Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

Am 29. Dezember 2019 hatten wir unseren 400. Beitrag in den Blog gestellt!

Bereits mit Jahresbeginn hatten wir zwei neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern aufgenommen und die Serie 'Stadtlyrik' unserer Gastautorin aus NRW fortgesetzt. Auch ein bisschen Jux möchten wir mit einer spöttischen Serie über die Tierkreiszeichen am Laufen halten. Und darum herum im Juni eben das, was sich an Einfällen so ergibt– man wird sehen!

Info für unsere Besucher: Der nächste Beitrag erscheint nach unserem Urlaub am 12.7.2020!

Mittwoch, 1. Juli 2020

Kalenderblatt 7/2020 - Der Maler Paul Poetzsch

Paul Poetzsch (1858-1936)
Fischerboote am Strand, Torre del Greco (Nähe Herculaneum), 1887-89; Öl auf Lwd.


   ↑ © Bild: Lutz Käubler (s. u. Hinweis)                                                     ↑ © Text: W. Herrmann

Hinweis
Das ©-Right für das von Paul Poetzsch gemalte Bild liegt
 – zusammen mit der Verantwortung für Bildbenennung und -datierung –
vollumfänglich bei Herrn Lutz Käubler, Dresden.
Diese Wiedergabe entspricht einer einmaligen Gestattung durch den ©-Inhaber
wegen ihrer nicht-kommerziellen Verwendung auf "Versbildner"
und ist nicht einer Lizenzierung nach CC BY-SA 2.0-4.0 gleichgestellt!


Kalenderblatt 7/2020 - Der Maler Paul Poetzsch
Paul Poetzsch (1858-1936)
Fischerboote am Strand, Torre del Greco (Nähe Herculaneum, Golf von Neapel),
1887-89, Öl auf Lwd., 57 cm x 20 cm.

Sonntag, 28. Juni 2020

Tierkreiszeichen/06: Krebs – Teamwork

 Als wir zur Verabschiedung des alten Jahres schon einmal ein solches Bilder-Tableau entwarfen – und zwar zum doppelgesichtigen Janus – entstand der Gedanke, es monatlich über ein Jahr hinweg mit den Tierkreiszeichen genauso zu versuchen und mit einem "Ulk"-Horoskop zu verbinden. Zudem fiel uns auf, dass von den zwölf Tierkreiszeichen die Mehrzahl (nämlich acht) ohne weibliches Pendant sind, die Jungfrau unbemannt ist, die letzten drei dagegen (modern aufgefasst) geradezu divers wirken. Hier haben wir es mit "Krebs*in" zu tun. Augenzwinkernd!

Krebs / Cancer
vom 22.06.2020 ← gültig → bis 22.07.2020
(Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs)


  
Zwickt der Krebs oder kitzelt er nur?

Im Juli folgt den Zwillingen nun Cancer.
Der Mythos gibt an Schauplatz wenig nur:
der Krebs half Juno mit der Zang' und Panzer
beim Kampfe gegen eine Kreatur.
Sein Mut sollt nicht umsonst gewesen sein –
und Juno stellte ihn als Sternkreis ein.

Schon damals wussten alle klugen Frauen,
dass Männer liebend gerne auf sie bauen.

Der Krebs, so unscheinbar auch seine Rolle,
die ihn zum Sternenbild des Juli kürt,
lässt ahnen, dass er vieles sagen wolle –
und kaum ein Merkmal, das man nicht verspürt.
Drum ist er auch im Tierkreis dargestellt:
Er zeigt uns auf, wie vielfältig die Welt.

© Manfred Albert a. G.                

© Manfred Albert a. G.: beides originale PC-Grafiken, 06/2020
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Quellen zu den Bildern im Krebs-Tableau ganz oben
(sämtlich lizenziert und via Wikimedia Commons):
links: Sternbild des Krebses, Foto: Till Credner, 20.04.2004; © CC BY-SA 3.0.
oben: am linken Portal der Kathedrale von Amiens; Foto: Vassil, 18.04.2007.
unten: Book of Hours, the Fastolf Master, Bodleian Library, Oxford, ~ 1440-1450.
rechts: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Faltkalender ~1400

Die PC-Grafik wurde vom Autor mit einem eigenen Grafikprogramm erstellt.

Mittwoch, 24. Juni 2020

Allegorie der Zuversicht

Gebhard Fugel (1863-1939): David gegen Goliath (~1900).
Standort: auf Auktionen; via Wikimedia Commons; gemeinfrei


Allegorie der Zuversicht

Es wird schon werden wie vom HErrn gewollt:
von ihm geschaffen und in seiner Hand         
ist mein Vertrauen nicht gesetzt in Sand –     
ich bin mir sicher, dass er uns nicht grollt.      

Wer schon im Leben war ein Tugendbold,     
sich nicht umgab mit Firlefanz und Tand,       
nicht schürt mit Hass und Hetze Weltenbrand,  
dem ist ein jeder Richter später hold.             

Auch Zeiten einer Prüfung gehn vorüber –     
die Erde wird sich stetig weiterdrehen.           
Wir Menschen brauchen diese Nasenstüber,

fürs Nachdenken und fürs Zusammenstehen.
Wenn über Köpfen schwebt des Unheils Schwert,
ist Hilfsbereitschaft ein besondrer Wert.         

© Luzie R. (Juni 2020)
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"Allegorie"
ist eine Form indirekter Aussage, bei der eine Sache (Ding, Person, Vorgang) aufgrund von Ähnlichkeits- oder Verwandtschaftsbeziehungen als Zeichen einer anderen Sache (Ding, Person, Vorgang, abstrakter Begriff) eingesetzt wird. [nach Wikipedia]

● "Hoffnung":
Das ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes eintreten wird, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht. Das kann ein bestimmtes Ereignis sein, aber auch ein grundlegender Zustand wie etwa anhaltende Gesundheit oder finanzielle Absicherung. Hoffnung ist die umfassende emotionale und unter Umständen handlungsleitende Ausrichtung des Menschen auf die Zukunft. Hoffend verhält sich der Mensch optimistisch zur Zeitlichkeit seiner Existenz. [nach Wikipedia]

Samstag, 20. Juni 2020

Funkenschlag

Funken über einem Holzkohlefeuer (Detail);
Foto: Henry Mühlpfordt, 10.04.2009; via Wikimedia Commons, Liz.: CC BY-SA 3.0
  
Funkenschlag

Dass aus dem Funken schlägt alsbald die Flamme,
scheint streng betrachtet gar kein leichtes Ziel;           
ein Apfel, der stets nahe fällt am Stamme,
hat im Vergleich damit ein Kinderspiel.

Erstaunen lässt, dass schon Neandertaler
beim Funkenschlag beherrschten diese Kunst,
nichts auf der Welt war schließlich noch fataler           ,
als wenn im Zunder glomm kein blauer Dunst.

Wir Heutigen vertraun zu oft, dass Feuer
nichts weiter brauche als geübten Schlag
und finden es zumeist nicht ganz geheuer,
wenn diesem Charme der andre nicht erlag.

Dann glimmt sie eine Weile noch, die Glut –
wer hat, sie anzufachen, noch den Mut?

© elbwolf (13.05.2020, durchgesehen)

Dienstag, 16. Juni 2020

Monatsbild Juni mit "La Belle Jardinière"

Eugène Grasset (1845-1917): Monatsbild Juni ("La Belle Jardinière", 1896)
via Wikimedia Commons; gemeinfrei

Monatsbild Juni mit der
'Belle Jardinière' von Eugène Grasset

Der Juni, der auch Rosenmond genannt,
verwöhnt uns nicht allein mit Rosendüften;
Levkojen-, Nelkenduft schwebt in den Lüften;
von ihm sind Nektarsuchende gebannt.

Um Blütendolden ist ein Kampf entbrannt.
Kopfüber in den süßen Blütenklüften
steckt Wespe, Hummel, Bienchen bis zur Hüften;
die Honigquellen sind sehr schnell erkannt.

Die Gärtnerin, sie lässt sich nicht lang bitten
und füllt ihr Körbchen mit den schönsten Rosen,
die sie behutsam für ihr Heim geschnitten.

Es scheint, dass ihre Blicke sie liebkosen.
Der Rosenstrauß im Haus erfreut ihr Herz –
"welk nicht zu schnell“ – denkt sie mit kleinem Scherz.

© lillii (Luzie – R)
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Zum Künstler:
Eugène Samuel Grasset (* 25. Mai 1845 in Lausanne; † 23. Oktober 1917 in Sceaux bei Paris) war ein schweizerisch-französischer Bildhauer, Maler und Illustrator der Belle Époque und Wegbereiter des Jugendstils. Seine grafische Serie "Die Schöne Gärtnerin" war ein Welterfolg.

Samstag, 13. Juni 2020

Stadtlyrik/10 – Alter Markt / gestern (Perdita Klimeck als Gast)

Klassische Kaffeehausszene; Basel, 5. November 2011
Foto: Thomas Leuthard, Basler Zeitung; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY 2.0


Alter Markt

gestern unter einem Baum

So blau der Himmel.
so blau.

Der leichte Wind
spaziert mit ein paar Worten
vom Nachbartisch
zu mir herüber.

Vertrauter Klang,
der sich mit hellem
Kinderlachen mischt.

Die Sonne flirtet
mit dem Eis
auf meinem Tisch.
Aus einem Fenster
erklingt Musik.

Und irgendwie
da fühle ich,
ein Stück von Heimat,
obgleich ich diesem Schoße
nicht entsprungen bin.

Ein heißer Strom,
der mir den Atem nimmt.
gestern
unter einem baum
- ein Blatt fegte über
meinen fuß –
versuchte ich
der krone über mir
zu erklären
wer ich bin
und welchen platz man mir
in dieser Welt
zugedacht hatte

in der tat
ich fand sogar worte

der herbstwind
erstickte sie
im keim

hoffnungsbeblättert
sitze ich noch immer
drehe und wende
das knisternde welk
mit der linken –
die recht hand
stützt meinen kopf

© Perdita Klimeck (2013)

Baumkrone im Regenwald am Mekong bei Don Det, Laos.
Foto: Basile Morin, 17.09.2006; via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0
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Quelle für die Gedichte:
"wortgefecht"
Lyrik aus dem Sperling-Verlag, Nürnberg, 2013
S. 72 und 56 – Abdruck mit Einverständnis der Autorin

Dienstag, 9. Juni 2020

Optimistische Prognose

Alexander M. Freiherr v. Randerath, Wachtberg/NRW (22.3.2020):
aus der Serie "Symbol der Weiblichkeit" – zur Pandemie-Krise 2020;
via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0

Optimistische Prognose

Und? Gibt es Neues denn allhier?
Ach – es wird teurer jetzt, das Bier?
Und wie viel wird die Mass denn teurer?
Nun sicher etwa einen Eurer!

Und auch das Parken vor der Tür!
Das hast du selber im Gespür –
nur wird das nicht so langsam teurer:
pro Jahr sind's gleich zweihundert Eurer!

Und billiges Hotel zu buchen,
da musst du künftig länger suchen:
das Frühstück – nicht mehr inklusiv,
das kost 'nen Zehner dann massiv!

Und nicht mehr "nur hereinspaziert" –
der Gast wird immer neu platziert.
Dem Wirt macht Messen richtig Spaß –
für "Abstand" gilt kein Augenmaß.

Und ich bin wirklich kein Verschwörer,
bin nur der Medien guter Hörer.
Die meinen: DAS gilt in der Krise –
DANACH geht’s uns NIE WIEDER miese!

© elbwolf (Mai 2020)

Freitag, 5. Juni 2020

Eros und Psyche

Antonio Canova (1757-1822): Amor küsst Psyche (1793), Louvre
Foto: Jörg Bittner Unna (24.06.2011); Liz.: CC BY 3.0
   
Eros und Psyche
– Englisches Sonett –

Wo Eros und die Psyche sich begegnen
verbindet sie ein unsichtbares Band;
und dieses Band, vom Himmel abgesegnet,
hat auf der Erde sicherlich Bestand.

Es ist ein Band, das ihre Seelen bindet:
es fesselt nicht – die Freiheit jeder spürt
und jeder sich im andern wiederfindet,
ganz ohne Angst – er ist nicht zugeschnürt.

Wo Leib und Seele zueinanderstreben,
sind nicht auf eignen Vorteil sie bedacht;
da ist ein innerliches Seelenleben,
es gibt der eine auf den andern acht.

Wo Eros und die Psyche sich begegnen,
dort wird der Himmel dieses Band stets segnen.

© Luzie-R.

Montag, 1. Juni 2020

Kalenderblatt 06/2020 - Der Maler Paul Poetzsch

Paul Poetzsch (1858-1936)                                      Suse, 1916; Öl auf Lwd.


        © Bild: Lutz Käubler (s. u. Hinweis)                                                        ↑ © Text: W. Herrmann

Hinweis
Das ©-Right für das von Paul Poetzsch gemalte Bild liegt
 – zusammen mit der Verantwortung für Bildbenennung und -datierung –
vollumfänglich bei Herrn Lutz Käubler, Dresden.
Diese Wiedergabe entspricht einer einmaligen Gestattung durch den ©-Inhaber
wegen ihrer nicht-kommerziellen Verwendung auf "Versbildner"
und ist nicht einer Lizenzierung nach CC BY-SA 2.0-4.0 gleichgestellt!

Kalenderblatt 6/2020 - Der Maler Paul Poetzsch
Paul Poetzsch (1858-1936)
Suse, 1916; Öl auf Leinwand, 79x94 cm