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Gerard Horenbout u. a.: Breviarium
Grimani, Monatsbild Mai (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: wikimedia.commons;
gemeinfrei.
Die Wortwurzel von Mai, *mag, weist auf Wachstum und Vermehrung und reiht damit
den Monat
in das ursprüngliche römische Bauernjahr ein; das Vieh wurde nun wieder auf die
Weide getrieben.
Etwa seit dem 13. Jh. wird der Mai in Europa mit Maifeiern, -umgängen und
-ritten gefeiert.
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Mai – ein Monatsbild
Gefeiert wird der Monat Mai,
löst endlich er doch alle Bande,
stellt jedem die Bewegung frei –
belebten Orts wie auf dem Lande.
Man rüstet sich zu frohem Fest;
nur ist die Lustbarkeit verschieden,
der eine zehrt schon jetzt vom Rest,
der andre gibt sich selbstzufrieden.
Die Knappen blasen turbulent
mit vollen Backen die Posaune;
ein Grünrock, nächst dem Dirigent,
zeigt lächelnd seine gute Laune.
Im Sattel sitzt die holde Frau,
wie's schicklich ist für eine Dame.
Sie stellt in Wahrheit sich zur Schau,
hofft auf dezente Fühlungsnahme.
Die Ränke schmiedet man gewandt,
formt sie zur handfesten Intrige
und wartet schließlich wie gebannt,
wer dieses Jahr denn wen noch kriege.
© WH (elbwolf, 05.05.2017)
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