Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

Montag, 8. Juli 2024

Das Sein

Holzschnitt des sog. Petrarca-Meisters; Aus Francesco Petrarca:
 „
Von der Artzney bayder Glück / des guoten vnd widerwertigen.
Vnnd weß sich ain yeder inn Gelück vnnd vnglück halten sol. 
Auß dem Lateinischen in das Teütsch gezogen. Mit künstlichen fyguren durchauß / gantz lustig
vnd schön gezyeret.“ Augsburg: Heynrich Steyner 1532

 

Das Sein

Das Sein bedeutet, dass ich bin,
und im Reellen mittendrin;
dass Denken, Fühlen und Erleben
mir von den Eltern mitgegeben
dass sie empfingen es vorzeiten
und ließen sich von Ahnen leiten ...
Doch wisst ihr, was mir manchmal scheint –
ob sie bewusstes Sein gemeint?

Wenn Menschen heute was erleben,
erleben sie es – denn sie leben
ganz einfach in den Tag hinein
und denken nicht ans Ende ... Nein !
An das, was mit uns wohl geschieht
wenn unser Leib die Erde flieht.
Gibt‘s nach gelebter Zeit ein Leben –
wer könnte darauf Antwort geben?

© Luzie Rudde

Montag, 1. Juli 2024

Kalenderblatt 07v2024: Baden – im Vor-Tattoo-Zeitalter

Zur gefälligen Beachtung durch unser Blog-Publikum!

Wir hatten hier ursprünglich die Abbildung folgender Bildbeilage aus der ″Jugend″ eingestellt:

Rudolf Riemerschmid (1873-1953, tätig bis in 1920er Jahre, besonders für die ″Jugend″;
Vetter des Architekten und Möbeldesigners Richard Riemerschmid).
Falteinlage ″Sommertag″ in № 28 der ″Jugend″ von 1907 (S. 600/1); Auszug.
(Bildbezeichnung und Künstlersignatur nicht erkennbar;
Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)

Dies geschah in der Annahme, dass die Bildquelle von 1907 bereits ein Alter von 117 Jahren hat und der Künstler bereits 71 Jahre tot ist, also seit einem Jahr kein ©-Schutz gilt.
Es stellte sich heraus, dass das Gemälde 2023 von einem Plauener Auktionshaus exakt nach Erlöschen des Künstler-Copyrights verauktioniert wurde, nachdem es unmittelbar zuvor im Artikel ″Ein Sommertag in Plauen″ von einer Kunstzeitschrift besprochen wurde.
Da unser Blog jeglichen Zwist vermeiden will, verzichten wir auf die Abbildung.
Wer dennoch Riemerschmids Bild sehen will, kopiere dies in die Browser-Adresszeile:
https://deref-web.de/mail/client/9LQ3SsO8vIE/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.weltkunst.de%2Fauktionen%2F2023%2F08%2Fbild-des-tages-rudolf-riemerschmid-sommertag-mehlis-plauen

 

Baden – im Vor-Tattoo-Zeitalter

Da steht sie nun, die Maid, und richtig pur,
Am klaren Waldsee, dem verschwiegnen kühlen,
Sie sieht so aus, wie‘s ziemt ihrer Natur –
Lässt nur vom Winde sachte sich umspülen.

Was spiegelt sich im Wasser da so weiß?
Es sind die Wolken, die am Himmel ziehen.
Und sicherlich ist‘s ringsherum recht heiß –
Ein Bad tut not, der Hitze zu entfliehen.

Was irritiert jedoch Betrachter hier,
Sich vollends mit Genuss zu konzentrieren?
Es fehlt der Anhaltspunkt für ein Pläsier:
Wer will an blanker Haut sich delektieren?



 

Kalenderblatt 07/2024 – © elbwolf.

Donnerstag, 20. Juni 2024

Die Liebe zeigt sich ... später

 

Foto Glenn Loos-Austin (Madison, WI) : ″Body Language″
Aufnahme: 29.09.2005. via Wikimedia commons; Liz.: CC BY-CA 2.0

 

 

Nanu! Im ″Weg in den Sommer″ war die Reimerei in den Strophen
so angelegt, dass sich auf einen Vers in der ersten Hälfte erst
der vierte Vers danach reimt. Das ist zwar gegen die Auffassung
unseres ″Reinpapstes″ Stummer (S. 122), aber ich will es auch
mal versuchen ….

 

Die Liebe zeigt sich … später!

Du bist empfänglich, guter Mann,
und das nicht nur im Wonnemond,
dass dich die Sehnsucht überkommt
im öden täglich‘ Einerlei;
so dass dich Eine schlägt in Bann
und dich dann nirgendwo verschont –
dem Manne dieses sicher frommt:
es steht doch allemal ihm frei.

Gefühl entsteht meist irgendwann;
ist hoffnungsvoll, oft ungewohnt;
braucht Zeit, bis es dann unterkommt
und führt zu einer Liebelei;
ob‘s Liebe wird, das zeigt sich dann 
bei beiden, das sei hier betont;
ob‘s Liebe bleibt, die nie verkommt,
ergibt sich später… denk ich frei.

© Luzie R..

Sonntag, 9. Juni 2024

Weg in den Sommer

 
Leo Putz (1869-1940): ″Sommers Lust und Freude″ (Detail);
Kunstblatt aus № 26 der Münchner ″Jugend″ von 1905 (S. 488)
(Original der Zeitschrift im Besitz des Verfassers)

Weg in den Sommer

Es kommt an einem milden Tag
nicht nur im Maienmonat vor,
dass mich das Antlitz einer Frau
ganz unversehens tief berührt.
Ja, das wär‘ eine, die ich mag,
obwohl ich manches Mal mir schwor,
säh‘ ich von nah sie und genau –
hätt‘ ich dasselbe kaum verspürt.

Doch kommt‘s dahin, dass ich mich frag,
wie steigt Gefühl in mir empor,
statt, dass ich nur den Augen trau,
obwohl dem Blick so viel gebührt.
Ach, blieb‘ sie jetzt noch etwas zag,
so stünd‘ ich vor ihr nicht als Tor:
der Himmel über uns ist blau –
da wird man ganz von selbst verführt.

© elbwolf

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In eigener Sache:
Die schon ein ganzes Jahr lang vom Sicherheitssystem bei Aufruf unseres Blogs
angezeigte Fehlermeldung ist nach dem letzten großen MS-Update immer noch
nicht verschwunden, wobei wir die ganze Zeit vermuten, dass es sich um einen
Fehler seitens des Softwareanbieters handeln müsse!

Samstag, 1. Juni 2024

Kalenderblatt 06v2024: Feiern – wie vor hundert Jahren?

Ludwig von Zumbusch (1861-1927; lebte hauptsächlich in München),
Porträt- und Genremaler; Titelbild der № 20 der ″Jugend″ von 1902 (S. 321).
(Bildbezeichnung und Künstlersignatur nicht erkennbar;
Exemplar der Zeitschrift befindet sich im Besitz des Verfassers)

 

Feiern – wie vor hundert Jahren?

→ zur Melodie ″Eine Seefahrt die ist lustig … ″ ←


Eine Feier, die ist lustig,
eine Feier, die ist schön –
ja, da kann man was erleben:
man sieht selbst und wird gesehn!

Dass uns schon beim ersten Sange
auch der rechte Rhythmus packt,
stampfen wir mit beiden Füßen
gleich von Anfang an den Takt.

Doch bei all diesem Getöse
bleibt nur munter wie ein Fisch,
wer mit den geballten Fäusten
kraftvoll trommelt auf den Tisch.


Jetzt fliegt das Gestühl beiseite,
dalli-dalli, nicht so lahm!
Unterhaken jetzt zum Schunkeln –
wie Matrosen auf dem Kahn.

Rechtsum, linksum und im Wechsel
runter und dann wieder rauf
wer das übt schon vor der Feier
hat es später einfach drauf!

Manche finden solch Gefallen,
singen dann – Schockschwernot:
wie auf Sylt – verdächt‘ge Lieder
und riskieren Hausverbot!

 


Kalenderblatt 06/2024 – © elbwolf.

Freitag, 17. Mai 2024

Pfingstochse

Alm-Abtrieb im Zillertal″, hier als Synonym gebraucht für ″Pfingstochse″;
(Kostenlose Nutzung dank Einhaltung der ″Inhaltslizenz″ von Pixabay)


Der Pfingstochse

Herausgeputzt geht mancher Ochs
zu Pfingsten auf die Weide:
das findet keiner paradox
und äußert seine Freude.

Doch hat der Ochs am Blumenschmuck
und all diesem Getue
und unter solchem Leistungsdruck
denn auch ein bisschen Ruhe?

In Reihe, wie‘s die Sitte ist,
ziehn mit ihm viele Leute
Wer ist denn hier schon ein Statist –
der Ochs oder die Meute?

Manch Mensch tut es dem Ochsen gleich
lässt führen sich am Bande –
fühlt sich in solchem Umfeld reich
und meint, er sei ein Grande.

Der Mensch ist seines Glückes Schmied,
doch das ist karg bisweilen.
Es ist nur selten mal splendid
und lohnt kein Sich-beeilen.

© Luzie R.

Freitag, 10. Mai 2024

Vom Büchersammeln-4(5)

Teil der Büchersammlung in Goethes Wohnhaus am Frauenplan in Weimar;
Foto/Autor: Hajotthu (30.09.2015); GNU-Lizenz für freie Dokumentation ab Vers. 1.2
(via Wikimedia Commons)

Liebe Lyrik-Freunde, die Sie offen oder insgeheim Büchersammler sind!
Nachdem im dritten Beitrag dieser kleinen Reihe davon die Rede war, wie man digital(isiert)e Bücherlisten aus Text und /oder Bild aufstellt und mit ihnen umgeht, folgen in diesem Beitrag zunächst zwei thematische Bücherlisten, die Einzelheiten genauer erkennen lassen.
Eine ist die Liste der Kulturgeschichtlichen Romane im Prisma-Verlag Zenner und Gürchott: dieser Verlag hat es bekanntlich auch nicht bis in die blühenden Landschaften Ostdeutschlands geschafft.
Die andere Liste umfasst die ″BILD Bestseller-Bibliothek″, die aus lediglich 25 Bänden besteht, aber seinerzeit (so um 2005) vorteilhaft zu abonnieren ging und unter dem Geleitwort ″Große Romane – Großes Gefühl″ von sich reden machte. Die Literaturwissenschaft rechnet allerdings die knappe Hälfte der Titel der Trivialliteratur zu – und die findet eben ihre Käufer!

Kulturgeschichtliche Romane / Prisma Verlag; Leipzig / ″abgewickelt″ Jan. 1992
Murányi-Kovács, Endre: Der Zauberer von Florenz (Jugend Leonardos). 1964, ill.
 
Finster, Ernst: Wolfsjahre (Dreißigjähriger Krieg). 1975, ill.
 
Fridegard, Jan: Land der hölzernen Götter.1980
 
Gárdonyi, Ich war den Hunnen untertan (Völkerwanderungszeit)
 
Hartenstein, Elisabeth: Ein goldenes Pferd für Yüan (Han-Zeit). 1972. Ill.
 
Hegedüs, Josef: Fremde Segel vor Salamis (Perserzeit)
 
Hering, Elisabeth: Der Bildhauer des Pharao. 1971
 
Hering, Elisabeth: Die Magd der Pharaonen Zeit der Hatschepsut)
v
Hering, Elisabeth: Irrgarten des Lebens (Anjou in Neapel). 1985
 
Hering, Elisabeth: Südseesaga (Polynesien)
 
Hering, Elisabeth: Zu seinen Füßen Cordoba. 1976
 
Illing, Walter: Drachenschiff vor Amerika. 1976, ill.
 
Klose-Greger, Hanna: Inka, Sohn der Sonne (Inkareich). 1979, ill.
 
Klose-Greger, Hanna: Insel der heiligen Stiere (Kreta)
 
Klose-Greger, Hanna: Lard, der Etrusker (Etrurien). 1961, ill.
 
Miethke, Helmuth: Weit sehen die Türme Babylons (Hammurapi). 1971
v
Murányi-Kovács, Endre: Der Zauberer von Florenz (Jugend Leonardos). 1964, ill.
 
Passuth, László: In den Lagunen Cecila (Giorgione). 1972
 
Pludek, Alexej: Ratgeber der Radschas I/II. 1986, ill.
 
Reimann, Marion: Das Urteil von Ingelheim. 1979, ill.(
v
Reimann, Marion: Schach dem Kaiser (Zeit von Otto I). 1975, ill.
 
Revay, Josef: Verrate den Panther nicht. 1967
 
Richter, Egbert: Drachen werfen lange Schatten (Babylon)
 
Riemschneider, Margarete: Im Garten Claudias. 1970, ill.
 
Riemschneider, Margarete: Keine Stadt ist vor den Räubern sicher. 1969, ill.
v
Schönebeck, Erich: Und auf Erden Dschingis Chan. 1966, ill.
v
Sebastian, Klaus: Schweig Kamanas (Hethiter). 19894, ill.
 
Smirnowa-Rakitina, Wera: Spiegel der Weisheit (Avicenna). 1963
 
Zottmann, Martin: Botschaft für den Kalifen. 1978, ill.

BILD Bestseller-Bibliothek / Titel № 1-25; als Halbjahres-Abo / ~2005
 
Capote, Truman: Kaltblütig (№ 18). © 1988
 
Christie, Agatha: Mord im Orientexpress (№ 15). © 1934
v
Clavell, James: Tai-Pan (№ 10). © 1966
 
Crichton, Michael: Jurassic Park (№ 17). © 1990
 
Follett, Ken: Die Nadel (№ 5). © 1978
 
Fredriksson, Marianne: Hannas Töchter (№ 2). © 1994
 
Groult, Benoîte: Salz auf unserer Haut (№ 25). © 1988
v
Hammesfahr, Petra: Das Geheimnis der Puppe (№ 6). dt-© 1991
 
Harris, Robert: Enigma (№ 20). © 1995
 
Harris, Thomas: Das Schweigen der Lämmer (№ 8). © 1988
 
Heller, Eva: Beim nächsten Mann wird alles anders (№ 13). © 1987
v
Higgins Clark, Mary: Mondlicht steht dir gut (№ 24). © 1996
v
Higgins Clark, Mary: Mondlicht steht dir gut (№ 24). © 1996
 
James, P. D.: Wer sein Haus auf Sünden baut (№ 22). dt-© 2003
v
Kaye, M(ary) M.: Palast der Winde (№ 7). © 1978
 
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff (№ 11). © 1971
 
King, Stephen: Shining (№ 3). © 1977
 
Kishon, Ephraim: Drehn Sie sich um, Frau Lot! (№ 9). dt-© 1961
v
Lenz, Siegfried: So zärtlich war Suleyken (№ 16). © 1955
v
Lessing, Doris; Das fünfte Kind (№ 21). © 1988
v
Puzo, Mario: Der Pate (№ 1). © 1969
v
Simmel, Johannes Mario: Niemand ist eine Insel (№ 12). © 1975
v
Solschenizyn, Alexander: Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (№ 23). © 1962
 
Wood, Barbara: Rote Sonne, schwarzes Land (№ 14). © 1988
 
Zimmer Bradley, Marion: Die Nebel von Avalon (№ 19). © 1982
 
Zweig, Stefanie: Nirgendwo in Afrika (№ 4). © 1995

Es handelt sich in beiden Beispielen um abgeschlossene Sammelgebiete, die den heutigen Sammler zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen.
Eine weitere Quelle, aus der sich thematische Listen von Büchern aufstellen lassen, sind große Verlagsserien, wie sie gestandene Verlage hervorbringen … oder hervorgebracht haben. So finden sich beispielsweise in der bekanntesten Taschenbuchreihe ″bb″ der ehem. DDR (und die steht mit einigen Schreibfehlern wirklich online in der Wikipedia) 21 Titel zur original-deutschsprachigen Lyrik:

Lyrik-Bände in der ″bb″-TB-Bibliothek / Titel № 1-652; AV / 1958-1990
v
Anthologie: Der Kuckuck auf dem Birnbaum saß (alte dt. Volkslieder; № 450). 1980
v
Anthologie: Ein Fischer saß im Kahne (dt. Balladen 19. Jh.; (№ 302). 1974
v
Anthologie: Es haben viele Dichter gesungen (№ 431). 1979
v
Anthologie: Es war ein König in Thule (Balladen; № 230). 1971
v
Anthologie: Es waren zwei Königskinder (dt. Volkslieder; № 625). 1989
v
Anthologie: Glück ohne Ruh (dt. Liebesgedichte; № 385). 1978
v
Anthologie: Saison für Lyrik (neue Ged. von 17 Autoren; № 195). 1968
v
Armin / Brentano: Des Knaben Wunderhorn (№ 464). 1981
v
Becher, Johannes R.: Anders ist der neue Tag (№ 87). 1960
v
Brecht, Bertolt: Grüner Mond von Alabama (№ 323). 1975
v
Brecht, Bertolt: Hundert Gedichte (№ 100). 1961
v
Heine, Heinrich: Deutschland (Ein Wintermärchen; № 29). 1959
v
Heine, Heinrich: Lebensfahrt (150 Ged.; № 250). 1972
v
Kästner, Erich: Montagsgedichte (№ 636). 1989
v
Kästner, Erich: Warnung vor Selbstschüssen (№ 161). 1966
v
Morgenstern, Erich: Alle Galgenlieder (№ 509). 1983
v
Mühsam, Erich: Der Bürgergarten (Zeitgedichte; № 492). 1982
v
Ringelnatz, Joachim: Überall ist Wunderland (№ 229), 1971
v
Tucholsky, Kurt: Zirkus des Lebens (№ 362). 1976
v
Wedekind, Frank: Greife wacker nach der Sünde (100 Ged.; № 284). 1973
v
Weinert, Erich: Das pasteurisierte Freudenhaus (satirische Zeitged.; № 400). 1978

Werden Sie bitte nicht neidisch, liebe Leser, dass bei allen Einträgen das ″v″ als mein Besitzvermerk steht, denn ich habe die bb-Serie wirklich komplett!
Und nun könnten Sie ja eigene thematische Listen erstellen, selbst wenn sie diese lediglich als einfache Checklisten auf dem Trödel verwenden würden.


Mit Bücherlisten die Bücher überlisten!
Die Bücherwelt thematisch listen,
damit kein Buch auch durch die Lappen geht,
und sammeln dann in langen Fristen,
bis mählich eine Bücherbank entsteht!
Da ist es aus mit Langeweile
und führt bestimmt in letzter Konsequenz
- wenn ich die Sache richtig peile -
nur zur Verbesserung der Kompetenz.

Dann also bis zum letzten Beitrag – der Sie wahrscheinlich überraschen wird.

© elbwolf al. W. Herrmann

Pardon: Am Anfang der ersten Liste wird vom System eine unnötige Zeile generiert - die Ursache konnte bisher nicht gefunden werden.

Mittwoch, 1. Mai 2024

Kalenderblatt 05v2024: Dotterblumenpflücken vor hundert Jahren

 

Walther Georgi (1871, Leipzig – 1924, Holzhausen am Ammersee)
– ab 1896 einer der Hauptmitarbeiter der Münchener ″Jugend″ –
Graphisches Blatt für die Nr. 14 der ″Jugend″ von 1902
[Zeitschrift im Besitz des Verfassers]


Geburtstagsstrauß

Aber bitte zeitgemäß - oder?

(Verse zur Grafik; Autor unbekannt;
evtl. Wilhelm Busch zum 70. gewidmet)

(Es gibt bei genauerem Hinschauen immer etwas zu bekritteln!)

Dies holde Mägdlein, das entzückt
Am Bach die Dotterblumen pflückt,
Sieht wie die Jugend selber aus,
Die einen schönen, goldnen Strauß
Dem Dichter band, dem lieben,
      greisen,
Sich treu und dankbar zu erweisen,
Dass er so oft die trübe Welt
Wie Lenzeslachen uns erhellt!

Im weißen Kleide pflückt die Maid
am Bach die gelbe Dotterblume –
es tut ihr scheinbar gar nicht leid,
wenn sie auf Knien durch
      Wiesenkrume
dahinrutscht züchtig längs am Bach,
wo knorrig stehn die Erlenbäume –
ich ahne, dass ich mir eins lach,
weil ich hier kaum etwas versäume!




Kalenderblatt 05/2024 – Geburtstagsstrauß (links), Verfasser unbekannt;
Persiflage (rechts): Verfasser Wolfgang Herrmann al. elbwolf

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Wegen des verspäteten Einstellens des Kalenderblattes wird um Entschuldigung
gebeten – der PC-Crash ist immer noch nicht ganz behoben …(WH)

Dienstag, 16. April 2024

An den Frühling

James Jebusa Shannon (1862, Nähe New York - 1923, London):
“Im Frühling“ (1896); üblicher Titel: “Zärtlichkeiten unter Apfelblüten“;
Standort: Privatsammlung; Aufnahme: Sotheby′s Publications 1989;
via Wikimedia Commons; Liz.: gemeinfrei.

An den Frühling

Du bist so ungestüm, mein Liebster!
Du bist zwar stürmisch, aber kalt.
Ich hab so lang auf dich gewartet!
Der Wald war jung und wurde alt.
Jetzt trägt er neue Lebensknospen.
Ich wusste es, du kommst jetzt bald.

Du hast gesäuselt und geschmeichelt,
Dein Atem streifte meine Haut.
Lass mich erneut von dir verführen,
Wär gerne deine schöne Braut.
Doch du bist launisch wie ein Jüngling,
Reißt mir den Schleier vom Gesicht.

Und trägst ihn fort zu einer Andern.
Mein Liebster, das ertrag ich nicht.
Es ist wohl so, dass alles Leben
Mit deiner Ankunft neu beginnt.
Drum sollst Du allen Liebe geben,
Damit das Dunkel nicht gewinnt.

Ich schau dir zu und lass dich lieben,
Auch wenn ich nun verzichten muss.
Berühr die kahle Welt und schenk ihr
Den lang ersehnten Frühlingskuss.

© A. Weinhart