Illustration zu R. Hohberg: 'Der Birnbaum und der Tod';
aus: Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt, ehem. Postreiter-Vlg, 1987; S. 104-13.


Anmerkung:
Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat', im I. Quartal 2021 hier gezeigt.

Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebe­voll ausgeführt und ihnen auch hier unter den Kalenderblättern einen größeren Raum ein­räumen wollen. Sintemal (um mal ein der Vergangenheit verhaftetes Wort zu gebrauchen) es sich um eine Edition des Hallenser Postreiter Verlags handelte, der noch 1994 – wie zum Hohn – mit dem Kinderbuchverlag "fusionierte", ehe er gänzlich verschwand.

Die dritte Illustration in diesem Quartal gehört zur Geschichte um den Birnbaum und den Tod. Dieses Märchen ist im rumänischen Märchenschatz zu Hause, gehört aber in ähnlicher Form zu den Märchen-erzählungen auch anderer Völker.

/elbwolf al. W.H./

Samstag, 1. Mai 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/5

© Erika Müller-Pöhl: Ill. zu R. Hohberg: 'Vom Bauern Ansis, der die Sprache der Bäume verstand';
aus: Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt, ehem. Postreiter-Vlg, 1987; S. 80-91.


Pflanzenmärchen: Bauer Ansis

... da stieg der Mann – unser gutmütiger Bauer Ansis – seufzend vom Ofen herab, schulterte seine Axt und ging in den Wald. Doch jeder Baum, den er auswählte, um ihn auf Geheiß der Bäuerin zu Brennholz zu schlagen, bat ihn um Schonung – Ansis verstand seine Sprache!
Während die Bäuerin immer ungehaltener wur­de, weil das Holz ausblieb, gewann Ansis die Achtung der Waldmutter, die sich bereit erklär-te, Ersatz zu schaffen und die immer umfang-reicheren Wünsche der Bäuerin zu erfüllen. 
Doch das Maß lief über, als eine Brücke zur wärmenden Sonne gewünscht wurde. Die Frau erklomm sie auch sofort, doch in schwindeln-der Höhe über dem Meer schwankte der Steg, zer­brach und ver­sank mit der Frau.
Ansis ging in den Wald, um den Bäumen sein Leid zu klagen – doch konnte er deren im Wind säuselnde Stimmen nicht mehr verstehen.

Männer mit einer Xanthippe   /© W. H./

Nicht jedermann ist Sokrates und Weiser –
der nahm sich die Xanthippe gar zur Frau;
er meint, die würde mit der Zeit schon leiser
und stelle nicht beständig Macht zur Schau.

Doch Bauer Ansis war nicht gut beraten:
ihn hat die Seinige nur schikaniert –
sie war darin ein wahrer Teufelsbraten,
und Ansis war sehr schnell introvertiert.

Die Frau schickt ihn zum Holzschlag mit dem Beile,
doch jeder Baum hat Ansis schnell erbarmt;
die Waldesmutter sah das eine Weile
und hat den Bauern dankbar dann umarmt.

Die Bäurin wollte statt nur Holz jetzt Güter:
ein Hof, ein Herrenhaus, ein Sonnensteg –
fort war die Waldesmutter als Behüter!
Und nur die Bauernkate blieb am Weg.


Anmerkung:
Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat', im I. Quartal 2021 hier gezeigt.
Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt und ihnen auch hier unter den Kalenderblättern einen größeren Raum einräumen wollen. Sintemal (um mal ein der Vergangenheit verhaftetes Wort zu gebrauchen) es sich um eine Edition des Hallenser Postreiter Verlags handelte, der noch 1994 – wie zum Hohn – mit dem Kinderbuchverlag "fusionierte", ehe seine Erdenspuren gänzlich verschwanden.
Die zweite Illustration in diesem Quartal schmückt die Geschichte um den Bauern Ansis. Sie erinnert den deutschen Märchenliebhaber natürlich sofort an den 'Fischer und seine Frau', die ihren biederen Mann mit immer neuen Wünschen auf Vermehrung des Besitzes schikanierte. Erfüllungsgehilfe des Fischers war der 'Buttje inne See', der sich auch ins Zeug legte – bis ihm der Wunsch der Fischersfrau, endlich auch Päpstin zu werden, zu bunt schien. Worauf der Buttje das Paar prompt wieder in seine angestammte Fischerkate zurückversetzte.
/elbwolf al. W.H./

Donnerstag, 1. April 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/4


  © Erika Müller-Pöhl: Buchillustration zu Rainer Hohberg: 'Das Kleeblatt',
aus: Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt, ehem. Postreiter-Verlag, 1987; S. 77.

Pflanzenmärchen: Das Kleeblatt

Er kam zu spät. Zwar konnte er sein Schiff noch sehen, aber es befand sich bereits auf hoher See.
Ziellos irrte er durch die fremde Stadt … so gingen Tage, Wochen, Monate dahin. Einmal legte ein Schiff im Hafen an und brachte eine Nachricht mit: "Oh ja, es war ein stolzes Schiff mit einer goldenen Seejungfrau am Bug. Doch gegen einen Orkan ist halt kein Kraut gewachsen. Kein Mann hat dieses Unglück überlebt."
Unser Mann verstand nicht gleich. Wie-
der und wieder ließ er sich alles erzäh-
len, er lachte und weinte dabei zugleich. Schließlich öffnete er mit zitternden Hän­den seinen Gürtel, fingerte das längst vertrocknete Kleeblatt heraus. Er zeigte es herum und erzählte den Anwesenden seine Geschichte.                  /Auszug/

Das Glück lässt warten        /© W. Herrmann/

Da war ein Mann, von Missgeschick erdrückt.
Sein Glück musst' er darum woanders zwingen –
wo es drauf wartete, dass er es pflückt! 

Zum Hafen ließ er seinen Seesack bringen
und nahm das Schiff, auf dem die Meermaid thront. 
Dort wollt' auf große Fahrt er sich verdingen.  

Spazieren bis zur Abfahrt ... ungewohnt:
ein Kleeblatt nahm des Mannes Blick gefangen,
eins mit vier Blättern, das mit Glück belohnt!
 

Er brach es heimlich, doch die Wächter zwangen
ihn zum Verhör. Zwar kam er wieder frei –
zu spät, um auf sein Schiff noch zu gelangen. 

Er blieb am Ort, ihm war's nun einerlei.
Nach Zeiten brachte dann ein Schiff die Nachricht:
im Sturm ging jenes Segelschiff entzwei.
Verdorrt das Kleeblatt – aber welche Umsicht!


Anmerkungen:
Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat', im I. Quartal 2021 hier gezeigt.

Unter ihren buchgrafischen Arbeiten hat Erika-Müller-Pöhl die zur Ausgestaltung von Rainer Hohbergs 'Schachtelhälmchen – Pflanzenmärchen aus aller Welt" besonders liebevoll ausgeführt und ihnen auch hier unter den Kalenderblättern einen größeren Raum einräumen wollen. Sintemal (um ein der Vergangenheit verhaftetes Wort zu verwenden) es sich um eine Edition des Hallenser Postreiter Verlags handelte, der noch 1994 – wie zum Hohn – mit dem Kinderbuchverlag "fusionierte", ehe seine Erdenspuren gänzlich verschwanden.
Die Geschichte um das Kleeblatt ist dabei gar nicht so außergewöhnlich! Wie oft hat man schon gehört, dass ein Reisender sein Flugzeug oder seine Bahn verpasst hat und dann erfahren musste, dass das Schicksal wieder einmal ein Verkehrsmittel "mit noch freien Plätzen" nicht bis ans Ziel (modern: bis zu seiner Destination) gebracht hatte …

Die Verse, in die die lyrische Hälfe dieses Kalenderblattes gegossen ist, sind Terzinen; s. Stummer S. 76/77.                                                                                                                                                                              /elbwolf al. W.H./

Montag, 1. März 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/3

 Kalenderblatt März 2021


© Erika Müller-Pöhl: Buchillustration zu 'Der Herr Etatsrat', ehem. Greifenverlag, 1985; S. 101:
'Tanzet, kleine Fräulein, tanzet!' – aber er, der Etatsrat, konnte gar nicht mehr Takt halten.


Storms Novelle 'Der Herr Etatsrat'

Auf den Etatsrat bezieht sich gleich ein Ge-spräch über ihn mit den Worten "Sie müssen die Bestie ja noch in Person gekannt haben?" Das galt seinem Versagen als verwitwetes Familienoberhaupt in der Erziehung der Kin-der, der Sophia und des älteren Archimedes.

Sophie ist glücklich, als der Vater ihr erstmals erlaubt, eine kleine Gesellschaft gleichaltriger Mädchen in den Gartensaal einzuladen. Nur nimmt dort die Katastrophe ihren Anfang, als der Vater eine Bowle bringen lässt, sich selbst betrinkt und die Feier damit platzen lässt.
Der Sohn, ein Mensch von 'guter und heiterer Gemütsart', darf erst Jahre nach der Matura an die Universität gehen. Dort überfordert er seine Gesundheit und ahnt schließlich den eigenen Untergang und den der Schwester.

Tanz eines jungen Mädchens
/alt-italienisches Sonett/

Von allen ihm beschiednen Erdentagen
schien dies vielleicht der glücklichste im Leben
des Mädchens – denn es würde voll Behagen
ihm ständig Raum in der Erinnrung geben.
Wie herrlich, den Gespielinnen zu sagen:
"Herbei, lasst uns im Tanze fröhlich schweben
und fühlen, was im Ernst wir später wagen,
wenn wir als junge Frauen danach streben."

Doch bringt der Vater, dem voll Widerwillen
nichts bleibt, als dieses Tanzen zu gestatten,
solch noch nie Dagewesnes zum Erliegen:
Der Punsch, den er bereiten ließ im Stillen,
ist sein Getränk und lässt ihn ganz ermatten.
Mit Unmut kann man fröhlich Tun bekriegen.

/© W.H./  


 Anmerkung:

Storms Novelle vom 'Herrn Etatsrat' Sternow beim Landeswasserbauamt, nach heutigen Begriffen etwa ein Regierungsrat, entstand 1881, vier Jahre nach 'Carsten Curator'. Dieser Beamte wird in seinem privaten Bereich geschildert, wie er durch völlige Gleichgültigkeit den Untergang der eigenen Familie hinnimmt, ja im wirklichen Sinn überhaupt in Gang setzt. Dass der Leser die Schilderung dieser abschüssigen Entwicklung toleriert, bewerkstelligt Storm damit, dass er seine Titelfigur mit grotesken Zügen ausstattet und dann über ihre Hässlichkeit schon keine Worte mehr verlieren muss.
Die Wikipedia fasst die Gesamthandlung der Novelle zusammen.
Das Literaturlexikon der Uni Saarland schildert die Handlungsweise der Figuren im Detail.

Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen 'Carsten Curator' und 'Der Herr Etatsrat'. /elbwolf al. W.H./

Montag, 1. Februar 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/2

 Kalenderblatt Februar 2021

© Erika Müller-Pöhl: Buchillustration zu 'Carsten Curator', ehem. Greifenverlag, 1985; S. 64:
"Carstens, der Vater und die Tante, besuchen täglich Schwiegertochter Anna und den Enkel."

 

Storms Novelle 'Carsten Curator', 1878

Vater Carsten ist bemüht, des Sohnes Existenz zu sichern. Heinrich aber setzt immer wieder Erreichtes aufs Spiel, veruntreut Geld, spekuliert, so dass der Vater mit dem Familienvermögen aushelfen muss. Aus einer besonderen Notlage rettet sich Hein­rich durch die Heirat mit Anna. Deren Vermögen verwaltet der 'Curator' getreu zu ihren Gunsten und des bald nach der Hochzeit geborenen Enkelsohns.

Heinrich steht später erneut vor dem Bankrott. Der 'Curator' gibt Annas Vermögen nicht heraus. Da flieht Heinrich während eines Novembersturms; er rudert in die aufgewühlte See und kommt um.

Carstens Besitztümer werden zwangsversteigert. Er muss mit Anna und dem Enkel in die Armeleute-gegend des Ortes umziehen. Umsorgt von der Schwiegertochter, erlebt er doch noch in seinem Lebensabend ein bescheidenes Glück. 

Weiße und schwarze Schafe

Nicht selten haben große Sippen
in ihren Reihn ein schwarzes Schaf;
selbst strahlend Weißes könnte kippen,
denn keiner ist ja ständig brav.

Die rechte Warnung – sagt die Kunde –
schlägt mancher einfach in den Wind;
sieht nicht bei sich die offne Wunde;
wagt lieber, was er nie gewinnt.

Wie kann ein Älterer erreichen,
dass sich der Jüngre helfen ließ?
Bloß Reden, selbst zum Steinerweichen,
taugt nichts, das Besserung verhieß.

Der eigene Verstand entscheidet,
wer glücklich lebt, wer Schmerz erleidet.

/© W.H./  

Anmerkung:
Über seiner Novelle "C.C." hat Theodor Storm bald ein Jahrzehnt gebrütet – der Erfahrungen wegen, die er mit seinem eigenen Sohn machen musste. Dann schrieb er diese ausgedachte Konflikt-Situation mit all ihrer kleinbürgerlichen Personage nieder. Das brachte ihm prompt das Kopfschütteln eines Teils seiner zeitgenössischen Schriftststellerkollegen ein. Die meinten, die Akteure wären charakterlich 'überzeichnet' – bis Storm schließlich einräumte, sein persönliches Schicksal wäre so abschreckend nicht gewesen. Trotzdem empfindet man die Novelle als … eben melodramatisch. Warum sollten da meine begleitenden Verse eine andere, mildere Stimmung erzeugen wollen?
Bei den heutigen Ausbildungsanforderungen kennt ja kaum einer Storm noch – außer vielleicht den 'Schimmelreiter'.
Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, hat der 'Versbildner-Blog' bereits Mitte Januar vorgestellt – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie den Buchumschlag zu den beiden Novellen Carsten Curator und Der Herr Etatsrat. /elbwolf al. W.H./

Montag, 18. Januar 2021

Erika Müller-Pöhl – die Buchgrafikerin unserer Kalenderblätter 2021

Titel aus der Verlagsreihe "Kleine Erbe-Serie" des ehem. Greifenverlags (1985)
mit Einband, Schutzumschlag und 10 s/w Illustrationen von Erika Müller-Pöhl.

Erika Müller-Pöhl

ist die Gebrauchsgrafikerin, deren frühere Buchillustrationen im laufenden Jahr 2021 das Dutzend Kalenderblätter unseres Versbildner-Blogs schmücken. Wir haben lange nach Erika Müller-Pöhl gesucht, denn 2017 hatten wir mit fünf Beiträgen (25.6., 27.6., 29.6. 4.7., 6.7.) bereits ihr grafisches Werk zu einem Roman über den französischen mittelalterlichen Barden Villon vorgestellt.
Dieser Roman von Johanna Hoffmann war im ehem. für seine verdienstvolle Buchgestaltung bekannten Greifenverlag zu Rudolstadt in fünf Auflagen (1973-88) erschienen.
Vor drei Jahren konnte Versbildner aber nur einen Disclaimer beifügen, da nach zwei von der Treuhand versuchten und prompt gescheiterten Privatisierungen der Verlag 1993
alle Aktivitäten einstellte. Das verlegerische Erbe, das herrenlos zu werden drohte, nahm das Thüringer Staatsarchiv in Obhut und lagerte es ein. Damit waren auch alle Kontakte zu Mitarbeitern, Autoren und Illustratoren blockiert, aber in unserem Fall wurde ein Lyrik-Freund auf die Villon-Serie aufmerksam und informierte Erika Müller-Pöhl. Sie setzte sich darauf mit uns in Verbindung.
Als wir sie Ende des Vorjahres baten, ihre Originalblätter für ein Kalendarium nachnutzen zu dürfen, sagte sie auf der Stelle zu. Einvernehmlich und mit großer Freude haben wir am 1. Januar 2021 das erste Kalenderblatt gepostet! Es ist einer Episode aus der Theodor-Storm-Novelle gewidmet, zu der Erika Müller-Pöhl auch den Schutzumschlag des Büchleins in der "Kleine Erbe Serie" des Greifenverlags entwarf, wie ihn unser heutiges Titelbild zeigt.

links: Foto von 1991, nach Ende der Arbeit als Buchillustratorin für einschlägige Buchverlage;
unten: Foto von 2018 aus dem "endgültigen Privatleben".


Die Zusammenarbeit mit Erika Müller-Pöhl gibt uns in die Möglichkeit, etwas über ihre Ausbildung und den beruflichen Werdegang im ehem
. Buchland DDR mitteilen zu können, nebst ein paar persönlichen Angaben zu ihrer Vita, wie sie es selbst vorgesehen hat. 

Erikas Vita, von ihr selbst erzählt:

"Ich wurde im Januar 1939 in Neustadt an der Weinstraße (später: an der Haardt; Nähe Hambacher Schloss) geboren, meine Schulzeit mit Abiturabschluss verlief aber bereits in Leipzig. Nach einem Praktikum in den Leipziger Theater-Werkstätten und einer Gebrauchswerberlehre begann ich 1960 ein Studium der Gebrauchsgrafik in Leipzig.
Meine einzige, einjährige Anstellung erhielt ich danach als Grafikerin am Nationaltheater Weimar. Hauptaufgabe war dort für mich die Gestaltung der Programmhefte mit Illustrationen. In dieser Zeit erfolgte auch meine Aufnahme in den Verband bildender Künstler der DDR.

In den Jahren 1964 bis 1989 lebte ich in Gatersleben, einem Dorf nahe Quedlinburg. Dort konnte ich mich sowohl meinem Beruf als auch meiner neu gegründeten Familie widmen. In dieser Zeit war ich freiberuflich als Buchillustratorin für mehrere Verlage tätig, darunter umfangreich für den Greifenverlag zu Rudolstadt. Ab 1980 habe ich im damaligen Bezirk Halle auch öffentliche Aufträge für baugebundene Kunst aus Keramik angenommen.

Alle diese Tätigkeiten "versiegten" kurz nach dem Beitritt zur BRD, so dass für mich einige in jeder Beziehung schwierigen Jahre begannen. Schließlich zog ich zu meinem jetzigen Lebensgefährten nach Hannover, wo ich für dessen Orgelbauwerkstatt Prospekt- und Schleierwerk-Entwürfe fertigte.
Seit 2007 sind wir beide endgültig im Ruhestand und leben bei Hannover. Ich male und zeichne nur noch für meine Kinder und Enkel, wenn sie Geburtstag haben … mehr geht wegen fehlender Zeit, Ruhe und Konzentration nicht mehr.
Es ist daher eine große Überraschung für mich, in der Zusammenarbeit mit diesem Web-Blog noch einmal einen Teil meines Schaffens Revue passieren zu sehen!"

Bibliografisches und Sachangaben
Es besteht die Möglichkeit, mit

      dem Band der Reihe "Schriften und Zeugnisse zur Buchgeschichte 15",
Carsten Wurm, Jens Henkel, Gabriele Ballon:
Der Greifenverlag zu Rudolstadt 1919–1993
/Verlagsgeschichte und Bibliographie/ 2001, ISBN 3-447-04501-9;

       diversen, meist vor 1989 aus Anlass von Verlagsjubiläen erschienenen
Bibliographien /AUFBAU 1945-1984, VuW 1947-1981, NL 1946-1982/

weiteres bibliografisches Material zu sichten und mittels Google-Recherche

       beispielsweise Angaben zur (antiquarischen) Verfügbarkeit und zum visuellen Aussehen (Schutzumschlag) von Titeln zu erhalten.

Wir listen noch die o. a. Serie bibliophiler Kostbarkeiten des Greifenverlags mit ihren 30 Titeln auf und empfehlen sie dem Leser als Sammelobjekt – das er binnen zweier Jahre erfolgreich abschließen könnte!

"Kleine Erbe Serie" im Greifenverlag zu Rudolstadt /* = ill. von E. Müller-Pöhl/
Autor – Name, Vorname    Jahr    Referenz       Buchtitel                                              
Anzengruber, Ludwig         1969   Greif 223*      Die Märchen des Steinklopferhanns
Arnim, Bettina+Gisela v.     1987   Greif 229*     Das Leben der Hochgräfin Gritta von
Bechstein, Ludwig              1988   Greif 257       Unterwegs im Reisewagen
Chamisso, Adelbert v.        1986   Greif 298       Peter Schlemihls wundersame Ge~
Droste-Hülshoff, Annet. v.  1978   Greif 310*      Die Judenbuche
Ebner-Eschenbach, M. v.   1976   Greif 317*      Das Gemeindekind
Eichendorff, Joseph von     1985   Greif 319*     Aus dem Leben eines Taugenichts
Fontane, Theodor               1973   Greif 374       L'Adultera
– " –                                    1971   Greif 375       Unterm Birnbaum
Franzos, Karl Emil              1984   Greif 376*      Leib Weihnachtskuchen und sein Kind
Gotthelf, Jeremias              1984   Greif 408       Elsi, die seltsame Magd
Grillparzer, Franz                1983   Greif 434*      Der arme Spielmann
Hauff, Wilhelm                    1973   Greif 453       Abenteuer aus dem Morgenland
Hebbel, Friedrich                1974   Greif 455       Schnock und andere Erzählungen
Heine, Heinrich                   1969   Greif 459       Die Harzreise
Hoffmann, E. T. A.              1980   Greif 485       Meister Floh
Keller, Gottfried                  1972   Greif 515        Romeo und Julia auf dem Dorfe
– " –                                    1975   Greif 516*      Sieben Legende
Kleist, Heinrich v.                1976   Greif 525       Michael Kohlhaas
Kurz, Herrmann                  1979   Greif 566       Der Weihnachtsfund
Ludwig, Otto                       1969   Greif 613*      Zwischen Himmel und Erde
Meyer, Conrad Ferdinand  1989   Greif 631        Die Hochzeit des Mönchs
Mörike, Eduard                   1970   Greif 636       Mozart auf der Reise nach Prag
Raabe, Wilhelm                  1970   Greif 688*      Drei Federn
– " –                                    1979   Greif 689        Fabian und Sebastian
– " –                                    1986   Greif 690*      Wunnigel
Stifter, Adalbert                   1987   Greif 816        Der Waldbrunnen
Storm, Theodor                  1985   Greif 819*       Carsten Curator. Der Herr Etatsrat
– " –                                    1970   Greif 820        Ein Doppelgänger
Tieck, Ludwig                     1983   Greif 826        Der Runenberg

Weitere Buchtitel, illustriert von Erika Müller-Pöhl beim Greifenverlag:
Autor – Name, Vorname     Jahr    Referenz       Buchtitel                                              
Elgers, Paul                        1974   Greif 332*      Die Katze mit den blauen Augen
Elgers, Paul                        1976   Greif 329*      Der Fall Kaspar Trümpy
Elgers, Paul                        1980   Greif 337*      Der Unbekannte von Collegno
Hoffmann, Johanna            1966   Greif 487*      Die verratene Heilige
Hoffmann, Johanna            1973   Greif 488*      Villon, den ganz Paris gekannt
Kleeberg, Lis                      1975   Greif 521*      Schmale Sonne
Kraszewski J. I.                  1980   Greif 534*      Brühl 9
Kruse, Werner                    1967   Greif 543*      Der blaue Löwe
Margueritte de Navarre      1968   Greif 622*      Das Heptameron 3
Wüsten, Johannes             1966   Greif 901*      Rübezahl


Die folgende Zusammenstellung nennt für die "Kleine Erbe Serie" noch alle Buchillustratoren und speziell für Erika Müller-Pöhl die Autoren aller anderen von ihr für den Greifenverlag illustrierten Bücher (Referenz mit Asterisk * versehen):

Buchillustrationen der o. a. Serie und von E. Müller-Pöhl beim Greifenverlag
Illustrator - Name, Vorn.     Jahr    Referenz       sw /U              Autor – Name, Vorname 
Brandt, Helmut                   1969   Greif 459       10                   Heine, Heinrich
Diverse (Stahlstiche)          1988   Greif 257       20                   Bechstein, Ludwig
Eichhorn, Adelheid             1972   Greif 515       16                   Keller, Gottfried
Groh, Eva                           1980   Greif 485       15                   Hoffmann, E. T. A.
Groh, Eva                           1984   Greif 408       6                     Gotthelf, Jeremias
Grube-Heinecke, Regine   1973   Greif 453       15                   Hauff, Wilhelm
Grube-Heinecke, Regine   1974   Greif 455       15                   Hebbel, Friedrich
Grube-Heinecke, Regine   1976   Greif 525       15                   Kleist, Heinrich v.
Grube-Heinecke, Regine   1979   Greif 689       4                     Raabe, Wilhelm
Grube-Heinecke, Regine   1980   Greif 515       15                   Keller, Gottfried
Grube-Heinecke, Regine   1983   Greif 826       4                     Tieck, Ludwig
Hamisch, Hainz                 1969   Greif 613       17                   Ludwig, Otto
Hamisch, Hainz                 1971   Greif 375       7                     Fontane, Theodor
Jahr, Christa                      1986   Greif 298       7                     Chamisso, Adelbert v.
Langensiepen, Barbara     1976   Greif 317       15                   Ebner-Eschenbach, M. v.
Laube, Peter                      1987   Greif 816       15                   Stifter, Adalbert
Laube, Peter                      1989   Greif 631       15                   Meyer, Conrad Ferd.
Lenz, Ingeborg                   1970   Greif 688       15                   Raabe, Wilhelm
Lenz, Ingeborg                   1970   Greif 820       10                   Storm, Theodor
Lenz, Ingeborg                   1973   Greif 374       10                   Fontane, Theodor
Lenz, Ingeborg                   1979   Greif 566       12 102            Kurz, Herrmann
Müller-Pöhl, Erika               1966   Greif 487*      50                  Hoffmann, Johanna
Müller-Pöhl, Erika               1966   Greif 901*      22²                 Wüsten, Johannes
Müller-Pöhl, Erika               1967   Greif 543*      29                  Kruse, Werner
Müller-Pöhl, Erika               1968   Greif 622*      42²                 Margueritte de Navarre
Müller-Pöhl, Erika               1969   Greif 223       10                   Anzengruber, Ludwig
Müller-Pöhl, Erika               1973   Greif 488*      30                  Hoffmann, Johanna
Müller-Pöhl, Erika               1974   Greif 332*      17                  Elgers, Paul
Müller-Pöhl, Erika               1975   Greif 516       15 Vig1          Keller, Gottfried
Müller-Pöhl, Erika               1975   Greif 521*      16 144           Kleeberg, Lis
Müller-Pöhl, Erika               1976   Greif 329*      24                  Elgers, Paul
Müller-Pöhl, Erika               1978   Greif 310       12                   Droste-Hülshoff, Annet. v
Müller-Pöhl, Erika               1978   Greif 613       15                   Ludwig, Otto
Müller-Pöhl, Erika               1980   Greif 337*      16                  Elgers, Paul
Müller-Pöhl, Erika               1980   Greif 534*      269                 Kraszewski J. I. ("Brühl")
Müller-Pöhl, Erika               1981   Greif 688       15                   Raabe, Wilhelm
Müller-Pöhl, Erika               1983   Greif 434       10                   Grillparzer, Franz
Müller-Pöhl, Erika               1984   Greif 376       15                   Franzos, Karl Emil
Müller-Pöhl, Erika               1985   Greif 319       13                   Eichendorff, Joseph von
Müller-Pöhl, Erika               1985   Greif 819       10                   Storm, Theodor
Müller-Pöhl, Erika               1986   Greif 317       14                   Ebner-Eschenbach, M. v.
Müller-Pöhl, Erika               1986   Greif 690       10                   Raabe, Wilhelm
Müller-Pöhl, Erika               1987   Greif 229       15                   Arnim, Bettina, Gisela v.
Rauhut, Karin                     1970   Greif 636       12                  Mörike, Eduard

 

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Freitag, 1. Januar 2021

Unser Gast: Erika Müller-Pöhl mit Buchgrafik/1

 Kalenderblatt Januar 2021


© Erika Müller-Pöhl: Buchillustration zu 'Carstens Curator', ehem. Greifenverlag, 1985.
"Unter dem Birnbaum – Jungfer Anna bietet dem Carstens-Sohn Heinrich finanzielle Hilfe an."

Storms Novelle 'Carstens Curator', 1878

Im friesischen Hafenstädtchen, wohl Husum, lebt im 19. Jh. der bürgerliche Carsten Carstens mit Schwester Brigitte im elterlichen Haus an der Twiete. Er wird infolge seiner Bildung und seines beständigen Charakters öfter von anderen um Rat und Tat bei ihrer Vermögensverwaltung gebe­ten, was ihm den Beinamen Curator einbringt.

Als die Mutter seines Mündels Juliane stirbt, wird aus der Fürsorge zur Erbin bald eine Beziehung und schließlich die Ehe, aus der Sohn Heinrich hervorgeht. Juliane stirbt noch im Kindbett; Tante Brigitte vertritt die Mutterstelle. Heinrich und eine weitere Ziehtochter Anna wachsen zusammen auf.

Beide Kinder Carstens' sind sehr verschieden: der leibliche Sohn hat ein sorgloses, aber unstetes Wesen; Mündel Anna ist von großer Schönheit, liebevoll, treu, selbstlos – und reich. /wird fortges./

Söhne ihrer Väter              /© W.H./

'Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm' -
wenn das in jedem Fall so wäre!
Drum schert sie bloß nicht übern Kamm
und wertet einzeln Tugend, Ehre.

Wem tut ein Vater denn nicht leid,
der stets dem Sohn sich zugewendet,
doch eines Tags erhält Bescheid,
dass es was gibt, das böse endet.

Zunächst hilft er mit eignem Gut;
dann ist es einer Frau Vertrauen:
sie macht dem Jugendfreunde Mut,
denn beide könnten Zukunft bauen.

Nur stehn die Zeichen längst auf Sturm,
der nie sich legte mit den Jahren,
bis - wie beim nahen Pulverturm -
nichts widersteht mehr den Gefahren.


Anmerkung:
Über seiner Novelle "C.C." hat Theodor Storm bald ein Jahrzehnt gebrütet – der Erfahrungen wegen, die er mit seinem eigenen Sohn machen musste. Dann schrieb er diese ausgedachte Konflikt-Situation mit all ihrer kleinbürgerlichen Personage nieder. Das brachte ihm prompt das Kopfschütteln eines Teils seiner zeitgenössischen Schriftststellerkollegen ein. Die meinten, die Akteure wären charakterlich 'überzeichnet' – bis Storm schließlich einräumte, sein persönliches Schicksal wäre so abschreckend nicht gewesen. Trotzdem empfindet man die Novelle als … eben melodramatisch. Warum sollten da meine begleitenden Verse eine andere, mildere Stimmung erzeugen wollen?
Bei den heutigen Ausbildungsanforderungen kennt ja kaum einer Storm noch – außer vielleicht seinen 'Schimmelreiter'.

Unseren Gast, die Buchgrafikerin Erika Müller-Pöhl, wird der 'Versbildner-Blog' im Verlaufe des Monats Januar ausführlicher vorstellen – Vita, grafisches Werk, Bibliografie sowie einige der von ihr gestalteten Buchumschläge. /elbwolf al. W.H./