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Georges Seurat (1859-1891): Steinklopfer mit
Schubkarre (~1883/84);
Standort: Phillips Collection, Washington (D.C.)
via Wikimedia Commons & The Yorck Project; gemeinfrei.
Hier also die Nachdichtung
zum Lied des Steinklopfers von Karl
Henckell (1884-1929),
die wir am 27. Mai 2023 zunächst noch schuldig geblieben waren.
Es gibt dazu sogar eine weitere Abbildung eines anderen französischen Künstlers
des 19.Jahrhunderts, was die Sache besonders reizvoll macht.
Der Steinklopfer
Ich klopf den gebrochenen Stein,
wie kantig er sei und wie hart –
mein Schlegel, der kriegt ihn schon klein;
doch bringt es kaum Geld um zu leben.
So geht das von morgens bis spät:
wann immer das Tageslicht scheint
und nichts aus den Fugen gerät,
werd ich mich stets wieder erheben.
Am schlimmsten ist immer ein Tag,
an dem mir der Magen noch knurrt,
weil Brot es kein Krümel mehr gab,
geschweige denn etwas vom Weine!
Knie nieder mich dann in den Sand,
rück tief ins Gesicht meinen Hut:
was ist mir der Väter ihr Land?
Ich klopf für die Reichen die Steine!
© elbwolf (für die Nachdichtung)
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Hinweis:
Den nächsten Beitrag stellen wir erst am 22.6.2023 ein!
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