Diesen Blog haben wir 11/2016 neu gestaltet und führen ihn im Team weiter. Das verspricht mehr Vielfalt - wie man wohl schon an unseren Gesichtern ablesen könnte.
Allen Besuchern - herzliches Willkommen und viel Vergnügen bei/mit unseren Gedichten!
Im SEPTEMBER 2017 setzen wir mit "Kölsch" von einer Kölner Poetessa die Mundart-Dichtung mit eingeladenen Gästen fort. Außerdem ergänzen wir bereits begonnene Serien, u. a. über "Verschwindende Wörter". Und sonst - mal sehn!

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Die vier Elemente (I) – Wasser

Franz Georg Hermann d. J. (1692-1768): "Element Wasser"
Fresko, vor 1757, im Bibliothekssaal  von Kloster Schussenried
(Foto: Andreas Praefcke, 09/2011, Quelle: Wikimedia Commons; veröffentlicht als gemeinfrei)

Die vier Elemente (I) – Das Wasser
Kanzonen

Aus seinen Tiefen stieg dereinst das Leben.
Es ging an Land und macht` sich auf den Weg.
Kein Mensch, kein Tier kann ohne existieren.
Und würde es das kühle Nass nicht geben,
Dann wär' das Dasein auch kein Privileg.
Den Lebensraum, den würden wir verlieren.
Und Wüsten produzieren.
Nicht Wellen wären, nicht einmal ein Steg,
Der hin zum Ufer führte in die Wogen,
Es gäb', wie traurig, keinen Regenbogen.

Noch speisen satte Wolken unsre Quellen.
Sie werden Bach und Fluss und Strom und Meer
Der Bach mäandert murmelnd durchs Gelände,
Der Fluss stürzt jauchzend sich von Wasserfällen
Und staut sich träge hinter breitem Wehr.
Er gräbt sein Bett durch harte Felsenwände.
Das Meer hat weite Strände.
Doch schätzen wir das Wasser nicht so sehr:
Wir nutzen es, missbrauchen und verschwenden –
Und das wird einst in einem Chaos enden.

immergruen (A.W.), 2016

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen