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Gerhard Marcks (1889-1981): Bremer
Stadtmusikanten (1953; am Bremer Rathaus).
Foto: Jaimrsilva (2008); via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0
Die
verhinderten Bremer Stadtmusikanten
/Scherzgedicht, fast schon Nonsens/
Einst setzte sich der Esel in den Kopf,
er müsse dringend in die Stadt, nach Bremen,
und eifrig wie er war, der arme Tropf,
ließ er sich bei, den langen Weg zu nehmen.
Ihm schien die ganze Zeit, das Ziel sei nah;
er schrie nicht "Bahne frei", doch laut "iah".
Alsbald traf er den herrenlosen Hund:
"Schließ dich mir an, ich will ganz schnell nach Bremen!"
Der Kläffer dachte: "Eigentlich ein Grund,
warum sollt ich mich dazu nicht bequemen?
Ich trag mein Scherflein bei zu unsrer Schau
und bell den ganzen Weg forsch mein Wauwau."
Von so viel Lärm ward schnell ein Kater wach,
"Was reckst den Buckel du, komm mit nach Bremen!
Du bietest unterwegs den Mäusen Schach –
egal, was wir für Wege fortan nehmen!"
Nun klang im groben Esel-Hund-Radau
sehr schmeichelhaft des Katzentiers Miau.
Ein Hahnenschrei, ein grelles Kik'riki,
erscholl, als man schon unweit war vor Bremen!
Das hörte an sich echt wie Hysterie
und wurde Start-up für ein Unternehmen.
Die Liga war schnell unter Dach und Fach,
der Hahn verursachte den meisten Krach!
Dann stand am Wege einsam noch ein Haus,
und die Quadriga enterte das Fenster.
Die Stube war voll Räuber, die welch Graus,
urplötzlich sahen röhrende Gespenster.
Sie rissen aus und so fiel alles Feld
den Vieren zu – und jeder war ein Held!
Dort blieben sie. Es war auch zu vernehmen,
dass keiner mehr Bedarf gehabt an Bremen.
© elbwolf (W. Herrmann, 11.07.2023)
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Anm.: Die Bremer Stadtmusikanten ist der Titel eines
Volksmärchens, das von den Brüdern Grimm 1819 in ihrer berühmten Sammlung
Kinder- und Hausmärchen (""Grimms Märchen") erstmals
veröffentlicht wurde. /nach Wikipedia/
Unser nächster Beitrag wird hier am 23.07. eingestellt!
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