Unser Blog ist von Hobby-Poet*essen für Lyrik-Liebhaber, darunter auch für anspruchsvolle! Wir führen ihn im kleinen Team und - der Vielfalt wegen - mit persönlich eingeladenen Gästen.
Allen Besuchern - herzliches Willkommen und viel Vergnügen bei/mit unseren Gedichten und Bildern!
Im Juli 2018 setzen wir unsere Serien (Kalenderblatt, Monatsbild; leider noch nicht die Ballade) fort. Wir bringen ein großes Pantun, erstmals eine Hand voll Klapphornverse sowie (Überraschung!) Trioletts und ein Rondel ... und sonst? Na, reicht das nicht?

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Mühlentag

Andreas Achenbach (1815-1910): Westfälische Wassermühle (1863)
Standort: Bremen; Quelle: The Yorck Project via wikimedia/commons; © gemeinfrei

Vereinfachte, aber keinesfalls ungenaue und zudem
recht einprägsame Beschreibung einer Mühle und
deren eigentlicher Bestimmung, nämlich eine sagenhaft
große Anzahl von Körnern in Mehl verwandeln zu können.

Aufklärungsbericht für ahnungslose Brotesser,
 und das nicht nur am Tag der offenen Mühlen zu Pfingstmontag

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach -
Der dreht dort das Mühlrad dem Müller.
Das alles macht ziemlich gewaltigen Krach,
Weit lauter als einfache Brüller.

Die Hauptsache spielt in der Mühle sich ab,
Beginnt, wie bekannt, mit dem Trichter.
In den rieselt Mahlgut aus Säcken hinab -
Der Mühlstein spielt dann den Verrichter:

Zermalmt jedes Korn wie auf stummen Befehl
Zu Pulver, und das fällt nun sachte
Noch tiefer ein Stockwerk, zum Sack für das Mehl,
Bis diesen ganz randvoll es machte.

Zum Schluss kommt persönlich der Müller ins Spiel:
Der schneidet zum Binden recht dicke
Stück Strippe sich runter, jedoch nicht zuviel,
Und schnürt sie um Säcker Genicke.

Ich zeigte die Verse dem Müller voll Stolz
Und fühlte mich schon als Gewinner …
Der klopft an die Stirn mir – es klang wie auf Holz:
"Zieh Leine, du städtischer Spinner!"

© elbwolf (2012-14)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen