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Franz van Severdonck (1809-1889): Buntes Federvieh
(1875);
via Wikipedia Commons; Liz.: public domain.
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"Die Freude flieht
auf allen Wegen, |
Sie flieht, die Freude ...
oder
Umständliches
Geständnis
Die Freude flieht auf allen Wegen;
Der Ärger kommt uns gern entgegen.
So ist es morgens in der Früh:
das allerliebste Federvieh
schon munter und krakeelt umher –
gibt Ruhe nicht und mir fällts schwer,
den wohlverdienten Schlaf zu finden
will ihn an meine Träume binden ...
doch steht der Hahn erst auf dem Mist,
so schafft man's nur mit guter List.
Die Hennen kakeln schon 'ne Weile,
denn Eierlegen, das hat Eile.
Sie sitzen zwar noch auf der Stange
jedoch ganz sicher nicht mehr lange.
So streue ich den Hennen gütlich
die Körner hin und ganz gemütlich
geh ich zu meiner Liegestatt;
die Hennen waren ja nun satt.
Doch Freude flieht auf allen Wegen;
der Ärger kommt uns gern entgegen.
Der Hahn, der Hennen angesichtig,
kommt sich nun vor besonders wichtig:
sein Kik'riki lässt er ertönen
will seine Hennen nun verwöhnen
Ich wünschte zwar, ich hätte Ruh,
bekomm' jedoch kein Auge zu ...
Den ganzen Morgen dies Gehakel,
der Hennen dauerndes Gekakel –
das treibt mich aus dem Bett heraus!
Da fragt mich meine süße Maus:
„Ach Liebster, sei nicht so heut früh
und lass das dumme Federvieh."
Man kann auch so sein Bestes geben,
sich freu'n fast jeden Tag im Leben,
und flieht die Freude manche Tage,
sie kehrt doch wieder – keine Frage!
© Luzie Rudde
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