Diesen Blog haben wir 11/2016 neu gestaltet und führen ihn im Team weiter. Das verspricht mehr Vielfalt - wie man wohl schon an unseren Gesichtern ablesen könnte.
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Freitag, 6. März 2015

Januar – ein Monatsbild

Konrad Gustav Süs (Süß; 1823-1881): Der Riese Goliath“, Illustration zur Ausgabe
Franz Wiedemann: Geschichten, wie sie die Kinder gern haben; Dresden, Meinhold, 1860.
Quelle: wikimedia/commons via UB Düsseldorf; Liz.: gemeinfrei
Januar
Für manches ist es spät, doch nicht für alles;
        Vergessenes kommt wieder in den Sinn –
Vom Leben mögen wir am liebsten Pralles.
Es bleibt noch etwas Zeit für Abenteuer,
        Zu ringen noch um mancherlei Gewinn –
Solange weiterbrennt in uns dies Feuer ...
(Abschluss-Terzinen eines Sonetts)

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Kleine weltliche Januar–Agenda

Jedes Jahr beginnt mit … aber wie das?
Dem Monat gab ein Römer-Gott einst seinen Namen;
Der große Cäser fügte ihm zwei Tage noch anbei,
So dass es einunddreißig sind, die auf uns kamen –
Ein Jahr beginnt am gleichen Wochentag, wie letzter Mai!

Namensgebung
Nur noch auf Wienerisch spricht man vom "Jänner", 
Der "Hartung" bringt wohl jedermann aus der Balance,
Und "Eismond" war nun auch kein kleinster Nenner –
Vielleicht bekommt der "Wolfsmonat" ’ne zweite Chance.

Bauernregeln – minimal umgedichtet
Wenn der Januar vor Kälte knackt,
Wird zur Erntezeit voll eingesackt.
Wächst im Januar schon grünes Gras,
Hat das Vieh im Sommer dürren Fraß.

Schneemänner erst seit etwa 1780
Den Schneemann bauten kunstvoll schon Neandertaler …
Gefehlt! Der kam im letzten Augenblick hereingeschneit,
Mit Möhre im Gesicht – ein Ausweis als Sozialer,
Zu stürmen die Bastille am Anfang der modernen Zeit.

Prosit, Neujahr!
Wenn die Böller krachen und Raketen steigen lassen,
Wird mit einem Male auch dem Unbekümmertsten ganz klar,
Dass er nichts ist als ein Staubkorn unter diesen Massen –
Und im Januar an Feiertagen das jetzt alles war!

Zum Gedenken an Matthias Claudius (1740 – 21.01.1815)
(sein Abendlied von 1782 – eine der vier Strophen
ist hier versteckt – aber wo?)
Die letzten Sonnenstrahlen,
Ganz wie sie Kinder malen –
          Doch wagt nicht hinzuschaun!
Die noch zu große Helle
Erlaubt nur Blick aufs Schnelle –
          Dem Gleißen dürft ihr nie vertraun!

Seht ihr den Mond dort stehen?       
Er ist nur halb zu sehen,
          Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
          Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Schon sind die ersten Sterne
Am Firmament – wie ferne
          Und wie unendlich weit!
Ihr glitzernd Licht ist rege,
Es weist uns unsre Wege,
          Laternen gleich, bei Dunkelheit.

PS: Zu spät wurde bemerkt, dass sich ein unreiner Reim eingeschlichen hat,
der nicht auszubessern geht – ja warum wohl?
Um Entschuldigung und Nachsicht wird ausdrücklich gebeten!
© elbwolf, 10.01.2015
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