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Fotografin: Paula Rey (Barcelona): Verhüllte
Nacktheit (Veiled Nudity) für „Wikinews Graphic“ (2007)
Liz.:
Creative-Commons-Lizenz 2.0 generisch
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Vom Nabel – in die Welt
Genre-Verse, hier in der Art eines gemäßigt-lustvollen Reiseberichts
In Weibes Mitte liegt der
Nabel -
an sich ja noch kein
Sündenbabel,
weshalb wir diese Bagatelle
vergleichen mit der Zustiegs-Stelle
für Fahrten um die ganze
Welt.
Sobald das einem Mann
gefällt,
wählt er Beförd'rungsmittel weise,
begibt sich auf
Entdeckungsreise.
Die Fingerkuppe rührt ganz
sacht
noch einmal an des Nabels
Pracht,
schaut sich zuerst den
Norden aus;
geht mitten durch's
Zwei-Äpfel-Haus,
vorbei an lockenden
Korallen,
am Rückweg sind das arge
Fallen,
streift endlich über sanftes
Kinn,
zu den halb-offnen Lippen
hin.
Die nächste Tour ist nicht
banal,
bloß weil man reist
äquatorial
und mit der ganzen flachen
Hand
auf lauter flaumbehauchtem
Land!
Am Kap der Hüfte – welch
Entzücken,
da bietet sie sogleich den
Rücken,
und er, erwartungsvolles
Bübchen,
darf ausruh’n sich an ihren
Grübchen.
Genießen an der Oberfläche
verführt recht schnell zu
dieser Schwäche:
des Nabels dritte Dimension
-
gilt Tiefe doch als Sensation!
Die kurze Tour wird
kombiniert:
man füllt den Nabel
raffiniert
mit warmer, süßer Schokolade
-
fürs Zünglein ist rein
nichts zu schade!
Noch eh’ der tiefe Kelch
geleert,
hat man einander schon
begehrt:
ganz ohne ein vorherig’ „Muss“
kriegt sie auf Nabeln einen
Kuss.
Und während seine Lippen
kosen,
fühlt er, wie Wünsche ihn
umtosen.
Er sagt sich: jetzt bloß nicht
ermüden,
vielleicht
geht's doch noch nach dem Süden!
© elbwolf (Neufassung 2014)
PS:
Es sind leider 40 Zeilen geworden, um ein Haar sogar 48 …
Um mich aber nicht dem Vorwurf „zu lang!“ auszusetzen,
habe ich die sexte Strophe weggelassen, weil ich mir dachte,
im „Süden“ sind eh die meisten irgendwann mal gewesen
und wissen, wie’s dort, sagen wir … aussieht! Stimmt doch?
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